Zitat von carlos7: Meine Frau weiß, wie sehr ich den 6 mit ihr liebe und hält ihn mir dennoch vor. Sie kommt mir zwar ein wenig entgegen, aber halt nur um das Hündchen einigermaßen bei Laune zu halten. Aber sie ist nicht bereit Grenzen zu erweitern oder mein Bedürfnis in den Vordergrund zu stellen.
Darf ich nochmal?
Ihr habt da ein echtes Problem. Und auch wenn ich es nicht nach
fühlen kann, kann ich es definitiv inzwischen
verstehen: Es ist echt schlimm für den sexuell hungrigeren Partner, wenn der Partner deutlich weniger und deutlich "normaleren" Sex möchte. Das geht emotional echt ans Eingemachte, das berührt das Sich-geliebt-fühlen, das fühlt sich nach Zurückweisung an, in einem Punkt wo man sich sehr n@ckt und verletzlich macht, Selbstwert... Alles total verständlich, wirklich.
Nochmal, kannst du dir ähnlich gut vorstellen, wie ätzend es ist, unter Druck zu stehen, Sex haben zu sollen, den man nicht will?
Ich weise dich nochmal auf die diesem Urteil zugrundeliegenden Fehlannahmen hin:
Sie enthält dir Sex vor: das bedeutet doch, sie könnte ihn ohne "Schmerzen" (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) geben. Kann sie nicht. Wenn sie Sex hat, den sie eigentlich nicht will kostest sie das was. Kostet das eure Beziehung was.
Es gibt einen Unterschied zwischen dem Abwasch, den man halt einfach macht, auch wenn man keinen Bock hat, und Sex. Nämlich das, was Sex immer mit der Seele macht.
Sie ist nicht bereit, Grenzen zu erweitern: ganz abgesehen davon, dass ich dieses "man muss Grenzen erweitern!" dingens allgemein sehr hinterfrage... meine sexuellen Grenzen könnte ich nur erweitern, wenn ich über meine sexuellen Grenzen gehe. Dass das keine gute Idee ist, brauch ich hoffentlich nicht erklären. Dass sie an ihre Grenzen geht (und vermutlich regelmäßig darüber #Gummipuppengefühl), darfst du ihr ruhig glauben, und gerne auch
wertschätzen.
Sie ist nicht bereit, deine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen: ich denke, da brauch ich nicht viel zu sagen. Es solle beim Sex nie einseitig darum gehen, dass einer befriedigt ist. Und die Bedürfnisse des Partners in den Mittelpunkt zu stellen ist eben nur innerhalb der eigenen Grenzen gesund, s.o.
Deine o.g. Argumentation ist ein großes Warnsignal, dass ihr darüber nicht mehr im Gespräch seid, dass die Fronten total verhärtet sind.
Auf der Gegenseite könnte als Zeichen von Verhärteten Fronten folgende Argumentation stehen: Der ge!le S@ck, dauernd geht es ihm nur um f!cken, der weiß doch gar nicht was Liebe ist, solange ich die Beine breit mache, ist alles in Ordnung, wies mir dabei geht, ist ihm doch sch...egal!
Du kannst dir vorstellen, wie liebevoll und lösungsorientiert ein Gespräch ist, wenn diese beiden Positionen aufeinanderprallen. An dem Punkt kannst du dir das reden sparen. Da reden sich einfach nur beide in Rage. Fang mal du an, dass du da aus deiner Rage und Selbstgerechtigkeit rauskommst.
Dieses Problem existiert bei vielen Paaren, manche bekommen es gelöst, auf die eine oder andere Art, manche scheitern daran. Mit dieser Argumentation im Kopf gehts jedenfalls nicht.