Zitat von carlos7:Danke. ich verstehe ja, dass einige rufen: "Nein, so nicht". Leider rufen wenige: "Nein, so nicht, sondern so". Ich bin für Ideen komplett offen, denn die Dynamik unserer Beziehung erlaubt jederzeit Korrekturen. Nur das ständige, "du musst Grenzen ziehen" ohne Berücksichtigung der Folgen willkürlicher Grenzen auf die Beziehung, hilft mir nicht weiter. Der Vorschlag, mal bewusst in mich reinzuhören, wo meine Grenzen sein könnten oder was ich tief in meinem Herzen und Kopf will, ist da wesentlich hilfreicher.
Hier ein Versuch von "sondern so":
Schau auf dich und deine unterschiedlichen Persönlichkeitsstücke, die sich im Laufe deines ganzen bisherigen Lebens ausgebildet haben. Also deine neurophysiologischen Repräsentanzen bisher gemachter Erfarhungen. Wieviele Ichs hast du? Papa Carlos, Führungscarlos, Freund Carlos, Ehemann Carlos, Liebhaber Carlos, Student Carlos, Macher Carlos, der kleine Carlos uvm. .
Jede dieser Teilpersönlichkeiten hat ihre eigenen Weltanschauungen, Überzeugungen, Ansichten, Bedürfnisse, Funktionen, ein anderes Alter, Fähigkeiten, Befindlichkeiten und Affekte.
Mit welchen deiner Repräsentanzen fühlst du dich am meisten verbunden? Hier kannst du gerne aus allen Carlosstücken alle einzeln bewerten auf einer Skala von 1(kann ich mich am wenigsten mit identifizieren) - 5 (kann ich mich am meisten damit identifizieren). Dadurch erfährst du für dich, mit welchen deiner Persönlichkeitsanteilen du dich am meisten wohl fühlst, die dir also als echte Ressourcen dienen. Diese entwickeln sich nämlich dann auch weiter im Leben, bringen dir auch als Erwachsener ihren Nutzen und Freude.
Und welche deiner Anteile bereiten dir innerlich Druck, keine guten Erinnerungen, Spannung oder gar Stress? Je mehr du davon in dir trägst, desto inkohärenter erlebst du dich selbst. Fühlst dich nicht mit diesem Ichteil verbunden, fühlst dich, als würde sich etwas unangenehmes wiederholen oder du dich dadurch mit dir selbst oder einem Teil deines Selbst im inneren Konflikt befinden.