Zitat von TheWho: Man mag über thiele und andere rp youtuber und ihre Art denken, was man will, im Kern haben sie recht, da nützen auch Beschämungstaktiken nichts.
Find ich lustig, daß Du das schreibst, denn genau diese Beschämungstaktiken werden ja genutzt. Ich hab mich mich vor ein paar Jahren mal so ein bissl mit MGTOW auseinander gesetzt und auch mit Incels, die ja lustigerweise ursprünglich von einer Frau gegründet wurden.
Ursprünglich bin ich zu dem Schluss gekommen, wenn das der Weg ist, ein niederschwelliges Angebot zu machen, so daß es bestimmten Männer gelingt, ein bissl sich selbst und ihr Verhalten zu hinterfragen, ja mei, wer bin ich, daß ich das jetzt groß bewerten würde.
Meine Einschätzung jetzt ist aber eine andere, weil mir persönlich nicht klar ist, wem das, was dort verbreitet wird und vor allem mit den gewählten Mitteln, helfen soll. Was bitte ist daran hilfreich, Menschen als Beta zu beschimpfen und ihnen wieder und wieder zu erklären, wie dumm/doof oder ähnliches sie sich verhalten haben und jedes, einzelne Mal, aber auch wirklich jedes einzelnen Mal, wenn es dann darum geht, wie sie etwas ändern sollen, herrscht Schweigen im Walde. Ja kloar, renn Deiner Frau nicht hinterher, konzentrier Dich auf Dich, mach halt Sport oder schlaf mit anderen Frauen, super Hinweise. Wenn ich nicht weiß, wie der Herd angeht, dann brauch ich auch kein Kochbuch.
Und dann ist natürlich das Kochbuch schuld.
Offensichtlich ist diese Szene Anlaufstelle für Menschen, denen es nicht gut geht. Die leiden. Und die Lösung dieser Szene ist, ich beschäme Dich als Mensch und behaupte, daß, wenn Du angeblich simple Zusammenhänge erkennst, ist das die (!) Lösung. Klar, weil, wenn ich auf das Tschick-Packerl draufschreib, daß Rauchen krank macht, dann hören alle Menschen sofort auf und die, die das nicht tun, die sind, so die große Weisheit, selbst schuld.
Weil Verhaltensveränderung genau so funktioniert.
🙄 Zum Beschämen gesellt sich dann die eigene Erhöhung über die Entwertung anderer. Die die es geblickt haben gegen die armen Unwissenden, die die ihr "Wissen" weitergeben in Form des klassischen narzisstischen Wohltäters und wenn gar nichts mehr hilft, wird das Objekt (!) der Begierde entwertet.
Wie nennt man das, wenn man das, was man absolut begehrt, verachtet? Die kurze Antwort ist toxisch. die etwas längere Antwort ist schlicht externalisierter Selbsthass. Meines Erachtens ist das menschenverachtender Dreck.
Zitat von TheWho: Und vielleicht bringt es phasenweise mehr die Lebenszeit in Persönlichkeitsentwicklung zu stecken als in eine Beziehung oder das Jammern über andere.
Von mir dazu volle Zustimmung. Ich glaube, das bringt tatsächlich etwas, aber ich finde, daß Beschämung, Entwertung und das Auslagern auf Dritte keine hilfreichen Mittel sind. Ich glaube zudem, wer so etwas mit Menschen macht, die leiden, sich eventuell diese Form des angeblichen Coachings auch als Geschäftsfeld aussucht, leidet an verschiedenen toxischen Zügen.
Dass sich die Anhänger dieser Szene radikalisieren, radikalisieren müssen, ist schlicht Folge der beständigen Menschenverachtung. Wäre ich ein Mann, würde ich vielleicht so gar Mitgefühl entwickeln. Ich bin halt keiner.
Ich bin in deren Logik ein Objekt, ein "Vieh", was verachtet und begehrt wird, da tue ich mich "seltsamerweise" irgendwie echt schwer mit diesem Mitgefühl. Da applaudiere ich jeder Frauenquote, jedem anderen Lebensentwurf, jeglicher Diversität. Wer seinen eigenen Selbsthass, institutionell an Dritte permanent auslagern möchte, der kann keine gute Führungskraft sein. Auf dessen Sprachebene muß ich mich nicht einlassen, dem muß ich nicht gefallen und für den Moment, hat dieser Mensch ganz offensichtlich so sehr mit sich selbst zu tun, daß ich meine Geschicke selbst in die Hand nehme und die der Firma, der Kommune, der Finanzen, des Landes oder der Welt in anderer Hände sehen möchte.
#notallmen
🙄 aber ganz offensichtlich #jederredpiller
End of my Ted Talk, thank you for reading.