Zitat von meineMeinung: gut, wenn man man Privatpatient ist
Ohne Frage war und ist unser Gesundheitssystem suboptimal. Aber ich sehe das nicht
nur als ein Problem des Systems. Ich bin im Gegenteil der Meinung, dass zumindest ein Teil der Problematik ein Einstellungs- und Prioritäten-Problem ist. Bis auf eine nuklearmedizinische Untersuchung hätte ich auch als GK-Kunde alle Leistungen bekommen. Ob es so schnell gegangen wäre, ist natürlich fraglich aber bei einem Kollegen, der nicht privat-versichert war, ging es ein paar Wochen früher exakt gleich schnell mit exakt den selben Untersuchungen.
Wäre ich GK-versichert, hätte ich eine Zweitmeinung selbst bezahlen müssen und die nuklearmedizinische Untersuchung, so ich sie wahr genommen hätte. Die hatte mein Kollege allerdings auch bekommen, da bei ihm leider alle Befunde positiv waren und es zur Abklärung des Schweregrades zwingend notwendig war. Da bei mir histologisch negativ, hätte das nicht zum Standard-Programm gehört.
Was mir aber wichtiger erscheint: Ich habe mir eine sehr fundierte Zweitmeinung eines renommierten Chefarztes geholt (was für einen Selbstzahler gerade mal 75 Euro ausmacht) und ich habe aufgrund meiner wissenschaftlichen Arbeiten mir schon länger einen ChatGPT Deep Research Zugang gegönnt, der zugegebenermaßen 200 Euro im Monat kostet, aber hier Gold wert war. Die Möglichkeit Befunde analysieren zu lassen und Handlungsoptionen nach dem Stand der Wissenschaft ausarbeiten zu lassen, war Gold wert. Andernfalls hätte ich statt der nuklearmedizinischen Untersuchung einen Eingriff unter Vollnarkose mit umfassender Gewebeentnahme durchführen lassen mit all den Risiken, die solch ein Eingriff mit sich bringt (Sepsis, Entzündung, Narkose, Folgeproblemene, usw).
Ja, das alles kostet natürlich Geld und manche Menschen können sich auch 275 Euro nicht leisten. Aber ich finde, aber das Problem ist häufig eine Einstellungssache. Man empört sich lieber darüber, was nicht klappt, anstatt in Ruhe zu überlegen, welche Möglichkeiten man ausschöpfen kann. Häufig kommt man einfach mit freundlicher Beharrlichkeit verdammt weit. Ich bin nämlich überzeugt, dass es im Grunde allen Menschen Freude bereitet, jemandem etwas Gutes zu tun. Und Gutes tut man eher wertschätzenden, freundlichen, verbindlichen Menschen , als fordernden und unfreundlichen.