Nachtlicht
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Zitat von AlcedoAttis:Was sagt ihr dazu?
Naja... was würdest du denn selbst zu deiner Geschichte sagen, wenn du sie in einem Forum lesen oder von einer Freundin hören würdest? Würdest du in ihr ein hilfloses Opfer sehen, oder würdest du dich versucht fühlen, an ihre Selbstverantwortung zu appellieren?
Zitat von Heli5:Narzisstischer Missbrauch kann jedem passieren, das hat nichts mit der Persönlichkeitsstruktur des Opfers, sondern mit der des Täters zu tun.
Ganz grundsätzlich möchte ich dir zustimmen... bis zu dem Punkt, an dem man merkt, womit man es zu tun hat. Spätestens ab da kommt dann wohl doch die Persönlichkeitsstruktur des Opfers ins Spiel, denn diese prägt nunmal sehr die Art und Weise, wie man mit seinen Erkenntnissen umgeht und ob bzw. wie Selbtschutzmechanismen greifen. Und wenn man wiederholt an den gleichen Tätertypus gerät, sollte man sich auch fragen, was man selbst dazu beitragen kann, um sich effektiver davor zu schützen.
Zitat von AlcedoAttis:Es ist wieder passiert, mir ist wieder ein Narzisst untergekommen.
Und so war es hier dann wohl auch.
Zitat von AlcedoAttis:Dass nach allem, was ich gelernt habe, ich immer noch auf sie herein falle. Und dabei ist seine Story, seine art typisch.
Zitat von AlcedoAttis:erfuhr ich ganz schnell. Er benutzte fürchterliche Worte
Zitat von AlcedoAttis:Seine Exfreundinnen waren alle verrückt, krank und ausbeuterisch, das erfuhr ich schon beim ersten Treffen. Die letzte Beziehung war erst 2 Monate her, das erfuhr ich beim dritten Treffen, aber da hing ich schon an der Angel.
Dass du da schon "an der Angel" hingst, finde ich eine interessante Formulierung. Es klingt, als wärst du total hilflos ausgeliefert gewesen und hättest gar keine andere Möglichkeit gehabt, als dich in diese Sache hinein zu begeben. Ein Kennenlernen ist aber doch keine Einbahnstraße und du hast auch jederzeit das Recht, dich zurück zu ziehen und es abzubrechen. Ich glaube, für dich wäre es gut dir selbst einzugestehen, dass du da sehenden Auges hinein gegangen und dich auch an den Eskalationen beteiligt hast:
Zitat von AlcedoAttis:Er war wie ein schreiendes kleines Kind, ich war in einer Tour beschäftigt, ihn bei Laune zu halten. Er jammerte und klagte über die ganze Welt. Wir hatten fürchterliche WhatsApp-Verläufe, teilweise auch nachts.
Es gehören doch zwei Menschen dazu, sich die Nächte mit fürchterlichen WA um die Ohren zu schlagen. Du hättest entscheiden können, ihn nicht bei Laune zu halten. Es scheint, als hättest du nie gelernt dich zu entziehen, wenn jemand dich über Gebühr strapaziert. Oft ist das so bei Menschen, deren Grenzen schon in frühester Kindheit nicht geachtet bzw. ständig überschritten wurden. Dies in deiner Therapie zu erarbeiten könnte sehr lohnend für dich werden.
Zitat von AlcedoAttis:Oft hatte ich das Gefühl, dass er nur wegen dem Bericht mit mir zusammen ist. In unserer 2. Woche habe ich ihm bereits eine Präsentation geschrieben, ich musste ihm immer derart viel helfen.
Wieso schreibst du für einen Fremden, den du kaum kennst, eine Präsentation? Weißt du, ein Mann sollte sich um dich bemühen, um deine Gunst, und nicht umgekehrt. So eine Mühe sollte man sich nur für einen Menschen machen, der sich nachhaltig um eine entsprechende Position im eigenen Leben bemüht hat - für einen festen Partner, nicht für jemanden, den man gerade mal zwei Wochen kennt. Das hättest du nicht nur nicht tun müssen, sondern auch besser nicht tun sollen.
Zitat von AlcedoAttis:Wir haben die ganze Woche, teils bis tief in die Nacht gestritten. Wobei Streit hiess, endlose Monologe über Hitlers gute Taten, Drecksasylanten, x. und darüber, wie schlecht, krank und ins Gehirn x. ich bin.
Auch hier mein Rat: erforsche dich selbst um zu ergründen, was dich daran gehindert hat, diesen unwürdigen Zustand zu beenden. Dieser Mann war nur ganz frisch in deinem Leben, du warst nicht mit ihm verheiratet, hattest keinen gemeinsamen Haushalt, nix... aber du hast ihm den Raum gelassen, deine Lebensqualität in ganz kurzer Zeit ganz grandios zu verderben.
Zitat von AlcedoAttis:Ich habe mich die ganze Woche von ihm beschimpfen lassen müssen
Auch hier: du hättest ihn direkt nach den ersten Beschimpfungen aus deiner Wohnung, besser noch aus deinem Leben entfernen können. Es gab nichts außer dir selbst, was dich daran gehindert hat. Er hat diese Höllenwoche mit dir veranstaltet, und du hast sie mitgestaltet.
Zitat von AlcedoAttis:Wir haben 4 Stunden eine höllische Diskussion darüber geführt, bis ich fix und fertig war.
Ich wiederhole mich, so wie sich deine Schilderungen wiederholen: es lag doch in deiner Macht, dich diesen Situationen zu entziehen. Aber du hast ihm zur Verfügung gestanden für seine kranke Sche*ße.
Zitat von AlcedoAttis:Aus irgendwelchen Gründen kam er dann doch noch mal zu mir.
Irgendwelche Gründe, aber am Ende ja doch nur, weil du das zugelassen oder gewollt hast.
Weißt du, dieses schleichende Gift zeichnet sich ja eben dadurch aus, dass es schleichend ist, und dass ihm eine lange Idealisierungsphase voraus geht, sodass das Opfer dann wirklich emotional tief involviert ist und am Haken hängt. Das sehe ich hier bei dir allerdings gar nicht, dafür kanntest du ihn einfach nicht lange genug
Zitat von AlcedoAttis:Aber das Rad fahren und wandern war schön. Er behandelte mich derart gut am Anfang, sowas habe ich noch nie erlebt. Deswegen konnte ich keine Grenze setzen.
Du warst sicher sehr enttäuscht dass er sich nicht als der charmante Radfahrer entpuppt hat, als der er sich in den ersten paar Tagen dargestellt hat. Das ist verständlich und traurig, wenn man ein Kennenlernen früh beenden muss, weil Hoffnungen sich nicht erfüllen. Nun bleibt dir aber immer noch die Frage, wieso du dich weitere Wochen geweigert hast ihn als den Mann zu behandeln, als der er sich dir dann schon sehr, sehr schnell und sehr umfassend präsentiert hat.
Mein Rat an dich wäre (in der Therapie und im Selbsstudium z. B. mit entsprechender Literatur) weiter zu erforschen, woher dein Unvermögen zur Grenzziehung kommt, und was du gegen die starke Bedürftigkeit tun kannst, die dich in die Arme von Männern treibt, die du bereits als ungeeignet identifiziert hast. Auch würde ich dir empfehlen, dich mit (kleinen) Übungen zur angemessenen Grenzziehung zu befassen, einfach um darin etwas klarer und souveräner für dich selbst zu werden. Auch aus diesem Grund habe ich dir oben diese Liste von Anmerkungen zu deinem Bericht aufgeschrieben, Dinge die du selbst hättest anders machen können um dich besser abzugrenzen und zu schützen (manchmal kommt man selbst ja nicht so drauf).

