Zitat von meineMeinung: Also fährt der Schreiner mit!
Beidseitige Tendenz gestern abend war: Nein
Zitat von maenneken: Die Frage ist halt,wie genau Du Deinen safe space definierst und wenn Du zustimmen solltest,das aus einer Position der Stärke darzustellen.Nicht,das es von Deiner Frau und dem Schreiner anders ausgelegt wird
Darüber denke ich gerade intensiv nach. Aber auch sehr stark darüber, wie der Safe Space meiner Frau aussieht. Denn auch sie hat einen und den will ich ganz sicher nicht unbewusst verletzen.
Zitat von Nephilim: Ich weiß nicht ob das schon jemand geschrieben hat, aber deine Quality Time wird nach der Quality Time mit dem Schreiner bemessen...
Kein Orlando dann auch keine Quality Time davor und danach für dich...
Tatsächlich hast du hier einen Punkte, wenn auch überzeichnet dargestellt. Jeder der beiden Partner meiner Frau fordert Quality Time ein. Da sich meine Frau nicht klonen kann und der Tag nur 24h hat, entsteht eine schwer zu lösende Gleichung. Mir gegenüber schafft sie das bisher mit Bravour, denn wir haben seit der Existenz des Schreiners mehr Quality Time, mehr 6, mehr Nähe. Bei ihm knirscht es immer mal wieder, weil die Rechnung in der Realität eher so aussieht, dass seine Q-Time sich nach der verbleibenden Energie meiner Frau richtet.
Zitat von Waris07: Was ist eigentlich jetzt deine persönliches Erkenntnis daraus?
Hinsichtlich der Orlando Sache?
Meine wäre jetzt spontan: Mrs C ist jetzt dran selbständig aus ihrer Verwantwortung und dem Wissen heraus wo dein Problem genau liegt eine Entscheidung zu treffen und nicht darauf zu hoffen, dass du ihr wie bisher gewohnt die Entscheidung abnimmst.
Meine Erkenntnis ist, dass wir gegenseitig mehr darauf achten müssen, was den Partner schmerzt. Und, das hat mir die Coachin nochmal nahegelegt, dass ich Bauchschmerzen und ungute Gefühle meiner Frau offen und zeitnah mitteile. Auf keine Fall solle ich Rabattmarken kleben und ihr dann irgendwann ein ganzes Heft an gesammelten Problemen um die Ohren hauen.
Zitat von FrauDrachin: Auf der Lösungsebene: Wenn dich die Sache in dem Setting so stresst, und das Setting für den Schreiner eher von Nachteil ist, weil deine Frau wenig freie Zeit hätte, und es ihn vermutlich eh nicht interessiert... Du aber mit Ausflügen der beiden in einem anderen Setting gar kein Problem hast, was hindert die beiden dann daran, zu einer anderen Gelegenheit mal nach Disneyland zu fliegen? Oder dass der Schreiner doch nach Ende der Konferenz noch 2, 3 Tage nachkommt?
Es war eine nette Gelegenheit für die beiden, aber nun wirklich keine einmalige und unwiederbringliche.
In diese Richtung geht mein Denke gerade auch. Was mich davon abhält ist derzeit, dass wir uns nach Ostern eh recht wenig sehen. Sie geht nach Florida, ich nach Indien. Verlängert sie dann auch noch, haben wir weniger gemeinsame Zeit.
Zitat von thegirlnextdoor: Ich persönlich sehe es ganz genau wie Carlos Coachin, dass man - absolut unabhängig von der gewählten Beziehungsform - nicht alles mit sich machen lassen oder ertragen muss.
Jeder Mensch hat irgendwo seine persönlichen Grenzen und braucht seine Rückzugsorte, und natürlich sind diese nicht bei jedem gleich.
Definitiv. Das ist eigentlichen Beziehungsunabhängig. Safe Spaces braucht jeder Mensch.
Zitat von Springfield: Also ich kann mich mit der Coachin rein gar nicht anfreunden:
[...]
Aber Carlos und Frau sind erleuchtet!
Verstehe deinen Punkt nicht ganz. Ist es nicht so, dass ein Coach oder Therapeut, das nicht greifbare offensichtlich macht? Es geht doch nicht darum, irgendwelche sensationellen psychologischen Erkenntnisse zu entdecken, sondern zu helfen, (einfach nachvollzihebare) Dinge zu erkennen.
Zitat von FrauDrachin: Ich würde das Problem eher noch etwas anders definieren, in dem Sinne, wie ich es gestern angedeutet habe:
Die Beziehung zwischen Carlos und seiner Frau hatte jetzt Jahrzehnte ALLEN Platz, um zu wachsen und zu gedeihen. Jetzt kommt eine zweite Beziehung dazu, die natürliche ebenfalls Platz braucht, und die, jetzt da sie da ist, ja auch das Recht hat, zu gedeihen. Sicher nicht so frei, wie die erste, aber nur mit den unbedingt nötigen Einschränkungen.
Dass da in der ersten Beziehung auch bewusst Platz geschaffen werden muss, und auch auf das eine oder andere Gewohnheitsrecht verzichtet werden muss, ist klar. Ich denke, das ist etwas, was man sich am Anfang oft nicht genug klar macht.
Das trifft es absolut auf den Punkt. Das Blütenbild meiner Frau geht in die gleiche Richtung. Und auch die Coachin sagte klar, dass eine Zweitbeziehung Raum einnimmt und dass man ihr diesen Raum aktiv gewähren muss. Das hat immer auch mit Zurückstecken und "Gönnen" zu tun.
Zitat von thegirlnextdoor: Wenn mir die Zeit mit meinem Partner heilig ist - ihm aber nicht, und wenn er seine Zeit lieber mit jemand anderem verbringen möchte (die Rede ist natürlich nicht von einmal oder zweimal sondern grundsätzlich immer oder nahezu immer, in eurem Fall fast immer am WE), dann wollen wir ganz offensichtlich verschiedene Dinge.
Du sprichst einen guten Punkt an. Die Frage ist, was ist einem heilig? Mir war die Bedeutung des universitären Umfelds für mich nicht wirklich klar. Aber ja, ein sehr großer Teil unsere partnerschaftlichen Verständnisses beruht auf intellektueller Verbundenheit und gemeinsamer akademischer Vita.
Zitat von aequum: Carlos scheint emotional extrem abhängig von seiner Frau zu sein und leidet zudem noch unter starken Verlustängsten.
Das sehe ich nicht so und auch die Coachin nicht. Vor was sollte ich Verlustangst haben? Dass mich meine Frau für den Schreiner verlassen würde, halte ich nach wie vor für komplett unrealistisch. Verlustangst empfinde ich vielleicht in die Richtung "weniger" von meiner Frau zu haben, das könnte durchaus passen.
Zitat von aequum: Ein selbstbewusster Mann würde definitiv anders agieren und handeln.
Auf Augenhöhe besteht diese Ehe jedenfalls nicht.
Ist es nicht gerade anders herum. Ein unsicherer Mann würde klammern und seiner Frau jegliche Außenkontakte verbieten aus Angst vor Verlust von Männlichkeit, Ansehen, Stolz, Ehre, Frau. Ein selbstbewusster Mann (als der ich mich sehe) sagt: "Wenn es dich glücklich macht, dann tue das. Ich freue mich für dich und kann Moral, Eigennutz und Ängste hintanstellen"
Zitat von E-Claire: Was für ein BS. also nicht wie es beim Coaching gelaufen ist, sondern welche Schlüsse du daraus ziehst. aber sich selbst gut finden, daß die Coachin deinem "Ansatz" recht gegeben hat. Tzzz.
Hmmm... da kann ich dir nicht folgen. Welche "falschen" Schlüsse habe ich denn gezogen?
Zitat von E-Claire: Und dann lieber kommst du um die Ecke und sagts, naja nachdem sie ja jetzt um die Bedeutung meiner Grenzen weiß, muß ich die eigentlich gar nicht mehr wahren, ist ja nicht so wichtig.
Das sage ich nicht ganz. Ich sage, dass der Schrecken genommen ist. Da ich jetzt weiß, was mir Schmerzen bereitet, kann ich die freie Willensentscheidung treffen, diese zu vermeiden oder diese zu tragen. Und ich kann einschätzen, ob das Ertragen des Schmerzes den Gewinn wert ist.
Zitat von Gast2000: Für mich ist daher von entscheidender Bedeutung, sie macht ja nichts ohne vorher
zu überlegen, warum hat sie, obwohl sie gewusst hat, das ist so nicht i.O., dem Schreiner bereits eine
feste Zusage gegeben, ohne mit Carlos überhaupt vorher gesprochen zu haben.
Meine Frau macht nie etwas ohne Überlegung. Aber du unterschätzt etwas die natürlich Dynamik. Niemand hat irgendwem eine feste Zusage gegeben, sondern die beiden sind überein gekommen, dass es eine gute Idee wäre, gemeinsam zu fliegen. Wenn der Schreiner nicht grenzdebil ist (was er nicht ist), weiß er doch genau, dass meine Frau sich bei mir rückversichern muss (oder mich von mir aus überzeugen muss). Solange ich nicht zustimme, ist nichts in Stein gemeißelt. Mag sein, dass meine Frau in ihrer Fehleinschätzung ihm signalisiert hat, dass ich wohl nichts dagegen haben würde. Dann ist es halt so und sie muss ihm sagen: "get over it".
Zitat von Gast2000: Und dann kam die Reise nach Orlando ins Spiel und sein Wunsch mit ihr dahin zu reisen. Sie sah
darin eine Möglichkeit ihn in der Zweit-BZ zu halten. Beide schmiedeten dann einen Plan und darüber
hinaus genau das was sie Carlos als Ausweitung der Zweit-BZ bereits genannt hat. Der Schreiner
war damit wieder zufriedengestellt und sieht nun zunehmend die Chance sie immer mehr an sich
mit Zeit und Raum zu binden.
Oder aber sie und der Schreiner haben das schon länger geplant incl. der Überlegungen, was man
machen kann, um mehr Zeit zusammen verbringen zu können und wie die Zweit-BZ aufgewertet
werden kann. Und sie hat die Bombe letzten Sonntag erst platzen lassen. Vielleicht aber auch eine
Mischung aus beidem.
Klar, mit beiden Punkten hast du in gewisser Weise recht. Die beiden versuchen sich als Liebespaar natürlich so oft wie möglich zu sehen und Zeit miteinander zu verbringen. Das will angesichts des durchgetakteten Lebens meiner Frau gut geplant sein. Ich glaube aber nicht, dass es bei den beiden im Augenblick kriselt. Das hätte ich meiner Frau angemerkt. Ich kann ie das recht gut lesen und glaube zu wissen, wie die jeweilige Stimmungslage ist. Und die ist seit Wochen zumindest ok.
Zitat von thegirlnextdoor: Wenn er versteht, warum sie gehandelt hat wie sie gehandelt hat, und wenn er einerseits versteht, dass das Verhalten nicht gegen ihn gerichtet war oder sie gedenkt, ihn zu verlassen, fällt es ihm sofort leichter alles zu akzeptieren und hinzunehmen.
Das unterschreibe ich zu 100%. Ich reagiere ziemlich allergisch darauf, wenn ich das Gefühl habe, jemand würde mich mit Absicht verletzen wollen. Wenn sie mit unabsichtlich einen Tritt versetzt hat und diesen bereut, bin ich der letzte der Groll gegen sie hegen würde. Im Gegenteil entsteht da eher der Drang sie in den Arm zu nehmen und zu sagen: Nicht so schlimm, ich bin dir nicht böse, denn das heilt in Nullkommanichts.
Zitat von thegirlnextdoor: Doch jetzt, nach Orlando, hat es schon mehr als nur ein G'schmäckle. "Quod licet Iovi, non licet bovi!"
Dass sie bezüglich Miss K so großzügig ist liegt einzig und allein daran dass sie genau weiß, dass hier nicht dieselbe Hormonlage herrscht wie mit Miss J., und daher ein Vertiefen der Beziehung à la Orlando von beiden Seiten (C. und Miss K.) gar nicht gewünscht ist.
Ich bezweifle, dass sie jetzt mit Miss J. auch so großzügig wäre.
Da habe ich jetzt leider keine Zeit, etwas dazu zu schreiben. Aber ich glaube zu erkennen, was der Safe Space meiner Frau sein könnte.
Zitat von E-Claire: Als Forumsfeministin an welcher Stelle, wirklich an welcher Stelle, käme ich auf die Idee, meinem Ehemann und Vater meiner Kinder, dem ich vorher noch erzählt habe, sigh nichts habe ich in meinem Leben erreicht, nachdem dieser das möglich gemacht hat, nachdem dieser an meinem Paper mitarbeitet (schreibt?), zu sagen, ey weil es zeitlich gut passt, nehme ich den mit auf die erste ganz große Konferenz, bei dem ich "unser" Paper eingereicht habe.
Also zum einen ist es nicht ihre erste Konferenz und schon gar nicht die wichtigste. Wien war wesentlich wichtiger. Florida ist jetzt keine Tier 1 Konferenz, sondern eine, die man zur Erhöhung des Bekanntheitsgrade in der Community mitnimmt und die für die i10 und h Wertung nützlich ist. Wichtig, aber nicht lebensentscheidend. Ich weiß auch nicht, wo die Notion herkommt, dass die Konferenz eine Woche ginge. Mit An- und Abreise wären es wahrscheinlich 6 Tage. Der Punkt mit der Mithilfe ist für uns wirklich überhaupt kein Thema. Meine Frau weiß, dass mir das ungemein Spaß macht. Und ich kann sie entlasten. Win-Win