Zitat von Alduin: So wie das da steht, gibt dir das Mindset (dahinter) nicht zu denken?
Warum sollte mir das Mindset zu denken geben, dass meine Frau beim Schreiner keine Konkurrenz durch andere Frauen will. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Im Endeffekt ist es doch objektiv so, dass er wahrlich nicht viel von ihr hat. Aus seiner Sicht leben die beiden doch nicht viel mehr oder weniger als eine (genehmigte) Affäre. Er sieht sie eine Nacht die Woche, aber 6 Nächste liegt er allein im Bett. Dazu treffen sie sich noch 1-2 mal kurz zum Lunch oder auf einen Kaffee zwischendurch. Er macht das jetzt 1 Jahr mit, insofern muss er ja schon schwer verliebt sein oder von meiner Frau etwas so wertvolles bekommen, dass er kein Interesse an wirklicher Partnerschaft hat. Würde er jetzt jemanden kennenlernen, der wirklich dauerhaft an ihm Interesse hat und womöglich exklusiv, wäre die Liaison unter Umständen in nullkommanichts vorbei. Insofern wäre meine Frau nicht begeistert, wenn er daten würde. Ist eigentlich logisch.
Zitat von Zaungast: Diese konsequente Entscheidung bei Fr. J. hat dich gerettet. Schockverliebtheit führt zu (schwersten) Dramen und so astrein hat die Dame schließlich nicht agiert. Von sowas sollte man immer die Finger lassen, selbst wenn man Single wäre.
So sehe ich das auch. Das war eine extrem belastende und schwer Entscheidung, aber ich wäre nicht Carlos, wenn ich da nicht konsequent wäre. Ich werde meine Lebensziele ganz sicher nicht einer hormonellen Vernebelung opfern. Da muss man halt durch und kommt auch durch.
Zitat von brokenforever: Ich bewundere deine Art, damit umzugehen, Carlos. Für mich liest sich das in erster Linie... schmerzhaft.
Empfindest du nicht, (niemals?) Verletzung, dass deine Frau äußert, sie l i e b t einen anderen?
Vielleicht interpretiere ich das auch nur falsch, korrigiere mich bitte, wenn ich da was falsch verstanden habe, aber
l i e b e n
ist ja dann doch noch mal was ganz anderes, mächtigeres, als Verliebtsein.
Doch, natürlich empfinde ich manchmal Schmerzen, zB. den Fretag abend vor 2 Wochen. Aber warum sollte ich mehr Schmerzen empfinden, als einer meiner Söhne, der ja auch damit leben muss, dass ich nicht nur ihn, sondern auch seinen Bruder liebe. Es ist ja nicht so, dass die Liebe meiner Frau zu mir abgenommen hätte. Sie vermittelt mir erfolgreich, dass sie mich wegen meiner selbstlosen liebe noch deutlich mehr liebt als zuvor.
Und ja, lieben ist mehr als verlieben. Aber bei polyamoren Menschen nimmt durch die liebe zu einer zweiten Person nicht die Liebe zuer ersten ab.
Zitat von brokenforever: Noch dazu, eine gewisse Dynamik kann man im besten Einvernehmen nicht verhindern. Gefühle können schwinden und wachsen, ich würde in ständiger Angst leben, irgendwann nur noch ein Kompromiss zu sein.
Natürlich macht man sich jeder anfangs diese Gedanken. Genau der von die angeführte Grund war ja auch, dass Verlieben bei der Öffnung eines der Tabus war. Wir waren beide davon überzeugt, dass dadurch emotionale Energie aus der Hauptbeziehung abgeführt würde und die Beziehung stirbt. Die Wahrheit hat uns aber gezeigt, dass dem nicht so ist. Im Gegenteil sind wir uns emotional näher gekommen. Ich komme mir in keinster Weise als Kompromiss vor, sondern eher als Gönner von Zusatzfreuden für meine Frau.
Zitat von brokenforever: Geht das ewig so weiter? Wie steht Schreiner dazu? Das würde mich mal interessieren, wie er zu seiner "Beziehung" steht, geht er in dem Konzept auf? Zukunftsvision?
Tha, das ist die große Frage. Es geht mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so weiter. Wir sind auf einer Beziehungsreise und es wird mit Sicherheit weitere Änderungen geben. Wie der Schreiner dazu steht, kann ich nur mutmaßen. Er macht das Spiel nun seit einem Jahr mit zwischenzeitlichem leichten Knurren mit. Seit 6-8 Monaten ist das Konstrukt relativ unverändert und fast schone eingefahren. Natürlich will er deutlich mehr Zeitanteile an meiner Frau, da sie ja aus seiner Sicht seine Partnerin ist. Bisher bekommt er diese nicht oder nur sporadisch. Dass Florida nciht klappt, hat er akzeptiert aber vermutlich wird er nicht immer zurückstecken. Ich denke irgendwann wird er den Verteilungskampf um ihre Zuwendung intensivieren, aber das ist für mich tomorrow's problem.
Zitat von Gretchen: Ich denke das ist der Sinn- die Achterbahnfahrt -
Nein, das überinterpretierst du total. Weder meine Frau noch ich sind an Drama interessiert.