Zitat von FrauDrachin: Was sagst du zu E-claires gut begründeter These, dass ihr beide vor allem die Beziehungs- und Sexwerte eures Elternhauses reproduziert, und jetzt beide nicht besonders glücklich mit dem Ergebnis seid, und falls ja, was du/ihr zu tun gedenkt, um dieses Thema zu adressieren?
Ich denke, dass es an der Richtigkeit dieser These nix zu rütteln gibt. Ich soll laut einiger Forsiten zwar nicht immer über mich sprechen, aber bei mir ist das natürlich so: Meine Eltern haben sich geliebt (wahrscheinlich mehr als sie mich geliebt haben, habe ich ihren Lebensentwurf doch komplett durcheinandergewirbelt). Auch wenn sie beruflich bedingt deutlich weniger Zeit miteinander verbracht haben, als "normale" Paare, haben sie die Paarzeit doch sehr ausgekostet. Und klar, ich habe eingangs ja geschrieben... 6 war ein (?) / der (?) Kitt in ihrer Beziehung oder zumindest ein sehr wichtiger Bestandteil.
Wovon ich halt nicht überzeugt bin, ist dass mein höheres Bedürfnis allein durch meine Erziehung kommt. Klar, Erziehung ist ein Aspekt, Genetik ein anderer... die gute alte statistische Varianz, also der Zufall aber ein mindestens genauso entscheidender.
Bei meiner Frau sehe ich da ein weniger anders: Ich denke, ihre Eltern haben mit ihrer Erziehung einen bleibenden Schaden in Bezug auf ihre 6ualität verursacht. Ihre Eltern leben übrigens beide noch, aber wir sind uns beide einig, dass wir den Kontakt auf einem absoluten Minimum halten.
Nein, wir sind beide unglücklich mit dem Ergebnis der elterlichen Prägung. Hatte ich ja bereits erwähnt. Wir finden nämlich in diesem einen Punkt auhc nach 10 Jahren nicht zusammen und wenn ich einigen von euch glauben sollte, dann wird das nie was. Klar macht das was mit mir und mindestens so viel mit ihr. Es ist halt besch... verkorkst bei uns in diesem Aspekt.
Wie ich es adressieren soll? Wie soll ich die Frage beantworten außer mit "ich weiß es nicht". Ich weiß es absolut nicht. Die Öffnung war zumindest für mich (in jeder Beziehung) keine befriedigende Antwort. Ich höre und verstehe die Apelle, die Diskrepanz der Bedürnisse nicht mit meiner Feau lösen zu wollen, höre und verstehe aber auch die Aussagen, dass eine Lösung außerhalb für uns beide keine Lösung ist.
Summa summarum: Ich weiß es nicht.
Zitat von FrauDrachin: Was du zu meiner mE ebenfalls gut begründeten These sagst, dass deine Untervöglelung, deine Sexfixierung, deine merkwürdige Anspruchshaltung und deine suboptimalen Strategien damit, deine Frau und eure Beziehung sehr belasten, und euch von der Lösung eures Problems eher entfernen?
Auch da gibt es aus meiner Sicht wenig zu diskutieren. Klar ist meine Untervögelung Teil des Problems. Blöd ist halt nur, dass ich die nicht einfach abstellen kann. Für mich ist 6 mit meiner Frau einfach WICHTIG. Extrem wichtig. Ja, mit der Mitarbeiterin des Zulieferers war der 6 bombastisch. Um Welten besser als er je mit meiner Frau war, ist oder sein wird. Da mache ich mir nix vor. Aber wenn ich heute abend die Wahl hätte: Ich würde mit meiner Frau ins Bett gehen. Da müsste ich nicht eine einzige Sekunde überlegen.
Ich weiß, dass mir hier kaum einer abnimmt, dass ich meine Frau wirklich liebe und ich weiß auch, dass ich die Antwort auf die Frage warum ich sie liebe, noch nicht beantwortet habe. Und warum habe ich das wohl noch nicht? Weil ich es einfach nicht weiß. Ich bin in Gedanken unseren langen Kennenlernprozess durchgegangen, unser erstes Date, unseren ersten 6. Das war alles sehr weit vom gängigen Ideal der Beziehungsanbahnung weg. Aber das Ergebnis war, dass ich jetzt eine Frau an einer Seite habe, die ich liebe, die mir in allem guttut, außer eben in einem für mich entscheidenden Aspekt. Aber wie soll ich denn beantworten, warum ich sie liebe? Weil sie sie ist wär wahrscheinlich die richtige Antwort. Wissenschaftlich gesehen (was mir hier wieder Prügel einbringen wird), weil sie die frü das Gefühl der Liebe entscheidenden Synapsen bei mir triggert.