Guten Morgen @Pascal90
naja, ob das hören möchtest...
Ich sage es mal so, es gar nicht so einfach zu beantworten.
Zunächst mal, ja ich bin in einer neuen Beziehung.
Leider scheinen so manche recht zu haben, dass die Gefahr, nach so einer Beziehung, besteht, dass man erneut in eine Beziehung mit ähnlicher Problematik gerät.
Bei mir war es so, dass ich fest davon überzeugt war, dass es mir nach einer sogar kurzen Zeit wieder besser gehen wird, wenn ich erstmal den Kummer verdaut habe.
Leider musste ich feststellen, dass es mir immer schlechter ging.
Ich stellte langsam all meine Interessen ab. Ich konnte nichtmehr ins Fitness gehen, was eigentlich mein Entspannungsding war, da ich nach der Sauna im Ruheraum, wenn ich einknickte, mit Panikattacke aufwachte, da ich aus der Entspannung plötzlich realisierte, dass nichts mehr so ist wie es war.
Ich hörte irgendwann auf mit Freunden zum baden zu gehen, mit dem Motorrad oder dem Fahrrad Ausflüge zu machen, lesen in der Badewanne konnte ich eh kaum und als ich in die Berge fuhr, fuhr ich aus unerklärlichen Gründen genau in die Gegend wo wir unseren ersten Ausflug gemacht hatten (kam mir erst dort).
Ich zog mich also immer weiter zurück und funktionierte nur noch. Arbeit, was essen, fernsehen, duschen, zähneputzen, ins Bett gehen, aufstehen, Arbeit, essen.......
Vielleicht lag es daran, dass ich ständig irgendwas von ihr mitbekam, obwohl ich versucht hatte jegliche Verbindung zu kappen, aber die erwartete Ruhe und Erleichterung, dass es kein on/off, kein nicht wissen wer mich zuhause erwartet (Engel oder Monster) wollte einfach nicht einkehren.
Daraufhin machte ich eine Gruppentherapie, was das schnellste war was zu bekommen war.
Es war mit 9 Leuten und 100 Minuten incl Begrüßung leider eher ein kaffeeklatsch bei dem sich der eine oder andere über ne Stunde darüber ausließ wie unfähig die Kollegen auf der Arbeit wären. Sehr hilfreich...
Dort lerne ich eine junge Frau kennen, die offensichtlich ähnliches erlebt hatte wie ich. Wir gingen irgendwann dann viel miteinander spazieren, redeten viel und es tat gut jemand zu haben der einen verstand. Wir redeten auch viel über psychische Erkrankungen und ich sagte ihr, dass ich das nicht nochmal ertragen kann.
Ungefähr 1,5 Jahre nach der Beziehung und über einem dreiviertel Jahr Spaziergänge und Ausflüge kamen wir dann zusammen.
Nach dem ersten Streit (nach erst ca einem Monat) hatte ich plötzlich ein ungutes Gefühl und sagte, dass ich das lieber beenden möchte.
Daraufhin bekam ich eine lange Mail, in der sie mir all ihre Gefühle schrieb, die ich sehr gut verstehen konnte, also gab ich uns nochmal eine Chance.
Mit der Zeit entwickelte sich aber die Beziehung immer schlechter und es kamen immer mehr Probleme bei ihr zum Vorschein. Hauptschlich Ängste, dann extreme Stimmungen, Wut und wieder Ängste.
In einem Streit kam dann raus, dass sie unteranderem die Diagnose BL hat, was ich sofort unterschreibe.
Ich hatte aber einfach keine Kraft mehr. Zuerst der eine Wahnsinn und jetzt ein noch größerer.
Ich habe oft noch große Sehnsucht nach meiner Ex und irgendwie fühl es sich noch immer so an, als wäre es so wie es ist verkehrt.
Dabei ist mir völlig klar, dass es die Frau, die sie vorgibt zu sein ist die mir fehlt.
Ob das nun daran liegt, dass ich erneut in eine unglaublich schwierige Beziehung geraten bin, kann ich natürlich nicht sagen, aber es ist da und es ist ein Gefühl von Hass und Liebe zugleich.
Meine aktuelle Freundin ist ein unglaublich lieber und auch lustiger Mensch, aber sie hat eben ein großes Problem und ich hoffe für sie, dass sie stückweise in ein normales Leben findet.
Ich kann da nur unterstützen und da sein, Verständnis zu haben und versuchen ihr einen geregelten Ablauf vorzuleben.
Es ist aber unglaublich anstrengend und eigentlich nicht gut für mich.
So, soviel zu meiner Erfahrung...