Zitat von Ella-est-la:Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstehe. Meinst du, dass es Desinteresse ist, was ein solch wohltuendes Verhalten hervorruft
Nein. Als "nichtinteressanten" bezeichne ich jene, die uns nicht triggern. Leider stößt unsere Sprache hier an ihre Grenzen.
Was ich meine ist, dass meines Erachtens immer Flüchtende(r)/Nachlaufende(r), aktive(r)/passive(r) Beziehungsphobiker(in) aufeinander treffen. Die Begegnung wird als extrem starke Anziehung empfunden. Sie triggert uns so sehr, dass das Gefühl "echter", "wahrer" Liebe empfunden wird. Sie ist so tief, so heftig auf allen Ebenenen, der emotionalen (Liebe/Angst), der geistigen (sehr schnell extrem tiefgründige Gespräche), der körperlichen (best S** ever) ....
Im Vergleich dazu treffen wir manchmal - so wir uns überhaupt einlassen - auf Menschen, die dieses Muster nicht haben. Sie sind die "nicht mein Typ" Menschen, sie interessieren uns nicht wirklich in dem Maße wie es unsere Pendant tut. Und hier ist die Grenze der Sprache! Die "komplett uninteressanten" sehen wir ja gleich gar nicht. Und dann gibt es welche, die uns schon irgendwie ansprechen, die "Liebe" ist aber nicht so heftig. Deswegen nenne ich sie die "nichtinteressanten", letztlich aber nur, um den Unterschied aufzeigen zu können. Mein "Neu" ist so einer. Ich mag ihn sehr. Aber ich habe in keinster Weise das Gefühl, verliebt zu sein! Es ist eine Kopfgeschichte, weil ich WEISZ, dass er mir gut tut. Das Gefühl dazu ist RUHE, UNAUFGEREGTHEIT, ENTSPANNTHEIT ... ich spüre MICH nur an der Oberfläche. Da ist keine Leidenschaft, keine Schmetterlinge. Aber eben auch kein Leid, kein Schmerz.
Zitat von Ella-est-la:Das Thema Urvertrauen spielte auch in meinem Fall eine Rolle. Ich habe sie nie entwickeln können, weil ich als Kind emotional alleine klar kommen musste. Das hat mich wohl für immer geprägt.
Hieran erkenne ich, dass das nur Betroffene verstehen! Ich beneide all jene, die mir (auf sich bezogen) sagen "es wird einer kommen", "alles wird gut", etc. Ich frage mich immer wo dieses Urvertrauen herkommt. Klar, aus der Liebe von Eltern und Kind. Wir können das aber nicht nachholen! Ich denke, alle Therapien der Welt, können uns dieses Gefühl nicht geben! Wir können es im Kopf formulieren, aber wir FÜHLEN es nicht! Und da hilft es nichts, wenn wir gesagt bekommen, dass wir darauf vertrauen sollen. Wir wissen es, aber wir fühlen es nicht!
Zitat von Kerstin_2016: Nicht jeder, der Probleme in zwischenmenschlichen Beziehung hat, ist auch gleich ein Narzist. Ich mag dieses Wort eh nicht und rede lieber von "narzistischen Zügen", die auch jeder in sich selbst finden sollte, denn (positiv?!) narzistische Züge hat jeder in sich. Nicht zu verwechseln mit den diagnostizierten Patienten, deren Verlauf bzw. Krankheitsbild eh nur von Fachleuten ausgesprochen werden kann.
Ich bin bei dir! Ich persönlich verwende den Begriff nur dort, wo ich mir sicher bin, dass diese Disgnose herauskäme.
Alle "meine" Männer haben narzisstische Züge. Ich selbst wahrscheinlich auch! Aber drei stachen in meiner Vergangenheit heraus. Durch Lügen, deren Sinnhaftigkeit objektiv nicht nachzuvollziehen ist. Wenn das ganze Leben eine Lüge ist, dann kann man mE nicht mehr vorn "Zügen" sprechen. Einer war dabei, der auf meine Frage, ob er einer sei, sogar stolz verkündete "klar!" Ich hab mal gelesen, dass die Diagnose nicht wirklich gestellt werden kann, da diese Menschen so extrem charismatisch sind und selbst den Psychologen blenden. Und nur wenn einer stolz die Frage danach mit "ja" beantwortet, dann ist er tatsächlich einer. Wobei - mein letzter war viel zu intelligent, um diesen Braten nicht zu riechen! Ein hervorragender Blender!
Zitat von Kerstin_2016:Darüber hinaus durfte ich allerdings erkennen, dass ich selbst (mittlerweile) mich (aktuell) für unfähig halte eine Beziehung einzugehen, breit gefächtert unabhängig der Ebene. Soll heißen selbst Menschen die mir platonisch Interesse zeigen, gebe ich einen Korb oder gehe in die Versenkung
Der Grund dafür liegt mE in der Tatsache, dass wir switchen. Mal sind wir aktiv, dann passiv! Ich GLAUBE, dass Frauen sich häufiger in der passiven Rolle finden, weil wir uns in die aktive gar nicht einlassen! Nachdem für uns die sexuelle Ebene (im Vergleich zu Männern) nicht soooo wichtig ist, lassen wir uns weniger häufig ein. Wir lehnen eine Einlassung schon ab, bevor was entstehen kann. Deswegen wird UNSERE Flucht in diesem Stadium nicht als solche empfunden.
Männer sind stark sexuell getrieben, deshalb spüren wir den Flüchtigen hier viel mehr.
(Das sind jetzt nur Gedanken, Erklärungsversuche, ob richtig oder falsch wird nicht mal wissenschaftlich zu belegen sein, weil es zuviele "Unbekannte" in der Gleichung gibt!)
Zitat von Ella-est-la:Diesmal habe ich "weiser" gewählt und es ist alles andere wie langweilig.
Langweile ist ja subjektiv und nicht meßbar! Mit Langeweile meine ich das Fehlen des Dramas, das uns uns selbst so stark spüren lässt!
Ich fühle mich in meinem Innersten immer nur dann lebendig, wenn ich mich in diesem Drama befinde! Tragische Erkenntnis!

Zitat von DarkSun:Wir sind uns beide neu, müssen uns neu kennenlernen. Den jetzigen Entschluss umzusetzen erfordert fast mehr Kraft als ich habe, ihr geht es ähnlich.
Das kann ich mir lebhaft vorstellen!
Es fehlt der Spaß, die Freude ... es ist furchtbar anstrengend und bringt eine Komponente mit, die Männern nach meiner Erfahrung verhasst ist! Sie werden analysiert! Ganz grauslich!
