Sorry, wenn das folgende etwas wirr und lang wird… ich habe meine Gedanken nach dem Wochenende noch nicht so richtig sortiert. Zum einen war es wunderschön, zum anderen gab es zwei Punkte, die mich ein bisschen verletzt haben. Der eine mehr, der andere weniger.
Zuerst möchte ich mich noch einmal bedanken, bei all denen, die hier wirklich versuchen, mir in meiner Beziehungssituation zu helfen, ohne mir ein anderes Beziehungsmodell überstülpen zu wollen. Ich kann völlig verstehen, dass ich nicht jedermanns Liebling bin: Macht- und Dominanzphantasien, 6ueller Druck auf meine Frau möglichst oft zum Schuss zu kommen, sowie meine nicht selbst erworbenen privilegierten Lebensumstände machen nicht gerade sympathisch. Umso mehr: Danke!
Also, Wochenende war eigentlich richtig toll. Unser Männerabend hat durch den unbeaufsichtigten Verzehr ungeheurer Mengen Gummibärchen zwar mit 2x Bauchweh geendet, aber wir hatten einen Riesenspaß, den Mamas bei ihrem obligatorischen Overnighter-Gute-Nacht-Anruf voll mitbekam. Also, ein schlechtes Kinder-Vernachlässigungs-Gewissen braucht sie definitiv nicht zu haben. Danach hatte ich einen schönen Portwein-Abend mit ein paar sehr anregenden Chats mit Miss Skinny während ihre Frau in der Badewanne lag und sie sich mit mir für die Bad-Nachsorge aufwärmte.
Samstag morgen habe ich dann den Wochen-Einkauf gemacht, während die Au-Pair und der Große den zoologischen Besuchsplan optimiert haben. Mein Frau hat am Eingang die Kids freudestrahlend auf den Arm genommen und mich wie eine Frischverliebte begrüßt. Der Zoo war Gute Laune pur für uns alle. Meine Frau und ich sind händchenhaltend hinter Kids und Au-Pair gelaufen und meine Frau hat sich geduldig und interessiert zum hundertdrölfzigsten mal alle Details der Tiere und deren Habitate von den beiden angehört. Ich habe das Gefühl, dass meine Frau am Tag nach einem Overnighter immer besonders liebevoll mit den Kindern, aber auch mit mir umgeht. Ob das jetzt bedingt durch Kompensationsdrang, guter Laune nach einem schönen Tag oder hormoneller Ausgeglichenheit ist, kann ich nicht beurteilen, aber auffällig ist es schon. Sonntag gab es dann das große Grillen mit Stockbrot, Also eigentlich ein richtig schönes, inniges Familienwochenende. Wie erwartet war meiner Frau Sonntag noch nicht nach Intimitäten zumute. Womit wir beim kleineren der beiden Probleme wären.
Ich habe ja schon viel über meinen Gefühlskosmos geschrieben, aber wahrscheinlich konnte ich meine Gedanken nicht so ausdrücken, dass sie wirklich verständlich waren. Mich belastet nicht, dass meine Frau 6 mit einem anderen Mann hat. Wahrscheinlich, weil ich von Anfang an gewusst habe, dass ich eine bildhübsche plus intelligente Frau nicht für mich allein haben kann. Sie ist nicht nur ständigen expliziten und impliziten Offerten attraktiver Männer ausgesetzt, sondern wir sind darüber hinaus halt 6uell nicht wirklich kompatibel. Sie bekommt nicht, was sie braucht und ich bekomme nicht, was ich brauche. Irgendwo im Hinterkopf war mir wohl schon immer klar, dass früher oder später ein Schreiner vorbeikommen würde, der genau die richtigen Knöpfe bei ihr drückt. Ihr Fremd-6 macht mir nichts aus, sondern im Gegenteil finde ich ihn unter meinen Bedingungen anregend. Ehrlicherweise würde ich ihr den selbst dann erlauben, wenn ich es nicht anregend finden würde. Warum? Ich liebe sie halt und wenn sie glücklich ist, bin ich es irgendwo auch. Vielleicht ist das so eine Art komplett verdrehter Heldenkomplex bei mir. Wichtiger ist mir, sie glücklich zu sehen, als dass für mich alles easy going wäre.
Tut mir also bitte den Gefallen, und versucht mir nicht einzureden, dass ich die Beziehung schließen, meine Frau einsperren oder sie unter moralischen Druck setzen sollte. Ich glaube, sie würde dem nachgeben, mir zu liebe oder vielleicht auch nur der Familie zu liebe, aber das wäre Verrat an mir selbst. Es muss einen Kompromiss geben und ich glaube ich habe ihn gefunden. Ja, der Kompromiss tut mir manchmal weh. Es gibt Augenblicke, da verkrampft sich mein Herz. Und das eigentlich immer nur bei Kleinigkeiten, an denen ich erkenne, dass meine Frau und der Schreiner wie ein richtiges Paar miteinander umgehen, und eben in deren gemeinsamer Zeit auch unzweifelhaft sind. Was mich daneben, aber deutlich weniger schmerzt, ist das Gefühl zu haben, dass meine Frau beim 6 mit dem Schreiner Dinge tut, die ich gerne mit ihr erleben würde. Und deshalb tut es eben doch etwas weh zu hören, dass sie mit dem Schreiner morgendliche Zusatzrunden dreht, auf die sie bei mir nie Lust hatte oder zu fühlen, dass sie beim Schreiner täglich zerfließen könnte und bei mir eben nur einmal alle zwei Wochen. Das heißt nicht dass ich ihr nicht den besten 6 aller Zeit mit dem Schreiben wünsche, es dreht sich eher darum dass ich von ihr mindestens so begehrt und geliebt werden möchte, wie sie den Schreiner begehrt und liebt. Eben die Nr 1 zu sein, auch wenn der Schreiner körperlich und 6uell ihre 11 von 10 ist.
Und da kommt halt der Montagabend ins Spiel. Nach dem Doppel-Whopper Freitagabend + Samstagmorgen war ihr LIbido-Pegel noch nicht nach erneuter Entladung, also hat sie mich verwöhnt. Das war einerseits sehr heiß, weil sie mir detaillierte Anweisungen gegeben hat, wie und wie oft ich sie Sonntag während der für uns reservierten Spielart zu befriedigen habe, bevor ich zum Zug kommen darf. Andererseits war ich enttäuscht, dass es bei ihr nur zum Verwöhnen gereicht hat und sie offenbar nicht mir zuliebe auf das morgendliche Nachspiel verzichtet hat, zumal sich beide übermorgen Abend erneut sehen.
Das ist jetzt wahrscheinlich Jammern auf hohem Niveau, denn ich fand es sehr aufregend, beim Verwöhnung ihr Kopfkino zu hören. Und ich weiß ja nicht einmal, ob es überhaupt den Doppel-Whopper gab. So ein kleines Unwohlsein blieb dennoch zurück. Will ich aber nicht bei ihr ansprechen, schließlich hat sie sich wirklich Mühe gegeben, den Abend so schön und heiß wie irgend möglich zu machen.
Was mich weit mehr belastet… Je näher der Freitag kam, desto unwohler fühlte ich mich mit einem Detail, das mir anfangs nebensächlich erschien (und euch wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen ist). Ich habe mich immer unwohler damit gefühlt, dass der Schreiner und sie die zwei Biketage zusammen mit einem anderen Pärchen verbracht haben. Allein wäre für mich komplett ok gewesen, so war es aber ein typisches Pärchen Wochenende im Kreis von guten Freunden. Das finde ich viel intimer als wirklich Intimität. Ich fühle da eine starke, für mich ungewollte Signalwirkung: Wir sind ein Paar, auch wenn wir uns umständehalber nicht oft sehen können. Nach außen sieht das fast wie eine normale Fernbeziehung aus. Das tut mir im Nachhinein richtig weh. Ist aber auch kein Punkt, den ich bei ihr ansprechen will, denn ich möchte nicht, dass sie sich deshalb schlecht fühlt. Außerdem würde ich damit ja das ganze Polykonstrukt in Frage stellen. Ich versuche zu lernen, da reinzuwaschen und das als eine zwar nicht erwünschte, aber eben notwendige Folge unserer Poly-Beziehung zu sehen. Ich muss mich gedanklich davon lösen. dass Pärchen Aktivitäten mit dem Schreiner ein Zeichen geringerer Liebe ihrerseits zu mir sind. Wenn sie beim Schreiner ist, lebt sie in seiner Welt und nur dort. What happens there, stays there. Das hat keinen Einfluss auf uns. In diese Denkweise muss ich mich noch eingrooven. Miss Skinny und Frau sehen das allerdings anders. Als ich mein Gefühl Freitagabend mit ihr geteilt hatte, ging sie ins Badezimmer, um die Meinung ihrer Frau einzuholen. Für diese wäre es ein klares NoGo, falls Miss Skinny ein Pärchen-Treffen mit jemand anderem machen würde. Allerdings leben die beiden auch nur offen und nicht Poly.
War etwas lang und wirr. Ich freue mich auf jeden Fall auf einen heißen Abend übermorgen mit Miss Skinny und auf einen noch viel heißere Nacht mit meiner Frau am Sonntag.