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Beste Beziehungsform finden offen / geschlossen?

T
Zitat von Nephilim:
Das ist ja das was ich so komisch finde... vor dem Gespräch mit seiner Frau eine Geschichte und nach dem Gespräch eine andere... Sie ist so gut... ...

Aber er hat doch schon VOR dem Gespräch mit seiner Frau geschrieben, dass ihm das mit Miss J emotional too much wäre... im Gespräch mit seiner Frau hat sie ihm diese Befürchtungen lediglich aus ihrer Sicht bestätigt, da sie ihn nach über 15 Jahren eben gut kennt.
Habe ich ganz anders wahrgenommen.

x 1 #8026


S
Zitat von thegirlnextdoor:
Aber er hat doch schon VOR dem Gespräch mit seiner Frau geschrieben, dass ihm das mit Miss J emotional too much wäre... im Gespräch mit seiner ...

Sie hat es selbst so erlebt und durchgemacht, heimlich. Das hat sie ihm dann viel später gestanden. Ihm hat sie diese Entwicklung sofort ausgeredet, weil er das ihrer Meinung nach nicht kann. Aus Eigennutz natürlich. Das ist schon etwas überheblich und manipulativ. Er hat seine Sorgen mit ihr geteilt, wegen ihrer Ehe. Sie zu diesem Zeitpunkt damals nicht. Sie hat einfach für sich gemacht, was sie für richtig empfand und sich die Entwicklung selbst wohl allein zugetraut. Ihm nicht. Auch wenn sie ihn gut kennt. Er sollte sich besser kennen.

Ich glaube nur tatsächlich auch, dass die EF Recht hat und es für ihn und seine Ehe besser so ist. Miss Jamaica verfolgt eigene Ziele und kann auch manipulieren. Sie kennt ihre Reize und weiß bereits um seine sexuelle Fixierung.
Aber das klingt halt alles wie einem Schuljungen. Das kompensiert er wiederum durch seinen Job und seinem Drang seiner Frau, Miss Jamaica und dem Schreiner die Karriere-Steigbügel halten zu wollen.
Glücklich wären wohl die beiden EP vollends, wenn er auf der Karriereleiter stetig steigt, sie in Teilzeit ein bisschen berufliche und intellektuell Wertschätzung erfährt, den Schreiner inkl. Freizeit mit ihm und die Kinder als Ausgleich hat, dabei Carlos glauben lässt, dass sie seine Hilfe braucht und die Sexfrequenz bei den beiden stabil hält. Meine Meinung!

x 5 #8027


A


Beste Beziehungsform finden offen / geschlossen?

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T
Hm... sehe ich alles etwas anders. Und zwar würde ich Carlos nachdem er seine Gedanken zu Miss J dargelegt hat und seine Entscheidungen eine sehr viel höhere geistige Reife und Unabhängigkeit unterstellen als ich es vorher getan hätte.
Die Manipulation der Frau sehe ich nicht so, auch wenn man von außen passend in diese Richtung argumentieren kann (ich kann den Gedanken nachvollziehen, denke aber, dass es in der Realität anders ist und die Frau tatsächlich eher reale Bedenken hatte und diese mit Carlos geteilt hat.)
Aber ja, so nimmt es jeder anders wahr und bildet sich seine Meinung aufgrund selbst gemachter Erfahrungen und Erlebnisse anders. Carlos zieht am Ende für sich raus, was für ihn passt, egal ob es uns allen im Einzelnen so passt oder nicht. 😉 Es ist sein Leben, er muss mit den von ihm getroffenen Entscheidungen leben.

x 6 #8028


S
Natürlich sind ihre Bedenken real. Sie hatte diese ja auch für sich allein, wenn auch er nicht in diesem Maße. Er steht ja drüber. Vermutlich weiß sie das eben ganz genau.

x 3 #8029


6rama9
Zitat von thegirlnextdoor:
Die Manipulation der Frau sehe ich nicht so, auch wenn man von außen passend in diese Richtung argumentieren kann (ich kann den Gedanken nachvollziehen, denke aber, dass es in der Realität anders ist und die Frau tatsächlich eher reale Bedenken hatte und diese mit Carlos geteilt hat.)

Ich bin da eher auch auf deiner Seite, wobei es schon auffällig ist, dass die EF seit Monaten ihre Wünsche erfüllt bekommt. Wobei wir ihre Wünsche nicht wirklich kennen. Vielleicht geht für sie ja auch nur ein Bruchteil in Erfüllung.

Ich glaube das war hier häufig als Manipulation gesehen wird, ist nur das Zeichen, dass seine Frau ihn fast besser kennt als er selbst. Und daher geht sie auch nie so weit, Forderungen zu stellen, die für ihn nicht akzeptabel sind. Sie geht da durchaus empathisch voran und überfordert ihn auf dem Weg nicht. Einmal war es meiner Meinung nach allerdings der Fall. Als sie mit dem Schreiner in ihren Geburtstag hinein gefeiert hat und es zum Streit kam. Da muss man ihr zugute halten, dass sie den Schreiner umgehend auf Eis gelegt hat, bis der TE ok war.

x 5 #8030


T
Zitat von 6rama9:
wobei es schon auffällig ist, dass die EF seit Monaten ihre Wünsche erfüllt bekommt.

Das stimmt, aber auch Carlos hat über 10 Jahre seine Wünsche erfüllt bekommen - steile Karriere mit 60+ Stunden Woche und eine attraktive, schlauer Ehefrau, die Heim, Herd und Kinder hütet.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass für Carlos EF jetzt viele Wünsche in Erfüllung gegangen sind, mit dem Schreiner und dem Wiedereinstieg in die Uni, aber... warum auch nicht?
Warum soll sich nur einer ausleben können?
Ich bin mir eigentlich fast sicher, dass die Situation nicht statisch so bleiben wird wie sie jetzt ist.
Aber die EF hatte doch erst paar Monate.
Ob sie wirklich für immer genau so leben will... wer weiß das schon. Vielleicht nicht einmal sie selbst.
Auch Carlos... wer weiß, was sich bei ihm noch tut und wie es mit der Arbeit und den außerhäusigen Beziehungen weitergeht. Vielleicht findet sich ja auch nochmal was unkompliziertes wie die Zulieferer-Dame für ihn... oder was ganz anderes...

#8031


DieSeherin
Zitat von thegirlnextdoor:
Ich bin mir eigentlich fast sicher, dass die Situation nicht statisch so bleiben wird wie sie jetzt ist.

sie ist ja noch nicht einmal jetzt "statisch" 😉

x 1 #8032


T
Zitat von DieSeherin:
sie ist ja noch nicht einmal jetzt "statisch" 😉

Klar, aber es lief ja nun seit Monaten in einem ähnlichen Fahrwasser, und der neue Job der EF und die Beziehung zum Schreiner klingen derzeit ziemlich "gesetzt", unwahrscheinlich, dass sich von heute auf morgen etwas daran ändern wird. (Wenn auch nicht unmöglich, natürlich)
Dennoch muss es ja nicht "für immer" so bleiben.

x 2 #8033


Nephilim
Zitat von thegirlnextdoor:
Aber ja, so nimmt es jeder anders wahr und bildet sich seine Meinung aufgrund selbst gemachter Erfahrungen und Erlebnisse anders.

So ähnlich sehe ich es auch... deshalb kommt es oft zu Missverständnissen...

Ich sag ja, ich könnte es nicht... wenn er das kann, dann Respekt...

Nur eine Sache lässt mich zweifeln...er hat noch immer Bauchschmerzen wenn Sie zum Schreiner zum Übernachten fährt...aber solange er sich das einreden kann das es für ihn ok ist, passt doch...

x 1 #8034


C
Der gestrige Schnuppertag an der Schule war genial. Für die Schüler, die letztes Jahr schon in der Schule waren, begann die Schule offiziell bereits gestern. Die Klassenkameraden und Lehrer haben die neuen Schüler und ihre Eltern begrüßt und die Schüler haben dann die Neuen durch das Gebäude geführt und ihnen alles gezeigt und erklärt, während die Eltern mit den Lehrern einen Kaffee getrunken und die Lehrer das Lehrkonzept und anderes erläutert haben. Großartig! Jede Klasse hat einen Hauptlehrer und einen Deutschlehrer. Beim Kleinen ist zusätzlich noch ein Teaching Assistant die volle Zeit dabei. Der Principal hat sich auch noch Zeit genommen, um alle Schüler und Eltern einzeln willkommen zu heißen.

Heute Morgen sind wir dann alle 5 (inkl Au Pair) in die Schule. Es gab die Einschulungsprozedur für die ganz Kleinen und eine Feier für die anderen Neulinge. Dann wurde noch zu einem Elternkaffee eingeladen. Die Kinder sind aus aller Herren Länder, ein total but gemischter Haufen. Das ist mal Diversity pur. Lustigerweise ist unsere Kleiner, der kein Wort Englisch kann, gestern Nachmittag mit einem japanischen Jungen rumgelaufen, der natürlich kein Wort Deutsch konnte. Und sie haben sich trotzdem prächtig verstanden. Fanden wir total süß. Ich finde es übrigens etwas skurril, die Einschulung an einem Freitag zu machen.

Wie ihr merkt, geht es mir wieder viel gestern. Ich habe zwar immer noch von Zeit zu Zeit einen Verlustgefühlskloß im Magen und manchmal fängt sich so eine was-wäre-wenn-gewesen Trauerschleife an zu drehen, das habe ich aber ganz gut unter Kontrolle und lenke mich dann umgehend mit etwas ab. Ich hoffe, das geht wieder vorbei und ich hoffe, dass ich der Jamaikanerin nicht mehr über den Weg laufe. Das würde mich wahrscheinlich wieder blöd zurückwerfen. Zum Glück holen wir die Kids nach der Schule gemeinsam ab, so dass die Bolzplatz-Gefahr gebannt ist. Freitag Nachmittag werde ich da ganz sicher nicht auftauchen wollen, da war sie bisher immer da.

Einziger ganz kleiner Wermutstropfen: Meine Frau hat heute Morgen einen leicht bedrückten Eindruck gemacht, während wir anderen 3 richtig gut drauf waren. Ich hatte aber keine Gelegenheit mit ihr drüber zu sprechen. Wahrscheinlich habe ich es mir nur eingebildet, denn sie war sicherlich vor dem Einschulungstag nervös.

Zitat von Dauerverliebt:
Und welche Tabus sind das? Wenn es ok ist das zu fragen.

Zitat von paulaner:
Du schreibst, dass ihr eine Sammlung von Zetteln habt, auf denen die Tabus (die für beide gelten?) notiert sind.
Ohne zu wissen welche das im Einzelnen sind, bin ich sicher, dass dabei einige sind, deren Bruch jeder von euch beiden unmöglich kontrollieren kann.
Das Ganze basiert also auf Vertrauen.
Nicht anders als in z.B. monogamen Beziehungen, wo ja z.B. der Bruch der Monogamie ein ähnliches Tabu ist. Was aber ja trotz allem Versprechen und Vertrauen sehr oft gebrochen wird.

Nachdem wir uns wegen der Gebusrtstagsgeschichte und dem Anflirten der Jamaikanerin in Gegenwart der Kinder in die Haare bekommen hatten, haben wir jeder 10 Dinge definiert, die uns als Paar vorbehalten sein sollen und die wir nicht mit Zweitpartnern teilen werden. Das sind vor allem Rituale, manchmal einfach auch nur Kleinigkeiten, aber auch handfeste Tabus: Die Art, wie wir uns nach dem Sex aneinanderlöffeln, wie wir uns umarmen, wie wir uns küssen. Aber auch eine 6-Praktik die nur uns vorbehalten ist. Verhütung, Safer 6, Tabus, wie unser Haus, Nachbarschaft, Uni (meine Firma wurde nach ein wenig Diskussion von meiner Frau ergänzt, obwohl ich ja meine langfristige Affäre dort hatte), Anwesenheit der Kinder, Prioritätsprinzip bei wichtigen Ereignissen (Partner zuerst, Zweitpartner danach). Nach dem Mountainbike Wochenende kamen noch von mir dazu: Hotels in denen wir waren und Restaurants die wir besucht haben.
Wir haben bisher noch nie einen Zettel rausgenommen. Der einzige Punkt, der in Diskussion ist, ist der Punkt Safer 6 bei meiner Frau. Den werden wir wie ja schon erklärt eventuell mal verändern.

Zitat von paulaner:
Was macht dich so sicher, dass deine Frau (im Eifer des Gefechts) tatsächlich "Stopp" sagen würde, wenn es zu irgendwelchen "Aktionen" käme, die ihr mit anderen ausgeschlossen habt?
Denk doch nur mal an Frau "J". Hättest du dich da, wenn es dazu gekommen wäre, wirklich kontrolliert an ein starres "Korsett" gehalten?

@paulaner Das ganze basiert natürlich komplett auf dem Vertrauensprinzip. Ich kann ja nicht kontrollieren, ob und wie sich meine Frau nach dem 6 an den Schreiner löffelt, genauso wenig wie meine Frau kontrollieren kann, ob ich in der Firma versuche eine Frau klar zu machen. Vertrauen ist die wichtigste Grundlage jeder Beziehung. Oder eher: Vertrauenswürdigkeit. Ohne die würde sich unsere Beziehungsform nie im Leben umsetzen lassen. Tatsächlich habe ich gegen zwei Tabus verstoßen, die wir damals noch nicht explizit definiert aber die wir durchaus besprochen hatten: Nachbarschaft und Kinder hat meine Frau nach dem Jamaika-Streit ergänzt.

Zitat von Gast2000:
Carlos hat immer noch nicht verstanden - weil er nie weiter als 12 bis Mittag denkt - was
es in der Realität heißt seine Frau dauerhaft mit einem anderen Mann oder anderen Männern in
Zweitbeziehungen, ohne verbindlich vereinbarte Beschränkungen von Auswirkungen auf die Kinder
und Familie, zu teilen.

Was daran soll ich nicht verstanden haben? Ich erlebe doch die von dir angesprochen Realität und sehe und verstehe die Auswirkungen auf unser Familienleben. Was konkret habe ich deiner Meinung nach nicht verstanden?

Zitat von Gast2000:
seine Frau hat bereits ihm eindeutig und harsch zu verstehen gegeben, dass sie die OE nie mehr
schließen wird.

Nein, das ist so nicht richtig. Meine Frau hat sich geweigert die OB zu schließen, nur weil ich nicht mehr zum Schuss gekommen bin. Sie fand diese Begründung nicht hinreichend für eine Schließung. Sie fand meine Argumentation egoistisch: Kaum ist die Zulieferin nicht mehr verfügbar und das online-Reservoir erschöpft, will ich wieder schließen weil ich schlechter als sie dran sein würde. Und ehrlicherweise muss ich sagen: Objektiv betrachtet hatte sie recht, das waren keine fairen Gründe. Wenn ich den Führerschein entzogen bekomme, kann ich von meiner Frau ja auch nicht verlangen, dass sie nicht mehr Auto fährt, nur weil ich es nicht mehr kann/darf.

Zitat von Gast2000:
mit seiner Zustimmung - über den Testzeitraum hinaus - führt sie dann eine feste Zweitbeziehung
mit dem Schreiner ohne vereinbarte Priorität für die Hauptbeziehung.

Das stimmt so absolut nicht. Wir haben die klare Vereinbarung und das ist die Grundlage von allem: Dass ich in allen Beziehungen die Prio 1 bin. Ohne Ausnahme. Wieviel klarer kann ich das ausdrücken.

Zitat von Gast2000:
Gefühlsmäßig war sie beim Schreiner in der gleichen Lage (ihre Gedanken, ob sie mit dem TE
nicht nur noch aus Pflicht schläft = aus Gefühlen wurden Gedanken = Wahrheit) Sie hat das dem
TE verschwiegen und mit sich selbst ausgemacht und kann/glaubt da mittlerweile mit umgehen
zu können. Sie hätte, meine Auffassung, das dem TE sagen müssen, um gemeinsam zu ent-
scheiden wie nun damit umgegangen werden soll (muss). Für mich ist das verschweigen dem
TE gegenüber eine Form der Unehrlichkeit, weil hier die Ehe auf dem Spiel stand.

Da ist natürlich etwas Wahres dran. Ich hätte eigentlich gerne zeitnah Bescheid erwartet über die Stärke ihrer Gefühle und ihre Zerrissenheit. Andererseits habe ich auch Verständnis, dass man nicht jede Ambivalenz und Unsicherheit dem Partner vor die Füße werfen kann, sondern erst mal für sich selbst Klarheit erreichen muss. Und wenn man diese Klarheit erreicht hat und sich klar für den Partner positioniert hat, stellt sich die Frage: Wieviel von dem Prozess will ich meinem Partner zumuten? Meine Frau hat sich klar für mich entschieden und mich dann darüber informiert und dass sie dennoch Gefühle für den Schreiner hat. Ich habe sie früher in meine Ambivalenz eingebunden, weil ich mich verloren hatte, nicht mehr meiner Selbst war und nicht mehr rational agieren konnte. Aber! Und das ist für mich und hoffentlich auch für meine Frau die wirklich schöne Erkenntnis: Wir habe uns jeweils unabhängig voneinander ganz bewusst mit allen Sinnen füreinander entschieden. Irgend jemand hier, ich weiß nicht mehr genau wer, glaube aber es war @Felica, @6rama9 oder @unbelLeberwurst hat mal geschrieben, dass ein wahres Zeichen von Liebe ist, wenn man eine ganz bewusste Entscheidung für den Partner trifft. Nicht aus einer Emotion heraus, sondern wenn man in sich geht und zu dem Schluss kommt: Ja, der Partner ist die/der richtige.

Zitat von Alduin:
Bei euch zeigen sich die klassischen Probleme in Beziehungen zwischen "High Performer": Die Kompromissfähigkeit ist nicht gegeben (im beruflichen Sinne). Beide Personen verfolgen gewaltige Lebensziele, die aufgrund ihrer (subjektiv empfundenen) Wichtigkeit auch um jeden Preis erreicht werden müssen.
Das ist aber eben nicht unter einen Hut zu bringen.

Ja, die nächsten Monate und Jahre werden ein schwieriger Balance-Akt werden.

Zitat von Alduin:
Eine unpopuläre Frage: Wolltet ihr wirklich Kinder? Ich will dich in dieser Hinsicht nicht kritisieren, dazu fehlt mir die Erfahrung. Nur wirkt es halt so, als ob eure Kinder von den Zielsetzungen eher in der zweiten Reihe rangieren.
Waren die Kinder vielleicht eine "Muss so sein" Entscheidung?

Absolut. Das war uns von Anfang an klar. Ich wollte drei, meine Frau hat nach dem zweiten gesagt, dass es nur ein drittes gäbe, wenn ich schwanger würde. Ich glaube auch nicht, dass unsere Kinder zweitrangig behandelt werden. Wir versuchen ihnen so viel Liebe, Halt und Struktur zu geben, wie möglich.

Zitat von paulaner:
Das Einzige, worauf er halt aufpassen sollte ist, dass er sich nicht immer weiter verbiegt. Weil das dann tatsächlich irgendwann zu einem Problem führen könnte.
Und...ich finde, dass in solch einer Konstellation immer ein Ausweg da sein müsste.
Und darüber habe ich bei den beiden eben leider nichts gelesen, wo da tatsächlich NoGos existieren, die ein Point of Return für beide bedeuten würden.

Es gibt keine festen NoGos, bis auf o.g. Tabus. Ich verstehe absolut deinen Punkt mit dem Verbiegen, deshalb versuche ich schon in mich reinzuhorchen, wie es mir geht. Und weißt du, wann es mir die letzten Monate mit Abstand am schlechtesten ging? Noch schlechter als in der ersten Nacht, die meine Frau komplett aushäusig und mit dem Schreiner verknotet verbracht hat? Mit Abstand am schlechtesten ging es mir, als ich meine Frau nicht mehr spürte, weil ich nur noch an schweißnasse schwarze Haut denken konnte. Dieses Gefühl der Ambivalenz war schrecklich. Ein Teil von mir hat falsch falsch geschrien und ein anderer Teil von mir hat ohne Rücksicht auf Verluste Hormone in meine Blutbahn gepumpt. Ich schäme mich fast für meine Gedanken. Nein, ich schäme mich wirklich dafür. Ich empfand meine Frau als lästige Störung, das muss man sich mal vorstellen. So eine Art nervige Wolke am blauen Himmel, die ausgerechnet vor der Sonne hängen muss. Etwas, das weg muss. Das Gefühl werde ich nie mehr zulassen.

Zitat von meineMeinung:
Weshalb hat sie dich dann geheiratet? Wegen des zu erwartenden Gesamtpaketes? Wegen der dicken Kohle deiner Eltern oder hat es der Doktorvater als Match empfohlen. Oder weil du hart ausdauernd genug an ihrem Eispanzer gekratzt? Deine Intention war doch diesen Panzer zu knacken. Das erschließt sich mir nicht.
Jetzt kommen die echten Gefühle ...

Naja, wir waren nie so überschäumend verliebt ineinander. Wir waren Kollegen, dann Freunde und dann ein Liebepaar mit enormen Anfangsschwierigkeiten in Bezug auf Intimität. Es hat lang gebraucht, bis sie die Gummipuppe im Kopf los war. Bei uns waren die klassischen Liebesgefühle da, ohne dass diese verliebte Spannung ja existiert hätte. Keiner von uns hat sich die Nägel abgekaut, ob er den anderen wohl treffen würde? Ob sie lächeln würde? Ob es zu einer zufälligen Berührung oder gar einen Kuss kommen würde? Wie er aussehen würde? Diese verliebheits-anfeuernden Unsicherheiten und Fragen haben nie existiert. Sie war vor dem Schreiner nie verliebt und hat das Gefühl nicht gekannt. Ich schon, aber nur als Abklatsch dessen, was J in mir ausgelöst hat. Jetzt haben wir es beide mit fremden Menschen hinter uns und haben uns nach dem Erleben für uns entschieden. Irgendwie doch schön, auch wenn es nicht der normale Weg war?

Zitat von Alduin:
Unterschied "plötzliche Verliebtheit" bzw. "Flash-Liebe" und "Liebe über Freundschaft"?

Das trifft es perfekt. Das sind völlig andere Gefühlswelten.

Zitat von Alduin:
Innerhalb der Beziehungsrahmenvereinbarung der Beiden (Super Wort, danke Sheldon Cooper ) ist die Bedingung von Carlos für die Ausgewogenheit der Treffen das:

1. Er mehr Zeit abbekommt als der Schreiner

2. Er von ihr prioritär behandelt wird

Absolute Zustimmung. Diese beiden Punkte, ergänzt durch einen dritten, nämlich ausreichenden und guten 6, sind das Grundgerüst.

Zitat von meineMeinung:
Das sehe ich auch so. Aber nicht nur Carlos oder seine Frau, auch der Schreiner kann das Konstrukt sprengen. Es könnte ihm zu eng werden (Exklusivität). Es könnte ihm auf Dauer nicht passen in einer exklusiven Beziehung von einem Dritten abhängig zu sein.

Vor vielen vielen Seiten hat @Karenberg etwas gesagt, das mir in Erinnerung geblieben ist: Wir dürfen den Schreiner keinesfalls aus der Betrachtung lassen, denn er ist in dem Konstrukt das schwächste Gl. in der Kette. Er hat den geringsten Vorteil der Dreiecksbeziehung. Ein paar wenige Mal 6 im Monat, ein paar Kino-, Geburtstags- oder Restaurant-Besuche, manchmal nur ein eine Mittagspause gequetscht, sind nicht gerade langfristig tragfähige Komponenten. Ich hoffe übrigens sehr, dass die etwas gedrückte Laune meiner Frau heute morgen nicht darauf zurückzuführen ist, dass sie den Abend mit ihm abgesagt hat und dort der Haussegen schief hängt. Da hätte ich ein schlechtes Gewissen, denn nach dem Schnupper-Nachmittag ging es mir schon viel besser und ich hätte meiner Frau eigentlich sagen können, dass ich sie doch nicht als Stütze brauche.

Zitat von 6rama9:
Einmal war es meiner Meinung nach allerdings der Fall. Als sie mit dem Schreiner in ihren Geburtstag hinein gefeiert hat und es zum Streit kam.

Einspruch: Sie wollte reinfeiern, aber ich habe ein Veto eingelegt. Wollte ich nur mal erwähnt haben, weil hier ja öfters mal behauptet wird, ich würde nie nein sagen.

Zitat von thegirlnextdoor:
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass für Carlos EF jetzt viele Wünsche in Erfüllung gegangen sind, mit dem Schreiner und dem Wiedereinstieg in die Uni, aber... warum auch nicht?
Warum soll sich nur einer ausleben können?
Ich bin mir eigentlich fast sicher, dass die Situation nicht statisch so bleiben wird wie sie jetzt ist.
Aber die EF hatte doch erst paar Monate.

Absolut! Eigentlich sind wir vollkommen im Fluss. Ich werde am Wochenende auf ein paar Flirtbörsen neue Profile anlegen, um eine Affäre (mir fällt kein besseres Wort ein, auch wenn es natürlich keine ist) zu finden. Idealerweise eine, die sich mit einem leicht dominanten, aber dahingehend unerfahrenen Mann, mal ausprobieren möchte. Meine Frau muss schauen, wie sie den Schreiner in die eng getakteten Zeitpläne integrieren kann. Also es ist alles komplett im Fluss.

Zitat von thegirlnextdoor:
wer weiß, was sich bei ihm noch tut und wie es mit der Arbeit und den außerhäusigen Beziehungen weitergeht. Vielleicht findet sich ja auch nochmal was unkompliziertes wie die Zulieferer-Dame für ihn... oder was ganz anderes...

Wie gesagt, ich werde wieder suchen. nicht mit ungeheurem Aufwand und nicht mit Vor-Vor-Vor-Dates in Bars und Restaurants, sondern ich schaue ob ich mit vertretbarem zeitlichen Aufwand jemand sympathischen finde. Falls nein: schade. Falls ja: I'll give it a try. Was ich definitiv nicht machen werden: In der Szene suchen. No way. Ich finde es total abschreckend, wie sich Männer und Frauen da anbieten. Selbst wenn es nur 6uell konnotiert, ist: Viele Dinge und Einstellungen widersprechen da extrem meinem humanistischen Wertesystem. Selbst wenn ich einer Frau ein Halsband umlegen würde, ist es mir wichtig, dass sie als Person das nur als Rollenspiel sieht und nach dem Ablegen des Collars eine selbstbewusst gleichberechtigte Person ist, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Und: Ich werde mit niemandem etwas anfangen, der in einer monogamen Beziehung steckt. Ich bin einmal gestrauchelt und habe meine Werte fast über den Haufen geworfen. Nö, mach ich nicht mehr. Ich will meinen Stolz behalten. Wobei mir wieder in den Sinn kommt, dass meine Definition von männlichem Stolz offensichtlich nicht mehrheitsfähig ist. Ist mir aber egal. Ich bin ich und ich lebe wie ich es für wichtig und richtig erachte. Auch falls dazu gehöre sollte, dass meine Frau beim Schreiner 6uell höhere Höhen als bei mir erklimmt.

x 8 #8035


paulaner
Zitat von carlos7:
Und: Ich werde mit niemandem etwas anfangen, der in einer monogamen Beziehung steckt. Ich bin einmal gestrauchelt und habe meine Werte fast über den Haufen geworfen. Nö, mach ich nicht mehr.

👍👍👍

x 6 #8036


meineMeinung
Zitat von carlos7:
Der einzige Punkt, der in Diskussion ist, ist der Punkt Safer 6 bei meiner Frau. Den werden wir wie ja schon erklärt eventuell mal verändern.

weil sie das will .. dir ist das eigentlich nicht Recht, aber du akzeptierst (wie immer)
Zitat:
Objektiv betrachtet hatte sie recht

wie immer, gibt es nur einen einzigen (schwerwiegenden) Punkt, wo du Recht bekommen hast?
Zitat:
Ich hätte eigentlich gerne zeitnah Bescheid erwartet über die Stärke ihrer Gefühle und ihre Zerrissenheit.

Da hat sie doch eine Abmachung gebrochen - nur Sex

Zitat von carlos7:
Ich glaube auch nicht, dass unsere Kinder zweitrangig behandelt werden. Wir versuchen ihnen so viel Liebe, Halt und Struktur zu geben, wie möglich.

Frühstück, Abendessen, vielleicht etwas mehr am Wochenende wenn Papa nicht arbeitet und Mama keine Schreinerzeit hat.

Zitat von carlos7:
Nein, ich schäme mich wirklich dafür. Ich empfand meine Frau als lästige Störung, das muss man sich mal vorstellen. So eine Art nervige Wolke am blauen Himmel, die ausgerechnet vor der Sonne hängen muss. Etwas, das weg muss. Das Gefühl werde ich nie mehr zulassen.

Sowas kann bei deiner Frau nicht passieren? Ist sie so gefühllos?

Zitat:
Irgendwie doch schön, auch wenn es nicht der normale Weg war?

Seid ihr beide gefühllos? Das hört sich eher nach Mathematik an oder nach Vernunftehe.

Zitat von carlos7:
Diese beiden Punkte, ergänzt durch einen dritten, nämlich ausreichenden und guten 6, sind das Grundgerüst.

Die Gattin darf verliebt herum flattern, solange sie ihren Carlos ausreichend befriedigt. Wenn sie das nicht macht - Schreiner ade. Natürlich nur, wenn sie das absegnet. Nach einer heftigen Unterhaltung stört es dann Carlos auf einmal doch nicht mehr.

x 2 #8037


6rama9
Zitat von carlos7:
Da ist natürlich etwas Wahres dran. Ich hätte eigentlich gerne zeitnah Bescheid erwartet über die Stärke ihrer Gefühle und ihre Zerrissenheit. Andererseits habe ich auch Verständnis, dass man nicht jede Ambivalenz und Unsicherheit dem Partner vor die Füße werfen kann, sondern erst mal für sich selbst Klarheit erreichen muss. Und wenn man diese Klarheit erreicht hat und sich klar für den Partner positioniert hat, stellt sich die Frage: Wieviel von dem Prozess will ich meinem Partner zumuten? Meine Frau hat sich klar für mich entschieden und mich dann darüber informiert und dass sie dennoch Gefühle für den Schreiner hat. Ich habe sie früher in meine Ambivalenz eingebunden, weil ich mich verloren hatte, nicht mehr meiner Selbst war und nicht mehr rational agieren konnte.

Ich glaube bei einer solchen Entscheidung gibt es kein richtig oder falsch. Ich glaube instinktiv habt ihr es beide situativ richtig gemacht. Deine Frau hat dich nicht tage- oder wochenlang im Ungewissen gelassen, sondern sich selbst zugetraut, das Chaos in Kopf und Herz so aufzulösen, dass allen gedient ist. Du hast dir das im vernebelten Zustand nicht zugetraut und daher sofort um Hilfe gerufen. Beide Entscheidungen waren für mich richtig. Auch und vor allem bei Betrachtung des Ergebnisses: Deine Frau hat dich vor ihrem Chaos geschont, du selbst hast durch die rechtzeitige Einbindung deiner Frau vielleicht zwei Ehen und Familien gerettet. Denn ich wette, ohne die Einwände deiner Frau hättest du alleine nicht die Kraft gehabt rechtzeitig Stopp zu sagen.

Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde es beeindruckend, wie ihr euer empfindliches Konstrukt über Wasser haltet. Ich könnte das nie im Leben, Zwei Wochen in eurer Konstellation und ich wäre reif für die Klapsmühle. Meine Hochachtung. Auch meine Hochachtung dafür, dass ich beim Lesen deiner Posts immer das Gefühl habe, du willst niemandem absichtlich, mutwillig oder fahrlässig weh tun. Das finde ich toll... aber auch bedenklich. Denn dann bleibt nur noch eine Person übrig, der du weh tust: Du. Sehe ich als sehr reale Gefahr!

x 8 #8038


S
Zitat von carlos7:
Wir haben die klare Vereinbarung und das ist die Grundlage von allem: Dass ich in allen Beziehungen die Prio 1 bin.


Ich frage mich, muss man so etwas Selbstverständliches vereinbaren? Muss man das auf einen Zettel schreiben? Und am Ende vielleicht auch einfordern? Liebe als Vertragswerk.

Gebt ihr euch nicht gegenseitig aus eurer Liebe heraus das sichere Gefühl, die Nummer eins zu sein? Das wäre die Grundlage von allem.

Doch ihr braucht ihr dafür eine klare Vereinbarung und einen Zettel, den man im Zweifelsfall zur Hand nimmt: "Ach, hier steht es ja, ich bin in allen Beziehungen die Prio 1...Gott sei Dank, mein Schatz, dass wir das schriftlich vereinbart haben. Und ich hatte schon Zweifel..."
In der Tat, das schafft Sicherheit und Vertrauen.

x 3 #8039


6rama9
Zitat von Springfield:
Doch ihr braucht ihr dafür eine klare Vereinbarung und einen Zettel, den man im Zweifelsfall zur Hand nimmt: "Ach, hier steht es ja, ich bin in allen Beziehungen die Prio 1...Gott sei Dank, mein Schatz, dass wir das schriftlich vereinbart haben. Und ich hatte schon Zweifel..."

Ich glaube du hast den TE komplett falsch verstanden. Das ist nichts, was die beiden auf den Zetteln niedergeschrieben haben, sondern die Grundlage ihrer Beziehungsöffnung. So was wie die Bekenntnis zu Treue in einer monogamen Beziehung.

Du lebst in einer OBs, nicht ich. Aber ich denke, dass es gerade wichtig in Poly-Beziehung ist, zu vereinbaren ob es gleichwertige Beziehungen (also klassisch poly) gibt oder ob eine klare prioritäre Abstufung zwischen Erst- und Zweitpartner bestehen muss. Also wenn ich poly wäre, wäre dies das allererste, das ich besprechen würde.

x 1 #8040


A


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