Zitat von TinTin1980:Was lernt ein 10 jähriges Mädchen aus einem jahrelangen Missbrauch? Was lernt ein Afghane daraus, wenn er sieht, dass die Taliban seine Eltern köpfen? Ein Trauma ist keine Lebenserfahrung! Ein Trauma ist Zerstörung - es zerstört Menschen, es bereichert nicht. Sorry, aber wenn du so ein Beispiel anführst, kannst du mir noch nicht mal im Ansatz folgen.
Auch frage ich dich, was so ein Traum in der westlichen Welt mit den Umständen (siehe meine Beispiele) zu tun hat?
Und du meinst Menschen sind unfähig aus einem Trauma eine Erfahrung abzuleiten? Meistens verarbeiten Menschen ihre Traumata und lernen daraus fürs Leben. So geht es Kriegsheimkehrern wie auch Missbrauchsfällen. Manch gehen sogar ins Fernsehen und verdienend amit viel Geld nachdem sie Jahrelang in einem Keller gehalten worden. Jeder verarbeitet auf seine Weise und lernt so auch für sein Leben. Das eine schließt das Andere nicht aus.
Wir können es ja gern von der Sicht mal nicht ganz so fokussiert betrachten. Diese menschen leben halt nicht mit fließend warm und kalten Wasser, ständigem Strom und Smartphone in der Schule. Sondern müssen tagtäglich unter Angst in die Schule rennen, sofern es eine gibt.
Oder anders - In Japan wird den Bürgern beigebracht, bei Erdbebenalarm oder Tsunamialarm innerhalb von 30 sekunden den Gashahn abzudrehen und sich in Sicherheit zu bringen. Die Japaner wachsen damit auf und haben somit viel Erfahrung im Umgang mit Naturkatastrophen.
Zeig mir mal den Deutschen Bundesbürger, der die Alarmsirenen erkennt?
Haben wir erfahrung mit Tsunamis oder Erdbeben? Nein also keine möglichkeit über tolle Lebenserfahrung dahinzuschwätzeln.
In israel können wir Tsunami durch Luftalarm wegen Raketen austauschen. Die Kinder haben so ihre Lebenserfahrung.
Kinder im WW2 wussten auch, was bei Bombenalarm zu tun ist. Sie haben Erfahrung gesammelt und es wurde ihnen beigebracht den nächsten Luftschutzbunker aufzusuchen. Heute für uns vollkommen undenkbar. Trauma?
Keine Erfahrung? Mein Opa hat das alles miterlebt, es ist Bestandteil seiner Lebenserfahrung aber nicht unbedingt noch ein aktives Trauma. Vielleicht war es das mal vor 70 Jahren.
Aber du scheinst meine Intention überhaupt nicht nachvollziehen zu können.
Darum Kurz - man kann nur über Dinge Sprechen und Erfahrungen austauschen, die man selbst erlebt hat. Ganz gleich für wie reif und erfahren wir uns selbst halten, es gibt immer jemanden der in gewissen Dingen reifer und erfahrener ist als wir selbst, aber nicht unbedingt älter ist.
Und ja auch eine 16jährige kann schon Trennungsschmerzen gehabt haben, die Andere, Ältere nicht haben.
Muss ja nicht die Trennung von einer Freundin sein.
Scheidungskinder verlieren bzw. sehen ein Elternteil weniger und haben somit auch Erfahrung. Meine Kinder lernen das gerade. Meine Großeltern sind seit 65 Jahren verheiratet. Meine eigenen Eltern, können also zu den Gefühlen meiner Kinder keine Lebenserfahrung zum Besten geben, ich im übrigen auch nicht, meine Eltern haben jetzt 40. Hochzeitstag gehabt.
Ich bin 30 Jahre älter als mein jüngster Sohn und kann ihm keine Lebenserfahrung mitgeben, die ihm hilft, damit klarzukommen, dass er mich nur noch alle 2 Wochenenden sieht. Mein Großer in der Schule kann somit gegenüber allen, die keine Trennungskinder sind, viel mehr über Erfahrungen damit sagen als seine eig. Eltern, Lehrer, Beratungslehrer etc.
So haben wir mal Syrien wieder verlassen und sind bei alltäglichen Sachen in Deutschland, damit es für dich nicht mehr so hart ist.
Unterm Strich ist es aber alles eine Soße
Lebenserfahrung beinhaltet das Wort Erfahrung - nicht Hörensagen oder Angelesen!
Darum hilft man in diesem Forum auch, indem über seine Erfahrungen spricht, die vielleicht ähnlich waren, was man getan hat und was geholfen hat und was nicht - ohne Garantie, dass es auch dem TE hilft.