Hoffnung67
Gast
ich hatte vor einigen Wochen einen Beitrag hier (Hoffen und bangen) der sich um die Trennung und das Wiederzusammenkommen mit meinem Partner drehte.
Nun bin ich leider an einem Punkt angekommen, an dem es so für mich bald nicht mehr weitergeht, da mein Selbstwertgfühl immer kleiner wird.
Mein Freund hatte schon seit Beginn unserer Beziehung im Januar 2014 Probleme seine Aggressionen zu kontrollieren, die sich zwar nicht gegen mich richteten, aber ihn kleinste Anlässe zum Ausrasten brachten. Ganz besonders verheerend war und ist sein Verhalten im Straßenverkehr, wo er zum absoluten Rüpel mutiert.
Seit wir wieder zusammen sind (seit ca. 5 Wochen, waren ca. 1 Monat getrennt) tritt er mir gegenüber immer respektloser auf und kommentiert alles und kritisiert mich, und das in einem harschen Ton, sodass ich jedesmal total eingeschüchtert bin. Das Fatale ist, dass ich nun jede meiner Handlungen genau überdenke, um ihn ja nicht wütend zu machen.
Oft sind es Banalitäten, die ihn stören, wie zum Beispiel, wenn ich die Milchflasche falsch in den Kühlschrank stelle. Oder kürzlich kam er total vorwurfsvoll aus dem Bad und fragte mich, warum ich ein großes Duschhandtuch genommen habe und kein kleines. Ich fühl mich dann immer total klein und hilflos, reagiere mal aufbrausend, mal defensiv und suche dann die Schuld bei mir.
Dazu muss man sagen, dass ich früher einen Pflegevater hatte, der genau dieses Verhalten aufwies; ich wurde ständig abgewertet und als Trottel dargestellt.
Ich fühle mich nun mit meinem Freund genau wieder in dieser Rolle und bin sehr unglücklich.
Am Wochenende war es ganz schlimm; da fuhr ich mit dem Bus zu ihm, und er wollte mich an einer bestimmten Haltestelle abholen. Dort wartete ich auf ihn, doch er fand mich nicht und wurde immer ungehaltener am Telefon. Irgendwann kam er dann, begrüßte mich nicht und rastete aus, weil ihm, wie so oft, die anderen Autos zu langsam fuhren. Ich wäre am liebsten gleich wieder nachhause gefahren, und beklagte mich bei ihm, dass ich mich überhaupt nicht willkommen fühle. Daraufhin meinte er, er würde gleich wieder runterkommen, was dann eine halbe Stunde dauerte.
Er sagt mir oft, er sei Dr. Jekyll und Mr. Hyde, und leider muss ich ihm zustimmen, da er oft so unberechenbar ist, ein richtiges Ekel, andererseits aber der liebevollste und zärtlichste Mann sein kann. Für ihn ist es eben so, dass er ein Ar. sein kann, und damit ist es gut.
Leider lässt er sich dazu noch seit einiger Zeit sehr gehen; er wird nun richtig dick. Ich dagegen bin durchaus noch attraktiv und achte sehr auf meine Figur. Als ich ihn ganz lieb fragte, ob er zugenommen hätte, bejahte er das, aber das wars dann auch. Es wird weiter regelrecht "gefressen", ohne an die Folgen zu denken (er hat eine Fettleber.) Von der Optik mal ganz abgesehen.
Was soll ich jetzt nur machen? Ich möchte mich eigentlich nicht trennen, da ich das letzte Mal da so gelitten habe und sehr um ihn gekämpft habe. Aber so stirbt meine Liebe immer mehr, manchmal denke ich auch, dass es vielleicht gar keine Liebe ist, sondern emotionale Abhängigkeit. Denn immer wenn er wütend wird, gerate ich in große Not, aus Angst, er könne sich trennen.
Was ratet Ihr mir?
Lieben Dank fürs Lesen.
