Zitat von carlos7: Und genau das ist der Punkt, der rational für mich nicht stimmig in der Diskussion hier ist. Wenn wir die Jamaika-Verwerfung einmal ausklammern, geht es mir besser als in den Jahren zuvor. Ich war ohne diesen J-Sch..., für den ich mich inzwischen stündlich ohrfeigen könnte, so was von zufrieden.
Weil deine und meine Sicht auf die Jamaika Sache aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Du siehst darin die Ursache eines eheporblems. Ich sehe die Sache als ein Symptom eines anderen Problems. Ein Problem, dass sich auch in dieser Aussage wieder finden läßt:
Zitat von carlos7: Alles in allem also wieder ein eher ernüchternder Abend, während meine Frau verwöhnt wurde und verwöhnt hat.
Das ist Neid, die Vorstufe zu Eifersucht. Denk mal drüber nach.
Zitat von carlos7: Wir hatten das harmonischst vorstellbare Familienleben, ich hatte eine mitreißend fröhlich und glückliche Frau, wir hatten guten 6, es war wirklich alles da bis auf meinen Job und das gut Gefühl von Macht. Mein Leben war mindestens eine 8 von 10.
So, es fehlte dir also die Macht. Dann hoffe ich, dass du den Machthunger im Job gestillt bekommst und meine Gebete gehen raus an deine Mitarbeiter. Ein machthungriger Chef ist glaube ich das gruseligste was einem passieren kann, vor allem, wenn er diese Macht einzig und allein im Job lassen kann, weil er zu Hause nur einsteckt.
Zitat von carlos7: Das heißt, ich habe auf mich geachtet. Sogar ganz genau darauf geachtet wie zufrieden und glücklich ich bin. Das Zurückstecken hat mich glücklich gemacht. Das habe ich mir nicht eingebildet, sondern es war so und es ist hoffentlich wieder so, wenn wir uns in ein paar Tagen eingependelt haben
Diese Aussage in Verbindung mit dem drang nach dem "gut" Gefühl von Macht lassen mich zweifeln. Aber gut.
Zitat von carlos7: Ihr tut so, als wäre das Zurückstecken per se schlecht. Nein, das ist es nicht. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist schlecht, wenn man an der falschen Stelle zurücksteckt und es ist gut, wenn es an der richtigen ist. Ich habe mit jeder Zurückstecken gut überlegt und in mich reingehört wie es mir damit geht und im Nachhinein überlegt, wie es mir ging.
Zurück stecken ist nicht per se schlecht. Nur wenn man in allen Beziehungssachen zurücksteckt, immer wieder und wieder und das dann verrationalisieren muss, dann wird es schlecht. Und dass tust du in meinen Augen. Du gibst vorher feste Positionen auf und rationalisierst das dann mit Argumenten. Dein Wertungssystem des 8 von 10 und ähnliches ist genau das. Du bist von casual zu Beziehung zurück gewichen. Nun weichst du in der Häufigkeit zurück, weil der Schreiner mehr will. Du hast dich erst nur deiner Frau untergeordnet. Jetzt, durch sie, ordnest du dich auch dem Schreiner unter. Der hat jetzt schon gewonnen. In den Augen der meisten Männer hast du den *beep* eingekniffen und bist gerannt. Und das weißt du. Deine Aussage, dass dich das nicht juckt wird lügen gestraft durch deine Aussage zu deiner Lust an Macht. Und dein Unterbewusstsein merkt diese dissonanz, ob dir das gefällt oder nicht. Willkommen im Kleinhirn bei deinen Vorfahren.
Dein Hunger nach Macht auf der einen und diese komplette Machtlosigkeit auf der anderen Seite haben 100% eine Wirkung, auch wenn du das noch ausblenden kannst. Du bist in dem ältesten Käfig gefangen, den die Natur zu bieten hat: Weibchen und Macht. In eurer Primatengruppe bist du nicht mehr der Alpha. Und dein Unterbewusstsein merkt das und schreit. Woher meinst du denn, kam deine "Schockverliebtheit" sonst? Ein schickes Weibchen interessiert sich für dich und nur dich. Ist bereit ihren Alpha für dich zu hintergehen. Da sind Dinge am Werk, die sind älter als die Menschheit. Wir sind am Ende alle nur Primaten ohne Haare.
Zitat von carlos7: Ja, ich werde sicher im November mal eine Sitzung mit einem Psychologen machen. Aber ich bin noch lange nicht da, meine Frau zu bewegen, etwas grundlegendes zu ändern. Nach wie vor sehe ich uns auf einem guten Weg.
Das musst du auch nicht. Nur achte auch darauf was du möchtest. Wirklich möchtest.
Ich bin wieder raus. Achte auf dich.