Eigentlich wollte ich nichts über den Schreiner oder über 6 schreiben, sonst kommt wieder der Vorwurf, ich würde ihn abwerten oder nur an 6 denken. Aber ein paar Richtigstellungen müssen dann schon sein.
Also, der Schreiner ist weder ein Player, noch ein verkanntes Genie und auch nicht ein sonderlich dominantes Exemplar der Spezies Mann. Ja, er hat offenbar neben der Beziehung mit meiner Frau (mindestens) noch eine Freundschaft+ mit der Tant. am laufen. Die beiden waren laut meiner Frau früher mal in einer Beziehung, aber dafür hat die Liebe nicht gereicht. Die F+ ist übrigens neben den fehlenden Tests der Hauptgrund, dass die beiden konsequent Safer Sex haben. Ungeschützten Verkehr gibt es nur, wenn er meiner Frau Exklusivität zusichert (und natürlich ärztlich bestätigte Testergebnisse vorlegt).
Er ist auch nicht der männlich dominante Typ, den viele hier gern in ihm sehen möchten. Laut meiner Frau ist er ruhig, eher introvertiert und zurückhaltend. Freundlich, über die Maßen hilfsbereit, bescheiden und in der Öffentlichkeit sympathisch schüchtern. Er ruht in sich selbst und ist das genaue Gegenteil des breitbeinig herumlaufenden Machos. Sie meint, wir würden uns beide wahrscheinlich sehr gut verstehen, auch wenn wir schon sehr gegensätzlich seien. Übrigens auch beim 6. Während ich meine Frau gerne in Position bringe und dabei manchmal auch ihre Gelenkigkeit und Dehnbarkeit teste, ist er eher der passive Typ beim 6 und genießt es, wenn sie den aktiven Part übernimmt.
Und leider ist er weder ein verkapptes Genie, noch ein Schreiner auf dem Weg zum Unternehmer, noch ein Künstler vor dem Durchbruch. Er hatte mal versucht, sich mit seinem Kunsthandwerk selbständig zu machen, ist aber gescheitert. Er ist halt "mehr Hand- als Kopfmensch" (laut meiner Frau ein Originalzitat). Seitdem sitzt ihm das Finanzamt im Nacken und er bekommt kein Kredit mehr, um sein Hobby zum wirklichen Beruf zu machen. Er arbeitet Teilzeit in einem Unternehmen (mag den Job aber nicht wirklich) und betreibt nebenher seine Kunstschreinerei als Kleingewerbe. Sein Traum wäre angeblich, das zum eigentlichen Beruf zu machen, aber es fehlt ihm nach dem früheren Fehlschlag an Kapital und generell an betriebswirtschaftlichem Geschick. Wäre er ein Familienmitglied (Achtung Ironie: oder wird er es einmal), würde ich ihm finanzielle und betriebswirtschaftliche Unterstützung für eine erfolgreiche Gründung über den Venture Capitalist organisieren, an dem ich beteiligt bin. Eigentlich ist es eine traurige Geschichte, denn das nötige Talent und Geschick hat er allemal. Das Armreif meiner Frau ist echt ein kleines Kunstwerk und zumindest die dargestellten Sachen auf seiner Website sehen super aus. Aber auch der Misserfolg hat ihn nicht groß aus seiner inneren Ruhe geworfen, Resilienz scheint er zur Genüge zu haben, Ehrgeiz eher weniger.
Zum 6 habe ich eigentlich im Laufe des Threads schon alles gesagt und kann mich eigentlich nur wiederholen. Meine Frau steht definitiv nicht auf devote Spielereien (sie mag es zB überhaupt nicht in ihrer Bewegungs- oder Entscheidungsfreiheit eingeengt zu sein), noch viel weniger auf Schmerz. Gegenüber vag GV bevorzugt sie alle anderen Spielarten, aber macht natürlich trotzdem mit, wenn der Schreiner oder ich vag Penet. möchten. Sie findet halt nur "outercourse" schöner als intercourse.
Gefällt ihr der 6 mit Schreiner besser als mit mir? Ich denke schon, denn neu und aufregend ist der 6 mit ihm allemal, männlich attraktiv ist der Schreiner auch und kompatibler mit ihr (als ich mit ihr bin) ist er auch, da er es genießt ihr die Kontrolle zu überlassen. Er ist halt in vielem mein Komplementär, wie es meine Frau ausdrückt. Nur falls jemand denkt, mich würde es frustrieren, dass sie den 6 mit ihm (mehr) genießt. Im Gegenteil, ich freue mich und die Vorstellung, sie einem sehr attraktiven Mann zur gegenseitigen Befriedigung zur Verfügung zu stellen, befeuert mein Kopfkino durchaus. Die Frage, ob sie lieber nur mit ihm als mit uns beiden 6 hätte, finde ich ziemlich unreif und weltfremd. Wer solche Ängste hat, darf nie eine Beziehung öffnen. Habe keine solchen Ängste und daher gönne ich ihr mit dem Schreiner den besten 6 der Welt.
Was ich auch noch sagen möchte. Ich habe ja ungefragt viele Ratschläge bekommen, wie ich an meiner Männlichkeit, Dominanz, Autorität, meinem Six-Pack und was weiß ich noch alles arbeiten soll, um eine glückliche Beziehung mit meiner Frau führen zu können. Alles unnötig, ich bin nämlich mit meiner Frau so glücklich wie seit Jahren nicht mehr. Wenn ich sie jetzt im Vergleich zum Ende unserer monogamen Phase oder im Vergleich zu vor einem halben Jahr sehe, dann geht mir das Herz auf. Sie macht einen so glücklichen, energiegeladenen, zufriedenen und optimistischen Eindruck, dass die Sonne für mich strahlt, wenn ich sie sehe. Auch ihre Mimik ist völlig verändert gegenüber der Zeit ihrer Selbstzweifel und depressiven Verstimmung. Selbst wenn ich mehrmals doch sehr über meinen Schatten springen musste und die ein oder andere Krise mit mir selbst hatte und sicher noch haben werde: Ihr Glück ist unser Glück und damit mein Glück (und das unserer Kinder). Also wage ich mal zu sagen: Bis dato habe ich viel (aber natürlich nicht alles) richtig gemacht. Ob das dann alles auch gut weitergeht? Keine Ahnung, aber nichts ist so beständig wie der Wandel. Tomorrow's problems werden zuhauf kommen und dann müssen wir als Paar und Familie eben eins nach dem anderen lösen.