Cludy
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ich bin eher ein konservativer, zurückhaltender Mensch, der keine außergewöhnlichen - insbesondere sexuellen - Erfahrungen sucht und je gesucht hat. Das war mir nicht sonderlich wichtig und ich habe für mich auch immer aussortiert, keine Affären oder komische Geschichten, bei denen ich nicht zumindest den Glauben habe, dass es in eine Beziehung münden kann.
Viele Frauen, die ich kennengelernt habe, habe ich oft häufig getroffen, für mich aber als unpassend empfunden, so dass sich daraus garnichts entwickelte.
Je älter ich werde, derzeit fast 40, desto unwahrscheinlicher ist es, Menschen zu begegnen, die gleiche Lebenswege wie ich gegangen sind - ich will mich davon auch frei machen, merke aber, es gelingt mir nicht.
Meine letzte Freundin lernte ich kennen, da sie mir ihre Art anfangs sehr gefiel und ihre Erscheinung sehr solide war, sehr konservativ. Je mehr wir uns kennenlernten und je mehr man auch über die Vergangenheit sprach, desto mehr distanzierte ich mich, da ich damit Schwierigkeiten hatte. Vor meiner Zeit hatte sie mit verheirateten Männern Affären, nahezu nie Beziehungen, die sie sich laut eigener Aussage immer wünschte, zuletzt eine Affäre mit einem Typen, der sie hat sitzen lassen, wohl mehrgleisig fuhr. Ich glaube, das hat auch an ihr genagt. Sie war sehr offen, was das betrifft und ich fand das auch spannend und interessant, merkte aber, dass ich sie unbewusst nach sechs Monaten in die Friendzone schob, weil ich mit den Dingen, die sie in der Vergangenheit erlebte, schwer klar kam, weil das nicht zu der Person passte, die ich erstens kennengelernt hatte und auch später dann kennenlernte. Also sie war eifersüchtig bei Kleinkram, war eher konservativ bei sexuellen Dingen, das konnte ich nie einordnen, also das was vorher war, sexuelles Lotterleben mit Männern, bei denen man weiß, da hängen noch andere Frauen im Schlepptau, bei mir wiederum war es schon ein Problem, bei Facebook mit Mädels befreundet zu sein, die mir ab und zu mal schrieben. Affäre schied für sie (laut eigener Aussage) aus, wolle sie nicht mehr.
Für mich war es immer schwer zu verstehen, wer sie ist, ist sie so wie ich sie erlebe oder ist sie so, wie sie war, wäre sie gern so wie sie heute lebt gewesen früher auch schon oder wie soll ich das einsortieren. Die Beziehung landete in der Friendzone, weil bei mir zuviele Fragen aufkamen und ich mich nicht mehr einlassen konnte auf jemanden, bei dem ich das Gefühl hatte, sie hat eine andere Einstellung (gehabt) zu Dingen, zu denen ich grundsätzlich anders eingestellt bin. Schwierig zu erklären.
Nun habe ich vor einiger Zeit wieder eine Frau kennengelernt, über eine Freundin. Sie fiel mir durch ihren zurückhaltenden konservativen Stil auf, sehr angenehm. Ich lernte sie näher kennen und auch sie hatte vor meiner Zeit offenbar eine Affäre, bei der es nahezu nur ums sexuelle ging - alles mögliche ausprobiert. Das gesamte Verhalten mir gegenüber und auch das gesamte Erscheinen passt so garnicht zu dem, was die letzten Jahre bei ihr so brachten und ich merke, ich tue mich schon wieder schwer, obwohl wir uns super verstehen, und sie mir gefällt.
Ich habe auch hier recht schnell gemerkt, dass ich mich distanziere - für sie nicht nachvollziehbar, ich glaube trotz meiner sehr konservativen Art hat sie sogar Interesse an mir, ich aber umso weniger, je mehr ich heraushöre, wie experimentierfreudig es vor nicht all zu langer Zeit zuging.
Für mich ist es schwer zu verstehen, ob ich zu streng mit dem bin oder diese Strenge zulassen soll, wenn sie meinem Gefühl entspricht. Freunde von mir werfen mir vor, ich lasse mich auf nichts ein, meine Schuld, wenn ich dann Single bleibe. Ist was dran, denke ich mir einerseits, andererseits kann ich schwer über meinen Schatten springen.