Zitat von Felica:Gesamtpaket: Da zählst Du jetzt genau was hinein? Euren Lebensstandard?
Zitat von Leonie71: Ich hoffe für Carlos, dass die Ehefrau nicht jetzt schon einen Warmwechsel vorbereitet.
Ich habe mir eingehend überlegt, ob ich wirklich antworten soll. Zum einen, weil ich die Frage schon einmal beantwortet habe, vor allem aber, weil ich meine mühsam erarbeiteten Sympathiepunkte bei @FrauDrachin und anderen nicht gleich wieder in die Tonne kloppen wollte. Ich tu es aber trotzdem.
Vorab allerdings eine Bitte: [TRIGGER-ALARM] Wer glaubt, dass ihn meine subjektive Beschreibung meines Gesamtpakets triggern könnte, bitte nicht weiterlesen.
So... nach dieser Vorrede, hier meine Gründe warum das Gesamtpaket Carlos für meine Frau das einzig wahre ist. Priorisiert nach Wichtigkeit:
1. Intellektuelle Augenhöhe:
Auch wenn ich meiner Frau (wie alle außer DrVater) intellektuell nicht ganz gewachsen bin, spielen wir beide in der Liga der Hohintelligenten (sie am oberst möglichen Rand) und haben den gleichen akademischen Background und Grad. Da sich einige darin nicht so recht eindenken können: Der Intelligenz-Unterschied zwischen meiner Frau und dem Schreiner ist so groß wie der Unterschied zwischen Otto Normalbürgerin und einem Dementen. Mittelfristig (eher schneller) wäre die Beziehung zum Scheitern verurteilt, weil die beiden auf komplett unterschiedlichen Ebenen denken und kommunizieren würden. Kurzfristig stellt das weniger ein Problem dar, aber wenn meine Frau ihre Gedankensprünge im Alltag immer so laaangsam und detailliert ausführen müsste, würde sie vor Ungeduld und Genervtheit platzen. Der Unterschied ist einfach zu groß und meine Frau weiß das natürlich auch.
2. Gemeinsamkeit:
Es gibt kaum kein stärker verbindendes Element als die erlebten Gemeinsamkeiten. Kinder, die man gezeugt und großgezogen hat. Krisen, die man gemeistert hat, Erlebnisse, die man gemeinsam hatte. Mit dem Schreiner existiert da nur grüne Wiese, während wir uns ein ganzes gemeinsames Land erbaut haben.
3. Gegenseitige Liebe:
Ich liebe sie und das fühlt und weiß sie. Ich bin für sie da in guten und schlechten Zeiten und das weiß sie. Ich würde mein Leben für ihres geben und das fühlt sie. Und sie liebt mich. Wir vertrauen uns blind.
4. Gemeinsame Werte:
Wir stimmen in allen wichtigen Wertvorstellungen überein. Politisch, sozial, genderbezogen, einstellungsmäßig. Wir passen in dieser Hinsicht einfach zusammen. Es gibt keine ständigen Reibereien, kein Unverständnis. Unser Redebedarf ist ähnlich (der Schreiner dagegen ist ihr ja schon nach einem gemeinsamen Tag zu schweigsam. Sie sagte nicht umsonst nach dem ersten Bike-Kurzurlaub mit einem Augenzwinkern, dass gemeinsames Biken ganz geschickt wäre, denn er hätte so zu kämpfen gehabt, dass er sich seine 2000 Worte für den Abend aufgeheben musste und nicht schon verbraucht hat).
5. Gemeinsame Elternschaft:
Natürlich kann man auch Scheidungskinder aufziehen. Aber das Trauma einer zerstörten Beziehung würde meine Frau für die Kids nie wollen. Elternschaft bindet und verpflichtet. Meine Frau weiß, dass ich ein guter Vater bin und meine Frau will eine gute Mutter sein, eine weit bessere als ihre. Niemals würde sie ihren Kindern eine zerrissene Familie zumuten, vielleicht sogar mit Streit und Rosenkrieg. Und dann stellt sich auch die Frage, ob die Kids nicht lieber bei Papa wohnen bleiben würden und Mama nur jedes zweite Wochenende sehen wollen. Theoretisch könnte der ja ein Leben lang Sabbatical machen, meine Frau müsste aber ihren Lebensunterhalt verdienen und könnte nicht rund um die Uhr für sie da sein. Im Falle einer Trennung wäre das jedenfalls ein Modell, das ich mir sehr gut vorstellen könnte. .
6. Sozialer Status:
Selbst mit Trennungsunterhalt und Zugewinn würde meine Frau die soziale und finanzielle Treppe ein ganzes Stück runterfallen. Das Firmenvermögen geht ja nicht in den Zugewinn. Wenn sie im Haus bleiben und mich auszahlen wollte, wäre ein ordentlicher Anteil des Zugewinns wahrscheinlich schon draufgegangen. Aber sozialer Status ist das wohl unwichtigste Argument. Das hat die Mutter von @Springfield s Kind auch nicht bei ihm gehalten. Die zog es zum Proll, weil der in seiner prolligen Dasein besser zu ihr passte.
Langer Rede, kurzer Sinn. Ich habe nach wie vor keinerlei Sorge, dass meine Frau mit dem Schreiner in die Morgensonne reitet.