carlos7
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Ich hätte gerne ein bisschen über unsere Zukunft gesprochen und ein paar Gedanken zu den Punkten angebracht, die ich hier im Forum auch angesprochen hatte. Sie hat nur die Augen gerollt und gesagt, ich solle sie mit meinem Beziehungs- und Zukunfts-Blabla verschonen. Da hätte sie heute keine Lust drauf. Und nur falls mir das in den Sinn käme, sie wolle gleich mal klarstellen: Noch weniger Lust hätte sie heute mit mir ins Bett zu gehen. Sie hat sich danach gleich entschuldigt, aber so eine doppelte Breitseite habe ich noch nie von ihr bekommen. Sonderlich viel mehr hatten wir dann auch nicht mehr geredet. Sie bräuchte auch einmal einen Abend Ruhe. Sie schaltete den Fernseher an (der wirklich selten bei uns läuft) um sich mit irgendeinem Mist abzulenken und ich hab halt gearbeitet.
Gestern abend dann das totale Gegenteil. Meine Frau war anschmiegsam, liebevoll, aufmerksam, fast schon flirty. Wie verwandelt. Wir hatten einen richtig romantischen Kuschelabend und haben zuerst noch einmal über das Daten und dann über das angehende Forschungsprojekt gesprochen. Sie spielt tatsächlich mit dem Gedanken, das Daten nach der letzten Erfahrung runterzufahren oder einzustellen. Wir haben dann doch auch über ein mögliches weiteres Date mit dem Schreiner gesprochen und ich habe ihr gesagt, dass es für mich kein Problem wäre, wenn das stattfinden würde, damit sie mit ihm und dem Daten abschließen könne. Ich verstehe den Gedanken, dass man eventuell nicht mit so einem Negativ-Erlebnis aufhören sollte... außerdem habe ich im Geheimen Angst, dass da Narben bei ihr zurückbleiben könnten. Sie meinte, dass sie derzeit kein Bedürfnis nach einem weiteren Treffen hätte. Wie auch immer, es war ein schöner Abend, bei dem meine Frau mitten im Gespräch beschloss die Durststrecke direkt auf dem Sofa zu beenden.
Zitat von unbel Leberwurst:Ja, dann ab auf die Couch mit euch beiden, lasst euch helfen...
Zitat von Chrome:Macht eine Paartherapie
das wollen weder sie noch ich. Für mich ist das wie das Eingeständnis einer Niederlage aus eigener Unfähigkeit. Ich denke, so schlimm steht es noch lange nicht um uns.
Zitat von Chrome:Daher würde ich meiner Frau an deiner Stelle ein Ultimatum setzen.
Nein, das mache ich definitiv nicht. Ich sagte bereits, dass ich Ultimaten und Verbote für den völlig falschen Weg in einer Partnerschaft halte. Wünsche ja, Ultimaten nein! Wenn wir nicht bereit sind, gegenseitige Wünsche zu respektieren, dann ist unsere Ehe am Ende. Da helfen dann auch keine Erpressungsversuche.
Zitat von MissLilly:...und doch tut es das bzw wird vielmehr das, was in der Kindheit erlebt wurde wie gewohnt (unbewusst) weiter fortgeführt.
Du übernimmst dabei die Rolle ihrer Eltern und merkst das noch nicht einmal.. Es nützt nämlich nichts, wenn du ihr zwar alle "Freiheiten" gewährst, sie sich aber nach deren Auslebung stundenlang abduscht und sich wie ein kleines Kind in Löffelchenstellung zu dir ins Bett schleicht!
Da ist ein Punkt dran. Unser Ritual habe ich noch gar nicht unter diesem Gesichtspunkt gesehen. Tatsächlich verhält sie sich in dieser Nacht wie unser Großer. Der kamüber ein Jahr lang jeder Nacht im Halbschlaf zu uns ins Bett gekrabbelt. Genauer zu meiner Frau... und egal wie rum sie sich gedreht hat, er ist im Schlaf ihr förmlich hinterhergerobbt. Das ist bei uns in der Nacht nach dem F...kdate tatsächlich auch so.
Zitat von paulaner:Die Frage ist jetzt aber: was stellst du dir vor, wie du/ihr da wieder hinkommt?
tja...das ist die million-dollar-question auf die ich keine Antwort habe. Wie weiter vorne gesagt, habe ich ein paar Ansätze, aber mehr auch nicht. Einen Ansatz will ich heute mal in aller Vorsicht ausloten. Ich treffe mich mit einem HR-Partner zum Lunch, den ich schon seit Ewigkeiten gut kenne (wir haben einmal eine schwierige Personalsituation rund um eine Lokationsschließung gemeinsam gegen den erklärten Willen der GF so gelöst, dass wir niemanden entlassen mussten). Den Frage ich mal nach Sabbaticals für leitende Angestellte. Ich sage einfach, dass einer meiner Direct Reports mich gefragt hätte, ob er u.U. ein Sabbatical wahrnehmen könne, aber um Vertraulichkeit gebeten hat. Das sollte unverfänglich genug sein.
Zitat von Debby3:Ich selbst glaube, dass sexuelle Kompatibilität sehr wichtig ist und auch von Anfang an da seinen muss . Es spiegelt nämlich die tatsächlich Kompatibilität meiner Ansicht wieder .
Die war und ist bei uns nicht gegeben. Da mache ich mir nichts vor. Ja, gestern abend hatten wir tollen 6. Ich kann mich nicht erinnern, wann meine Frau mir je auf dem Sofa den Reißverschluss der Hose aufgemacht und gesagt hätte, ich solle jetzt endlich mal aufhören zu reden. Das kam schon nah an das Optimum ran, wie ich mir unsere gemeinsame 6ualität vorstelle. Aber das passiert halt ein mal alle Jubeljahre. Ich mache mir da nach 10 Jahren nix vor... die Durststrecke ist nur unterbrochen worde und fängt heute von neuem an. Und von geheimen Wünschen will ich erst gar nicht reden.
Zitat von MissLilly:Ist deine Frau ein Einzelkind ?
Ja.
Zitat von Florentine:Eine Rückkehr zu "früher" ist leider - oder glücklicherweise - nicht möglich.
Möglich ist nur, die Welle richtig zu nehmen und zu wissen, dass da wieder welche kommen und jede anders sein wird.
Euer Uniprojekt hat euch damals nahe gebracht.
Dann sucht euch ein neues gemeinsames Projekt. Macht euch selbstständig oder gründet eine Stiftung oder eine Schule oder so. Wenn euch die intellektuelle Herausforderung verbunden hat, werden es die Kinder nicht können und auch nicht zwei Jobs, die ihr getrennt voneinander erledigt.
Selbstständig ist nicht drin. Wir können nichts, mit dem man sich selbstständig machen könnte. Als Wissenschaftler ist das extrem schwierig. Das geht nur mit wirklicher Firmengründung. Und dann arbeiten wir beide 60 Wochenstunden oder mehr. Schule ist gar kein so doofer Punkt. Wir hätten unsere Kidner genr auf eine Internationale Schule, statt auf eine staatliche Schule geschickt, leider gibt es aber in vertretbarer Nähe keine. Wenn wir das bedacht hätten, hätten wir besser wo anders gebaut. Aber eine Gründung funktioniert natürlich nicht... wir haben keine Ahnung von der Materie. Für eine Stiftung reicht unser Kapital nicht. Mit ein paar Millionen ist es da nicht getan, abgesehen davon fehlt uns der sinnstiftende Zweck. Aber die Grundidee, dass wir uns ein gemeinsames Projekt überlegen, ist super. Wenn ich drüber nachdenke... wir könnten vielleicht gemeinsam ein Fachbuch schreiben. Das könnte ich mir fast vorstellen.
Falls noch weiter Fragen offen sind, die ich übersehen habe: Fingerheb!