DarkSun
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Zitat von tesa:Das ist mir zu abstrakt!
Das Kind hat damals die Situation erlebt. Die Erwachsene tut es heute.
Aber ich freue mich für jeden, der was psssendes findet!
Diese ganze innere-Kind Idee ist mir bis vor nicht allzu langer Zeit sehr suspekt gewesen, allein das Wort konnte ich nicht annehmen, war mir zu psychologisiert und irgendwie kitschig verklärt.
Das wir Verletzungen aus der Kindheit mitnehmen, ok.
Aber irgendwie trifft es das dann doch sehr genau. All das was du als Erwachsener erlebst, wie du einfach alles interpretierst, durch welchen Filter du die Welt grundsätzlich betrachtest (Stichwort Urvertrauen), die Menschen die dir begenen wahrnimmst, wie du auf sie reagierst, vor allem die unbewußten Reaktionen .. kommen aus der Kindheit. Aus dem was wir aus dem Vorleben unserer Eltern gelernt haben, aus all den kleinen und großen Verletzungen.
Aber das weißt du ja selbst sehr gut.
Die psychologische Herangehensweise . . . ich tue mich damit auch sehr schwer. Mein inneres Kind in den Arm zu nehmen, zu trösten, anzunehmen, die alten Verletzungen zu spüren . . . puh . . . das geht mächtig in die Kitschgrenze.
Doch (fast) jedesmal wenn ich das tue, macht es etwas mit mir. Eigentlich bringt es mich hauptsächlich zum weinen (was ich sonst so gut wie nie konnte), berührt ganz tief etwas in mir. Schafft es konkret für mich eigentlich unlösbare Situationen anzunehmen, sie zumindest zum Teil und für den Moment aufzulösen.
Das was du heute erlebst, was du glaubst bewußt zu entscheiden, die Männer die in die eine oder andere Richtung rennen, die Partner für die du dich entscheidest oder die du an dich heranläßt . . . all das passiert doch nicht ohne Grund.
Dabei scheint es keine "Erwachsenen Herangehensweise" zu geben. Mit dem Verstand können wir bestenfalls verstehen warum das alles prinzipiell so ist, uns entscheiden Dinge zu tun oder zu lassen. Wirklich heilen können wir damit nichts, maximal verbessern . . bis zum nächsten Crash, der uns zeigt, das sich wohl doch nicht viel verändert hat.
Wie oft haben wir versucht durch Verstand und Erkennen all das zu lösen? Ich kanns nicht mehr zählen. Ich bins leid mich ständig im Kreis zu drehen, mir und anderen weh zu tun, ungerecht zu sein, meine Wut in die Welt zu schleudern, aus Angst ständig vor mir selbst wegzurennen, mich selbst zu verschließen, mich zuzudröhnen, zu betäuben, um all das irgendwie ertragen zu können.
Was ist, wenn es keinen anderen (bisher bekannten) Weg gibt, als in die Vergangenheit zu reisen, und kitsch-hin-oder-her, seine Kindheitsphasen (und nichts anderes ist das innere Kind) anzunehmen, zu trösten, . . . all das zu tun was unsere Eltern so sträflich vernachlässigt haben? Für uns selbst da zu sein (nichts anderes ist Selbstliebe).
Etwas sehr angenehmes, was sich für mich daraus ergeben hat: ich bin nicht mehr allein. Es gibt einen (immer noch holprigen) inneren Dialog, einen ständigen Austausch. Das macht es auch leichter in Situationen wo es erforderlich ist ins Kindes- oder Erwachsenen-Ich zu switchen. Damit ist die Gewalt gegen mich selbst etwas rausgenommen. Etwas, weil ich damit auch noch ziemlich am Anfang stehe, ich das ganze immer noch irgendwo kitschig überpsychologisiert finde. Und trotzdem, es fühlt sich an wie das fehlende Glieed. Schafft einen Zugang und eine Weichheit, die ich so noch nicht hatte.
Ich hoffe ich hab deinen Einwand nicht mal wieder falsch verstanden Tes