carlos7
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In einem Punkt muss ich den vielen Unkenrufen recht geben:
Ja, sie hat durchaus ein wenig Gefühle für den Schreiner entwickelt.
Nein, weder der Untergang des Abendlandes noch der unserer Ehe steht im Raum.
Sie hatte übrigens direkt von sich aus erwähnt, dass sie ein wenig Gefühle für ihn entwickelt hat, da gab es keinerlei Heimlichtuerei von ihr. Sie sagte wörtlich, dass der Schreiner ein stärkeres Kribbeln in ihr auslösen würde, als die anderen Männer, die sie gedatet hat. Er hätte schon eine starke Anziehungskraft als Mann auf sie. Ich habe ja schon gesagt, dass er genau ihrem Typ Mann entspricht, insofern hat mich das nicht gewundert. Sie würde außerhalb der Dates und der Kommunikation dazwischen jetzt nicht an ihn denken, aber am Tag des Dates wäre sie schon aufgeregt.
Außerdem sagte sie, dass sie sich in seiner Nähe wohlfühlt. Er würde eine innere Ruhe ausstrahlen. Wenn sie sich den idealen Mann schnitze könnte, dann würde er zu 60% aus mir, zu 20% aus ihrem DrVater und zu 20% aus dem Schreiner bestehen. In manchen Dingen wäre er mein Komplementär. Ich wäre immer aktiv und unter Dampf, er wäre die Ruhe selbst. Im Gegensatz zu mir kein Mann vieler Worte und kein Mann vieler Gedsanken. Wenn sie sich unterhielten, würde er meist einfach nur zuhören. Einen wirklichen Dialog zu führen, wäre nicht so einfach, aber sie würde auf der anderen Seite auch nicht dauernd unterbrochen, wenn sie ihre Gedankengänge ausführte. Da wäre er mein Komplementär. Mit mir ist es Austausch, mit ihm ist es sinnieren.
Was mir nicht wirklich passte, war ihre fast schwärmerische Beschreibung, was er mit seinen Händen bewerkstelligen könnte. Da habe ich tatsächlich so etwas wie Eifersucht gespürt. Irgendwie unsinnig in diesem Zusammenhang, aber vielleicht daher rührend, dass er mir da einfach etwas voraus hat, was ich auch mit größter Mühe nie erreichen könnte. Er ist wie gesagt Kunstschreiner und verkauft im Nebenerwerb auf Märkten ein paar selbst hergestellte Kunstgegenstände aus Holz und Metall. Sie war schon ein paar Mal in seiner Werkstatt und hat ihm zugeschaut, wie er Dinge gefertigt hat und das hat sie sehr beeindruckt. Da habe ich durchaus eine 6uelle Konnotation herausgehört. Daher habe ich (was ich sonst höchst selten mache), später danach gefragt, wie der 6 mit ihm abgelaufen ist (Achtung @Chrome , jetzt kommts). Richtigen 6 hatten sie nur beim allerletzten Date. Anscheinend ist eine seiner weiblichen Freundinnen (?), Partnerinnen (?), Bekanntschaften (?) eine Tant. (hört sich für mich nach verkappter Prost... an) und hat ihm einige ihrer Mass. beigebracht. Jedenfalls gab es beim ersten F...date fast 2 Stunden lang eine Mass. für meine Frau und eine 2 Minuten Retourkutsche für ihn. Beim zweiten Mal gab es wieder eine ausgedehente Mass. gefolgt von richtigem 6. Da meine Frau nicht so sehr auf Penet. steht, kann ich mir schon vorstellen, dass ihr das sehr gefallen hat.
Ach ja. Was ihr bei ihm im Gegensatz zu den meisten ihrer Dates sehr gut gefallen hat: Sie hatte sich beim Daten rasch abgewöhnt zu erzählen, dass sie promoviert hat. Bei den meisten Männern führte das zu einem Rechtfertigungs-Reflex ihr entweder zu erklären, dass man selbst auch hätte studieren oder promovieren könnnen, dass ein akademischer Titel heute nicht mehr viel Wert wäre, dass man selbst bewusst einen anderen Weg eingeschlagen hätte oder oder oder. Die meisten Männer waren sofort in einer Art Verteidigungsmodus. Das empfand sie als ausgenommen nervig und beta. Da sie den Schreiner im Cafe neben dem Campus kennengelernt hatte, war er nicht überrascht, dass sie Akademikerin ist. Im Gegentei, er war sehr interessiert einen Einblick in ihre Welt und Erfahrungen zu erhalten, da es ein für ihn komplett neues Thema war. Und er hat nicht versucht ihr zu erklären, dass er eigentlich ein großer Hecht im Karpfenteich sei.
Langer Rede kurzer Sinn, rund um das letzte Date hatte meine Frau intensiv in sich hineingehört und festgestellt, dass sie ein wenig Gefühle entwickelt hat. Sie hat ihm daraufhin mitgeteilt, dass sie etwas Abstand nehmen wird und dass sie die Kommunikation per WhatsApp oder Telefon einstellen und nur noch asynchron über E-Mails kommunizieren. Das würde ihrer Meinung nach den nötigen Abstand schaffen.
Wir haben länger diskutiert, wie sie und ich mit der Situation umgehen sollen. Sie sagte sehr ehrlich, dass es ihr schwer fallen würde, den Kontakt ganz abzubrechen. Er wäre ein toller Mensch und sie würde ihn gerne weiter von Zeit zu Zeit sehen. Sie würde aber den Kontakt komplett abbrechen, wenn ich mich zu unwohl fühlen würde. Im Endeffekt würde sie sich nach mir richten. Er hätte zwar gerne häufigeren Kontakt als bisher, das hatte sie ihm aber schon im Vorfeld unseres Gesprächs am Samstag abgelehnt. Der Vorschlag der Frequenz von 3-4 kam von ihr und ich fand ihn einen vernünftigen Kompromiss. Was ich abgelehnt habe, war ihr Wunsch auch einmal einen ganzen Tag und/oder eine ganze Nacht mit ihm zu verbringen. Sie hätte ihn gerne mal auf einen Künstlermarkt begleitet oder sonst etwas gemacht, das man als Freunde gemeinsam so macht. Wie schon gesagt schwebte ihr eigentlich eine Freundschaft mit gelegentlichem 6 vor. Das ging mir aber eindeutig zu weit. Ich habe jetzt nicht kategorisch und für immer ausgeschlossen, dass sie mal bei ihm übernachtet oder mal einen Tag mit ihm verbringt, aber für den Augenblick ist das ein NoGo.
Ich denke ich kann sehr gut mit dem Kompromiss der recht seltenen Treffen leben. Meine Frau auch. Ob der Schreiner das langfristig mitmachen wird, werden wir sehen. Meine Frau denkt ja, da er durchaus noch weitere weibliche Bekanntschaften hat.