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Borderlinerin trennt sich

Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von Finii:
Es ist Wahnsinn immer das gleiche zu machen und auf ein anderes ergebnis zu hoffen hat er letztens gesagt.

Das ist ein Zitat von Einstein.
"Die Definition von Wahnsinn ist ,immer das gleiche zu tun und dabei ein anderes Ergebnis zu erwarten" ...soweit ich es im Kopf habe.
Ich muss leider sagen, dass ich dieses Zitat immer sehr gut fand und in vielen Bereichen sehr passend.

Danke nochmal für deine Einblicke.

Was würdest du zu diesem Teil sagen ?

Zitat von Zweizelgänger:
Das Vertrauen, das ich immer dachte dass es da ist, kommt mir heute wie gespielt vor.
Als wäre es nie wirklich dagewesen.

04.01.2020 23:06 • #496


Finii


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Zitat von Zweizelgänger:
Das ist ein Zitat von Einstein.
"Die Definition von Wahnsinn ist ,immer das gleiche zu tun und dabei ein anderes Ergebnis zu erwarten" ...soweit ich es im Kopf habe.
Ich muss leider sagen, dass ich dieses Zitat immer sehr gut fand und in vielen Bereichen sehr passend.

Danke nochmal für deine Einblicke.

Was würdest du zu diesem Teil sagen ?



Ja genau, so geht es eigentlich das Zitat. Recht hat er damit auf jeden Fall. Das komische ist, für mich war es immer irgendwie anders und nie gleich.

In welchem Zusammenhang meinst du den Satz mit dem Vertrauen? Meinst du ihr Vertrauen?

04.01.2020 23:53 • #497


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Guten Morgen,

ja ich meinte ihr Vertrauen.

Was mein Vertrauen angeht, war es ja eigentlich so, dass es sogar irgendwie mit jedem Drama, Streit und möglichem Beziehungsabbruch sogar stieg.
Ich gewöhne mich irgendwann daran und fing an es nichtmehr so extrem ernst zu nehmen.
Ich hatte den Eindruck, dass sie selbst merkte, dass sie etwas unternehmen musste und das sagte sie mir auch so.

Heute würde ich sagen, dass es vielleicht sogar mein größter Fehler war, mich trotz allem in Sicherheit zu wiegen, aber dadurch dass nach diesen Phasen die Beziehung jedesmal wieder sehr gut funktionierte und man sich wieder sehr nah war, dachte ich irgendwie immer, dass wir das schon hinbekommen.

Leider kam es dann so, dass sie, wieder ohne irgendeinem ersichtlichen Grund, ohne Gespräch und ohne Irgendwas die Beziehung endgültig beendete. Direkt dem nächsten hinterherlief und plötzlich so tat als hätte es uns nie gegeben, nurnoch unterwegs war und das blühende Leben war.
Dadurch, dass ich aber an dieses Auf und Ab gewöhnt war, brach da für mich eine Welt zusammen.
Ich war immer für sie da, habe alle Launen ausgehalten (bis ich beim Arzt gelandet bin, weil ich ständig unglaublich müde war), hatte versucht mit his einen Weg zu finden damit sie glücklich ist, mit ihr geredet, sie in Ruhe gelassen, sie unterstützt wo es ging.
Ich verstand gar nichts mehr.

Wirklich erholt habe ich mich bis heute nicht davon. Oft fehlt sie mir noch, bzw eben dieser Teil der halbwegs berechenbar ist und bestimmt sehr tief fühlt.
Sie sagte einmal zu mir, dass tiefes fühlen Schwäche sei, was ich absolut nicht so sehe, sondern für Stärke halte.
Sie meinte auch sie hätte mich nie geliebt, wobei ich weiß, dass es anders war.
Sie meinte wohl auch, dass ich sie zu sehr geliebt hätte, von dem ich glaube, dass das gar nicht geht.
Diese Aussage habe ich allerdings von ihrer besten Freundin, die auch eine sehr gute Freundin von mir war.

All das macht einfach einen Knoten im Kopf bzw in den eigenen Gefühlen.

05.01.2020 07:17 • x 1 #498


Nostraventjo

Nostraventjo


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Zitat von Zweizelgänger:
Guten Morgen, ja ich meinte ihr Vertrauen. Was mein Vertrauen angeht, war es ja eigentlich so, dass es sogar irgendwie mit jedem Drama, Streit und möglichem Beziehungsabbruch sogar stieg. Ich gewöhne mich irgendwann daran und fing an es nichtmehr so extrem ernst zu nehmen. Ich hatte den Eindruck, dass sie selbst merkte, dass sie etwas unternehmen musste und das sagte sie mir auch so. Heute würde ich sagen, dass es vielleicht sogar mein größter Fehler war, mich trotz allem in Sicherheit zu wiegen, aber dadurch dass nach diesen Phasen die Beziehung jedesmal wieder sehr gut ...


Du erinnerst mich sehr an meinen Freund.
Der brauchte lange um mit mir klar zu kommen. Ich glaube, ich habe ihn Jahre ganz schön in die Verzweiflung getrieben, umgekehrt ist er aber auch kein einfacher Mensch.

Richtig gut läuft es erst seid ich in Therapie bin und reflektieren kann, er sieht meine Fortschritte und äußert das auch.

Bei mir war es oft meine unzufriedenheit wegen der ich rum genörgelt habe am allem und jedem, das ging ihm irgendwann tierisch auf den nerv. Ich selbst hab das nie gemerkt.

Aber da ich mich jetzt von "aussen" gut selbst beobachten kann und auch muss, da ich meinem kleinen Menschlein nicht das selbe antun möchte wie meine Mutter mir, läuft es immer besser.

Es braucht nur einige Zeit. Ich geh jetzt etwa 8 Monate in Therapie, ohne Medikamente. Habe zusätzlich Probleme mit dem frontalen Cortex, der bei Missbrauch oft weniger entwickelt ist, man munkelt das daher Auffälligkeiten wie Borderline her rühren da dort Emotionen und Impulse gesteuert werden.

Wie auch immer, ohne Therapie geht es nicht, da auf eine Änderung zu hoffen ist für mich unmöglich.

05.01.2020 08:42 • x 1 #499


SamTyler

SamTyler


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Zitat von Zweizelgänger:
Was mein Vertrauen angeht, war es ja eigentlich so, dass es sogar irgendwie mit jedem Drama, Streit und möglichem Beziehungsabbruch sogar stieg.
Ich gewöhne mich irgendwann daran und fing an es nichtmehr so extrem ernst zu nehmen.
Ich hatte den Eindruck, dass sie selbst merkte, dass sie etwas unternehmen musste und das sagte sie mir auch so.
Heute würde ich sagen, dass es vielleicht sogar mein größter Fehler war, mich trotz allem in Sicherheit zu wiegen, aber dadurch dass nach diesen Phasen die Beziehung jedesmal wieder sehr gut funktionierte und man sich wieder sehr nah war, dachte ich irgendwie immer, dass wir das schon hinbekommen.
Leider kam es dann so, dass sie, wieder ohne irgendeinem ersichtlichen Grund, ohne Gespräch und ohne Irgendwas die Beziehung endgültig beendete.

Ohje... Mir ging es ganz genauso damals am Anfang der Freundschaft. Ich sehe es noch genau vor mir, wie ich dachte "Hmm, sie ist schon sehr komisch. Einen Tag so und dann am nächsten Tag ganz anders. Einen Schritt vor, zwei Schritte zurück. Naja, ich komme damit klar, ich weiß ja jetzt wie es läuft...". Großer, grober Fehler!

Auch ich hatte den Eindruck, dass sie selbst merkte, dass ja etwas bei ihr nicht stimmt und sie etwas dagegen unternehmen wird. Sie sprach ja immer von den Lehren des Eckhart Tolle, der sie gerettet habe.... Das klang schon reflektiert, als sie mir diverse Lebensweisheiten von ihm oder woanders her sagte.... Aber es war irgendwie so, als würde sie um den heißen Brei herumreden. Aber ich habe leider auch nie nachgefragt, was mit ihr denn nicht stimmt. Selbst da nicht, wo sie meinte, die anderen Männer hätten früher mit ihr geredet wenn ihnen was nicht klar war. Das kann ich mir also ankreiden.

Ich sage definitiv, dass es mein größter Fehler war mich in Sicherheit zu wiegen, weil die Freundschaft stärker wurde und das Gefühl sich wieder ein Stück näher gekommen zu sein, was sie mir auch sagte, wenn wir uns ausgesprochen hatten! Ein ebenso großer Fehler von mir war, ihr zu glauben als sie sagte "Wir schaffen das!". Denn damit hatte sie mich quasi "überzeugt", dass wirklich immer alles gut zwischen uns ist, wie sie immer sagte!

Die Gründe fürs beenden der Freundschaft hat sie mir ja genannt (Selbstschutz, Angst sich zu verlieren, sich nicht stark genug fühlen gegen diese Ängste anzukämpfen, sich nicht abhängig fühlen wollen von mir, etc.) und gesprächsbereit war sie auch, denn sie wollte ja den Kontakt zu mir halten! Nur in diesen Gesprächen kam es mir so vor, als wenn sie mir zwar erklären konnte, dass ihre Gefühle echt waren in dem Moment wo sie etwas gesagt oder geschrieben hat, aber sie konnte bzw. wollte mir nicht erklären, wieso sie jetzt anders "fühlt". Sie sprach davon "alles wäre durchs fliegen entstanden" durch die "Dro-ge". Und Dro-gen wären ja generell schlecht. Damit hat sie zwar Recht, aber auch da habe ich nicht nachgefragt, wie sie das meinte.... Rückwirkend gesehen, waren diese beiden Gespräche nach dem zweiten Ende viel zu früh.

Zitat von Zweizelgänger:
Dadurch, dass ich aber an dieses Auf und Ab gewöhnt war, brach da für mich eine Welt zusammen.

Denn mir ging es genauso! Sie bat ja drum, dass wir es jeder für sich erstmal verarbeiten können und sich setzen lassen können. Nur ich stand komplett unter Schock und konnte nicht vernünftig denken und handeln! Panik! Enorme Verlustangst! Du kennst es ja sicherlich auch, dieses von 100 auf 0. Und genau das war passiert zwischen uns. Tagtäglicher intensiver Kontakt und dann nichts mehr. Es reist dir die Seele raus, du verstehst nicht, was gerade passiert ist und fühlst dich unvollständig! Willst den Teil zurück, den sie die genommen hat! Wäre das zweite Gespräch z.B. 1-2 Wochen später gewesen, ich hätte ganz anders gehandelt, alles wäre ganz anders verlaufen und es wäre nicht zum Kontaktabbruch gekommen.

Zitat von Zweizelgänger:
Wirklich erholt habe ich mich bis heute nicht davon. Oft fehlt sie mir noch, bzw eben dieser Teil der halbwegs berechenbar ist und bestimmt sehr tief fühlt.

Da kann ich mitfühlen, mir gehts genauso. So ganz heilen wird dieser Schmerz wohl leider nie, egal wieviel Zeit vergeht. Denn sie haben tiefe Narben auf unserem Herz und Seele hinterlassen...
Diesen halbwegs berechenbaren Teil von ihr, der tief fühlt(e), wieder zu erreichen ist ja mein Ziel (gewesen).

Zitat von Nostraventjo:
Ich glaube, ich habe ihn Jahre ganz schön in die Verzweiflung getrieben, umgekehrt ist er aber auch kein einfacher Mensch. Wie auch immer, ohne Therapie geht es nicht, da auf eine Änderung zu hoffen ist für mich unmöglich.

Der erste Satz hätte auch von K. geschrieben worden können.

05.01.2020 11:11 • x 1 #500


Nostraventjo

Nostraventjo


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Zitat von SamTyler:
Ohje... Mir ging es ganz genauso damals am Anfang der Freundschaft. Ich sehe es noch genau vor mir, wie ich dachte "Hmm, sie ist schon sehr komisch. Einen Tag so und dann am nächsten Tag ganz anders. Einen Schritt vor, zwei Schritte zurück. Naja, ich komme damit klar, ich weiß ja jetzt wie es läuft...". Großer, grober Fehler!

Auch ich hatte den Eindruck, dass sie selbst merkte, dass ja etwas bei ihr nicht stimmt und sie etwas dagegen unternehmen wird. Sie sprach ja immer von den Lehren des Eckhart Tolle, der sie gerettet habe.... Das klang schon reflektiert, als sie mir diverse Lebensweisheiten von ihm oder woanders her sagte.... Aber es war irgendwie so, als würde sie um den heißen Brei herumreden. Aber ich habe leider auch nie nachgefragt, was mit ihr denn nicht stimmt. Selbst da nicht, wo sie meinte, die anderen Männer hätten früher mit ihr geredet wenn ihnen was nicht klar war. Das kann ich mir also ankreiden.

Ich sage definitiv, dass es mein größter Fehler war mich in Sicherheit zu wiegen, weil die Freundschaft stärker wurde und das Gefühl sich wieder ein Stück näher gekommen zu sein, was sie mir auch sagte, wenn wir uns ausgesprochen hatten! Ein ebenso großer Fehler von mir war, ihr zu glauben als sie sagte "Wir schaffen das!". Denn damit hatte sie mich quasi "überzeugt", dass wirklich immer alles gut zwischen uns ist, wie sie immer sagte!

Die Gründe fürs beenden der Freundschaft hat sie mir ja genannt (Selbstschutz, Angst sich zu verlieren, sich nicht stark genug fühlen gegen diese Ängste anzukämpfen, sich nicht abhängig fühlen wollen von mir, etc.) und gesprächsbereit war sie auch, denn sie wollte ja den Kontakt zu mir halten! Nur in diesen Gesprächen kam es mir so vor, als wenn sie mir zwar erklären konnte, dass ihre Gefühle echt waren in dem Moment wo sie etwas gesagt oder geschrieben hat, aber sie konnte bzw. wollte mir nicht erklären, wieso sie jetzt anders "fühlt". Sie sprach davon "alles wäre durchs fliegen entstanden" durch die "Dro-ge". Und Dro-gen wären ja generell schlecht. Damit hat sie zwar Recht, aber auch da habe ich nicht nachgefragt, wie sie das meinte.... Rückwirkend gesehen, waren diese beiden Gespräche nach dem zweiten Ende viel zu früh.


Denn mir ging es genauso! Sie bat ja drum, dass wir es jeder für sich erstmal verarbeiten können und sich setzen lassen können. Nur ich stand komplett unter Schock und konnte nicht vernünftig denken und handeln! Panik! Enorme Verlustangst! Du kennst es ja sicherlich auch, dieses von 100 auf 0. Und genau das war passiert zwischen uns. Tagtäglicher intensiver Kontakt und dann nichts mehr. Es reist dir die Seele raus, du verstehst nicht, was gerade passiert ist und fühlst dich unvollständig! Willst den Teil zurück, den sie die genommen hat! Wäre das zweite Gespräch z.B. 1-2 Wochen später gewesen, ich hätte ganz anders gehandelt, alles wäre ganz anders verlaufen und es wäre nicht zum Kontaktabbruch gekommen.


Da kann ich mitfühlen, mir gehts genauso. So ganz heilen wird dieser Schmerz wohl leider nie, egal wieviel Zeit vergeht. Denn sie haben tiefe Narben auf unserem Herz und Seele hinterlassen...
Diesen halbwegs berechenbaren Teil von ihr, der tief fühlt(e), wieder zu erreichen ist ja mein Ziel (gewesen).


Der erste Satz hätte auch von K. geschrieben worden können.


Bei uns war es ganz wichtig, lernen miteinander zu reden. Über Gefühle, über Bedürfnisse usw.

Ich vorallem musste lernen zu erklären wie ich mich fühle und warum. Und nicht einfach wie eine Abrissbirne meine Laune auf andere los lassen.

In den meisten Fällen war meine Wut oder schlechte Laune nämlich gar nicht auf den Partner bezogen sondern hatte einen anderen Grund.
Aber man lässt es am Partner ab, bzw kann es nicht verbergen. Und das führt ganz schnell zu Streit weil der andere gar nicht versteht was los ist.

Ich selbst brauchte lange um zu verstehen dass das Problem an mir lag und nicht an den anderen. Das gewisse Kleinigkeiten als Trigger ausreichen um meine Laune zu kippen. Gerüche, Geräusche, Situationen, selbst Gedanken reichen aus und dann setzt sich ein schwerer Klotz auf meinen ganzen Körper und ich kann nichts dagegen tun.

05.01.2020 11:24 • x 1 #501


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von SamTyler:
Mir ging es ganz genauso damals am Anfang der Freundschaft.

Ich muss sagen, dass ich irgendwie bei dir nicht durchblicke.
Um was geht es ?
Freundschaft oder Beziehung ?

Zitat von Nostraventjo:
Ich selbst brauchte lange um zu verstehen dass das Problem an mir lag und nicht an den anderen. Das gewisse Kleinigkeiten als Trigger ausreichen um meine Laune zu kippen. Gerüche, Geräusche, Situationen, selbst Gedanken reichen aus und dann setzt sich ein schwerer Klotz auf meinen ganzen Körper und ich kann nichts dagegen tun.

Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
Also eben beide Seiten.

Wie oft habe ich versucht, ihr eine Therapie anzuraten. Erfolglos leider.
Wie waren eigentlich ein gutes Team, dachte ich...
Ob sie jetzt jemanden an ihrer Seite hat, der sie sieht und versteht, kann ich mir ehrlich gesagt nur wenig bis gar nicht vorstellen.
Ich glaube, dass das alles eher wieder nach ihrem bekannten Muster abläuft. Mit Verdrängung und irgendwann wird das dann wieder nichtmehr klappen und alles geht von vorne los.
Traurig eigentlich.

Zitat von Nostraventjo:
Habe zusätzlich Probleme mit dem frontalen Cortex, der bei Missbrauch oft weniger entwickelt ist, man munkelt das daher Auffälligkeiten wie Borderline her rühren da dort Emotionen und Impulse gesteuert werden.

Wurde das so festgestellt..?
Habe davon gelesen und finde es wirklich unfassbar, was so Menschen schon in frühester Kindheit angetan wird.

05.01.2020 11:48 • x 1 #502


Nostraventjo

Nostraventjo


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Zitat von Zweizelgänger:
Ich muss sagen, dass ich irgendwie bei dir nicht durchblicke.
Um was geht es ?
Freundschaft oder Beziehung ?


Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
Also eben beide Seiten.

Wie oft habe ich versucht, ihr eine Therapie anzuraten. Erfolglos leider.
Wie waren eigentlich ein gutes Team, dachte ich...
Ob sie jetzt jemanden an ihrer Seite hat, der sie sieht und versteht, kann ich mir ehrlich gesagt nur wenig bis gar nicht vorstellen.
Ich glaube, dass das alles eher wieder nach ihrem bekannten Muster abläuft. Mit Verdrängung und irgendwann wird das dann wieder nichtmehr klappen und alles geht von vorne los.
Traurig eigentlich.


Wurde das so festgestellt..?
Habe davon gelesen und finde es wirklich unfassbar, was so Menschen schon in frühester Kindheit angetan wird.


Ja, durch ein MRT bei einem Neurologen. Dem ist das sofort aufgefallen auf dem Bild und er hat mich direkt zu einer Neuropsychologin geschickt.

Ich hatte das mrt machen lassen weil ich endlich wissen wollte was mit mir los ist. Man merkt und weiß ja selbst irgendwo das irgendwas nicht stimmt mit einem, wenn man immer Probleme mit Menschen hat und sich nicht anpassen kann.

Und da Therapeuten mir nie helfen konnten weil sie keine Symptomatik bei mir festgestellt haben da ich so abgeklärt wirkte und mein Leben ja im Griff hatte, entschloss ich mich mein Hirn mal komplett durch checken zu lassen.

Für viele Verhaltensweisen habe ich auch nie Worte gefunden bzw das in Therapie nicht erwähnt da ich der Meinung war es sei normal und nicht erwähnenwert.

Dachte ja auch lange das ich eine schöne Kindheit hatte, das ist aber ein Trugbild gewesen um sich zu schützen.
Der Schleicher viel erst, nachdem ich den Kontakt zu meiner Mutter abbrach und anfing, alles auf zu arbeiten. Nicht schön, wenn man merkt das man sich eine Phantasievorstellung geschaffen hat um sich vor der Wahrheit zu schützen.

Bzw das der Umgang zuhause eben nicht normal gewesen ist.

05.01.2020 12:11 • x 2 #503


Finii


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Zitat von Nostraventjo:
das man sich eine Phantasievorstellung geschaffen hat um sich vor der Wahrheit zu schützen.


Das hab ich auch immer. Jetzt wo du es schreibst wird es mir bewusst. Mein Vater ist damals mit dem für mich gesparten Geld mit einer anderen Frau abgehauen als ich 13 war. Ich hab jedem erzählt, er ruft mich immer an und kümmert sich. Hat er aber nie wieder.

05.01.2020 12:22 • x 1 #504


SamTyler

SamTyler


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Zitat von Nostraventjo:
Bei uns war es ganz wichtig, lernen miteinander zu reden. Über Gefühle, über Bedürfnisse usw.
Ich vorallem musste lernen zu erklären wie ich mich fühle und warum. Und nicht einfach wie eine Abrissbirne meine Laune auf andere los lassen.
In den meisten Fällen war meine Wut oder schlechte Laune nämlich gar nicht auf den Partner bezogen sondern hatte einen anderen Grund.
Aber man lässt es am Partner ab, bzw kann es nicht verbergen. Und das führt ganz schnell zu Streit weil der andere gar nicht versteht was los ist.
Ich selbst brauchte lange um zu verstehen dass das Problem an mir lag und nicht an den anderen. Das gewisse Kleinigkeiten als Trigger ausreichen um meine Laune zu kippen. Gerüche, Geräusche, Situationen, selbst Gedanken reichen aus und dann setzt sich ein schwerer Klotz auf meinen ganzen Körper und ich kann nichts dagegen tun.


Dieses miteinander reden finde ich auch sehr wichtig und ich ärgere mich, dass ich dies mit ihr nicht wirklich gemacht habe. Aber sie konnte mir ja sowieso nicht erklären wieso sie sich so oder anders fühlt und warum, weil sie meinte, dies würde ich dann wieder anzweifeln im Zusammenhang mit den anderen Sachen die sie gesagt habe.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es bei ihr auch so war, dass ihre Wut oder schlechte Laune nicht auf mich bezogen war, sondern auf sich selbst oder einen anderen Grund hatte. Ein paar mal hat sie es versucht zu erklären und das habe ich dann verstanden. Das "Maximum" was man erreichen kann, haben wir ja erreicht, indem ich sie einfangen konnte, was sie immer wieder so schön fand!

Sie hat es ja dann auch an mir ausgelassen und ich konnte es anfangs nicht verstehen. Ich weiß, dass ich sie ja am getriggert habe am 4.11.2019, nachdem sie in ihre alten Muster gefallen war. Sie bat mich zuerst, das Gespräch zu beenden, ich war sauer und sagte etwas was ich nicht sagen wollte (Du willst doch eine Beziehung blablabla). Sie wurde sauer und ich sagte ihr dass ich ihr jetzt etwas sagen werde, was ihr weh tun wird, aber ich will ihr nicht wehtun! Daraufhin bat sie mich, ich solle nicht weiterreden und ihr bitte, bitte verzeihen, dass sie wieder in ihre alten Muster gefallen wäre! Ich verzieh ihr sofort. Dieser Satz triggerte sie dann aber so sehr in ihrer Angst mich zu verlieren, das sie am nächsten Morgen als Eisblock aufwachte wie sie schrieb. Sie könne keine Angst mehr haben und Selbstschutz sei jetzt angesagt. Und daraus entwickelte sich ja das komplette Mißverständnis mit falschen Reaktionen und Aussagen meinerseits das zum zweiten Ende und dem Kontaktabbruch schließlich führte....

Ich weiß jetzt durch dich, Finii, sowie viele, viele andere Posts, Blogs, Homepages und Foren, wie es BL geht und wünschte mir, ich könnte K. das irgendwie alles begreiflich machen....

Zitat von Zweizelgänger:
ch muss sagen, dass ich irgendwie bei dir nicht durchblicke.
Um was geht es ?
Freundschaft oder Beziehung ?

Es war eine sehr, sehr intensive Freundschaft mit sehr vielen gemeinsamen Interessen, gleichen Erlebnissen und Schatten, wodurch sie sich mit mir so verbunden gefühlt hat. Aus dieser Freundschaft sollte keine Beziehung werden, weil wir beide keine Beziehung wollten, sondern eine F+ mit Gefühlen, Vertrauen, Loyalität, Sehnsucht, ... Sich gegenseitig Wärme geben was wir sonst nicht im Leben haben. Eben ohne Alltag, sondern nur die schönen Momente im Leben genießen.

Zitat von Zweizelgänger:
Wie waren eigentlich ein gutes Team, dachte ich...
Ob sie jetzt jemanden an ihrer Seite hat, der sie sieht und versteht, kann ich mir ehrlich gesagt nur wenig bis gar nicht vorstellen.
Ich glaube, dass das alles eher wieder nach ihrem bekannten Muster abläuft. Mit Verdrängung und irgendwann wird das dann wieder nichtmehr klappen und alles geht von vorne los.
Traurig eigentlich.

Bei ihr ist es genauso. Nur sie ist halt wie o.e. an dem Punkt angekommen, dass sie keine Beziehung mehr will/braucht, weil sie "alles schon erlebt hat" wie sie sagt. Und hier ist der Schlüsselpunkt im Ganzen. Sie wirkt teilweise reflektiert, weiß dass sie keine Beziehung führen kann (Zitat: In einer Beziehung "zieht" der andere immer und möchte mehr als die andere Person), beziehungsgestört und nicht gesellschaftsfähig ist. Sie ist davon überzeugt, dass sie durch ihre beiden Jobs die Anerkennung erhält und ihr ihr Ablekung verschafft, genauso wie ein paar Freunde, die sie früher nie hatte. Sie damit "glücklich" ausgelastet ist und derzeit nicht wüßte, was ihr eine Beziehung bringen soll... Dies deckt sich mit ihrer Aussage, dass sie sich nicht abhängig fühlen möchte von mir, es aber war, durch den immer intensiver werdenden täglichen Kontakt zwischen uns. Denn sie sagte ja, sie denke morgen als erstes an mich, tagsüber und abends gehe sie mit dem Gedanken an mich schlafen, um von mir zu träumen.

Sie könne sich nicht auf die Arbeit konzentrieren dadurch, vieles würde auch zu Hause liegenbleiben. Deswegen könne sie nicht mit mir zusammen sein.... Sie kannte so einen täglichen intensiven Kontakt nicht und kann sich nicht vorstellen, dass es einen Mann gibt, der damit klarkommt, wenn sie nur wenig Zeit für ihn hat. Denn es war immer so bei ihr, dass der Mann sie dann betrogen hat, sie das Interesse verlor oder der Mann sie irgendwann abgeschossen hat. Traurig darüber war sie, laut eigener Aussage nicht immer, weil es für sie eh nur eine Zweckgemeinschaft war. Sie weiß auch, dass alles mit ihrer schlechten Kindheit im Zusammenhang steht. Ebenso, dass sie oft in ihre alten Muster zurückfällt. Aber ob sie genau weiß was sie hat, das ist die große Frage. Und um an ihren alten Mustern zu arbeiten, dazu wäre sie zu faul, meinte sie im letzten Gespräch am 10.11.2019 lachend. Vielleicht verstehst du mich jetzt besser?

Zitat von Nostraventjo:
Nicht schön, wenn man merkt das man sich eine Phantasievorstellung geschaffen hat um sich vor der Wahrheit zu schützen.

Oh diese Fantasiewelt kommt mir sooo bekannt vor.... In diese wollte sie sich ja mit mir flüchten, um der grausamen Realität zu entfliehen..... Und auch dort hat sie Realität dann eingeholt, die "Nebenwirkung der Dro-ge" erreicht. Diesen Satz habe ich lange nicht verstanden. Kannst du oder @Finii das aus BL Sicht bitte erklären?

05.01.2020 12:28 • x 1 #505


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Danke für deinen wirklich sehr sehr persönlichen Einblick

Das finde ich wirklich sehr interessant, das mal nicht nur so zu lesen, sondern sich darüber auch austauschen zu können.
Ich stelle mir das unglaublich schwer vor, sich soetwas zu stellen. Mit allen Konsequenzen die das mit sich bringt.
Soeine Diagnose zu bekommen ist bestimmt erstmal schwer.

Zitat von Nostraventjo:
Der Schleicher viel erst, nachdem ich den Kontakt zu meiner Mutter abbrach und anfing, alles auf zu arbeiten. Nicht schön, wenn man merkt das man sich eine Phantasievorstellung geschaffen hat um sich vor der Wahrheit zu schützen.

Bzw das der Umgang zuhause eben nicht normal gewesen ist.

Sowas ähnliches mache ich gerade auch mit, da ich mir nach der Trennung alle meine Beziehungen angeschaut habe und tatsächlich ein gewisses Muster gefunden habe.
Dadurch, dass ich sowieso so unglaublich verletzt war, mich angefangen hatte mit Persönlichkeitsstörungen auseinanderzusetzen und somit einen etwas anderen Blick auf einiges entwickelt hatte, bemerkte ich plötzlich bei meiner Mutter ein Verhalten, dass sehr ähnlich war wie das, das ich in den Beziehungen erlebt hatte.
Somit zog ich mich zurück.
Die Reaktion war typisch.
Ich war schuld, versuche von Manipulation wurden für mich sichtbar und ich schaute noch genauer hin.

Ich war wirklich etwas geschockt.
War das der Grund für meine Partnerwahl ?
Völlig unbewusst, obwohl eigentlich alle anders waren, aber genau an bestimmten Punkten doch sehr ähnlich.
Was war also mein Anteil am scheitern der Beziehungen ?

Ich weiß es immernoch nicht

05.01.2020 12:30 • #506


Nostraventjo

Nostraventjo


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Ich habe als Kind sehr wohl gemerkt das meine Mutter sich anders verhält als sie als Mutter sollte.

Ich habe sie mir mit acht Jahren mal gefragt warum sie mich nie in den Arm nimmt und mit mir kuschelt so wie die anderen Mütter das tun.
Es kam nur eine eiskalte Antwort in einem aggressiven Ton "ich kann das eben nicht, weil du immer so bist! Wenn du mal ein bisschen lieber wärst könnte man auch anders mit dir umgehen!"

Und das habe ich andauernd gehört. Aber egal wie ich war, es war nie genug.

05.01.2020 12:40 • x 2 #507


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von SamTyler:
Es war eine sehr, sehr intensive Freundschaft mit sehr vielen gemeinsamen Interessen, gleichen Erlebnissen und Schatten, wodurch sie sich mit mir so verbunden gefühlt hat. Aus dieser Freundschaft sollte keine Beziehung werden, weil wir beide keine Beziehung wollten, sondern eine F+ mit Gefühlen, Vertrauen, Loyalität, Sehnsucht, ... Sich gegenseitig Wärme geben was wir sonst nicht im Leben haben. Eben ohne Alltag, sondern nur die schönen Momente im Leben genießen.

Das gibt es nicht !

Es ist dann einfach eine Beziehung, die einfach einen anderen Namen hat, damit man sich selbst nicht unter Druck fühlt.
Also eigentlich einfach der übliche Selbstbetrug, der eben nicht klappt, weil wenn etwas eigentlich eine Beziehung ist, nur anders heißt, dann fühlt es sich eben auch so an (wie du meiner Meinung nach ja gerade auch merkst) und dann fahren eben auch die anderen Muster wieder an.
Ausweg wäre dann vermutlich, dass sie dann entweder einen Beziehungsabbruch braucht oder einen sechsuellen Ausflug, was wiederum zum einen dann dich verletzen würde (bin ich mir sicher...) und fast schon eine Art von Selbstverletzung bei ihr wäre.

Also äußert ungesund insgesamt.

05.01.2020 12:43 • #508


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von Nostraventjo:
Aber egal wie ich war, es war nie genug.

Tja da liegt so oft das Problem.
Dadurch fühlt sich das Kind falsch und versucht sich immer anzupassen.
Daraus entsteht das extreme spiegeln, was dann zu den anfangs "perfekten" Beziehungen führt und zu dem im Außen komplett anders wirken als in der engen Beziehung.

Vielleicht hatte ich da irgendwie Glück, dass ich ständig mit Freunden unterwegs war, mein Vater eigentlich fast nie da war und ich einfach stur bin.
Keine Ahnung, aber bestimmte Anteile sind sicher zurckgeblieben, die sich eben auf meine Auswahl beziehen.
Muster die man eben kennt.
Die angebliche Komfortzone da ja bekannt....

05.01.2020 12:51 • #509


Finii


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Zitat von Zweizelgänger:
war wirklich etwas geschockt.
War das der Grund für meine Partnerwahl ?


Ja ich denke schon, denn das was in uns ungeheilt ist, ziehen wir im aussen wieder an. Bei mir ist das Muster das verlassen werden vom Vater. Und ich denke es ist eben auch ganz wichtig sich als Partner oder ex Partner mit seinen Anteilen auseinander zu setzen und eben nicht nur alles auf die Borderline Störung der Partnerin zu schieben. Mein ex hat auch Sachen aus seiner Kindheit von denen ich weiss, die erklären warum er vielleicht so lange bei mir geblieben ist.

@Nostraventjo das mit der Mutter kenne ich auch. Gesorgt hat sie immer gut für mich, auch heute macht sie sich sehr viele echte Sorgen und ist da. Aber Liebe zeigen konnte sie irgendwie nie leider.

05.01.2020 13:02 • #510




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