40

Beziehung auf Ferne - Zukunftspläne irritieren mich

Dhomas

12
1
11
Guten Morgen,
ich versuche mich mal sortiert zusammenzufassen.

Über Bekannte habe ich (m/39) vor knapp einem Dreiviertel Jahr jemanden kennengelernt (w/40). Anfangs ging das ganze eher über eine Freundschaftsschiene, viele Treffen, viele Telefonate. . ich habe dann gemerkt, dass ich deutlich mehr Interesse habe und so kam es auch, dass wir zusammen kamen, Ende letzten Jahres. Eine tolle, intensive Zeit folgte.

Sie ist beruflich / geschäftlich stark eingespannt und eröffnetet mir relativ kurz nachdem wir zusammen kamen, dass sie mehr oder minder freiwillig - eine weitere berufliche Station in Österreich anstrebe und bereits beschlossen war. Die Entscheidung hatte sie getroffen, da kannten wir uns erst recht locker und es war noch nichts zwischen uns in Sicht. Informiert darüber hat sie mich leider nicht.

Das war für mich ein Schock. Nach tagelangem hin und her und auch den Vorwürfen, wieso man darüber nicht einmal früher gesprochen hat, konnte ich mich aber nicht durchringen, das ganze vorzeitig zu beenden, da ich mein Leben umständehalber (Job, Haus) bei uns hier habe und einfach nicht weg kann und es für so eine frische Beziehung sicher auch nicht getan hätte, wenn ich durch diese Umstände nicht gebunden gewesen wäre.

Während meinerseits immer wieder Fragen kamen, wann sie wieder kommt und ob sie wieder kommt und wie das ganze konkret aussehen solle mit uns, kam nicht viel Genaues und irgendwann hörte ich auch auf zu fragen und beschloss für mich, die Zeit zu genießen und später zu schauen, wie es sich anfühlt und wie es wird, irgendwie kamen wir mit diesem Konsens auch überein, es so zu tun, weil selbst auch für sie unklar war, ob sie dort ein halbes, ein Jahr oder drei Jahre wird. Ich kokettierte immer wieder damit, "Na vielleicht bleibst du ja auch für immer dort".

So kam es, dass wir schöne Zeit mit einander verbrachten, die für mich aber auch sehr stressig wurde, da ich ihr bei vielem half und sie mich auch stark eingespannt hatte in Entscheidungen, Organisation und Co. Und für mich ist so etwas absolut Neuland, ich habe meinen Wohnort nie verlassen.

Sie reiste dann ab und ich stand erstmal alleine da, musste mich neu organisieren, nachdem man die Monate vorher jeden Tag mit einander verbracht und sie bei mir bereits gewohnt hatte.

Während wir viel Spaß mit einander hatten, sehr unbefangen waren, hatte ich zuletzt auch immer wieder klar betont, dass wenn ich keine Ahnung habe, wann und ob sie je wieder kommt, ich hier mein Leben auch weiter lebe, auch wenn ich mich auf sie freue, kann ich mich eben auf nichts wirklich verlassen, klingt hart, aber es gab für mich eben auch keine Antworten, auf die ich mich zeitlich hätte stützen können. Ich habe hier Freunde, Freizeitaktivitäten und Co. Umgekehrt machte sie ihre Rückkehr ausschließlich davon abhängig, ob ich mit ihr zusammen bliebe, was ich definitiv werde, aber ich der Auffassung war und bin, dass man schauen muss, wohin die Reise geht, denn eine Fernbeziehung ist nun einmal keine Nahbeziehung und man muss sich im Grunde dann wieder neu zusammenfinden.

Das Leben fing so langsam für mich wieder an, als gefühlter Single weiter zu gehen. Sie rief anfänglich täglich drei-vier Mal an, zu jeder Tages und Uhrzeit, das fand ich anfangs toll, später aber merkte ich auch, dass ich zunehmend genervt war, da ich merkte, das ich sie eben doch nicht in mein Leben und sie mich nicht in ihres einbinden kann, auch nicht, wenn man mal 2-3 Stunden skyped am Tag. Trotzdem machten wir das Beste draus.

Die Besuche waren für mich mehr als aufwändig, 3x haben wir uns gesehen. Da ich kein Auto habe, musste ich mit dem Zug hin und war einfache Strecke 6 Stunden unterwegs, was ich als sehr belastend empfang, da ich am Wochenende quasi gefühlt nur im Zug saß. Sie war mit dem Auto bei mir, immer wieder unterschwellig kam dann auch der Hinweis. Du musst Dir ein Auto besorgen, was ich nicht einsehe, das hatte ich aus Kostengründen abgeschafft, ich wohne hier gut angebunden jn der Stadt und brauche einfach keines.

Je länger das ging, desto klarer wurde ihr auch, dass ich diesen Umstand nicht ewig in Kauf nehme, allerdings habe ich mich auch nie beklagt, sondern sagte eben, wir müssen uns auf Skype beschränken, für mich kein Problem und wenn sie dann wieder kommt, gehts weiter.

Ich merkte zunehmend, dass ihr das nicht passte, sie forderte von mir mehr Einsatz, Initiative, Flexiblität und ich bin der Auffassung, dass ich das allein durch den Umstand auf sie zu warten, genügend zeige, ich möchte mich nicht in Unkosten stürzen und hier mein Leben runter fahren, weil sie sich eben nun mal so entschieden hat.

Ich hatte oft auch das Gefühl, dass sie dort in ihrer Freizeit etwas einsam ist, am liebsten hätte sie gehabt, wir sehen uns wöchentlich, was auch eine Kostenfrage ist und eben eine Frage der Zeit.

Was mich jedoch am meisten irritierte, sind, je länger wir auf Distanz waren, desto einseitiger wurden unsere Dialoge, es ging nur noch um Zukunftspläne mit "uns", - wenn "Wir später mal Familie haben, dann . ." "Wenn wir später mal eine Wohnung kaufen, dann". Zunehmend wurde ich mit Einrichtungsgegenständen per Whatsapp konfrontiert und es wirkte fast so, als stünde unsere erste gemeinsame Wohnung vor der Tür.

Zugleich - noch irritierender - verlängerte sie vor Ort nach einem knappen viertel Jahr ihren Arbeitsvertrag auf 2 Jahre?!?! Und steckte mir das beiläufig. Zugleich dann wieder diese sehr konkreten Zukunftspläne.

Durch meine zunehmende Genervtheit sprach ich das Thema dann auch häufig direkt an und war dann derjenige, der miese und pessimistische Stimmung verbreitete. Auf meine Frage, ob es wirklich Ziel führend ist mit dieser Lebensplanung ständig über "Familienplanung" und eine "gemeinsame Zukunft" zu sprechen, bekam ich immer wieder nur zu hören, wie unflexibel ich sei und was ich mir so vorstelle, ich müsse einfach öfter auf Besuch kommen.

Ich weiß es nicht, das ganze war so locker und unbeschwert, woraufhin ich damals entschied, mich auf etwas einzulassen, was eigentlich nie mein Ding gewesen ist in der Vergangenheit. Und nun verspüre ich Druck, dem ich - egal wie - garnicht gerecht werden könnte, selbst wenn ich wollte. Ich kann keine Pläne mit jemandem angehen und realisieren, der nicht hier ist und nicht weiß, wann er wieder hier sein wird.

Ich habe das Gefühl, dass sie gern von mir hören würde, dass ich mich in Plänen verliere, mich nervt das aber, da ich das Gefühl habe, wenn wir mit einander telefonieren, geht es nur noch um irgendwelche Träume, die ich nicht als realisierbar ansehe und je utopischer das wird, desto mehr entferne ich mich - auch emotional.

Inzwischen denke ich mehr darüber nach, ob sich der Besuchsaufwand beiderseitig überhaupt lohnt, wenn man sich dann drei Tage nur über Dinge unterhält, die einfach so weit weg scheinen, als dass sie realisiert werden können.

Ich habe mich jetzt etwas zurück gezogen und möchte nachdenken, bin auch unschlüssig, was ich tun soll.

Anfangs war alles locker, und für mich ist das so auch wirklich in Ordnung, aber diese ständige Planerei und dieser Druck, den ich indirekt verspüre, machen die Situation für mich derzeit sehr unschön. Ich denke mir oft, hätte sie diese Pläne so ernst verfolgen wollen, hätte sie sich einfach auch hier einen anderen Job suchen können oder hätte einfach auch hier bleiben können. Was ich davon halten soll - ich weiß es nicht. Vielleicht kann mir jemand mal einen Anstoß geben. Vielleicht sehe ich etwas nicht, was da ist.

01.06.2021 08:41 • x 2 #1


DieDirekte


113
195
Hallo Dhomas,

auf mich wirkt es so, als ob du alles eher entspannt, gelassen, etwas unverbindlich siehst. Du bist mit deinem Leben überwiegend zufrieden, kommst auch allein mit dir zurecht und würdest alles eher locker auf dich zukommen lassen.

Und sie hat anscheinend noch einen Familie-Kinder-Wunsch, möchte das alles schneller geht, voran geht, man gemeinsame Zeichen setzt. (Bei ihr drängt unterbewusst natürlich die Zeit, ewig Zeit für Familienplanung hat sie aufgrund ihres Alters nicht mehr).

Liege ich so richtig? Ist das ein erster Ansatz?

01.06.2021 09:07 • x 2 #2



Beziehung auf Ferne - Zukunftspläne irritieren mich

x 3


Gorch_Fock

Gorch_Fock


5083
2
10096
Hi Dhomas, Du wirst aus meiner Sicht einfach emotional ausgenutzt. Es gibt Frauen, die einfach "praktische" männliche Freunde für die Erledigung solcher Sachen wie Umzüge oder als emotionalen "Mülleimer" brauchen. Das was Du beschreibst klingt nicht ausgeglichen. In einer Partnerschaft müssen Kompromisse gefunden werden, das sieht bei Euch eher so aus, dass sie ihr Ding durchzieht. Sicher, dass sie in AUT nich längst zweigleisig fährt und Dich einfach als Zeitvertreib nutzt?

01.06.2021 09:11 • x 2 #3


Dhomas


12
1
11
Ja - interessanterweise ist sie nach einigen gescheiterten Beziehungen eine Frau, mit der ich mir ein gemeinsames Leben vorstellen kann, das Gefühl passt und auch alles weitere, ich hätte sie gern als feste Partnerin behalten. Durch ihren Weggang ist bei mir ein gewisser Traum geplatzt und ich habe es hingenommen, da mein Leben sehr gut ausgefüllt ist.

Ich bin ehrlich, ich warte - aber nicht ewig - und nicht ohne Ziel. Und sie weiß das auch, das hab ich von Beginn an gesagt, sie kann mir rein garnichts sagen über eine Wiederkehr und jetzt hat sich das ganze noch einmal verschoben und verlängert.

Die Pläne freuen mich einerseits, andererseits hat sie die in noch weitere Ferne geschoben und ich mag jetzt nicht mehr über diese Dinge sprechen, die einfach noch weiter weg sind, als sie vorher schon waren und zwar nicht durch meine Entscheidungen, sondern durch ihre.

01.06.2021 09:12 • x 1 #4


Dhomas


12
1
11
Zitat von Gorch_Fock:
Hi Dhomas, Du wirst aus meiner Sicht einfach emotional ausgenutzt. Es gibt Frauen, die einfach "praktische" männliche Freunde für die Erledigung solcher Sachen wie Umzüge oder als emotionalen "Mülleimer" brauchen. Das was Du beschreibst klingt nicht ausgeglichen. In einer Partnerschaft müssen ...


Was mir in der Tat auffiel ist, dass es in der letzten Zeit ausschließlich um sie, ihre Pläne, ihre Sachen ging, ab und zu kam auch die Frage nach "wie gehts dir eigentlich" auf, aber ich habe das entschuldigt mit "Ok, sie hat echt viel um die Ohren gerade". Andererseits bin ich nicht verblendet genug um nicht zu sehen, dass sie auch jemanden sucht, der in ihre Pläne passt und ich bin mir auch darüber bewusst, dass die derzeitige Situation für kaum einen Mann interessant wäre - jedenfalls nicht für einen Mann, der Ziele (Familienplanung etc) hat und auch nicht für einen Mann, der eine lockere Beziehung oder was immer auch sucht (Dazu sehen wir uns zu wenig).

Insgesamt bin ich tatsächlich auch vorsichtig, weil genau das was du beschreibst bei mir im Hinterkopf ist, zwar glaube ich, dass sie treu und ehrlich ist, aber ich glaube auch, dass sie im Zweifel eben eine innere Uhr hat und sollte ihr jemand über den Weg laufen, der besser passt als ich, bin ich zu unbequem, daran glaub ich auch, daher meine Auffassung: "Schauen wie es wird", das heißt für mich aber auch: Ich sitze nicht da herum und träume mir was zurecht, sondern ich sehe das sehr nüchtern.

Ganz am Anfang war die Rede von einem halben Jahr - wo ich mir schon dachte - kann ich mir nicht vorstellen, das wird eine längere Zeit, hab mich damals ein wenig hingehalten und veralbert gefühlt, ob bewusst oder unbewusst.

Ich muss jetzt aufpassen, dass ich kein zu pessimistisches Kopfkino ankurbel.

01.06.2021 09:17 • x 1 #5


DieDirekte


113
195
Sie möchte / wünscht sich, dass du dich vor lauter Liebe und Gefühle trotz ihres Umzugs auf sie zubewegst, aktiv wirst.

Und du möchtest, dass sie sich wieder wegen ihres Umzugs auf dich zubewegt.

Das kann irgendwie nicht aufgehen. Dann passt es nicht. Oder man ist bereit, den Preis für eine Veränderung zu bezahlen.

01.06.2021 09:20 • x 3 #6


Dhomas


12
1
11
Zitat von DieDirekte:
Sie möchte / wünscht sich, dass du dich vor lauter Liebe und Gefühle trotz ihres Umzugs auf sie zubewegst, aktiv wirst. Und du möchtest, dass sie sich wieder wegen ihres Umzugs auf dich zubewegt. Das kann irgendwie nicht aufgehen. Dann passt es nicht. Oder man ist bereit, den Preis für eine Veränderung zu ...

Ich denke, das trifft es tatsächlich.
Ich bin durchaus für Umstände und Kompromisse bereit, aber sie müssen irgend ein Ziel haben und ich habe nach einigem Male gemerkt, "ok, für ein halbes Jahr schafft man das", aber dann hieß es "Ich muss nun doch 2 Jahre"......das geht ganz schön ins Geld, ich habe im ersten Monat 350 Euro für Fahrten ausgegeben und das will erstmal verdient sein.

Meine Denkweise ist eben eher: Wenn sie wirklich an mir interessiert gewesen wäre, dann wäre sie einfach hier geblieben. Es gibt genug Jobs in ihrem Segment, die Branche boomt seit Corona.

01.06.2021 09:23 • #7


DieDirekte


113
195
Dann sei konsequent, beende die Beziehung mit ihr und such dir eine Frau in deiner Nähe.

01.06.2021 09:29 • x 1 #8


Gorch_Fock

Gorch_Fock


5083
2
10096
Wie ist denn ihr Invest beim Thema S. Dir gegenüber? Für mich wirkt das sehr ungleich bei Euch.

01.06.2021 09:47 • x 1 #9


Dhomas


12
1
11
Es ist mitnichten so, dass ich etwas Lockeres suche, aber es ist auch so, dass ich flexibel reagiere und abwarten kann, was sich entwickelt, ich mache keinen Druck, stelle keine Forderungen, äußere aber meine Wünsche und Bedürfnisse. Und die passen grundsätzlich mit sowas nur schwer überein, für eine gewisse Zeit kann ich das mit machen, aber es muss Perspektive geben, andernfalls führe ich es eben locker weiter. Ist aber anscheinend überhaupt nicht ihr Ding. Dann hätte sie es aber nicht lockern dürfen, so sehe ich es.

Nun mit körperlichen Dingen, die fehlen mir ganz klar, aber ich hatte sogar den Eindruck, ihr noch mehr, also sie thematisiert diesen Mangel viel häufiger als ich, ich spüre ihn, rede aber kaum darüber, da es ohnehin nichts ändern würde.

01.06.2021 10:00 • x 1 #10


DieDirekte


113
195
Irgendwo seid ihr auch beide ein Stück weit "Beziehungsvermeider" (schon mal sorry für meine Deutlichkeit):

Sie zieht weg (bewegt sich von dir weg, obwohl es passende Jobs in der Nähe gibt).

Du wartest, wartest, wartest, bist kompromissbereit, bist flexibel, eigentlich zuuuu flexibel für einen echten Bindungswunsch.

Im Moment ist es mehr ein "Ge-eiere um den süß-duftenden Partnerschaftsbrei", die Vertrautheit, die Freundschaft.

Sie hat den Vertrag wieder verlängert. Für dich sind es Aufwand und hohe Kosten, zu ihr zu kommen.

Merkst du selbst, wie schief eure Ebene für eine gesunde, normale Beziehung / Partnerschaft ist?

01.06.2021 10:19 • #11


Begonie


799
2532
Ich denke, Euere Beziehung, die ja ohnehin schon in einer Schieflage ist, ist schon dahin. Was soll das auch werden?
Ihr kamt zusammen, aber bereits sehr schnell hing das Damoklesschwert der räumlichen Trennung über Euch. Das führte wohl dazu, dass Du Dich innerlich eher zurückgehalten hast. Du hast gleich festgemacht, dass ein Nachzug für Dich nicht in Frage kommt und so ging die Beziehung halt vor sich hin, wie es Fernbeziehungen halt tun.

Die Fahrerei nach Österreich ohne eigenen PKW - wem soll das was bringen? 6 Stunden Fahrzeit und dazu hohe Kosten, weil Bahnfahren nicht eben billig ist.

Ich glaube, sie hat durchaus gespürt, dass Du weiterhin Dein Ding machtest und Dein Leben weiter lebst. Und daher kommen die Pläne. Sie will Dich festhalten mit Plänen für eine imagninäre gemeinsame Zukunft. Sich also praktisch rückversichern und - so kann ich es mir vorstellen - ihre inneren Ängsten vor einem Abdriften Deinerseits unterdrücken. Pläne schaffen Sicherheit und Perspektive.
Die will sie zwar, verlängert aber gleichzeitig die räumliche Distanz, indem sie ihren Arbeitsvertrag verlängert. Und das tut sie ohne Dich mit einzubinden. Du erfährst es dann irgendwann so nebenbei und wirst damit vom Partner, mit dem sie vordergründig ein gemeinsames Leben anpeilt, zum Informierten degradiert. Hintergründig untertreibt sie nämlich eine Beziehung mit gemeinsamen Wohnort.

Zitat von Dhomas:
Es ist mitnichten so, dass ich etwas Lockeres suche, aber es ist auch so, dass ich flexibel reagiere und abwarten kann, was sich entwickelt, ich mach...

Sie will sich rückversichern, dass Du ihr bleibst.
Zwei Menschen reagieren aufeinander. Sie merkt, dass Du Dich zwar nach ihr richtest, aber innerlich doch im Unverbindlichen bleibst und das wiederum eröffnet ihr die Möglichkeit, zu versuchen, Dich enger an sie zu binden.

Wäre interessant zu wissen, wenn Du der drängende Part wärst? Möglicherweise würde sie dann auf Rückzug gehen.

Für mich stellt sich Eure Beziehung so dar: Man täte ja vielleicht wollen, baut aber zugleich Hindernisse auf wie Wegzug, Deine unverbindliche Haltung, die genau das verhindern.

01.06.2021 10:46 • x 3 #12


Dhomas


12
1
11
Danke für eure Worte.
Ja, es ist dieses Rückversichern, das tat sie aber auch schon auffallend oft, als wir noch zusammen hier waren, "ich warne, dich - such dir keine andere", auch sehr viele Fragen, was ich so am Tag tue und mache und was weiß ich. Ich glaub ich müsste die gleichen Sorgen haben, aber ich vertraue ihr einfach, und ja - ich wäre total eifersüchtig.

Diese beruflichen Pläne, zu verlängern, begründete sie damit, dass sie sagte, sie muss das tun, Projektarbeiten usw. Ich hab dafür vollstes Verständnis, zugleich aber erwarte ich halt auch Verständnis für meine Lage, dieses Hin und Her gefahre ist für mich so zeitaufwändig, dass ich sage, lieber beim Skypen bleiben, so blöd es klingt, letztes Mal hing ich dann da fest, Corona sei dank und es wird sicher nicht einfacher werden. Das Vereinsleben hier fährt langsam auch wieder hoch und ich bin Vereinsmensch, der auch gern unter Leuten ist und vieles mehr.

Meine Idee war es, zu schauen wie es weitergeht, aber sich nicht zu verlieren, das hab ich schon zu oft gemacht - diesen Fehler. Ich bin auch nicht mehr in einer Altersphase, wo ich mich ständig neu aufbauen möchte.

Ich weiß nicht, wie es an ihrem Standort ist, aber ich habe das Gefühl, dort kann man garnicht ankommen, das ist eine reine Arbeiterstadt und eine reine Arbeitergegend, die meisten Leute wohnen ganz woanders und fahren am Wochenende heim, da ist der Hund begraben wo sie wohnt.

Ich bin absolut Freund konkreter Pläne, aber dann müssen sie verbindlich sein auf beiden Seiten und wenn ich merke, dass nur ich verbindlich bin, ..... weiß ich nicht, verliere ich die Motivation zu etwas.

Ich lasse es laufen, wenn sie es beendet, ist es für mich traurig und schade, aber ich von meiner Seite aus empfinde das Defizit für diese Zeit als entbehrbar, so meine Einstellung.

01.06.2021 13:25 • x 1 #13


Gorch_Fock

Gorch_Fock


5083
2
10096
Dhomas, Du blockierst Dich aber letztlich innerlich selber mit dieser "Warmhalteplatte", auf die Du dich stellen lässt. Ein klarer Cut oder Ansprechen (Neudefinition als Freundschaft Plus) wäre hier ratsamer. Ganz ehrlich: Diese Frau hat nur ihre eigenen Ziele im Kopf. Ist ja alles schön und gut, aber ich hätte hier persönlich Null-Bock drauf, wenn eine vermeindliche "Partnerin" nur ihre beruflichen Ziele auf Teufel komm raus durchsetzen will. Sehr oft verbergen sich dahinter auch andere Probleme, die dann bei einem späteren ggf. mal "Zusammenleben" massiv durchschlagen würden. Du erkennst "gute" Partner daran, dass diese schon von Natur aus ein gutes Gefühl für eine "Work-Life-Balance" haben. Das ist bei Deiner absolut nicht der Fall.

01.06.2021 13:32 • x 2 #14


Dhomas


12
1
11
Ist leider richtig, was du schreibst.
Als ihre Projekte starteten, gabs im übrigen auch erheblich weniger Kommunikation, die war faktisch auf Null herunter gedrosselt, während am Wochenende, wo ich hier meine Zeit brauche, ich hab einen großen Garten und habe viele Hobbys, Vereine, ständig angerufen wurde, ständig war was, und ständig war die Bitte ich möge doch nächstes WE kommen oder sie hier her und was weiß ich, das hab ich dann irgendwann auch unterbunden, weil ich sonst zu nichts mehr komme.
Dass sie ihre Ziele verfolgt, habe ich schnell gemerkt - ist übrigens auch der Grund, wieso sie Single ist, denn das macht kaum ein erwachsener Mann dauerhaft mit, sie ist sehr dominant.

Work Life Balance sagt sie selbst, ist im Grunde jetzt noch weniger vorhanden, weil dort wo sie jetzt ist, im Kern nur Arbeiten als einziger Inhalt möglich ist.

Die Themen gingen uns aus - in der Zeit, wo man zusammen ist, hat man Themen gehabt, viel Spaß und ich habe schon gemerkt, einziges Thema sind jetzt bei ihr eben Arbeit, irgendwelche Pläne mit mir, die so weit in der Zukunft liegen.

Mich stört nicht die Distanz, mich stört diese Träumerei in Verbindung mit der Tatsache, dass wir einfach weit weit weg von diesen Dingen sind. Und ich würde gern wieder lockere Gespräche haben, mit Leichtigkeit, und nicht diese schwerwiegenden Planungen, die sowieso nicht realisiert werden können, ich werde hier kein Nest bauen für jemanden, bei dem ich nicht weiß, was in einiger Zeit ist.
Andererseits bin ich noch nicht an dem Punkt, dass es mich so sehr stört, als dass ich irgendwelche Schlussstriche ziehen mag.

01.06.2021 13:37 • x 1 #15



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag