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Liege immer komplett daneben - Frauen zu offen

Cludy

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Guten Morgen,
ich bin eher ein konservativer, zurückhaltender Mensch, der keine außergewöhnlichen - insbesondere S. - Erfahrungen sucht und je gesucht hat. Das war mir nicht sonderlich wichtig und ich habe für mich auch immer aussortiert, keine Affären oder komische Geschichten, bei denen ich nicht zumindest den Glauben habe, dass es in eine Beziehung münden kann.

Viele Frauen, die ich kennengelernt habe, habe ich oft häufig getroffen, für mich aber als unpassend empfunden, so dass sich daraus garnichts entwickelte.

Je älter ich werde, derzeit fast 40, desto unwahrscheinlicher ist es, Menschen zu begegnen, die gleiche Lebenswege wie ich gegangen sind - ich will mich davon auch frei machen, merke aber, es gelingt mir nicht.

Meine letzte Freundin lernte ich kennen, da sie mir ihre Art anfangs sehr gefiel und ihre Erscheinung sehr solide war, sehr konservativ. Je mehr wir uns kennenlernten und je mehr man auch über die Vergangenheit sprach, desto mehr distanzierte ich mich, da ich damit Schwierigkeiten hatte. Vor meiner Zeit hatte sie mit verheirateten Männern Affären, nahezu nie Beziehungen, die sie sich laut eigener Aussage immer wünschte, zuletzt eine Affäre mit einem Typen, der sie hat sitzen lassen, wohl mehrgleisig fuhr. Ich glaube, das hat auch an ihr genagt. Sie war sehr offen, was das betrifft und ich fand das auch spannend und interessant, merkte aber, dass ich sie unbewusst nach sechs Monaten in die Friendzone schob, weil ich mit den Dingen, die sie in der Vergangenheit erlebte, schwer klar kam, weil das nicht zu der Person passte, die ich erstens kennengelernt hatte und auch später dann kennenlernte. Also sie war eifersüchtig bei Kleinkram, war eher konservativ bei S. Dingen, das konnte ich nie einordnen, also das was vorher war, S. Lotterleben mit Männern, bei denen man weiß, da hängen noch andere Frauen im Schlepptau, bei mir wiederum war es schon ein Problem, bei Facebook mit Mädels befreundet zu sein, die mir ab und zu mal schrieben. Affäre schied für sie (laut eigener Aussage) aus, wolle sie nicht mehr.

Für mich war es immer schwer zu verstehen, wer sie ist, ist sie so wie ich sie erlebe oder ist sie so, wie sie war, wäre sie gern so wie sie heute lebt gewesen früher auch schon oder wie soll ich das einsortieren. Die Beziehung landete in der Friendzone, weil bei mir zuviele Fragen aufkamen und ich mich nicht mehr einlassen konnte auf jemanden, bei dem ich das Gefühl hatte, sie hat eine andere Einstellung (gehabt) zu Dingen, zu denen ich grundsätzlich anders eingestellt bin. Schwierig zu erklären.

Nun habe ich vor einiger Zeit wieder eine Frau kennengelernt, über eine Freundin. Sie fiel mir durch ihren zurückhaltenden konservativen Stil auf, sehr angenehm. Ich lernte sie näher kennen und auch sie hatte vor meiner Zeit offenbar eine Affäre, bei der es nahezu nur ums S. ging - alles mögliche ausprobiert. Das gesamte Verhalten mir gegenüber und auch das gesamte Erscheinen passt so garnicht zu dem, was die letzten Jahre bei ihr so brachten und ich merke, ich tue mich schon wieder schwer, obwohl wir uns super verstehen, und sie mir gefällt.

Ich habe auch hier recht schnell gemerkt, dass ich mich distanziere - für sie nicht nachvollziehbar, ich glaube trotz meiner sehr konservativen Art hat sie sogar Interesse an mir, ich aber umso weniger, je mehr ich heraushöre, wie experimentierfreudig es vor nicht all zu langer Zeit zuging.

Für mich ist es schwer zu verstehen, ob ich zu streng mit dem bin oder diese Strenge zulassen soll, wenn sie meinem Gefühl entspricht. Freunde von mir werfen mir vor, ich lasse mich auf nichts ein, meine Schuld, wenn ich dann Single bleibe. Ist was dran, denke ich mir einerseits, andererseits kann ich schwer über meinen Schatten springen.

28.09.2020 09:10 • #1


Familiendaddy

Familiendaddy


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Du bist fast 40 - also werden die Frauen, die für dich in Frage kommen, wahrscheinlich in einem ähnlichen Alter liegen.
Es ist doch völlig klar, dass du vermutlich keine jungfräuliche Frau in dem Alter finden wirst.
Und aus meiner Sicht ist es auch völlig klar, dass da mal die ein- oder andere Erfahrung dabei war, die man halt so macht - sei es 6uell oder vom Beziehungsstatus bzw. Affärenstatus.
Das gehört zu den Frauen dazu - hat aber eigentlich nichts mit dem zu tun, was du dir mit ihnen aufbauen könntest, wenn du nicht in ihrer Vergangenheit sondern in der Gegenwart lebst.
Mal abgesehen davon, dass ich nicht nachvollziehen kann, was daran schlecht ist, experimentierfreudig zu sein. Aber da ist wohl jeder anders.

28.09.2020 09:22 • x 7 #2



Liege immer komplett daneben - Frauen zu offen

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FrauLindemann

FrauLindemann


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Du leidest wohl stark am Madonna- H..en Komplex

Frauen sind heutzutage zum Glück sechsuell selbstbewusste Menschen, dein unterschwelliger Hass darauf ist das Hinderniss, nicht die Frauen

28.09.2020 09:27 • x 10 #3


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Cludy:
Je älter ich werde, derzeit fast 40, desto unwahrscheinlicher ist es, Menschen zu begegnen, die gleiche Lebenswege wie ich gegangen sind

Ähnlich geht es mir auch und bemerke, dass oft die Vorstellungen von Moral, Anstand, von dem was sich für mein Empfinden im Leben gehört weit von der gelebten Realität unterscheidet. Nach vorne hin könnte man meinen man hat überwiegend tugendhafte Menschen vor sich und wenn sich dieser erste Schleier verzieht dann kommen Abgründe zu Tage, dass einem Hören und Sehen vergeht.

Ich habe das immer so handgehabt, wenn ich bei einem Mann etwas von Affären gehört habe, in der Kennenlernphase dann war ich eine Staubwolke, ab und weg. Selbiges bei Männern die dem Al+ohol recht zugetan waren, stark rauchten, anderen Substanzen einnahmen, die übermäßig eifersüchtig waren, mit Geld nicht umgehen konnten und ringsherum Schulden hatten usw.
Es ist sehr schwierig und je älter man wird umso flexibler muss man eigentlich werden. In "unserem" Alter hat jeder schon Leben gehabt, war verheiratet, hat Kinder, hat Fehler gemacht. Da kann man nur für selbst entscheiden mit welcher Art von Fehlern man leben kann und mit welchen nicht.

Auch erstaunlich wie manche mit solchen Themen bei Erstkontakten hausieren gehen denn im Grunde will sich jeder von seiner besten Seite zeigen und nicht von seiner Schlechtesten. Du hast nichts davon wenn du dich verbiegst weil jemand anderer sagt "hab dich nicht so", "Ne Jungfrau wirst auch keine mehr kennenlernen". Klar, wird man mit ü40 kaum mehr eine Jungfrau kennenlernen aber das heißt im Umkehrschluss nicht, dass man jede Kröte schlucken muss und schließt nicht automatisch auf Frauen die mit verheirateten Männern ins Bett steigen. Dir geht es deswegen nicht besser weil bei anderen die Moralvorstellung lockerer sitzt und deine Einstellung dazu wird sich mutmaßlich auch nicht viel ändern. Ich würde im Zweifelsfall lieber alleine bleiben als einen Partner zu haben mit dem ich nicht klar komme und dazu gehört auch sein Vorleben.

28.09.2020 09:27 • x 5 #4


Tin_

Tin_


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Zitat von monchichi_82:
Es ist sehr schwierig und je älter man wird umso flexibler muss man eigentlich werden. In "unserem" Alter hat jeder schon Leben gehabt, war verheiratet, hat Kinder, hat Fehler gemacht. Da kann man nur für selbst entscheiden mit welcher Art von Fehlern man leben kann und mit welchen nicht.


Ich kann (bis auf die Fehler) alles verneinen. Habe ich nun nicht gelebt?

28.09.2020 09:41 • x 1 #5


bardon


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Zitat von FrauLindemann:
Du leidest wohl stark am Madonna- H..en Komplex

Frauen sind heutzutage zum Glück sechsuell selbstbewusste Menschen, dein unterschwelliger Hass darauf ist das Hinderniss, nicht die Frauen


Da fühlt sich aber jetzt jemand extrem auf den Schlips getreten. Schonmal wegen deiner ausufernden Vergangenheit von einem eher soliden Mann abgelehnt worden? Klingt fast so.

Was hat bitte Selbstbewusstsein mit S. zu tun? Umgekehrt wird der Schuh draus, dass Selbstwert für viele Menschen bedeutet, sich eben nicht auf jeden und alles einzulassen, was sich im Leben bietet - so argumentiere ich und auch andere. Und was bitte hat das mit Hass zu tun, wenn man einfach eine andere Lebensauffassung vertritt, insbesondere was Zärtlichkeiten und S. betrifft?

Zitat von monchichi_82:
Ähnlich geht es mir auch und bemerke, dass oft die Vorstellungen von Moral, Anstand, von dem was sich im Leben gehört weit von der gelebten Realität unterscheidet. Nach vorne hin könnte man meinen man hat überwiegend tugendhafte Menschen vor sich und wenn sich dieser erste Schleier verzieht dann kommen Abgründe zu Tage, dass einem Hören und Sehen vergeht.


Richtig erkannt, es ist eine Vorstellung, die man hat und die hat nichts mit dem Alter zu tun. Es ist Charakter und Einstellung, ohne es zu werten, wie jemand S. tickt und welches Verständnis man dafür hat. Muss ich meine Offenheit und Toleranz mir und der Welt beweisen, indem ich einen ehemaligen Po*nostar zu meiner Ehefrau mache? Nein, muss ich nicht, wenn ich damit ein Problem habe, kann es dreimal Vergangenheit sein, es gehört zum Menschen dazu und entspricht nicht meiner Vorstellung.

Zitat:
Ich habe das immer so handgehabt, wenn ich bei einem Mann etwas von Affären gehört habe, in der Kennenlernphase dann war ich eine Staubwolke, ab und weg. Selbiges bei Männern die dem Al+ohol recht zugetan waren, stark rauchten, anderen Substanzen einnahmen, die übermäßig eifersüchtig waren, mit Geld nicht umgehen konnten und ringsherum Schulden hatten usw.
Es ist sehr schwierig und je älter man wird umso flexibler muss man eigentlich werden. In "unserem" Alter hat jeder schon Leben gehabt, war verheiratet, hat Kinder, hat Fehler gemacht. Da kann man nur für selbst entscheiden mit welcher Art von Fehlern man leben kann und mit welchen nicht.


Ganz so streng war ich in der Tat nicht, habe 1-2x damit Erfahrung gesammelt, die mich gelehrt haben, dass es zu einem Problem werden kann, weil jemand (in meinen Augen und nach meiner Erfahrung), der Affären bevorzugt hat, sich bewusst gegen das Konstrukt Beziehung entschieden hat und somit auch sein Verhalten (und allein darum gehts!) entsprechend angepasst hat. Wer sagt, das ist das passende für ihn/sie, der ist hier goldrichtig, wer aber sagt, meiner Einstellung nach kann man keine zufriedene Affäre führen (diese Einstellung habe ich auch), der wird kaum nachvollziehen können, wie der andere so drauf ist und tickt - somit scheidet das heute für mich auch großzügig aus. Wieso? Weil es genügend Menschen gibt, die meine Einstellung teilen, man muss sich nur finden.

Zitat:
Auch erstaunlich wie manche mit solchen Themen bei Erstkontakten hausieren gehen denn im Grunde will sich jeder von seiner besten Seite zeigen und nicht von seiner Schlechtesten. Du hast nichts davon wenn du dich verbiegst weil jemand anderer sagt "hab dich nicht so", "Ne Jungfrau wirst auch keine mehr kennenlernen". Klar, wird man mit ü40 kaum mehr eine Jungfrau kennenlernen aber das heißt im Umkehrschluss nicht, dass man jede Kröte schlucken muss und schließt nicht automatisch auf Frauen die mit verheirateten Männern ins Bett steigen. Dir geht es deswegen nicht besser weil bei anderen die Moralvorstellung lockerer sitzt und deine Einstellung dazu wird sich mutmaßlich auch nicht viel ändern. Ich wäre lieber alleine als einen Partner zu haben mit dem ich nicht klar komme und dazu gehört auch sein Vorleben.


Stimme ich auch zu, jeder ist anders. Ich habe Freunde, die wissen nicht einmal, wieviele Partnerinnen die Freundin hatte, die wissen nicht mal ob sie verheiratet war oder nicht. Das ist deren Einstellung, wenn sie damit zufrieden sind, freue ich mich. Für mich wäre das nichts.

Ich verstehe im Allgemeinen nicht, wieso immer gleich die vorwurfsvolle Einschätzung in den Raum geworfen wird, "Ach, du bist doch nur neidisch, dass du nicht die Möglichkeiten hattest" "Du Erwartest eine Jungfrau".

Sorry Leute, das ist abgedroschen, es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, es gibt auch Grau und Jungfrau bin ich auch nicht - und man kann trotzdem ein glückliches Leben führen, auch ohne Orgien und Experimentieren mit Affären (Beziehungen bewusst ausgeklammert). Das ist dermaßen abgedroschen, dass ich Leuten umgekehrt vorwerfe, dass sie Angst haben, dass ihnen ihre Vergangenheit zum Verhängnis wird, weil sie möglicherweise mal einen Menschen kennenlernen, bei dem sie abblitzen durch diese konträre Einstellung, die nicht jeder teilt und auch nicht teilen muss.

Ich habe es schon erlebt, dass ich Frauen kennengelernt habe, bei denen ich dachte "Ok, krass, ist absolut nicht meine Welt" und wir sprachen darüber, die Frau merkte auch, dass ich das nicht teile(n möchte) und ich war verschwunden. Häufig habe ich dann gemerkt, dass das, was man mir erst offenkundigt dargelegt hat, anschließend abgemildert, klein geredet wurde - "Ach komm, ist doch nicht so schlimm, macht doch jeder mal". Nein, allenfalls jeder in dem Umfeld, in dem man sich bewegt.

Mit der Vergangenheit meiner Freunde habe ich keinerlei Probleme, bei meinen Freundinnen war mir das wichtig und ich finde, so tolerant sollten diejenigen auch sein, die wiederum ihrem Verhalten Toleranz fordern.

Man ist nicht gezwungen, eine Vergangenheit zu akzeptieren, die man nicht verstehe, jeder zieht die Grenzen anders, und ich finde, man sollte diejenigen weder anprangern noch verurteilen, noch ihnen irgend einen Unfug zuschreiben wie "Du hast halt kein Selbstbewusstsein". Vielleicht haben diese Menschen gerade einen hohen Selbstwert, weil sie sehr stark sondieren, worauf sie sich einlassen.

Inneren Reichtum durch Verzicht nennt man das. Wenn ich alle Frauen, mit genommen hätte im Leben, wäre ich an Erfahrungen auch nicht reicher.

28.09.2020 09:46 • x 7 #6


alom


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Zitat von FrauLindemann:
Du leidest wohl stark am Madonna- H..en Komplex

Frauen sind heutzutage zum Glück sechsuell selbstbewusste Menschen, dein unterschwelliger Hass darauf ist das Hinderniss, nicht die Frauen


Also ist für dich jeder, der sparsam damit umgeht, ein Mensch von Hass zerfressen, ohne jeden Selbstwert? Also bin ich nur dann etwas wert, wenn ich möglichst eine ausufernde Vergangenheit habe, das wäre dann der Umkehrschluss.

28.09.2020 10:14 • x 3 #7


Tin_

Tin_


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Zitat von bardon:
Mit der Vergangenheit meiner Freunde habe ich keinerlei Probleme, bei meinen Freundinnen war mir das wichtig und ich finde, so tolerant sollten diejenigen auch sein, die wiederum ihrem Verhalten Toleranz fordern.

Aber du hast schon in deine Überlegungen mal einbezogen, dass Menschen sich ändern (können)?
Vergleiche ich mein "ICH" mit 20 mit dem "ICH" mit nun 40, dann sind das "wirklich zwei andere Personen".

Entscheidungen, die ich damals für richtig hielt und aus völliger Überzeugung getroffen habe, würde ich heute so nicht wieder treffen.

Weisst du, ich hatte auch mal eine Affäre und ich würde das niemals wieder tun, weil der Schmerz und das Leid, was ich anderen Menschen aber auch mir angetan habe, niemals wiederholen will. Ich habe aus einem Fehler gelernt - was aber nichts an der Tatsache ändert, dass ich ihn beging.

Will damit sagen: Ich kann deine Einstellungen voll nachvollziehen, teile sie sogar in weiten Teilen - aber ich bin mir auch bewusst, dass ich eine Frau nicht ablehnen würde, weil sie mal "Gruppens." oder mal einen Pr0n gedreht hat, wenn sie mir sonst gefällt.

28.09.2020 10:21 • x 7 #8


bardon


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Zitat von Tin_:
Aber du hast schon in deine Überlegungen mal einbezogen, dass Menschen sich ändern (können)?
Vergleiche ich mein "ICH" mit 20 mit dem "ICH" mit nun 40, dann sind das "wirklich zwei andere Personen".

Entscheidungen, die ich damals für richtig hielt und aus völliger Überzeugung getroffen habe, würde ich heute so nicht wieder treffen.

Weisst du, ich hatte auch mal eine Affäre und ich würde das niemals wieder tun, weil der Schmerz und das Leid, was ich anderen Menschen aber auch mir angetan habe, niemals wiederholen will. Ich habe aus einem Fehler gelernt - was aber nichts an der Tatsache ändert, dass ich ihn beging.

Will damit sagen: Ich kann deine Einstellungen voll nachvollziehen, teile sie sogar in weiten Teilen - aber ich bin mir auch bewusst, dass ich eine Frau nicht ablehnen würde, weil sie mal "Gruppens." oder mal einen Pr0n gedreht hat, wenn sie mir sonst gefällt.


Im Kern habe ich das tatsächlich früher geglaubt, aber noch nie nachhaltig erlebt. Im Kern habe ich immer erlebt, dass Menschen sich anpassen, verstellen oder gar verbiegen, aber die Sozialisierung und die wesentlichen Charaktereigenschaften und Einstellungen sind mehr oder minder in recht frühem Alter abgeschlossen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich will nicht sagen, dass Menschen sich nicht ändern, aber ich habe es nie selbst erlebt, was ich vielmehr erlebt habe ist, dass Frauen, die ich kennengelernt habe, häufig nach geraumer Zeit wieder in ihr Muster verfallen sind, was nicht heißt, dass es schlechte Menschen sind, was aber heißt, dass sie nicht kompatibel waren mit mir. Und ich selbst habe mich auch dabei schon oft genug erlebt, wie ich in alte Muster falle.

Es mag sein, dass es Menschen gibt, die tatsächlich für sich beschlossen haben, Affären sind nichts für mich, es gibt sogar Menschen, die sich nach etwas sehnen, was genau dem nicht entspricht, aber es nie gefunden haben. Ich will das alles nicht verneinen.

Aber ..... was bleibt ist das Problem, "Komme ich mit der Vergangenheit klar oder nicht" und "Muss ich damit klar kommen". Ich denke jeder steckt für sich die Grenze anders, ich kenne auch Menschen, die angeln sich den Fremdgeher schlechthin und kommen damit klar, was gewesen ist, für mich wäre das nichts. Ich glaube, wenn jemandem das wichtig ist, holen einen diese Dinge irgendwann ein, Skepsis und Grübelei ist die Folge, das ist nicht schön in einer Beziehung, ich würde es vermeiden und würde daher heute Abstand von Frauen nehmen, bei denen ich weiß, dass mich gewisse Dinge stören würden, die sie nicht ändern können, ich aber darüber grübeln würde und mich nicht wohl fühle. Das ist für beide eine Win-Win Situation, ich muss mich damit nicht auseinandersetzen und die Frauen sind frei für jemanden, der ihre Vergangenheit und somit sie als Person so akzeptiert, wie ich es nie könnte, selbst wenn ich wollte.

Kurioserweise habe ich häufig erlebt, dass einige dann diverse Dinge ihrer eigenen Vita bereut haben - das ist nicht gut, spätestens dann denke mir ja "Ok, also Dinge machen, aber dann nicht dazu stehen, ist der worst case". Dann lieber Dinge machen, dazu stehen und sagen: Dann passt du halt nicht zu mir, wenn du es nicht akzeptierst.

Häufig - so meine Erfahrung - sind Menschen mit selbst durchlebter Vergangenheit sogar irgendwann überskeptisch bei anderen, so wie hier: Facebook Bekanntschaften......und wieso ist das so? Weil häufig Menschen mit durchlebten Vergangenheiten von sich auf andere schließen, also selbst wissen, wie es so war, mehrgleisig zu fahren und das plötzlich anderen zutrauen. Alles schon erlebt und das ist etwas, was ich umgekehrt tatsächlich lange Zeit nicht verstanden habe.

Wie kommt jemand darauf, dass ich mehrgleisig fahre, wo ich es nie getan habe und jetzt wo ich in einer Partnerschaft bin, erst recht keinen Sinn ergibt. Ganz einfach, weil die Person, die das unterstellt, selbst aktiv in diese Richtung war und diese Denkmuster von sich auf andere überträgt, auf die ich nie käme, weil mir das fern liegt.

Ich persönlich bleibe mir treu, ich möchte niemanden, dessen Vergangenheit ist nicht verstehe und erst recht niemanden, der seine eigene Vergangenheit nicht versteht, weil er nicht zu sich selber steht.

28.09.2020 10:39 • x 1 #9


Bones


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Wie sollte die Frau denn genau sein,damit sie deiner Meinung nach zu dir passt?

28.09.2020 10:44 • x 1 #10


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Tin_:
Will damit sagen: Ich kann deine Einstellungen voll nachvollziehen, teile sie sogar in weiten Teilen - aber ich bin mir auch bewusst, dass ich eine Frau nicht ablehnen würde, weil sie mal "Gruppens." oder mal einen Pr0n gedreht hat, wenn sie mir sonst gefällt.

Ja, DU würdest es nicht tun aber manch anderer würde es tun und das ist auch sein gutes Recht. So wie andere deinen Lebensweg nicht gingen, nicht deine Erziehung hatten, nicht deine Werte haben, so hast du auch die von anderen nicht. Das macht eine Vielfältigkeit aus. Keiner ist gezwungen faule Kompromisse einzugehen weil ein anderer meint man hätte dafür offen zu sein.

28.09.2020 11:00 • x 3 #11


NurBen


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Zitat von Cludy:
Also sie war eifersüchtig bei Kleinkram, war eher konservativ bei S. Dingen, das konnte ich nie einordnen, also das was vorher war, S. Lotterleben mit Männern

Das ist in meinen Augen ein deutliches Warnzeichen.
Wenn sie sich vorher durchreichen lassen hat wie eine Tüte Chips beim Fernsehabend und bei dir im Bett den Seestern macht, fehlt die 6uellen Anziehung. Da wäre ich als Mann ganz schnell weg.

Zitat von Cludy:
Für mich war es immer schwer zu verstehen, wer sie ist, ist sie so wie ich sie erlebe oder ist sie so, wie sie war, wäre sie gern so wie sie heute lebt gewesen früher auch schon oder wie soll ich das einsortieren.

Das nennt man Schw*nzkarussell. Im Grunde ist es so, dass sie anfangs mit Typen im Bett war, die sie anziehend findet.
Irgendwann kommt das Alter, die biologische Uhr, usw...
Dadurch sinken natürlich ihre Chancen bei Männern, die sie anziehend findet. Denn die suchen eher nach einer jüngeren und attraktiveren Version von ihr.
Also muss sie große Kompromisse eingehen, bevor der Zug ganz abfährt. Also kommst du ins Spiel.

Zitat von Cludy:
Ich lernte sie näher kennen und auch sie hatte vor meiner Zeit offenbar eine Affäre, bei der es nahezu nur ums S. ging - alles mögliche ausprobiert. Das gesamte Verhalten mir gegenüber und auch das gesamte Erscheinen passt so garnicht zu dem, was die letzten Jahre bei ihr so brachten und ich merke, ich tue mich schon wieder schwer, obwohl wir uns super verstehen, und sie mir gefällt.

Eine erfahrene Frau ist grundsätzlich kein Problem. Die wichtige Frage ist, ob sie ihre Erfahrungen bei dir einsetzt bzw. mit dir teilt (und damit meine ich nicht darüber reden).

Die Entscheidung kann dir natürlich niemand abnehmen.
Für mich muss das Gesamtbild stimmig sein.
Hatte sie schon längere Beziehungen, nur kurzeitige, nur irgendwelche F+ Modelle oder gar ständig nur Affären.
Da hat jeder seinen eigenen Toleranzbereich.

28.09.2020 11:18 • x 1 #12


Tin_

Tin_


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Zitat von monchichi_82:
Ja, DU würdest es nicht tun aber manch anderer würde es tun und das ist auch sein gutes Recht. So wie andere deinen Lebensweg nicht gingen, nicht deine Erziehung hatten, nicht deine Werte haben, so hast du auch die von anderen nicht. Das macht eine Vielfältigkeit aus. Keiner ist gezwungen faule Kompromisse einzugehen weil ein anderer meint man hätte dafür offen zu sein.


hä?!
Wer sagt was von Zwang. Ich habe meine Denkweise dargelegt und auch wie sie sich verändert hat. Ich habe nirgends seine Ansprüche oder Aussagen verurteilt oder für "falsch" befunden. Auch habe ich ihm irgendein Recht abgesprochen oder ihm gesagt, er solle faule Kompromisse eingehen. Wo liest du das raus?
Vielmehr wollte ich einen Denkanstoss geben.

28.09.2020 11:36 • #13


bardon


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Zitat von NurBen:
Das ist in meinen Augen ein deutliches Warnzeichen.
Wenn sie sich vorher durchreichen lassen hat wie eine Tüte Chips beim Fernsehabend und bei dir im Bett den Seestern macht, fehlt die 6uellen Anziehung. Da wäre ich als Mann ganz schnell weg.


Das nennt man Schw*nzkarussell. Im Grunde ist es so, dass sie anfangs mit Typen im Bett war, die sie anziehend findet.
Irgendwann kommt das Alter, die biologische Uhr, usw...
Dadurch sinken natürlich ihre Chancen bei Männern, die sie anziehend findet. Denn die suchen eher nach einer jüngeren und attraktiveren Version von ihr.
Also muss sie große Kompromisse eingehen, bevor der Zug ganz abfährt. Also kommst du ins Spiel.


Eine erfahrene Frau ist grundsätzlich kein Problem. Die wichtige Frage ist, ob sie ihre Erfahrungen bei dir einsetzt bzw. mit dir teilt (und damit meine ich nicht darüber reden).

Die Entscheidung kann dir natürlich niemand abnehmen.
Für mich muss das Gesamtbild stimmig sein.
Hatte sie schon längere Beziehungen, nur kurzeitige, nur irgendwelche F+ Modelle oder gar ständig nur Affären.
Da hat jeder seinen eigenen Toleranzbereich.


Schön geschrieben.

Es ist meistens so, austoben bis die biologische Uhr tickt und plötzlich will man was Solides, für Familie und so, dann kommt schnell die Rechtfertigung ins Spiel "Du hättest doch das gleiche getan, wenn du die Chancen gehabt hättest" - ich betone immer wieder, nein, es soll Menschen geben, die nicht bei jeder Gelegenheit die Sache beim Schopfe packen. Früher nannte man das mal Schwa***gesteuert, heute nennt man es "Selbstbewusst", man kann fast alles schön verpacken, für mich bleibt der Inhalt entscheidend und der bleibt bei Schwa****gesteuert.

Ich kenne genug anständige Frauen und Männer, die gleichermaßen keine Partner möchten, die ausufernde Erfahrungen hatten und man davon zwar am Küchentisch berichtet, aber im Bett ist dann Flaute. Häufig fehlt es dann in der Tat an Anziehung und echtem Selbstvertrauen oder an Vertrauen gegenseitig. Gibt viele Erklärungsvarianten.

Jedenfalls würde ich mich auch nicht als Resterampe einstufen lassen, wer vorher wild gelebt hat, darf das weiterhin tun, gern - aber ohne mich. Man muss irgendwann entscheiden, was man für einen Weg einschlagen möchte. Wenn ich heute angesagte Mädels aus der Schule sehe, die damals mit jedem mit gingen, habe ich immernoch genau diese Eigenschaft im Kopf, mögen sie sich zig tausend Mal geändert haben, keine von denen käme für mich in Frage.

28.09.2020 11:53 • #14


Tin_

Tin_


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Ich möchte zuerst sagen, dass ich dich lese und es tut mir wirklich leid für dich, in welch engen Bahnen und (Vor-)urteilen du dich bewegst. Was du "Selbstwert" nennst, nenne ich borniertes Denken. Verstehe das bitte nicht als Abwertung. Es tut mir wirklich leid für dich, dass du dahingehend deinen Kopf/Geist nicht öffnen kannst und so fundamental denkst. Ich möchte da ein paar Beispiele aufgreifen:

Zitat von bardon:
Ich will nicht sagen, dass Menschen sich nicht ändern, aber ich habe es nie selbst erlebt, was ich vielmehr erlebt habe ist, dass Frauen, die ich kennengelernt habe, häufig nach geraumer Zeit wieder in ihr Muster verfallen sind,

Und wie viele Menschen von denen, die du neu kennengelernt hast, kannst du SO beurteilen? Du kanntest sie vorher nicht und dementsprechend kannst du auch nicht beurteilen, ob sie ihr Verhalten geändert haben. Im Umkehrschluss würde es bedeuten dass Menschen immer wieder das wiederholen, was sie in jungen Jahren auch getan haben. Dem ist nicht so - das zeigen beispielsweise Ehen.

Zitat von bardon:
Aber ..... was bleibt ist das Problem, "Komme ich mit der Vergangenheit klar oder nicht" und "Muss ich damit klar kommen".

Und hier hast du ein Problem für dich selbst. Vergangenheit ist eben etwas, was Menschen nicht mehr ändern können - selbst wenn sie es wollen würden. Muss du aber auch nicht, da hast du recht. Es wird dich aber auf längere Sicht auch einsam machen. Man kann Wert- und Prinzipientreue auch einfach Verbissenheit/Borniertheit nennen. Vielleicht solltest du darüber mal nachdenken. Und nein, ich rede nicht davon ALLES über Bord zu kippen. Es geht mir eher darum, diese Prinzipien mal zu hinterfragen. Woher kommen sie und was haben sie für Auswirkungen auf mein Leben.

Zitat von bardon:
Das ist für beide eine Win-Win Situation, ich muss mich damit nicht auseinandersetzen und die Frauen sind frei für jemanden, der ihre Vergangenheit und somit sie als Person so akzeptiert, wie ich es nie könnte, selbst wenn ich wollte.

Finde ich schon ein wenig abwertend. Aber natürlich ist das dein Recht so zu denken. Kommunizierst du das auch so, wenn du eine Frau deswegen ablehnst?

Zitat von bardon:
Kurioserweise habe ich häufig erlebt, dass einige dann diverse Dinge ihrer eigenen Vita bereut haben - das ist nicht gut, spätestens dann denke mir ja "Ok, also Dinge machen, aber dann nicht dazu stehen, ist der worst case".

Man darf bei dir keine Fehler bereuen? Das "dazu stehen" ist so RTL2-Sprech. Es ist so einfach das zu sagen und damit vordergründig Verantwortung zu übernehmen und doch nur zu labern. Ich habe Fehler in meinem Leben gemacht und JA, ich bereue sie, denn darum Stufe ich sie als FEHLER ein. Wenn ich heute sagen würde: Hast du gut gemacht, dann ist es per Definition kein Fehler mehr. Das ist übrigens ein tolles Beispiel für (in meinen Augen): ich kann und will das nicht sehen. Das gibt's nicht - Basta-Einstellung, die ich bei dir empfinde.

Zitat von bardon:
Ich persönlich bleibe mir treu, ich möchte niemanden, dessen Vergangenheit ist nicht verstehe und erst recht niemanden, der seine eigene Vergangenheit nicht versteht, weil er nicht zu sich selber steht.

Wie gesagt, ich glaube nicht, dass ich es "selbst treu bleiben" nennen würde. Aber das steht ja jedem frei. Aber auch hier machst du für mich einen DenkFEHLER: zum "dazu stehen" schrieb ich schon etwas. Aber es gibt auch genug Menschen, ich vermute sogar dass es der Großteil ist, die sich selbst und ihre Muster in Gänze nicht greifen können, weil ihnen (a) die Mittel dazu fehlen und (b) sie es nie gelernt haben sich so sehr und fundamental zu hinterfragen. Dass du ihnen mit so einer Aussage die Verantwortung zuschiebst ist in meinen Augen alles andere als "klug". Eine Frage zwischendurch: Merkst du eigentlich, wie sehr du Frauen abwertest (und hier geht es um sechsuelle Erfahrungen und Beziehungsmuster)?

Zitat von NurBen:
Wenn sie sich vorher durchreichen lassen hat wie eine Tüte Chips beim Fernsehabend und bei dir im Bett den Seestern macht, fehlt die 6uellen Anziehung. Da wäre ich als Mann ganz schnell weg.

Bei so einer Formulierung denke ich nur: Mensch, toll dass es Männer wie dich gibt, die eine Frau wegen ihrer SEHR PERSÖNLICHEN Sechsualität wertet.

Zitat von NurBen:
Dadurch sinken natürlich ihre Chancen bei Männern, die sie anziehend findet.

NATÜRLICH? Wieso sinken ihre Chancen "NATÜRLICH"? Weil sie vorher selbstbestimmt sechsualität so gelebt hat, wie sie es möchte? Sorry, aber würde ich eine Frau sein und deine Wertungen lesen/im Gespräch spüren, dann würde ich laufen.

28.09.2020 12:14 • x 6 #15



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