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Beste Beziehungsform finden offen / geschlossen?

G
Zitat von 6rama9:
Nun, sie hat den Schreiner nach dem Streit erst mal auf Eis gelegt. Ich finde daher schon, dass sie auch daran arbeitet in ruhige Fahrwasser zu kommen.

Das kann so sein, allerdings halte ich ihre Reaktion beim heftigen Streit mit dem TE eher dafür zu diesem
Zeitpunkt Schlimmeres zu verhindern.

Wer in einer Ehe/BZ daran ernsthaft arbeitet in ruhige Fahrwasser zu kommen, handelt insgesamt anders
als seine EF.
Zitat von paulaner:
Zitat von Hola15: Weil es (für mich) nicht den Anschein macht, dass er sich mit dem Poly-Gedanken tatsächlich anfreundet, sondern er seine Gefühle/Bedürfnisse immer mehr verleugnet und seine Grenzen aufweicht, weil er Angst vor den Konsequenzen hätte, wenn er es nicht täte?!

Den Eindruck habe ich auch. Ich denke, damit hast du ins Schwarze getroffen. daumen hoch

@carlos7, ich rate dir den Fokus nicht mehr alleinig auf deine EF und ihren Bedürfnissen/Wünschen zu
legen. Werde dir selber klar, wie du dir deine Zukunft vorstellst, wie du die gestalten möchtest und ob
deine EF dabei für dich noch die richtige LP sein kann und ist.

Die Beziehungsform ist dabei nicht entscheidend, sondern ob beide LP das gemeinsam - ohne Überredung
und verbiegen - so wollen. Dazu gehört ein absolut ehrlicher und offener Umgang miteinander und die
selbstverständliche Einhaltung von vereinbarten Regeln.

Möchte ein LP eine andere Beziehungsart in einer monogamen Ehe und der andere LP nicht, gibt es keine
gemeinsame Basis mehr und, selbst wenn man es versucht und sich verbiegt, wird eine BZ/Ehe unter
solchen Voraussetzungen in der Regel keinen längeren Bestand haben. Selbst in den einschlägigen Seiten
zu dem Thema wird unisono empfohlen, dass erst gar nicht zu versuchen und zur fairen Trennung geraten.
Jeder der beiden LP kann dann so leben wie er/sie das möchte.

x 2 #4501


Kampfschnake
Warum wird hier eigentlich immer von "dem Schreiner" und "der Jamaikanerin" gesprochen?

Die Antwort ist einfach: Hier werden Menschen auf S.uelle Klischees reduziert, zum Schutz oder der Wahrung eines übergeordneten und relevanteren Wertes.

Das ist Selbstbetrug, Sexismus und Rassismus. Der Sexismus wird übrigens auch gegenüber dem Schreiner angewandt. Dies sei als Vorsichtsmaßnahme gegenüber undurchdachter Empörungen von wegen Emanzenkram angemerkt.

x 4 #4502


A


Beste Beziehungsform finden offen / geschlossen?

x 3


W
Zitat von thegirlnextdoor:
Offengestanden, nein. Ich kenne sehr intellektuelle Menschen, die Therapien gemacht haben. (Gerade "Eltern" sind ein Thema für sich.) Zu ...

Ich glaube, es geht um Intellektualisierung und Rationalisierung als Abwehrmechanismen, um unerträgliche Gefühle nicht spüren zu müssen bzw. um überhaupt das Emotionale „wegzuschieben“. Wenn so ein Muster sehr ausgeprägt ist, kann Therapie tatsächlich schwierig werden…

x 5 #4503


Kampfschnake
Zitat von was-tun:
Ich glaube, es geht um Intellektualisierung und Rationalisierung als Abwehrmechanismen, um unerträgliche Gefühle nicht spüren zu müssen bzw. um überhaupt das Emotionale „wegzuschieben“.


Und aus diesem Grund werden auch die außerehelichen Partner*innen, seien sie am Start oder auch nur gewünscht, auf Klischees reduziert. Sie sind eigentlich "ungefährlich".

x 1 #4504


Hola15
Zitat von Kampfschnake:
Und aus diesem Grund werden auch die außerehelichen Partner*innen, seien sie am Start oder auch nur gewünscht, auf Klischees reduziert. Sie sind ...

Hmm. Da ich selbst gerade als Eiskönigin (oder im Vergleich eher Eispöbel 😉) unterwegs bin, finde ich das Bild wie der Kunstschreiner aus der Eisprinzessin eine neue Skulptur formt (vllt. aus wärmeren Holz) ganz passend und vor allem bemerkenswert (im wahrsten Sinne des Wortes).

#4505


6rama9
Zitat von Kampfschnake:
Warum wird hier eigentlich immer von "dem Schreiner" und "der Jamaikanerin" gesprochen?

Die Antwort ist einfach: Hier werden Menschen auf S.uelle Klischees reduziert, zum Schutz oder der Wahrung eines übergeordneten und relevanteren Wertes.

Warum eine Benennung mit Berufsbezeichnung oder einer Nationalität Sexismus oder Rassismus sein soll, erschließt sich mir nicht. Übrigens hieß die Jamaikanerin eine Weile Amerikanerin, bevor der TE erfuhr, dass sie aus Jamaika war. Darf ich raten? Würde sie immer noch als Amerikanerin bezeichnet werden, hättest du kein Problem.

x 3 #4506


6rama9
Zitat von Kampfschnake:
Und aus diesem Grund werden auch die außerehelichen Partner*innen, seien sie am Start oder auch nur gewünscht, auf Klischees reduziert. Sie sind eigentlich "ungefährlich".

Ja. Und warum nicht?

#4507


T
Zitat von was-tun:
Ich glaube, es geht um Intellektualisierung und Rationalisierung als Abwehrmechanismen, um unerträgliche Gefühle nicht spüren zu müssen bzw. um ...

Oh, das ist vollkommen richtig! Wenn der Intellekt in diesem Kontext im Sinne eines Abwehr- oder Verdrängungsmechanismus eingesetzt wird, stimme ich vollkommen zu.
Wobei ein Therapeut, der selbst intellektuell ist und sich wirklich auskennt, auch da sehr gut weiterkommen sollte. Einen solchen zu finden ist allerdings wirklich schwierig - und sicher, der Klient muss sich überhaupt darauf einlassen können oder wollen. Scheitert es daran, scheitert ohnehin jeglicher Ansatz/ jede Therapie.

x 1 #4508


M
Heftiger Thread mit interessanten Ansichten.
Finde den TE - ohne es böse zu meinen - etwas seltsam, da es eher nach fragiler Männlichkeit schreit, wenn man sein "Ego" pushen muss durch andere Personen wie z.B. die Jamaikanerin. Ich verstehe allerdings generell Leute nicht, die ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein an andere Menschen koppeln bzw. durch andere Menschen definieren.
In der Pubertät ist dies noch nachvollziehbar, aber ab einem gewissen Alter schreit das nur nach tiefliegender Unsicherheit.
Der Thread hat für mich leider einen faden Beigeschmack; so als ob das Ganze nur eine reine Ego-Sache ist und er selbst immer mehr haben muss bzw. haben möchte im Vergleich zu seiner Ehefrau.
In einer Beziehung sollte das Motto eigentlich nie "Du gegen Ich", sondern "Wir gegen das Problem" sein.
Was mich bei der ganzen Egomanie tatsächlich wundert:
Hast du denn keine Konkurrenzgedanken; dass der Schreiner dir sexuell gesehen den Rang abläuft?
Dass er aufgrund seiner Fitness mit ihr Sachen machen kann, wo du einfach nicht mithalten kannst?
Was ist, wenn er besser bestückt ist als du und du auch in diesem Aspekt nicht mithalten kannst?
Deine Frau wird bei jedem Sex mit dir den Schreiner im Hinterkopf haben und (unterbewusst) vergleichen.
Deine Frau hat wahrscheinlich sehr guten Sex mit ihm, wodurch sie auch eine Bindung zu ihm entwickelt hat.
Deine Frau ist schon lange nicht mehr an bloßem Sex mit ihm interessiert.
Bei ihm fühlt sie sich wieder jung, sie kann Neues, Aufregendes erleben und aus dem Alltag entkommen.
Mit ihm streitet sie nicht; mit ihm gibt es keinen langweiligen Alltag.
Aus welchem Grund sollte deine Frau also bei dir bleiben bzw. sich für dich entscheiden, wenn der Schreiner ihr immer etwas mehr geben kann - im Vergleich zu dir?
Das fast schon fanatische Romantisieren dieser Beziehungsform von einigen anderen Usern hier, die ebenfalls eine offene Beziehung führen, finde ich leider etwas befremdlich - mit Verlaub.
Jedem sei eine Beziehung gegönnt; jeder soll die Art und Weise frei wählen, so dass beide Parteien glücklich werden...
Dennoch bin ich relativ stutzig, wie einseitig (positiv) das Ganze betrachtet wird und wie man hier mit berechtigten Ängsten wie z.B. dem Fremdverlieben umgeht.

x 5 #4509


6rama9
Zitat von Mr217:
Aus welchem Grund sollte deine Frau also bei dir bleiben bzw. sich für dich entscheiden, wenn der Schreiner ihr immer etwas mehr geben kann - im Vergleich zu dir?

Ich glaube nicht, dass der Schreiner ihr mehr geben kann als der TE ihr geben kann. Lies mal die längeren Posts des TE zu Beginn des Freds nach. Da erklärt er es ziemlich ausführlich. Ich kam auch erst im der Mitte dazu und war anfänglich etwas verwirrt.

#4510


paulaner
Zitat von Mr217:
Ich verstehe allerdings generell Leute nicht, die ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein an andere Menschen koppeln bzw. durch andere Menschen definieren.

Genau das ist der Nährboden für emotionale Affären.
Und mMn haben wir es hier mit einer "erlaubten" Affäre zu tun.
Zitat von Mr217:
Mit ihm streitet sie nicht; mit ihm gibt es keinen langweiligen Alltag.

Genau...die Affärenblase.

x 4 #4511


A
Zitat von 6rama9:
Ich glaube nicht, dass der Schreiner ihr mehr geben kann als der TE ihr geben kann

Der Schreiner verteilt zumindest keine Noten.

x 1 #4512


6rama9
Zitat von Andy17:
Der Schreiner verteilt zumindest keine Noten.

Der TE auch nicht. Da hast du was gründlich missverstanden.

#4513


A
Zitat von carlos7:
Meine primäre Intention ist mich selbst zu testen, ob ich mit dem polyamoren Wunsch meiner Frau leben kann. Und ob sie das Konstrukt so gestalten kann, dass wir als Paar damit glücklich werden. Warum sollte dieser Versuchsballon wertlos sein? Wir wissen doch beide nicht, ob wir das hinbekommen werden... daher möchte ich einen zeitlich begrenzten Raum schaffen, in dem wir probieren ob jeder von uns poly kann oder nicht.

Deine Frau wird diese Zeit, wenn sie klug ist und berechnend, aber nicht so gestalten, wie sie sich das später vorstellt.
Kurz gesagt: Sie wird dir die Idealversion (für dich) einer polygamen Beziehung vorspielen, mit viel Sex und ständig Sonnenschein.
Deine Frau hat bereits gezeigt, dass sie dir Dinge verschweigen kann und dir Honig um den Bart schmiert....

Zudem ist dein Testraum für einen "Alltagstest" zu kurz, nach 10 Wochen ist sie mit dem Schreiner noch in der Honeymoon-Phase....
Meine Prognose: Nach dem Test bist du nicht schlauer als vorher. Deine Frau wird die Zeit aber nutzen um dir das ganze schmackhaft zu machen (in dem sie weiterhin auf dich achtet).
Blöd bloß, dass so etwas auf Dauer nicht anhält....

x 6 #4514


E
Lieber Carlos!

Es tut mir sehr leid zu lesen, dass Deine Frau mittlerweile von Liebe zum Schreiner spricht. Ich kann gut verstehen, dass du um deiner selbst willen geliebt werden willst, ist es doch ein meiner Ansicht nach immanentes Bedürfnis jedes Menschen.

[QUOTE="carlos7”]Irgendwie ist es gerade nicht sooo toll um mein männliches Selbstbewusstsein bestellt und 6 bekomme ich von meiner Frau derzeit ausreichend.In mir nagt die Bemerkung meine Frau, dass ich im Regel weit oben reingreifen wolle. Und dass meine letzten Online-Kontakte allesamt Taschengeld erwarteten. Implizit hat meine Frau mir gesagt, dass sie die Jamaikanerin eine Nummer zu groß für mich hält und das wurmt mich, zumal sie keine Probleme mit dem obersten Regalfach hatte.[/QUOTE]

Es kann hart sein zu erkennen, dass sich deine Frau Dir scheinbar überlegen fühlt. War das vielleicht schon immer so? Meiner Ansicht nach solltest Du Dir gut überlegen, ob Deine Ehe weiterführen willst. Im Idealfall muss Mann/Frau sich Liebe nicht verdienen, sie ist einfach. Mir drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass Deine Frau der Meinung ist, Du wirst ohnehin bei ihr bleiben, egal was passiert, weil du ja unter Anführungszeichen froh sein kannst, eine wie sie “aus dem Regal weit oben” zur Frau zu haben.

Es ist aus meiner Sicht nicht Dein angekratztes “männliches Selbstbewusstsein”, welches sich bei Dir meldet, sondern dein gekränktes Ego. Ich halte es für falsch, dieses durch eine etwaige Eroberung der Jamaikanerin aufzupolieren. Es würde dir vielleicht (kurz) ein Hochgefühl geben, aber nichts an deinem Problem ändern, dass da meiner Meinung nach lautet: du hast das Gefühl, deine Frau liebt dich nicht. Natürlich kann es möglich sein, durch die Eroberung der Jamaikanerin in ihr wieder (vermeintliche) Liebesgefühle auszulösen, aber wie lange wird das anhalten? Käme es von Herzen?

Die Fragen, die du dir meiner Meinung nach stellen solltest: hat sie mich jemals geliebt? Warum hat sie mich geheiratet? Warum hat sie mit mir eine Familie gegründet? Aus Ratio oder Emotion?

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

(Erich Fried)

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