carlos7
Mitglied
- Beiträge:
- 6613
- Danke erhalten:
- 10504
- Mitglied seit:
Ich glaube natürlich nicht an so Unsinn wie Seelenverwandtschaft oder ähnliches. Nicht die Jamaikanerin ist der eigentliche Grund für diesen Hormonsturm, sondern etwas in mir, das durch sie getriggert wurde und in mir einen kompletten Kontrollverlust verursacht hat. Ich glaube jetzt zu verstehen, was die Trigger waren.
1. Die Jamaikanerin ist zu 100% mein Typ Traumfrau auf den ich abfahre. Objektiv gesehen wird für viele meine Frau alterskorrigiert ähnlich attraktiv sein. Aber ich stand schon immer auf lange dunkle Locken, auf dunklen Teint (und weiß jetzt, dass schwarz wohl meine absolute Lieblingsfarbe ist). Optisch, figürlich, von der ero. Ausstrahlung, von ihren Bewegungen, von allem ist sie die eine von allen. Die 11 von 10. Mein Kryptonit. Die blauste aller blauen Pille. Im Endeffekt ist mir das klar geworden, als ich sie das erste mal auf dem Bolzplatz gesehen habe. Und meine Frau kennt meinen Geschmack nur zu gut, daher auch ihre Reaktion als ich ihr das Bild zeigte. Sie wusste es direkt, ich unterbewusst: Die Jamaikanerin ist meine Traumfrau der Traumfrauen. Das Wissen hilft mir sehr, denn mir ist klar, dass der Halo-Effekt alles negative überstrahlt hat: Ihre mir komplett fremden Werte wie Frömmigkeit, ihre Illoyalität, ihr fehlender akademischer Ehrgeiz, usw.
2. Sie hat mit ihrer Lebensgeschichte einen Nerv getroffen, der bei mir vielleicht mal professionellen Coachings bedarf. @meineMeinung hat mich oben ja als durchgeknallt hingestellt und es könnte schon was dran sein. Ich habe einen unglaublichen Drang, die Rolle des Helden einzunehmen. Ich weiß nicht, ob sich das durch die Öffnung der Ehe oder die Nebenbeziehung verstärkt hat, denn wenn ich mich zurückerinnere hatte ich solche Anwandlungen auch schon als Jugendlicher oder junger Erwachsener, sogar schon als Kind. Aber nicht in dieser Form. Die Vorstellung, dass ich für die Jamaikanerin die beruflichen TÜren in jeder Art aufstoße, dass ich sie zu bisher unerreichbaren Höhen führe, hat mich ungeheuer angefixt. So sehr, dass es in mir einen 6uellen Kick erzeugt hat. Das ist irgendwie verbunden, mit diesem Dominanz- und Macht-Ding, nur verstehe ich den Zusammenhang nicht ganz. Vielleicht ist es so eine Art Macht über ihre Zukunft zu haben, die Tatsache zu schaffen, dass nur ich ihren Erfolg ermögliche. Es ist auf jeden Fall etwas, das jenseits der Norm ist und sich irgendwie trotz aller Begeisterung und Erregung ungesund anfühlt. Falsch. Erschwerend kam bei der Jamaikanerin noch hinzu, dass ich nach wie vor der Meinung bin, ich habe bei meiner Frau versagt. Hätte ich ihre Karriere gefördert, wäre sie heute vielleicht Professorin oder Forscherin von Weltruhm. Naja, eventuell fühlte ich unterbewusst den Drang, mein vermeintliches Versagen bei meiner Frau durch die Jamaikanerin zu kompensieren. Wie gesagt, vielleicht muss ich da mal mit professioneller Hilfe ran.
3. Falls ich wieder zu meiner Frau so zurückfinde, wie ich es mir wünsche, dann ist das der Punkt wo ich sie bitten muss, sich zu ändern damit wir in 50 Jahren Hand in Hand auf dem Rentnerbänkchen sitzen können. Die Jamaikanerin war mit all ihren wahrscheinlichen Fehlern ein ungeheuer warmherziger Mensch. Sie hat wirklich mit mir gelitten, als ich ihr von meiner totalen Überforderung als junger Erwachsener erzählt habe, als ich ihr von Ängsten und Tiefschlägen erzählt habe. Sie hat mitgefühlt und auf eine irgendwie magische Weise wie eine Mutter Trost und Energie gespendet. Ich weiß nicht wie, aber irgendetwas hat sich in mir in diesem Augenblick angefühlt, als würde ich nach Hause kommen. Klingt auch irgendwie ungesund. Aber mir ist heute abend absolut klar geworden, warum das so ist. Die beiden entscheidenden Frauen in meinem Leben waren und sind aus Stahl. Beide auf ihre Weise. Meine Mutter war extrem hart gegen sich und alle anderen, aus dem Zeug geschnitzt aus dem Herrscherinnen über Firmen und Imperien geschnitzt sind. Und meine Frau durch ihre Vita zu einer Königin aus Intellekt, Logik und Eis geworden. Nicht falsch verstehen: Meine Frau kann liebevoll, anschmiegsam, zärtlich, aufmerksam sein. Aber ihre wärmende Mutterrolle, die sie wirklich lebt, ist mit zwei Kindern erschöpft. Da ist manchmal, aber eben nicht immer noch ein Platz am wärmenden Herd für den oben erwähnten Held frei. Vor allem aber: Ihr Denken ist nicht ausgerichtet darauf, mir diesen Platz immer anzubieten. Der wird erst freigeräumt, wenn es nicht zu übersehen ist, dass ich friere oder darum bitte. Dann gibt sie mir die Wärme, die ich brauche. Aber die proaktive Fürsorge für mich, der stets prüfende Blick der Mutter ob es dem Kind gut geht, der fehlt. Das in Kombination mit den beiden Punkten oben hat den perfekten Sturm verursacht.
Hilft mir die Erkenntnis im Augenblick? So ein ganz klein bisschen. Ich habe einen konkreten Punkt, an dem ich allein arbeiten muss. Und ich habe einen Punkt, an dem meine Frau arbeiten muss. Donnerstag früh geht's mit dem TGV nach Paris. Ich habe meine Frau gefragt, ob sie überhaupt mit einem so zerrissenen Carlos nach Paris will. Sie sagte: Ja, besonders jetzt will sie das. Also haben wir bis Sonntag abend in komplett andere Umgebung Zeit darüber zu reden. Und wenn es gut läuft, ist danach wieder sie in meinem Kopf und Herz und die 11 aus 10 spielt keine Rolle mehr.