Zweizelgänger
Mitglied
- Beiträge:
- 4094
- Themen:
- 12
- Danke erhalten:
- 4440
- Mitglied seit:
Man weiß irgendwann nichtmehr wer der Andere tatsächlich ist.
Man fragt sich ob die Liebe jemals echt war.
Man gerät durcheinander, ob man vielleicht nur der eigenen Vorstellung hinterhergelaufen ist.
Man fängt an zu überlegen, ob man selbst den anderen dazu überredet hat.
Man überlegt ob man manipuliert wurde oder am Ende selbst manipuliert hat.
Man fragt sich ob überhaupt jemals etwas in der ganzen Geschichte echt war.
Und dann steht man da und verstehe eigentlich immernoch genausowenig.
Ich glaube, dass man sich erstmal klar werden muss, dass der andere vielleicht (eigentlich ziehmlich sicher) selbst gar nicht weiß wer er ist.
Meine Ex ist nach manchen "Anfällen" (sorry kann es echt nicht anders nennen) in sich zusammengebrochen und hat unglaublich geweint und oft gesagt "ich weiß nicht wer ich bin". Für mich unglaublich schwer zu verstehen, aber ich habe ihren Schmerz gefühlt und ihre Verzweiflung.
Ein paar Tage später war das weg und alles ging von vorne los.
Völlige Liebe, offensichtliches Interesse an der Beziehung, zulassen von Nähe, bis es dann wieder langsam bergab ging und irgendwann wieder der Zusammenbruch kam.
Solange man da direkt drinsteckt, kann man irgendwie nicht wirklich alles sehen.
Ich habe ihr gesagt, dass sie Therapie machen sollte, ich habe mit ihr eine Paartherapie angefangen, damit vielleicht jemand Hinweise sieht und gibt, ich habe meinen Umgang und meine Sprache versucht so zu strukturieren, dass sie keine Angst nach einem Streit haben muss, dass ich gehen könnte und sie Sicherheit hat, ich habe ihr angeboten mit ihr durch alle Therapien zu gehen, einfach alles.
Nein am Ende gab es für sie eine Aussicht auf den neuen Retter, ich wurde entsorgt, sie hatte mich nie geliebt und ohne mich war das Leben wieder perfekt oder zumindest gab es wieder den Traum von Perfekt.
Ich denke, dass du eben nicht rausfinden kanns was da echt war.
Es ist quasi schwarz/weiß.
Es war in dem Augenblick echt, im nächsten war aber alles falsch.
Du und deine Gefühle haben dann keinen Wert mehr, da es um das eigene Überleben geht, die Gefahr des Zusammenbruchs der eigenen Welt.
Ob da deine zusammenbricht ist Kollateralschaden.
Das eigene Überleben steht über allem, vielleicht wie schon in Situationen als es in der Kindheit tatsächlich gefährdet war.
Ich weiß nicht so recht, ob die Sehnsucht nach Liebe tatsächlich ein Defizit ist.
Ist das nicht bis zu einem Grad normal.
Die Frage ist natürlich, was man dafür bereit ist zu geben und wie hoch die Leidensbereitschaft ist.
Da muss ich mich wirklich auch fragen wie das aussieht.
Ich komme da aber ehrlich gesagt auf keinen grünen Zweig. Ab wann sollte man den gehen..?
Klar, wenn es einem nicht gut tut.
Also tut mir der erste Streit echt nicht gut, gehe ich besser..!?
Wie lange sollte man für jemanden da sein?
Geht man gemeinsam durch schwere Zeiten?
Glaube ich dem anderen, wenn er mir erzählt, dass er mich liebt und glücklich ist, dass ich nicht aufgegeben habe?
Laufe in Wirklichkeit ich einen Traum hinterher?
Wer hat eigentlich den größeren Vogel?
Da liegen inzwischen meine Probleme.



) so ein Konglomerat aus Wahrnehmung, Meinung, Perspektive. Das machen wir Menschen oft. WIr können uns nicht immer so differenziert ausdrücken. Das dauert einfach zu lange.