Zitat von Likos24: wie wollt Ihr das vor euren Umfeld geheim halten...
- sorry nicht weit genug gedacht!
Mir ist unklar, warum du die ganze Zeit auf der Öffentlichkeits-Frage rumreitest. Wir betrachten das bei gegebener Diskretion nicht als Problem. Unser Haus, unsere Nachbarschaft, unsere beruflichen Umgebungen (Uni und Firma) sind für Treffen eh tabu. Der Bekanntenkreis des Schreiners und der unsrige überschneiden sich überhaupt nicht, das sind wie schon erwähnt unterschiedliche Welten. Wie also sollte jemand etwas von der Zweitbeziehung mitbekommen. Dieses Risiko war in der Vergangenheit viel höher. Jeder hätte ja über die Onine-Profile meiner Frau oder mir stolpern können und uns erkennen. Oder gar meine Liaison mit der Mitarbeiterin des Zulieferers. Da bestand ein tausendfach höheres Risiko, dass wir uns direkt in einem der Meetings verraten hätten. Ein kleines Risiko ist das Cafe in Campus-Nähe, in dem sich beide kennengelernt haben und in dem es auch das Zufallstreffen mit anschließenden Benefits bei ihm gegeben hat. Dort gehen Studenten und Lehrkräfte ein und aus. Aber meine Frau und er verhalten sich laut ihrer Aussage da sehr professionell. Küsschen hier, Küsschen da, einfach wie zwei Bekannte oder Freunde.
Zitat von Gast2000: Mir ist zudem immer noch nicht klar, ob der Test für eine polyamore Beziehung angelegt ist - was ja bedeutet, dem
Schreiner werden die gleichen Rechte und Pflichten, bis auf die vereinbarten Ausnahmen z.B. die einer Haupt-
beziehung, eingeräumt. Dazu würde dann normalerweise auch gehören sich als Paar in der Öffentlichkeit zu
zeigen z.B. bei Veranstaltungen, Konzerten, Restaurantbesuche usw. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe,
hatte deine EF von einer gewünschten polyomoren Beziehung gesprochen. Habt ihr geklärt, was sie darunter alles versteht?
Ich wollte noch mal was zu Polyamorie sagen, weil hier die Spekulationen über alternative Lebensformen ins Kraut schließen. Dem ist nicht so, wir leben ein klassisches Familienmodell, allerdings mit Außenkontakten. Meine Frau glaubt erkannt zu haben, dass sie poly veranlagt sei und für mehrere Männer gleichzeitig Liebesgefühle unterschiedlicher Intensität haben könne. Zumindest würde sie das derzeit so empfinden. Das heißt aber natürlich noch lange nicht, dass diese Gefühle gleich verteilt wären oder dass sie gar eine wirkliche Dreiecksbeziehung wollte. Dem ist nicht so: Sie sieht die Beziehung zum Schreiner irgendwo zwischen genehmigter Affäre und Freundschaft plus. Wir sind uns komplett einig, dass der Schreiner aus allen familiären und beruflichen Angelegenheiten komplett rausgehalten wird. In unserer Paarbeziehung existiert er nur wie eine gute Freundin meiner Frau existieren würde, mit der ich keinerlei Kontakt habe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir jemals etwas zu dritt unternehmen könnten oder wollten. Sie hat schon während dem Online-Dating von zwei Welten gesprochen. Und beim Schreiner empfindet sie das ähnlich, wenn nicht stärker. Sie sagte, es wäre ein äußerst befremdliches Gefühl Freitag nacht gewesen, mir aus dieser Welt einen Gute-Nacht Gruß in unsere Welt zu schicken. Sie hätte danach eine Weile gebraucht, sich wieder auf den Schreiner einzulassen. Was sie in diesem Zusammenhang an ihm sehr schätzt (und was ihn sicherlich von mir unterscheidet) ist seine Genügsamkeit: Er bemerkte ihre Ambivalenz natürlich und sagte, sie solle sich einfach Zeit lassen und zur Ruhe kommen. Ruhe ist in ihren Augen übrigens das, was er als Person primär austrahlt. Egal, ob bei einer seiner Mass., in Gesprächen oder bei einem B., sie sagt sie fühle sich bei ihm entschleunigt. Ich konnte mir dann nicht verkneifen nachzufragen, wie das denn dann in den intimen Momenten aussieht. Da würde er sich sehr wandeln und ähnlich leidenschaftlich sein wie ich. Der größere Unterschied zwischen uns wäre, dass er sie gerne Tempo, Intensität und Spielart vorgeben lässt.
Zitat von 6rama9: zu welchem Schluss kamen der Schreiner und deine Frau und welche Konsequenz zieht ihr jetzt daraus? Wird das 10 Wochen Experiment wie geplant durchgeführt oder macht der Schreiner es nicht mit?
Wie meine Frau vorhergesagt hat, ist der Schreiner vor allem daran interessiert gewesen, dass er meine Frau weiter sehen kann. Ok, sicherlich nicht nur sehen. Er sagt, er sei in sie verliebt, was ihm schon eine Weile nicht mehr passiert sei. insofern hat er zu allem ja gesagt, was meine Frau vorgeschlagen hat. Zwei Punkt waren ihm wichtig: Dass sie an seinem Leben teil nimmt, also dass ihre Treffen nicht reine F...ckdates sind und sie nicht direkt nach dem Akt auf die Uhr schaut. Und dass sie neben Intimitäten auch gemeinsame Dinge als Teilzeit-Paar alleine oder im Freundeskreis unternehmen. Beides hat meine Frau zugesagt und daher sind die beiden mit sich im Reinen. Nach der Erfahrung von Freitag nacht und dem ausgesprochen liebevollen Wochenende mit völlig freiwilligem und wunderbaren Homecoming-6 halte ich mich auch für gefestigt genug, die verbleibenden 9 Wochen abzgl Urlaub, also im Endeffekt 7 Wochen durchzustehen. Also: JA, heute ist offizieller Start unserer Poly-Beziehung. Ich bin gespannt, ob meine Frau sich noch einmal mit dem Schreiner vor unserem Urlaub trifft, glaube aber wegen der Zeitknappheit nicht daran. Während dem Urlaub sollen alle Außenkontakte auf ein Minimum reduziert werden, das ist unsere Familienzeit, in der niemand anderes etwas zu suchen hat. Ich freue mich schon unheimlich drauf. Es geht 16 Tage nach Island. Zuerst in ein Ferienhaus im westlichen Bereich, dann im östlichen. Die genaue Planung hat meine Frau übernommen und in den letzten Tagen fast ein Staatsgeheimnis draus gemacht. Wenn schon, dann wurde mit den Kindern über das geplante Programm getuschelt. Ich lass es mal auf mich zukommen, normalerweise bin ich der große Urlaubs-Planer aber Island ist eine Herzensangelegenheit meiner Frau.
Zitat von Timeconsumption: Was ich in diesem Thread nicht verstehe ist, dass das Konstrukt von Carlos einen Namen braucht. Ihr redet soviel von der Definition der Polyamorie - beantragt man das irgendwo? Oder ist es nicht eher so, dass jedes Paar/jeder Mensch seinen eigenen Namen (oder auch eben keinen Namen) für seine gewählte Liebes/Lebensform wählen kann?
Vielleicht mögen sie das Konstrukt „heimlich geführter Freund“, aber wieso spricht man dann davon, dass das nicht den Grundsätzen der Polyamorie entspricht? Da kräht doch kein Hahn nach. Als ob es eine Institution gäbe, die jeden Aspekt überprüft und die Einhaltung aller geltenden Regeln laut Definition sicher stellt.
Danke, du sprichst mir aus der Seele. Anfangs wurde ich afür kritisiert, eine offene Beziehung zu führen, dann dafür, dass die Poly-Beziehung doch gar keine sei. Ich denke schon, dass es gut ist, den Dingen einen einfachen Namen zu geben und nicht nur über Verneinungen zu definieren. Tatsächlich führen wir aber wohl eine nicht-monogame Beziehung wechselnder Ausprägung.
Zitat von Likos24:Darf man nachfragen wie Du das meinst,..oder wie es deine EF meint/bewertet?
So wie ich es gesagt habe... sie sagte, sie hätte auch nicht besser als ich geschlafen und wäre häufig aufgewacht. Ab 5:30 oder so war dann an Schlaf gar nicht mehr zu denken.
Zitat von kata_smiles: Mir vorzustellen, der/ die andere kommt happy von der Affaire, die er/ sie anhimmelt oder sogar liebt ( siehe hier im Thread). Und an wenn denkt man dann wohl beim Sex mit den Ehepartner, wenn man verliebt ist?
Also damit habe ich überhaupt kein Problem und kann auch nicht ganz den Gedankengang von dir nachvollziehen. Warum sollte ich an jemand anderes beim 6 denken? Beim 6 denke ich generell nicht, sondern fühle. Welcher Frauenkörper sich unter mir windet, in welcher Tonlage gestöhnt wird oder wessen Lippen ich auf meinem Körper spüre, hinterfrage ich doch nicht, sondern genieße den Augenblick.