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Beziehung auf Ferne - Zukunftspläne irritieren mich

Spreefee

Spreefee


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Wenn Worte und Taten nicht eins sind, dann sind die Aussagen ambivalent.

Ich möchte so nicht in einer Schleuder von Gefühlen leben wollen.

Vertrauen bildet sich, wenn die Taten das Gesagte wiederspiegeln. Alles andere ist für mich Lüge.

02.06.2021 13:35 • #31


bardon


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Zitat von Arnika:
Ich kenne ein Paar, das lebt seit 15 Jahren mit der Distanz Wien - Mannheim. Meins wärs nicht. Ich behaupte aber mal, sie wären nicht mehr zusammen, wenns anders wäre. Du musst dir überlegen, ob du das wirklich noch zwei Jahre so willst. Oder 15. Und mit Familie wirds ja dann ohnehin eng, selbst, wenn sie ...


Klar gibt es die, das sind meist Urlaubsorte oder reine Gewerbegebiete. Die gibt es fast überall. Fahr mal in die Metropolen der Großstadt. Die Meisten, die dort hin ziehen, wegen der Arbeit, ziehen direkt zum Arbeitsplatz. Wohn- und Lebensqualität gering, dafür teuer, juckt meist nicht, da es sich um Singles handelt, die möbliert wohnen und sowieso nix außer Arbeiten machen. Konsequenz: Die Kollegen sind alle Pendler und fahren heim nach Feierabend und auch in der Stadt gibts kaum Anschluss, jetzt nochmal weniger wegen Corona.

04.06.2021 09:16 • #32



Beziehung auf Ferne - Zukunftspläne irritieren mich

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gkiz


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Drei Beziehungen nach diesem Muster lassen bei mir folgende Rückschlüsse zu.

Alle drei Damen hatten den Plan, ins Ausland oder auf längere Distanz (innerhalb DE, mehrere Stunden Fahrtweg) zu gehen angeblich schon vor dem damaligen Kennenlernen mit mir. Ich war dann plötzlich sehr schnell sehr tief involviert in diesen Vorhaben, die Beziehung nahm Fahrt auf. Häufig stand "ich" oder "meine Bedürfnisse" dann hinten an. Statt dessen ging es halt um die "Karriere" oder den Fortgang der Dame.

Während mein Standpunkt, also was mein Arbeitsleben, meinen Wohnort (eigenes Haus, Freunde vor Ort, viel Arbeit, viel zu tun, wenig Zeit) von Vornherein immer glasklar offen und transparent war, also dass ich am Wochenende auch viel zu tun hatte usw usw. wurde vor Beginn der Fernbeziehung großartig bekunde, man kriege das hin. Ich war skeptisch, war aber auch offen zur Skepsis und stand auch dazu.

Kaum war die Dame dann weg, klingelte mein Telefon am Tag im guten zweistelligen Bereich, in sämtlichen Fällen war der Weggang zuerst von großer Euphorie geprägt, irgendwie wurde mir dann auch immer suggeriert, ich müsse unbedingt auch diesen Schritt machen und etwas wagen, ins Ungewisse stürzen, einfach mal neu anfangen, nur das ist Lebensqualität.

Wenige Tagen meist später kam die große Ernüchterung, meist klappte halt doch was nicht, was normal ist - ich müsse unbedingt am nächsten WE kommen und alles stehen und liegen lassen, man vermisse mich so sehr. Nö - war vorher geklärt, dass ich nicht springe, wenn Sie pfeift, die die Umstände verkompliziert hat.

Wenige Wochen nach vermeintlichem Einleben kam große Ernüchterung auf. Vor Ort schwierig, soziale Kontakte neu aufzubauen, da rede ich nicht von oberflächlichen Fitness Shake Hands Kontakten, sondern von echten Freunden, meist war die Sprache noch fremd, oh Wunder, niemand hat auf den Neuankömmling gewartet, der dort neu ist und einen Freund im anderen Land hat.

Nachdem der erste Umzugsstress gemacht war, war plötzlich viel viel Zeit da, nach ersten Besuchen gegenseitig kehrte Nüchternheit (meist bei ihr ein), die bei mir schon von Beginn an da war, zeitliche Begrenzungen und fehlende Perspektiven führten bei mir oft zu großer Unlust, den Aufwand dauerhaft mit zu machen.

Die meisten kamen vor Ort ziemlich hart auf dem Boden der Realität an, weder vor Ort wartete jemand auf sie noch zu Hause vermisste sie nach einigen Wochen jemand - ich meist auch nicht, mein Alltag lief weiter.

Also kurzum, ich bin zum Ergebnis gekommen, Fernbeziehungen mit zu machen, allerdings würde ich mich niemals dazu verbiegen, wenn ich vor allem nicht in die Entscheidungsfindung eingebunden wurde. Wenn das jemand für sich entscheidet, und sich entscheidet, die Beziehung weiter laufen zu lassen, von dem erwarte ich schlicht, dass er halt dann den Sprung macht und den Aufwand auf sich nimmt, von mir braucht das niemand erwarten, da mein Standpunkt klar ist, ich hier wo ich lebe gut lebe und auch niemandem etwas vormachen würde.

Im Kern ist ein Wegzug eine Entscheidung für was auch immer und gegen den Partner - das muss man sich vor Augen halten und diese Spruche von wegen "jaaaa, aber das hab ich schon vorher geplant", lasse ich nicht zählen, da nahezu alles umkehrbar ist, wenns doch so groß ist, das Gefühl zum Partner.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie ich hier oder anderswo Tipps oder Ratschläge lese, "Ja, da musst du flexibel werden, deinen Wohnort ändern", niemals würde ich sowas empfehlen, zumal auch nicht nach kürzester Kennenlernzeit, in der ja meistens genau das stattfindet, dass der oder die andere nicht eingebunden wird. Wer das macht, fährt volles Risiko.

Ich glaube, das machen nur Menschen, die sehr bedürftig sind und große Angst vorm Alleinsein haben, andernfalls bleibt man standfest und lässt ziehen, wer reisen möchte.

04.06.2021 09:41 • x 1 #33


Arnika

Arnika


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Was genau sind "Metropolen der Großstadt"? Innenstadt in Wien, Salzburg oder Innsbruck wird sie sich vermutlich kaum leisten können, und wenn, dann fahren in den österreichischen Großstädten die Leute nicht danach aufs Land und leisten sich zwei Wohnsitze, sondern leben dort. Wien hat die höchste Lebensqualität aller Hauptstädte der Welt, Salzburg und Innsbruck etc sind ebenfalls ein Traum. Unfassbar schön. Dann wohnt sie da, wo andere Urlaub machen. Was aber nicht heißt, dass man leicht Anschluss findet. Aber da ist man halt auch selbst dafür verantwortlich. Vielleicht solltest du mal mehr Interesse für ihr neues Umfeld aufbringen und gemeinsam mit ihr erkunden. Denn wenn du an der Beziehung festhalten willst, dann geht das ja noch ein paar Jährchen so weiter. Dann kannst du nur das beste daraus machen und Land und Leute kennenlernen- oder die Beziehung ist zum Scheitern verurteilt.

04.06.2021 11:25 • #34


bardon


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Egal in welchem Land sind die großen Städte inzwischen genau wegen der hohen Mieten reine Arbeiterstädte. Und die meisten, die ausschließlich wegen der Arbeit dort hingehen, und sogar das Land verlassen, ziehen natürlich direkt dort hin wo sie arbeiten, damit der Weg nicht noch länger ist. Meiner Erfahrung nach sind jedoch diese Metropolen nicht dazu gemacht, dauerhafte Kontakte kennenzulernen, dazu sind sie zu anonym und oberflächlich und teuer sind im Verhältnis möblierte Appartments nicht, wenn man Fahrkosten spart und Zeit. Lediglich dort kann man halt nicht richtig wohnen, für reines Arbeiten ist es aber perfekt.

Meiner Erfahrung nach, ich kenne beide Seiten, wartet dort aber keiner auf irgendwen, der jetzt auf ungewisse Zeit dort zum Arbeiten her kommt. Dazu hat heut jeder viel um die Ohren und kaum mehr - insbesondere in dem Alter - bilden sich ständig neue soziale Kreise, jetzt sowieso nicht zu Corona Zeiten.

Was viele verwechseln ist, wieso sollte er sich jetzt für ihren Wohnort interessieren müssen, den er vorher vielleicht nicht mal auf der Landkarte gefunden hätte, nur weil sie sich entschieden hat, dort ihr neues Leben zu beginnen? Nur weil ich mich für einen Menschen interessiere, muss ich mich nicht zwangsläufig für jeden Einrichtungsgegenstand oder Wahl-Wohngegend interessieren.

Der Aufwand dort hin zu fahren, dafür dann jedesmal Urlaub zu nehmen, der kein echter Urlaub ist, man muss schon sehr stark an etwas festhalten, um so was mit zu machen. Daher bleibe ich dabei, entweder mal lässt diese Art der Beziehung so dahin laufen oder man beendet es oder es läuft sowieso aus. Die Haltbarkeit dürfte wirklich nur da sein, wenn man jetzt das Hobby Fernbeziehung für sich entdeckt hat, denn viel macht man nebenher nicht. Man versucht nämlich das Wochenende auf Abende unter der Woche zu packen, die man dann auch nicht mehr großartig für Freunde, Hobbys etc nutzen kann und verbringt dann das halbe WE auf Reisen und das andere halbe WE beim Partner. Das muss man mögen, aber wenn man es mag, denkt man nicht darüber nach und sobald man darüber nachdenkt, mag man es nicht und dann beginntdas, was ich eingangs schrieb: Es wird nicht funktionieren.

04.06.2021 12:06 • #35


Dhomas


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Sind alles nette Ideen, aber in der Realität schwer umsetzbar. Wie ich eingangs schrieb, ich werde mir kein Auto kaufen für eine Frau, die wegen irgendwas weg zieht. Vor Ort ist sie zum Arbeiten, sie sucht dort keine Kontakte oder so, sie hat 1-2 Leute, aber wirklich unternehmungslustig ist sie nicht. Ich hab das Gefühl, ich unternehme zu Hause abends mehr als sie, sie ruft ständig an abends, wir telefonieren viel, es geht halt mehr um ihre Wohnung, um so pragmatische Dinge, was der Supermarkt heute mal wieder nicht da hatte.

Die Themen sind etwas - uninteressant - geworden aber das ist normal, wir unternehmen nicht viel zusammen, wenn ich hin gefahren bin, war ich meist sehr spät Freitags da oder Samstags Mittags und dann Sonntags Mittags wieder gefahren. Da bleibt nicht viel fürs unternehmen.

Bei mir daheim ist auch immer etwas, neulich Handwerker im Haus, einige Sachen daheim neu gemacht, dann hab ich einen großen Garten, Rasen mähen geht auch nicht abends um 21 Uhr, dann will ich auch einfach mal ausspannen, ausschlafen und nicht rum gurken und am Bahnhof stehen.

In der Theorie ist das alles kein Thema. Bei ihr ist das anders, wenn sie mich besucht, hab ich das Gefühl, sie kommt heim und sie freut sich drauf, was aber auch daran liegt, dass sie dort natürlich kaum was zu tun hat. Ich hier jede Menge, ich schaufel mir die Zeit frei.

Ich habe übrigens auch die Tage mit ihr darüber gesprochen, aber habe immer das Gefühl, sie geht darauf garnicht ein oder will darauf nicht eingehen, keine Ahnung, jedenfalls hab ich das Gefühl, dass sie sich mit meinen Fragen, wie lange das gehen soll und so weiter, garnicht beschäftigen will, sie kann keine Antworten geben. Ich habe auch immer mal wieder den Eindruck, sie müsste eigentlich merken, dass das für mich eher kompliziert ist und ich auch nicht freudig ausgeruht dort ankomme, sondern nach den Wochenenden meist ziemlich geschlaucht in den Seilen hänge. Das blendet sie vermutlich aus.

Schwierig, wusste ich aber auch von Beginn an. Ich glaub sie hat es unterschätzt. Ich bin auch weniger am meckern als sie. Sie hat halt einfach voll darauf gebaut, wenns so weit ist, passt das schon und wird schon funktionieren, aber ich hab vorher mit offenen Karten gespielt und muss auch sagen, dass ich mich persönlich recht schnell entferne, wenn ich jemanden nicht mehr bei mir habe und auf längeren Zeitraum keine Perspektiven sehe, Erlebnisse und Leben im Allgemeinen mehr allein oder mit Freunden habe, als mit Partnerin. Mir ist es auch zu blöd, jemandem abends allen Ablauf des Tages zu erzählen, gerade nicht am Wochenende. Neulich draußen gewesen, tollen Sonnenuntergang gesehen, mir gedacht - wow - sie verpasst was. Aber während dessen rief sie mich dann permanent an, hatte das Telefon nicht gehört und dachte mir, ich hätte jetzt auch keine Lust gehabt zu telefonieren, sondern will Realität genießen.

04.06.2021 12:14 • #36


bardon


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Es hat halt schon Gründe, weshalb man Partnerschaft im Normalfall auf Nähe führt, weil sie auch auf gemeinsames Erleben, Zeit usw ausgelegt ist und nicht auf Distanz. Distanz auf Zeit, weil man beruflich mal weg muss oder irgendwas in der Richtung - keine Frage - aber ohne Sinn und Plan und Verstand und der andere soll dann mal sein Leben sein lassen - die Entscheidung ist in dem Moment gefallen, wo die Umstände größer sind als der Wille, die Sache am Laufen zu halten. Verhält sich überall so.

Ich würde mir an deiner Stelle kein schlechtes Gewissen einreden lassen, die Entscheidung hat sie gefällt, dann soll sie das Paket tragen und muss sie halt auch akzeptieren, wenn du sagst, dass dir die Fahrerei zu viel ist, und dir das Telefonieren ausreicht. Wenn ihr das nicht reicht, hat sie eine falsche Entscheidung getroffen. Eigentlich sollte sie froh, sein, wenn es dir reicht, mir würde das nicht reichen, mich würde die Telefoniererei sogar eher nerven.

04.06.2021 12:21 • #37


Baumo


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Darf man fragen wieso du nicht dorthin ziehen kannst?
Einem job kann man kündigen und neu suchen oder pausieren erstmal und Haus kann man vermieten oder erstmal stehen lassen.

04.06.2021 18:28 • #38


Dhomas


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Weil ich mit der Dame nicht einmal ein Jahr zusammen bin, weil ich mein Haus sicherlich nicht vermiete, weil ich einen festen Job sicher zu diesen Zeiten mit gutem Geld für ein Abenteuer an die Wand fahre, weil ich garnicht wüsste, was ich dort arbeiten sollte, weil meine Freunde, Familie, meine Vereine, Hobbys hier sind und weil die Dame selber nicht weiss wie lang sie dort bleiben wird. Denke das dürfte alle Fragen geklärt haben.

04.06.2021 23:28 • #39


bardon


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Zitat von Baumo:
Darf man fragen wieso du nicht dorthin ziehen kannst? Einem job kann man kündigen und neu suchen oder pausieren erstmal und Haus kann man vermieten oder erstmal stehen lassen.

Vielleicht weil er noch einen Restverstand bewahrt hat, einer Frau, die ihn nicht einmal in ihre Pläne einweiht, die nicht weiß was sie will, wohin sie will, wie lang sie irgendwo bleibt und/oder die Reise geht, planlos und hirnlos hinterherzupendeln und dabei sein Leben in einem Alter, wo andere sich etwas aufbauen mit Vollgas an die Wand zu fahren. Sorry, diese Frage muss Sarkasmus sein.

05.06.2021 10:33 • x 2 #40



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