Zitat von thegirlnextdoor: letzten Endes würde der Schreiner sich nur ins eigene Bein schießen, falls er etwas sagt, das er vor deiner Frau so besser nicht gesagt hätte.
da hast du natürlich recht. Dennoch, so wie ich meine Frau kenne, würde sie sofort in das Gespräch eingreifen, wenn es sich in eine ungewollte Richtung entwickelt. Und das will ich eigentlich vermeiden. Denn wenn er sich um Kopf und Kragen reden sollte, dann will ich das auch hören und nicht, dass meine Frau dazwischengrätscht. Und wenn er provokant, ausfallend oder aggressiv auftritt, will ich erst recht nicht, dass meine Frau moderiert. Ich will schon ihn und nur ihn erleben.
Zitat von meineMeinung: Das sie bei dir wohl nicht auf ihre Kosten kommt und ihn dafür braucht. [...] nichts dagegen hat, dass sie ab und zu auch mit dir in die Kiste steigt, zumindest vorläufig noch nicht.
Warum sollte er so doof sein und sich so um Kopf und Kragen reden? Damit würde er doch nur erreichen, dass ich zumache und mich gegen weiteren Umgang meiner Frau mit ihm stelle. Was würde einen Menschen mit IQ > 70 zu solchen Statements treiben? In diesem Fall wäre ich primär darüber schockiert, dass sich meine Frau in jemanden verliebt, der offensichtlich strunzdumm ist. Das wäre wirklich ein unerwarteter und überraschender Gesprächsverlauf. Vielleicht sollte man die Dummheit der Leute aber tatsächlich nicht unterschätzen!
Zitat von Ema: Du hast aber nicht vergessen, dass du ebenfalls mies gelaunt warst? Ziemlich sogar?
Nach dieser deiner Logik hat nun also wer die besten Karten?
Der Ablauf war: Schreiner schlecht gelaunt
👉 Frau schlecht gelaunt
👉 ich schlecht gelaunt. Da ich nun wieder ausgesprochen gut gelaunt bin (obwohl mein F..ckdate am Freitag mit Miss Flexible leider nicht zustande kommt), habe ich zumindest gute Karten. Überhaupt, was heißt denn gute und schlechte Karten haben? Wir wollen uns ja nicht ausstechen, also ich ihn nicht. Er mich vielleicht schon. Ich will einfach verstehen, was er für meine Frau empfindet, ob er weitere PartnerInnen hat, ob er mit dem gegenwärtigen Set-Up zufrieden ist oder sich Änderungen wünscht, ob meine Frau für ihn etwas langfristiges ist oder nur Überbrückung bis er die richtige findet, usw.
In einer Konkurrenzsituation, in der wir Trümpfe ausspielen müsse, sehe ich mich nicht. Ich weiß, dass er besser aussieht, das definiertere Six-Pack und die muskulöseren Schultern hat, dass er magische Hände hat und künstlerisches Talent. Nichts davon will ich in Zweifel stellen oder mich gar darin mit ihm messen. Er hat und kann Dinge die ich nicht habe und kann. Und umgekehrt. Ich sehe keine Konkurrenz, solange er diese nicht einbringt. Mir reicht mein Gesamtpaket, das ich überzeugend genug finde.
Zitat von was-tun: Ich halte das für einen sehr wichtigen Punkt, das ist für mich eine akute Gefahr im momentanen Konstrukt. Dass sich Carlos und seine Frau so stark auf ihre Rationalität verlassen und glauben, ihre Gefühle vollständig im Griff zu haben bzw. kontrollieren zu können, hat hier ja schon zu der einen oder anderen Komplikation geführt. Noch dazu ein womöglich ebenfalls verliebter Schreiner, dessen Bedürfnisse und Motive im Dunkeln liegen. Puh, da kann man nur hoffen, dass die Verliebtheitsgefühle rasch abklingen
Die Gemütslage des Schreiners ist und bleibt die große Unbekannte. Insofern darf ich das Treffen nicht zu weit herauszögern. Ich habe mir jetzt mal den September als Ziel gesetzt. Und da ich meine Ziele generell einzuhalten gedenke, wird es auch irgendwann im September werden.
Zitat von Springfield: Die Machtverhältnisse in so einen "Gespräch" werden schon vorher von der Frau bestimmt.
Ich bin ja eigentlich der Macht-Jun.kie hier. Aber in dem Treffen sehe ich überhaupt kein Kräftemessen und keine Machtprobe. Im Endeffekt bestimmt doch eh meine Frau alleine. Sie kann sich theoretisch von jedem von uns trennen, so sie wollte. Jeder Hahnenkampf mit dem Schreiner wäre doch nur so ein komisches Männlichkeits-Ding wo jeder seinen Kamm aufstellt, um den anderen zu beeindrucken und seinen Anspruch in den vorderen Reihen einer imaginären Hackordnung zu demonstrieren. Ich kann diesem Gehabe nichts abgewinnen, wäre aber natürlich enttäuscht wenn der Schreiner so primitiv gestrickt wäre.
Zitat von Lotte08: Carlos, warum reißt Du das Ganze in vollem Aktionismus an Dich und willst schon wieder für andere klären? Denkst Du nicht, es wäre die Aufgabe Deiner Frau, die Motivlage untereinander und ich beide Richtungen zu klären? Was sagt eigentlich Deine Frau dazu? Ganz ehrlich, wäre ich anstelle Deiner Frau, ich wäre sauer!
Meine Frau möchte doch, dass wir uns treffen. Und ja, ich bin da (und nicht nur da, sondern auch im sonstigen Leben und beim 6) gern aktiv statt pasiv. Ich sehe es überhaupt nicht die Aufgabe meiner Frau die Motivlage zu klären. Wenn ich an den Motiven des Schreiners interessiert bin, weil ich darauf basierend Entscheidungen treffen will, ist es meine Aufgabe zu mir ein Verständnis anzueignen. Das überrascht meine Frau übrigens nicht, genausowenig wie es sie überrascht, dass der Schreiner gerne meine Frau dabei hat. Er ist da halt weniger selbstbewusst und glaubt offensichtlich, dass die Anwesenheit meiner Frau das Treffen leichter für ihn macht. Wenn du darüber sauer wärst, hättest du keine 10 Jahre Ehe mit mir ausgehalten

Zitat von Lotte08: Erinnert mich daran, dass Du schon mal ihre Texte überarbeiten wolltest, weil die so nicht veröffentlicht werden können. Ich anstelle Deiner Frau würde da im Dreieck springen!
Nicht wollte, ich habe es getan. Es geht doch nicht darum, dass meine Frau sich selbst beweisen muss, dass sie gut Korrektur lesen und redigieren kann. Ich kann das (A) besser als sie und habe (B) weit mehr Geduld dafür, während sie (C) sich Forschung statt Schreibarbeit widmen kann. Sie springt da höchstens aus Begeisterung und Dankbarkeit im Dreieck. Für sie ist das ungefähr so, als würde ich ihr anbieten, dass ich den Fußboden wische nachdem sie eine geplatzte Nassmülltüte darauf verteilt hat, während sie sich doch währenddessen in der Infrarot-Sauna entspannen kann.
Zitat von Renama: Ich bezog mich explizit auf die Zeit VOR deiner Frau. Du schriebst selbst, dass du offenbar schlecht alleine sein kannst (was i.d.R. das Gegenüber bei Dates relativ schnell merkt) und dass die Frauen, die du super fandest sich mehrheitlich nicht für dich interessierten, stammt ebenfalls aus deiner Feder, nicht aus meiner.
Das ist richtig. Ich habe meist die Frauen angehimmelt, die unerreichbar waren (und aus heutiger Sicht nicht wirkliches Beziehungsmaterial). Vielleicht einer der Gründe, warum mich heute nur die herausfordernden Fälle und nicht die sprichwörtliche "Hausfrau" interessiert. Wenn ich mal die 4 wichtigsten Frauen der letzten 10 Jahre anschaue, die Eiskönigin, die Zulieferin, die 11 aus 10 und die aktuelle Miss Skinny, dann hat jede irgend etwas besonderes an sich und war auf ihre Art dominant. Die Eiskönigin war unnahbar und abweisend, die Zulieferin eine toughe Business-Frau mit Haaren auf den Zähnen, die Jamaikanerin nach normalem Maßstab unerreichbar und Miss Skinyn outerwordly. Jede eine Herausforderung an sich. Irgend jemand hat gesagt, ich interessiere mich offenbar für exotische Frauen, das trifft es nicht ganz. Ich bin von Frauen interessiert, die nicht alltäglich sind. Das trifft es besser.
Zitat von Renama: Deine 11 vom Spielplatz hast du auch nicht abgeschleppt und deine Eisprinzessin war nie wirklich verliebt in dich, eure Beziehung hat sich so ergeben. Von abgeschleppt ist das ebenfalls weit entfernt.
Ach weißt du, ob ich die Eiskönigin und das Model aufgrund von Schreiner-Schultern über die Bettkante ziehen, aufgrund meines netten Lächelns oder meiner charmant-bescheidenen Art... ist völlig egal. Das Ergebnis zählt und irgendwas muss es ja sein, das so attraktive Frauen wie 3 der oben 4 genannten, sich ausgerechnet von mir zum Keuchen bringen lassen wollten. Ob ich sie oder sie mich abgeschleppt haben, who cares.
Zitat von Renama: Eure ganzen ach so intensiven Gespräche drehen sich an eurer Feuerstelle doch hauptsächlich darum, wieder irgendeine vorher selbst vollgeschaufelte Suppe auszulöffeln und euch dann gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und euch ewige Liebe zu versichern, weil ihr ja so toll alle Krisen meistert, die ihr vorher mit viel Tamtam selbst inszeniert und einleitet.
Ja, für mich ist das Drama.
Kann man so sehen. Dann ist für dich halt jede kleine Änderung der Beziehungsform, die man bespricht und nachjustiert, eben Drama. Sehe ich anders, aber deine Meinung sei dir unbenommen.