Zitat von carlos7: Wenn du dein auf dich bezogenes ich mit Carlos7 ersetzt, dann weißt du exakt wo ich gerade stehe.
Auf den ersten Blick eine Antwort, auf den zweiten keine. Irgendwie symptomatisch für dieses Thema.
Um vielleicht noch eine Schicht tiefer zu gehen, möchte ich dir gerne meinen Eindruck von deinem Agieren in diesem Thema schreiben, und welche Rückschlüsse sich daraus vielleicht auf deine viel zitieren "Stärken und Schwächen" ziehen lassen, um vielleicht von dieser Richtung her ein bisschen ein Gespür dafür zu bekommen, wo die Ressourcen und die Hemmnisse für dich liegen.
Also, vielleicht das offensichtlichste zuerst:
Du sagst, du seist leitender Angestellter, mit einem IQ von höchstens 30 Punkten unter dem deiner höchstbegabten Frau. Und du behauptest, dass emotionale Intelligenz eher direkt proportional ist zum IQ als, wie der Volksmund sagt, indirekt.
Also solltest du doch was von Führung verstehen, oder? Wenn ich deine Anfrage in diesem Forum mal mit der Situation eines Meetings mit einem Haufen unabhängigen Beratern vergleiche... Wie wäre dann dein Agieren hier?
-Du gehst auf Nachfragen eher selten ein. Dein Feedback beschränkt sich auf ein gelegentliches Danke, was du an den Überlegungen hilfreich und passend findest, bleibt dein Geheimnis. Ich war ne Weile in der Politik: ein höfliches Danke vom Sitzungsleiter auf deinen Beitrag war gleichbedeutend mit: Ich hab dir halt zuhören müssen, weil du hier das Recht hast, was zu sagen, aber außer, dass dein Beitrag im Protokoll steht, wird nix damit passieren. Deshalb mutieren einige Leute hier zu Papageien, und sind frustriert, weil sie kein Feedback bekommen, und fangen an, untereinander zu diskutieren.
Auch sagen, dass die Überlegung grundsätzlich richtig ist, und nicht sagen, was man daraus macht, ist leider kein wertschätzender Umgang.
-Du betonst dauernd, wie wenig Zeit du hast, und dass du noch mehrere ausführliche Antworten auf der Agenda hast, was du aber tatsächlich tust, ist, immer wieder auf die offensichtlichen Störenfriede einzugehen, und ihnen damit Futter zu geben.
-Du bist absolut intransparent, was wie in deinen Prozess einfließt
-Du trägst es dauernd auf eine persönliche Ebene, indem du darüber lamentierst, dass du wahrscheinlich wieder Sympathiepunkte einbüßt u.ä. Schon klar, dass die Analogie hier ihre Grenzen hat, weil du über etwas sehr persönliches und sehr emotionales sprichst, und dich deshalb hier sehr verletzlich machst. Trotzdem solltest du als "Auftraggeber" und "Sitzungsleiter" deines Themas da deutlich darüber stehen. Ich würde behaupten, wenn du mit den Leuten hier, von denen du dich verstanden und akzeptiert fühlst, konstruktiver zusammenarbeiten würdest, und die Störenfriede konsequenter, im Zweifel technisch ignorieren würdest, würde dein Thema und vielleicht auch dein Prozess anders laufen.
-Dazu würde ja evtl. passen, dass dir Führung ja scheinbar nicht in die Wiege gelegt ist, wie sich an der Geschichte deiner kurzen Episode als Firmeninhaber zeigt. (Und, ist mir schon klar, dass das vermutlich eine extrem schwierige bis unmögliche Herausforderung für einen so jungen Mann ist...)
Kurzum, dieses dominante Alphatier, das du nach meinem Eindruck so gerne in dir sehen würdest, kann ich hier nicht so wirklich erkennen.
Was überhaupt nicht abwertend gemeint ist. Falls du es als abwertend empfindest, möchte ich dich bitten, darüber nachzudenken, warum, und warum du glaubst, dieses Alphatier sein zu müssen/wollen.
Was uns tatsächlich auch insofern einen Schritt weiterbringt, als du ja zumindest im Bett so gerne das dominante Alphatier sein würdest. Und weil wiederum Sex bei dir ja scheinbar, zumindest wenn du mit deiner Frau interagierst, dauernd irgendwie mitschwingt, ist das ein Problem. Als selber unterwürfig angehauchte Person kann ich dir sagen, dass ich sehr schnell merke, ob jemand den Alpha spielt/raushängen lässt, oder tatsächlich einer ist. Und hier kommt für mich das ganze Dilemma zum Vorschein: Mit jemandem, der den Alpha nur spielt, macht das Spiel keinen Spaß. Und mit einem echten Alpha mag ich nicht zusammen sein, weil ich außerhalb vom Bett mindestens auf Augenhöhe sein will.
Also möglicherweise macht es Sinn, sich von dieser Richtung auch nochmal deinem Dominanzanspruch im Bett zu nähern, und zu schauen, ob du dadurch vielleicht etwas kompensierst.
Ich lehne mich jetzt sehr weit aus dem Fenster, ist mir schon klar, aber irgendwie lassen sich diese Brüche in dem, wie du dich hier zeigst, nicht ignorieren.
Ein zweiter Punkt, wo das ganz offensichtlich in deine Problematik reinspielt, ist die herangehensweise:
"Erlaube ich meiner Frau die Auswärtsspiele, und wie komme ich zu dem Sex, der mir zusteht?" Anstatt: "Wie kann ich diese Ehe zu einem Ort machen, in dem wir beide zufrieden leben können?"
Was dann wieder spannend ist, weil du dir ja dann im Gespräch an der Feuerschale, sofort dein Anliegen hast aus der Hand nehmen lassen, und ihres in den Mittelpunkt gestellt hast. Wieder überhaupt nicht pathologisch, nur nicht der dominante Alphamann... Idee: möglicherweise wolltest du genau das am nächsten Abend kompensiert wissen, und warst deshalb so gemessert davon, dass sie dein Bedürfnis nicht so in den Mittelpunkt gestellt hat, wie du ihres an der Feuerschale?
Jenseits von Alpha oder nicht ist es ein ganz schwieriger Balaceakt, den eigenen Standpunkt und die eigenen Bedürfnisse im Auge zu behalten, und GLEICHZEITIG mit Empahtie und Verständnis beim anderen zu sein. Wenn ich Alpha definieren müsste, würde ich es vielleicht so tun.
Na gut, bin gespannt ob und was du draus machst.