Sorry Trajan für meine späte Antwort!
Zitat von Trajan:Ja das ist so. Was folgt daraus?
Dann erzähl ich dir eine Geschichte!
Es geht um A und B. Beide haben in ihrer Kindheit nicht die Liebe von ihren Eltern bekommen, die sie eigentlich aufgrund der Gegebenheit "Eltern - Kind" bekommen hätten sollen. Die Eltern waren vielleicht physisch abwesend, vielleicht auch nur einer der beiden, etwa weil der andere die Familie verlassen hat. Waren sie vordergründig zwar anwesend, konnten sie aber keine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen, etwa, weil sie den Verlust eines Kindes, eines Gefährten oder sonst schwerwiegende und schmerzhafte Erfahrungen gemacht hatten, so waren sie trotzdem - emotional für das Kind - abwesend. Das Kind konnte sich nicht orientieren. Erfuhr keine emotionale Bindung. Kennt aber das Gefühl des Verlustes. Es hat nie gelernt, wie sich Liebe tatsächlich anfühlt. Ganz schlimm wird es, wenn Gewalt, Dro., Alk. im Spiel war. Das kann zwischen Eltern, Eltern/Kind oder nur einem Elternteil/Kind stattgefunden haben. Das Kind hörte vielleicht nie, dass es geliebt wird, oder was noch schlimmer ist, das Kind bekam gesagt, dass es geliebt wurde, aber das Gefühl das es hatte, stimmt mit dem gesagten nicht überein.
Das Kind gierte nach Liebe und empfand den Schmerz der Abweisung. Die Verwirrung war perfekt. Denn der Schmerz gehörte zu dem was Liebe genannt wurde. Die einzige Form von gefühlter Anerkennung waren gute Schulnoten.
Als Erwachsener entschied das Kind A unterbewusst, den Schmerz nicht mehr spüren zu wollen und lies sich nur insoweit auf andere Menschen ein, als es die Dosis kontrollieren konnte. Gleichzeitig sehnte es sich nach einer Zweierbeziehung, die doch so erfüllend sein müsste! Kind B wollte die Defizite seiner Kindheit wettmachen und beschloss, alles anderes zu machen. Es wollte Liebe schenken und Liebe bekommen. Es läuft durch die Welt und erklärt jedem, dass es der absolute Beziehungsmensch sei und dass der Lebensmittelpunkt die Familie ist. Das fatale daran ist, dass Kind B einzig und allein gelernt hat, dass Liebe mit Schmerz und Leid verbunden war.
Tatsächliche Liebe kennen beide nicht. In ihnen keimt die Angst des Verlassen werdens. Diese Angst sitzt so tief. Nichtsdestotrotz wünschen sie sich ENDLICH geliebt zu werden.
A und B treffen aufeinander. Ein Feuerwerk! Beide sehen sich so sehr nach Liebe, dass es das was sie fühlen, sein muss! Die Gespräche sind tiefsinnig, der Sex großartig, die Gefühle tanzen.
A, der in deinem Innersten sowieso beschlossen hat, niemanden wirklich an sich ranzulassen, spürt aufgrund dieser Situation dann allerdings recht rasch, die ersten Fluchttendenzen. Es wird eng. A distanziert sich nur ein klein wenig, um die aufkeimenden Gefühle, die im innersten seine Angst vor Nähe darstellen, zu unterdrücken. B, der in Wahrheit dieselbe Angst in sich trägt, spürt die Gefühle seiner Kindheit. DAS muss Liebe sein, das kennt er! Rational versteht B natürlich nicht, warum A sich distanziert. Aber B hat nichts anderes gelernt, es fühlt sich in seinem Unterbewusstsein völlig normal an! Er fängt an, B nachzulaufen, wie er das schon bei Vater oder Mutter gemacht hat. Je mehr er sich bemüht, desto mehr fühlt A den Druck. Es kommt, wie es kommen muss, A verschwindet, entweder kommentarlos - weil er ja gar keine rationale Begründung hat und eigentlich gar nicht weiß, was er B erklären soll. Oder A erzählt B irgendwas! Klammern und Bedürftigkeit des B bieten sich besonders an.
B leidet tausend Tode, rational ist er zornig, ärgert sich. Aber emotional kennt er es nicht anders! Wie auch den Eltern zwangsläufig jede Tat vergeben wurde, würde B dem A alles verzeihen.
Eines Tages, auf einer Party, treffen einander A und B wieder. Diese magische Anziehungskraft - die das Spüren des gleichen Schmerzes darstellt - muss Seelenverwandtschaft darstellen.
Das Spiel beginnt von vorne.
Zitat von Trajan:es war aber auch schwierig.
Irgendwann mal trifft B C. Aber jetzt, das muss es sein! Wieder ist da eine Vertrautheit die magisch sein muss. Ein Feuerwerk. Kurze Zeit später distanziert sich auch C. B läuft C nach ... weiter geht's wie oben - ersetze A durch C.
Zitat von Trajan:habe mir viel gefallen gelassen.
Überraschung!
Zitat von Trajan:Am Schluss wurde ich von ihrer Mutter durch Unterstellungen und Lügen rausgeekelt.
Anzunehmender Weise hat diese lügende Mutter sie erzogen?!
Zitat von Trajan:nicht mehr Achterbahn fahren zu müssen.
Siehe oben.
Zitat von Trajan:Eigentlich suche ich eher nach einer verlässlichen und stabilen Beziehung.
Wie alle B's!