Ich hatte Samstag abend endlich mal wieder ein Date mit einer umwerfenden Frau: Extrem attraktiv, anziehend, sportlich, geistreich, eloquent.
Spoiler: Das Date endete mit heißem 6.
Noch'n Spoiler: Mit dieser tollen Frau bin ich seit über 10 Jahren verheiratet.
Spaß beiseite. Wir sind Freitag alle 4 spontan in den Kurzurlaub. Wir hatten ja vereinbart, dass wir am Samstag abend ausführlich über unsere Beziehung reden wollten und dachten, dass eine andere Umgebung dafür eine gute Idee wäre. Wir hatten auch ein paar Regeln aufgestellt: Jeder erzählt zu Anfang wie er sich gerade in der Beziehung fühlt, was ihm fehlt, was der andere für ihn bedeutet, was Außenbeziehungen bedeuten und wie er sich die Beziehung in Zukunft wünscht. Währenddessen waren nur Fragen zur inhaltlichen Klärung erlaubt. Erst wenn beide damit fertig sind, diskutieren wir (ihr habt ja schon mitbekommen, dass wir beide gerne Rituale einsetzen um bei emotionalen Dingen etwas zum Festhalten zu haben). Die 4h hier in ein paar Worte wiederzugeben, ist natürlich schwierig, daher als kurzes Fazit: Es war unser bestes Bezeihungsgespräch ever. Hätten wir schon vor einigen Jahren so intensiv gesprochen, hätten wir einige unserer Probleme umschifft. Aber vielleicht gibt es einfach eben für alles die jeweils passende Zeit. Das Gespräch und die Stimmung war für mich teilweise wunderschön aber teilweise auch einen Tick verstörend. Ich hoffe das wunderschöne wird langfristig überwiegen.
Ich bat drum, zu beginnen und erzählte sicher eine halb Stunde lang, was mich bewegt. Meine Frau hat emotionaler reagiert, als ich es mir vorgestellt hatte. Zweimal hatte sie Tränen in den Augen und hat mich umarmt. Einmal ist sie unwillkürlich fast ans Ende des Sofas gerückt. Aber ich muss ihr zugute halten, dass sie sich weder verteidigt noch erklärt hat, sondern einfach nur mitfühlend zuhörte.
Ich habe ihr erzählt, wie es mir als Kind und Jugendlicher ging, welche Einsamkeit ich zuhause empfunden hatte, welche Enttäuschungen und Ängste ich hatte und habe. Wie ich mich nach dem Tod meiner Mutter gefühlt habe, welches Versagen ich mir vorgeworfen hatte. Welchen Stellenwert 6 für die Bindung zwischen meinen Eltern hatte. Welchen Stellenwert Beziehungen, Freundinnen und 6 für mich hatten und immer noch haben. Wie ich mich langsam in sie verliebt hatte. Wie unsagbar stolz ich war, als die wunderschöne Eiskönigin (ja, ich hab ihr gesagt, welchen Spitznamen sie hatte. Entgegen meiner Erwartung kannte sie ihren Spitznamen bereits) das erste mal Hand in Hand mit mir über den Campus ging. Wie sehr ich sie in ihrer Verletzlichkeit damals geliebt habe. Wie sehr wir uns gemeinsam auf unsere Kinder gefreut haben und wie wir uns damals geschworen hatten, dass wir es besser machen würden als unsere Eltern, die uns beide auf ihre jeweilige Art verkorst haben. Wie ich gemerkt und akzeptiert hatte, dass sie sich nach und nach veränderte, wie still sie wurde, wie bedrückt. Wie ich die Augen davor verschlossen habe und mich auf meine Karriere konzentriert habe. Wie sehr ich inzwischen aber unter dem Gefühl leide, Schuld daran zu sein, dass sie nicht ihren Weg als Wissenschaftlerin machen konnte. Wie ich bemerkt habe, dass sie mir und unserer Beziehung langsam entglitten ist. Wie sehr sich irgendwann alles um die Kinder und um meine Karriere drehte. Wie selbstverständlich ich sie als Teil des heimischen Inventars hingenommen habe. Ich habe alles rausgelassen, was mich irgendwie bedrückt hat und habe sie damit fast erschlagen. Aber es tat so gut, einfach mal alles loszuwerden und die schönen und schlechten Gedanken mal auszuspucken. Dann habe ich lange über mein 6uelles Verlangen gesprochen und was es in mir anrichtet. Wie ich ihre Zurückweisung empfinde, dass ich mich dann als Mann, Partner und Mensch zurückgewiesen und nicht geliebt fühle (das war der einer der Punkte wo sie mich fest in den Arm genommen hat). Welche unerfüllten 6uellen Träume von Dominanz und Unterwerfung ich habe (das hat sie in dieser Deutlichkeit emotional überfordert und bei der Erwähnung von Halsband und Leine ist sie in Richtung Sofa-Ende abgerückt). Ich habe erzählt, wie ich die Öffnung empfunden habe, dass ich anfangs nur meinen Vorteil im Auge hatte (Kick, Zulieferin) aber dass ich nach und nach realisiert habe, dass ich eigentlich nur 6 mit ihr möchte und dennoch mehr brauche als sie mir geben kann. Wie zerrissen zwischen 6uellem Kick und Sorge ich mich fühlte, wenn sie eine F...ckdate hatte. Wie froh und erleichtert ich war, dass sie das Online daten eingestellt hat. Wie verletzt ich war, als sie sagte, dass sie sich lieber trennen würde, als sich von mir dahingehend Vorschriften machen zu lassen. Wie zurückgesetzt ich mich gefühlt habe, als ich das Gefühl hatte, sie würde dem Schreiner wichtige Dinge vor mir mitteilen. Wie ich das Gefühl bekam, dass sie 6 mit mir primär nur noch rund um ihre Schreiner-Dates wollte.
Meine Frau hat sich eigentlich mehr auf die aktuelle Situation bei uns konzentriert. Sie sagte sehr gerade heraus, dass sie mich entweder betrogen hätte oder in eine Depression gerutscht wäre, wenn ich nicht der Öffnung unserer Ehe zugestimmt hätte. Vor 3 Jahren war für sie der Wendepunkt, als sie erfuhr, dass eine ehemalige Mit-Doktorandin gerade habilitiert. Sie hatte das Gefühl aus ihrem Leben nichts gemacht zu haben außer 2 Kinder in die Welt gesetzt zu haben. Beruflich abgeschrieben. Auch sonst in jeder Beziehung im Schatten ihres Mannes. Selbst an der Uni ist sie mehrfach gefragt worden, ob sie denn meine Frau sei weil ich aus meiner etwas exponierten Alumni-Führungsposition einigen bekannt war. Keinen großen Bekanntenkreis. Sie sagte, sie hätte das Gefühl gehabt, mir in allen Belangen unterlegen zu sein. Es wäre ein Gefühl gewesen, wie wenn sie sich auflösen würde. Sie redete sich recht lang den Frust aus der Seele und erklärte abschließend, dass sie sich durch die neues Aussichten mit einem mal wie neugeboren und richtig lebendig fühle. Plötzlich sind die Launen der Kinder leichter zu ertragen und ihr Neid (sic) auf mich und mein Leben wäre wie weggeblasen. Was sie enorm zusätzlich belastete, war die Erkenntnis, dass sie selbst aus ihrem Körper und ihrem Aussehen nichts gemacht: Sie sei Mitte 30 und hätte 6uell weniger Erfahrung als die durchschnittliche 16-Jährige. Ganze 2 Männer. Beim ersten war 6 eine Qual und ein einziger Kampf gegen Schuld- und Ekelgefühle. Bei mir war der 6 zwar schön und einfühlsam, aber sie empfand immer einen enormen Leistungsdruck. Selbst wenn ich es ihr, wie in den letzten Wochen, nicht explizit zeigen würde, wüsste sie, dass sie meinen Anforderungen an Intensität und Häufigkeit nicht genügen würde. Und erst recht nicht meinen Anforderungen an ihr Verhalten im Bett. Sie wüsste, dass sie für mich im Bett nur die Notlösung wäre und ich mir eine ganz andere Frau wünschen würde. Sie hätte sich diesbezüglich ganz unten gesehen, als ich einmal gut gelaunt von einem Date heimgekommen wäre und sie im Bad sehr deutliche Kratzspuren an meinem Hintern gesehen hat. Da wurde ihr klar, wie unterschiedlich leidenschaftlicher 6 und unser ehelicher 6 für mich sein müsste und wie ungenügend sie für mich wäre. Was sie immer stärker verspürte, war der Drang mit einem Mann zu flirten, ihn zu umgarnen und sich umgarnen zu lassen. Und falls ihr danach war, ganz allein die Entscheidung zu treffen, ob und wie es 6 gäbe. Nicht funktionieren zu müssen, sondern einfach unbeschwert zu genießen. Außerdem wollte sie ehrlicherweise sehen, ob der 6 mit anderen Männern besser oder schlechter als mit mir sei. Für manche andere Frau wäre 6 etwas orgiastisch bombastisches, für sie eher nur schön. Sie wollte verstehen, ob der Unterschied an mir oder ihr liegt und sie wüsste nun, dass es an ihr läge. 6 wäre für die einfach nicht das Wichtigste im Leben, nicht einmal annähernd. Mit zwei Männern hätte es toll harmoniert und wäre wahnsinnig aufregend gewesen, mit den anderen deutlich schlechter als mit mir.
Diskutiert haben wir dann primär, wie es mit uns als Paar und als Liebespaar weitergehen soll. Ziemlichen Raum in der Diskussion hat der Schreiner eingenommen, sowohl von meiner als auch von ihrer Seite. Dazu schreibe ich ein andermal mehr... muss das erst mal sacken lassen. Im Endeffekt haben wir folgendes beschlossen:
Wir werden uns viel mehr Paarzeit nehmen, als bisher. Sobald wir eine Nanny oder ein Au-Pair haben, werden wir pro Woche einen Abend ausgehen und einen Spätnachmittag zusammen Sport machen (laufen, biken, schwimmen, oder im Winter Yoga). Alles schön nach Kalender, damit nicht immer was dazwischen kommt. Und wenn es mit der Nanny gut klappt, würden wir ab und zu Kurzurlaube ohne Kids einschieben wollen.
Wir wollen achtsamer miteinander umgehen. Erst überlegen, ob wir den Partner verletzen und dann handeln und nicht einfach hinterher lapidar sorry sagen.
Wir werden unsere gemeinsame 6ualität ein wenig ändern. Wir verabreden uns (also so wirklich verabreden, wie es bei einer Affäre gemacht wird mindestens einmal pro Woche zum 6 miteinander (natürlich zusätzlich zu den Ritualen) zum 6 miteinander. Dadurch wissen wir beide was kommen wird und können uns drauf einstellen. Sie sagte, sie könne sich durchaus vorstellen, zusätzlich häufiger ohne eigentlichen Akt spontan mit mir intim zu werden Ich hatte ja schon mal gesagt, dass meine Frau Penet. nicht so viel gibt wie andere Spielarten. Der eigentliche Akt kostet sie Überwindung.
Meine Frau verabredet sich alle 3 bis 4 Wochen zu einem F..ckdate mit dem Schreiner, solange beide Lust darauf haben und ich einverstanden bin. Darüber hinaus wird es keine Verabredungen mit ihm geben. Keine gemeinsamen Restaurant-Besuche, kein Kino, keine Pärchenzeit in jedweder Art. Sie wünschte sich eigentliche eine Freundschaft mit Benefits, ich habe aber auf nur-Benefits bestanden. Das Erlaubnis-Ritual lassen wir komplett weg, das Homecoming-Ritual behalten wir bei. Vor und nach dem Date sprechen wir, wie wir uns beide gefühlt haben, da meine Frau durchaus schon eine emotionale Bindung aufgebaut hat.
Einen Punkt, den wir offen gehalten haben: Meine Frau meinte, ich solle mir eine Sub suchen, mit der ich mich ab und zu ausleben kann. Ich will da nicht zu tief ausholen, aber meine Frau hat mir sehr klar gemacht, dass sie niemals eine devote Rolle einnehmen wird. Das würde sie gefühlsmäßig in die Gummipuppen-Zeiten zurückwerfen.
Alles in allem war es wie gesagt ein tolles, super-offenes Gespräch. Zum Schreiner kommt später oder in ein paar Tagen noch mal was.