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Chancen trotz Trennung ?

MAMP

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Hallo zusammen,

ich habe lange hin und her überlegt, ob ich meine Geschichte hier niederschreibe. Schlussendlich bin ich, wie ihr offenbar schon vermutet, zu dem Entschluss gekommen dies auch zu tun. Vorab sei gesagt, dass ich natürlich nicht davon ausgehe, dass hier jemand nun den non-plus-ultra-rat für mich hat, dennoch habe ich irgendwie das Bedürfnis diese zu erzählen.

Ersteinmal ein paar Eckdaten. Sie 23, ich 28 - kennengelernt haben wir uns damals bei unserem Minijob. Unsere Beziehung ging ca. 3,5 Jahre - in diesen 3,5 Jahren gab es nicht einen Streit, jeder von uns konnte im Prinzip so sein wie er war - erwachsen, wenn auch kindisch - ernst, wenn auch albern. Vor gut 2,5 Wochen hat sich meine nun Ex-Freundin dann von mir getrennt.

Dann geh ich mal etwas weiter ins Detail.

Angefangen hat das ganze Problem schon eine ganz Weile zuvor, um genau zu sein ca. 2 Jahre. Ich befand mich damals in Festanstellung bei meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb. Ich war unzufrieden mit meinem Job, mit meinem Betrieb, mit meinen Arbeitszeiten. Dies ging dann so weit, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes Abends mit Bauchschmerzen ins Bett bin, Morgens mit Bauchschmerzen zur Arbeit. Es musste sich etwas ändern - gesagt getan, eine neue Arbeitstelle war da. Doch auch dort wurden meine Beschwerden nicht besser - also ab zum Arzt. Nach kurzem hin und her dann sowohl der Verdacht, als auch kurze Zeit später die Diagnose: Morbus Crohn. Ich werde hier nicht all zu sehr ins Detail gehen, da es irrelevant ist - Arbeitstechnisch war ich 1 Jahr vom Markt verschwunden da es lange Zeit zur Genesung brauchte. Ebenso musste ich meinen erlernten Beruf als Fachkraft für Lagerlogistik aufgeben und mir einen neuen Job suchen. Während der Auszeit von einem Jahr habe ich bedingt durch meine ganzen Krankenhausaufenthalte, Reha-Aufenthalte und Krankschreibung extrem viel Zeit für mich gehabt - ich war ja im Prinzip Arbeitslos - jedoch nicht arbeitsfähig.

Und genau zu diesem Zeitpunkt ging der ganze Spaß los. Ich hatte zu viel Langeweile und habe an sich schon immer gerne am PC gezockt. Nun, diese Möglichkeit bot sich mir natürlich weder im Krankenhaus, noch in Reha-Kliniken. Also griff ich zur Alternative Mobile-Games. Ich fand ein Spiel welches mir recht gut gefiel, erst spielte ich es hin und wieder, dann etwas mehr, dann - wie ich jetzt sagen kann - definitiv zu viel. Dies besserte sich auch nicht, nachdem es mir gesundheitlich wieder besser ging. Meine Ex-Freundin und ich beschlossen zusammen, aus gründen meiner Gesundheit, eine neue Ausbildung zu starten. Eine finanzielle Unterstützung durch eine Umschulung oder dergleichen waren bereits ausgeschlossen. Wir beschlossen zusammen, dass ich eine weitere Ausbildung starten kann, und wir die finanzielle Situation irgendwie hinbekommen. Zu diesem Zeitpunkt war es für uns beide keine Frage, dass wir die nächsten 3 Jahre noch als glückliches Paar durch die Gegend laufen. Gesagt getan, ich habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker bekommen. Das Spiel war nach wie vor da, und ziemlich präsent.

Einige von euch werden euch nun sicherlich fragen: Hat sie zwischendurch mal Probleme innerhalb der Beziehung angesprochen ? Ja hat sie. Hast du ihr zugehört? Nein habe ich nicht. Also habe ich schon - jedoch habe ich diese nie so ernst genommen, wie sie es empfunden hat.

Das erste Lehrjahr verging, es änderte sich nicht viel - ich zu dem Zeitpunkt noch 27, sie 22. Der Alltag war bereits da, sie kümmerte sich im wesentlichen um Dinge wie Wäsche und Kochen nach der Arbeit, meine Aufgaben bestanden darin zu saugen, Müll zu entsorgen, beim Kochen zu helfen etc. Weiterhin war das Spiel jedoch eine große Priorität von mir.

In diesem Jahr war einiges passiert. Sie hatte wenige Freunde, ihre beste Freundin sagte ihr immer kurz vor einem treffen ab, mit anderen hat sie sich zerstritten, bei anderen ist einfach der Kontakt abgebrochen. Auch auf der Arbeit gab es Probleme mit einer Arbeitskollegin, mit ihrem Chef. Privat war sie mit sich selbst unzufrieden, was ihr äusserliches anging. (Was ich nie verstanden habe - was sie jedoch von Anfang an in die Beziehung mit reinbrachte). Was wir jedoch nie wirklich bemerkt haben ist, dass unsere Beziehung extrem unter all dem gelitten hat. Wir waren wie ein altes Ehepaar, was sich einander gewöhnt hat, wir sind selten raus gegangen, wir haben selten Zärtlichkeiten ausgetauscht, ich war extrem viel mit meinem Spiel beschäftigt.

Um kurz einen Schritt zurück zu springen: Probleme die sie ansprach, bezogen sich auf unsere Beziehung. Sie wünschte sich mehr Zärtlichkeiten, mehr S., mehr kuscheln, dass wir uns öfter küssen.

Eine Sache vorweg: Meine Ex-Freundin hat nie getrunken, feiern gehen bezog sich bei ihr stetig auf tanzen gehen.

Es war Freitag. Meine Ex-Freundin freute sich, als seit langer Zeit endlich mal wieder ein Disco Abend mit ihrer besten Freundin geplant war, und diesmal auch stattfinden sollte. Ich fand das erstmal super, ich hatte Zeit für mich - ich konnte spielen. Hatte den Abend für mich allein. Den nächsten Morgen kam sie zu mir, und sagte, dass am gestrigen Abend ein Typ in der Disco war. Er hatte ihr ständig gesagt, wie schade er es findet das sie vergeben ist. Zum Ende gab er ihr einen Kuss auf die Wange und sie tauschten die Handy Nummern aus. Sie hatte das Gefühl, mich beschissen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt, fragt Gott wieso, fand ich das ganze natürlich nicht soooo pralle, es war aber auch nicht so, dass ich durch die Decke gegangen bin. Ich sagte ihr nur, dass ich nicht das Gefühl hätte das sie mich beschissen hat, und an sich auch kein Eifersüchtiger Mensch sei, aber das wisse sie.

Damit kam alles ins rollen. Meine Ex-Freundin war sehr nachdenklich. Eine Woche später hatten wir dann ein recht intensives Gespräch - in dem sie mir die Augen geöffnet hat als sie sagte Ich kann das noch 2 Jahre mit der finanziellen Situation, aber ich kann das nicht mehr 2 Jahre mit dieser Art von Beziehung. Auch ich erklärte ihr, was mich bedrückte. Ab diesem Moment war irgendwie alles anders. Ich realisierte, dass ich dabei war, die Frau zu verlieren die ich liebe.

Innerhalb von 7 (!) Wochen nahm dann alles irgendwie seinen Lauf. Es gab viele Gespräche in denen es um die aktuelle Situation ging. Sie erklärte mir, dass sie nicht weiß was los sei, aber sie habe eine Art Blockade im Bezug auf mich und könne viele Dinge einfach nicht zulassen oder annehmen. So nahm unsere Beziehung nach und nach immer mehr ab. Es gab keine Zärtlichkeiten mehr, wir haben nichtmehr miteinander gekuschelt, irgendwann konnte sie mich nicht mehr küssen. S. war zu diesem Zeitpunkt überhaupt kein Thema für mich, ich wollte um sie kämpfen. Ich fing an auszweichen und kreativ zu werden - so kuschelte ich mich Abends an ihre Beine, gab ihr einen Kuss auf die Wange oder Stirn. Fragte, ob wir etwas unternehmen wollen. Ich machte ihr kleine Geschenke - selbstgebastelt oder auch für kleines Geld gekaufte, mir ging es um die Geste. Ich fing wieder an sie mehr im Haushalt zu unterstützen, machte ihr öfter Komplimente. All das konnte sie zu dem Zeitpunkt nicht mehr annehmen und sagte, ich würde mich für sie verbiegen.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mit dem Spiel bereits lange aufgehört, ich habe meinen damaligen Account verkauft und sie auch darüber in Kenntniss gesetzt - sie freute sich, konnte dies aber nicht wirklich zeigen sagte sie.

Zum Geburtstag bekam ich von ihr einen Urlaub an der Nordsee geschenkt - diesen hatte sie schon lange vorher gebucht. Das Geschenk war nicht wie sonst mit viel Aufwand hergerichtet, was ich in dieser Situation auch nicht erwartet habe. Dennoch habe ich mich sehr darüber gefreut, und ich könnte noch immer anfangen zu heulen wenn ich daran denke. Zu diesem Zeitpunkt war sie sich ihrer Gefühle bereits nicht mehr sicher, sie wusste nicht, was sie wollte - sagte sie immer. Wir hatten beide die Hoffnung, dass dieser Urlaub etwas für sie klar machen würde - in welche Richtung dies auch immer gehen sollte.

Geplant war eine schöne Ferienwohnung, die aussah wie unser Zuhause. Dies hat allein aus dem Grund schon nicht geklappt, weil die Wohnung doppelt verbucht wurde, und die Alternativferienwohnung keine Alternative für uns war, so gingen wir ins Hotel. Ein Hotel ist natürlich etwas völlig anderes als eine Ferienwohnung, also arrangierten wir uns mit der Situation so gut es ging - reisten jedoch an Tag 3 bereits wieder ab, da ein Hotel einfach nicht unsers ist/war.

Zuhause angekommen vergingen weitere 2 Tage bis ich das Gespräch suchte. Wir sprachen bereits darüber, eine Weile auf Abstand zu gehen - hatten jedoch beide Angst, unsere Beziehung dadurch zu verlieren. Jedenfalls sprach ich dieses Thema erneut an, jedoch kamen wir dort irgendwie auf kein wirkliches Ergebnis. Samstag suchte meine Ex-Freundin nochmals das Gespräch, und wir einigten uns darauf, dass ich für eine Weile zu einem Freund gehe. Zu meinem Freund ging ich dann samt meinen Sachen am Sonntag Abend - bis dahin sind viele Tränen geflossen, und ebenso haben wir sehr viel miteinander gesprochen. Dies ging dann irgendwann sogar so weit, dass sie wieder kuscheln wollte - jedoch nicht aus dem Gefühl heraus die Nähe des Partners spüren zu wollen, sondern weil sie nicht wollte das ich gehe. Dennoch bot ich ihr an sich anzukuscheln wenn sie wolle - ich würde es in die richtige Schublade stecken. Wir einigten uns darauf, keinen Kontakt zu haben aus der Angst, dies würde diese komische Situation aufrecht erhalten. Die Ausnahme bestand natürlich darin, wenn es gesundheitliche Probleme oder dergleichen gäbe.

Ausgehalten habe ich das ganze dann bis Donnerstag, als ich ihr Morgens schrieb. Ich habe ihr einfach ein bisschen von meinem letzten Tag erzählt, habe ein bisschen Spaß gemacht und ihr gesagt, dass sie mir fehlt. Die Ernüchterne Antwort folgte einige Stunden später. Sie schrieb das sie ihre Gedanken nicht ordnen könne und so durch den Wind sei. Zu dem Zeitpunkt versuchte sie, möglichst viel zu unternehmen um sich abzulenken. Um ehrlich zu sein, war ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich enttäuscht, da ich davon ausging, sie würde sich Gedanken dazu machen, was sie will. Ich respektierte dies jedoch und machte ihr keine Vorwürfe oder dergleichen.

Sonntags schrieb sie mir dann, dass sie mit mir reden wolle - ich wusste: Kein gutes Zeichen! So sollte es auch kommen. Sie kam zu meinem Kollegen und machte Schluss. Sie sagte mir, sie habe einfach keine Gefühle mehr für mich, und das sie die Beziehung so nicht führen könne. Das war natürlich wie ein Schlag ins Gesicht für mich, und ich wusste mit der Situation nicht umzugehen. Ich hatte alles, und stand vor dem nichts.

Ein Tag später fragte ich sie, ob ich vorbei kommen könne um mir frische Handtücher zu holen und um zu duschen, denn wir hatten nur kaltes Wasser - sie willigte ein, dass sei natürlich kein Problem. Ich also auf dem frühen Abend hin, geduscht, Handtücher eingepackt. Wir standen uns das erste mal wieder in unserer Wohnung gegenüber - ein ziemlich komischer Moment. Sie bot mir ein B. an - ich nahm es an, wir setzten uns ins Wohnzimmer und redeten mal wieder miteinander. Als ich sagte Ich muss mich langsam auf den Weg machen, um Abendbrot zu machen sagte sie Ich dachte, du möchtest vielleicht zum Essen bleiben, ich habe eh zu viel. Natürlich habe ich das Angebot angenommen. wir kochten zusammen, alles war wie immer - ich machte ihr ihren Salat für die Arbeit fertig, weil ich nicht doof in der Gegend rumstehen wollte. Wir haben zu Abend gegessen. Es war bereits 22 Uhr als ich in den Flur ging um meine Schuhe zu holen, als sie mich fragte willst du schon fahren? ich dachte ich höre nicht richtig. Wie dem auch sei fuhr ich nicht und wir redeten weiter im Wohnzimmer. Sie erzählte mir, dass sie sich immer die eine Frage stellte Was wäre wenn du ein Gespräch früher reagiert hättest? worauf ich später antwortete: Wenn du dich fragst, was wäre wenn du ein Gespräch früher reagiert hättest? musst du dich auch fragen: Was wäre wenn ich ein Gespräch früher auf den Tisch gehauen hätte? sie war bedrückt und sagte da hast du recht. - nicht das es mir hier um irgendwelche Schuldzuweisung ging, ich fand mich in dem Moment ungerecht behandelt.

In den nunmehr 2,5 Wochen nach der Trennung, haben sich noch einige Gespräche entwickelt. Sie sagte immer das sie aktuell keine Beziehung mit mir möchte, und sie hat auch keine Gefühle. Sie weiß aber nicht was in ein paar Monaten oder einem Jahr sein kann - da ja nie irgendwas schlimmes wie fremdgehen o.ä. vorgefallen sei. Da klammer(te) ich mich natürlich dran. Ich betonte desöfteren, dass das Spiel welches ich einst spielte, einen Großteil zu meinem verhalten beigetragen hat, und das ich heute sagen kann - ich war süchtig - und es tut mir leid dafür. Sie ist nach wie vor nicht der Meinung, dass das Spiel einen so großen Teil dazu beigetragen hat. Desweiteren sagt sie auch, was mich persönlich ziemlich verletzt, dass die Beziehung schuld an einigen ihrer Probleme sei. Sie könne wieder durchschlafen, habe nicht mehr so starken Haarausfall. Ich möchte das um ehrlich zu sein einfach nicht wahr haben, da noch so viele andere Faktoren da waren, die dazu beigetragen haben das es ihr nicht gut geht. Und das sie während des Urlaubes das erste mal wirklich zur Ruhe gekommen ist, und durch das viele Unternehmungen erstmals damit anfangen konnte, diese Faktoren nach und nach abzuarbeiten.

Sie sagt desöfteren, dass ihr Gewissen sie zerfrisst - mich in diese Lage nun gebracht zu haben, zu schauen auf welcher Couch ich als nächstes Schlafe, die finanzielle Situation, all die Behördengänge die ich nun zu erledigen habe, der ganze Papierkram. Um ehrlich zu sein: Das interessiert mich alles herzlich wenig. und irgendwo habe ich mir gewünscht, dass sie neben den ganzen Orga-Kram auch vielleicht mal daran denkt, dass es mir um sie geht, und nicht um das, was ich nun alles zu bewältigen habe.

Ich habe nun gewaltig viel Zeit gehabt, um zu Reflektieren - um nachzudenken. Zum einen bedrückt mich der Gedanke natürlich wahnsinnig, selber Schuld daran zu sein, die Frau verloren zu haben die ich über alles liebe. Ich weiß, was in unserer Beziehung alles verkehrt gelaufen ist, und das ich nicht nur all die Sachen möchte, die ihr fehlen, sondern mehr möchte. Ich spreche jetzt nicht von Kinderwunsch, Heirat, oder sonst was - einfach die Kreativität, die es benötigt, um eine glückliche Beziehung zu führen. So wie es eben am Anfang war. Auch wenn es jetzt zu spät ist, weiß ich nun, was ich verloren habe - das was mir eigentlich die ganze Zeit am wichtigsten war.

Darüber hinaus weiß ich nun natürlich auch, dass ich verdammt viele Fehler gemacht habe. Stichwörter: Mitleid, nachlaufen, bedrängen, unter Druck setzen, umstimmen. hinterher ist man nunmal immer schlauer.

Sie lebt ihr Leben aktuell in vollen Zügen - findet sich praktisch komplett neu, auch wenn sie sich dort, meiner Meinung nach, ziemlich an eine bestimmte Freundin orientiert. Sie holt sich ziemlich ähnliche Klamotten, will Yoga ausprobieren. all das, was diese Freundin eben auch macht oder bereits hat.

Die aktuelle Situation ist diese, dass ich mein geringes Hab und Gut noch in der Wohnung habe, und auch Zutritt zur Wohnung habe. Nicht das ich dort nun rein und raus gehe wann ich will, aber eben wenn ich etwas brauche - und sie nicht da ist. Natürlich schaut man sich mal um, und schaut, was sich verändert hat. Es sind einige Möbel und Kleinigkeiten dazu gekommen, teilweise stehen unsere Gemeinsamen Bilder noch, ebenso wie Kleinigkeiten, die ich ihr einmal geschenkt oder gebastelt habe. Ein großes Bild im Flur, auf welchem wir sehr glücklich miteinander waren, hat sie mit einem meiner Meinung nach nichts aussagendem Bild überklebt - unser gemeinsames Bild befindet sich nach wie vor im Rahmen hinter der Glasscheibe.

Mittlerweile hat sie einige kleine Dinge von mir zusammengeräumt und in eine kleine Kiste gepackt, die auf meiner Seite des Bettes steht. Sie sagte auch, dass ihr das alles nicht leicht fällt - wie zum Beispiel jeden Tag an meinem Schreibtisch vorbei zu laufen, und das Gefühl zu haben, dass ich dort sitze, wenn sie nach Hause kommt.

Darüber hinaus soll die Beziehung mittlerweile auch der Grund dafür sein, dass sie nicht mehr so viel mit ihrer Freundin unternommen hat (die, die ihr immer abgesagt hat. ) oder einfach Kontakte abgebrochen bzw vernachlässigt wurden (die, mit denen sie sich gestritten hat) - und für mich macht meine Ex Freundin einfach irgendwie den Eindruck, dass sie diese ganze Beziehungsproblematik nach hinten geschoben hat - und sich noch gar nicht wirklich damit beschäftigt hat, da sie ja im Prinzip seit unserem Abstand fast kontinuierlich on tour ist und ständig was unternimmt. Reim vom Gefühl her würde ich sagen. sie weiß noch immer nicht so recht, was sie will oder nicht.

Natürlich wünsche ich mir zum aktuellen Zeitpunkt nach wie vor ein comeback für uns, jedoch fange ich langsam an zu realisieren, dass dies wohl nicht passieren wird. Auch wenn ich nach wie vor die Hoffnung habe, dass sie mich doch vermisst. Auch weiß ich, dass ich da nicht drauf warten sollte - mir geht es zwar nicht gut mit der Situation, aber definitiv besser als von vor 2 Wochen. Ich habe mich wieder im Fitnessstudio angemeldet um etwas für mich zu tun, um auf andere Gedanken zu kommen.

Die Frage ist - wie geht es darüber hinaus weiter ? Wie bereits erwähnt, sind noch einige Sachen von mir dort. Kleinigkeiten, mein PC, Fernseher sowie Schreibtisch. Sie gab mir bereits zu verstehen, dass es keinen Sinn macht jetzt zu kämpfen, da ich keinen wirklichen Zugang zu ihr habe. Ich habe ihr ebenso zu verstehen gegeben, dass ich ihr keine Freundschaft anbieten kann, da ich mehr sein möchte - als nur ein Freund. Gegen die Wand rennen bis sie vielleicht bröckelt - im Sinne von kämpfen - wird wohl keine gute Idee sein und die Wand wahrscheinlich nur noch höher ziehen. Also wird es wohl die einzige Option sein, meine gesamten Sachen aus der Wohnung zu holen, und den Kontakt vorerst abzubrechen ? Sie sagte bereits, dass sie es komisch finden würde, mich nicht mehr fragen zu können wie es mir ginge usw. und natürlich wäre auch das irgendwo wieder ein Funken Hoffnung den ich hätte wo ich mir denke Na. vielleicht merkt sie ja etwas, wenn ich komplett weg bin. Aber das steht nicht im Fokus. Ich möchte primär aktuell einfach, dass es mir wieder besser geht. Möchte gleichzeitig natürlich aber auch irgendwie etwas dafür tun, dass wir wieder einen Draht zueinander bekommen - auch wenn ich weiß das ich dies nicht beeinflussen kann, zumindest nicht aktiv (Paradox. )

P.S: Ja, ich spreche da von einer Kontaktsperre auf unbegrenzt. Nicht das ich damit irgendetwas erzwingen möchte, da es im Prinzip ja ohnehin zu spät ist. Und ich mir auch denke, es ist vielleicht nicht die klügste Entscheidung so eine Kontaktsperre auszusprechen, wo ich sie doch während der Beziehung vernachlässigt habe, jedoch wäre die Alternative irgendwie so weiter zu machen, was mich jedoch ziemlich belastet.

Tut mir leid das der Text so eskaliert ist. und ich hätte noch wesentlich mehr schreiben können aber dennoch: Ich freue mich auf Meinungen, Anregungen, Tips. whatever.

14.11.2019 16:29 • #1


T4U

T4U


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Zitat von MAMP:
Sie lebt ihr Leben aktuell in vollen Zügen

ich denke, sie lenkt sich ab, vom Herzschmerz. Was du auch tun solltest

14.11.2019 16:41 • #2


Urmel_

Urmel_


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Zitat:
Natürlich wünsche ich mir zum aktuellen Zeitpunkt nach wie vor ein comeback für uns, jedoch fange ich langsam an zu realisieren, dass dies wohl nicht passieren wird.

Ich denke auch, dass Dein altes Ich als Partner jetzt nicht mehr gefragt ist. Aber grundsätzlich hat sie durchaus positive Gefühle für Dich.

Ich persönlich denke, dass sie jetzt Entwicklungen in Dir sehen möchte, die nicht einfach sein werden. ANgesichst von Problemen Zuversicht zeigen, Job, Wohnung und Perspektive in den Griff bekommen. Und vor allem: ohne ihre Unterstützung.

Ich denke, wenn Du dieser Mann werden könntest, der die Qualität hat, sich selber aus dem Treibsand zu ziehen, dann dürften Deine Chancen bei ihr gut aussehen. Aber, der Weg dürfte durchaus Monate bis Jahre dauern. Jetzt wird sich halt zeigen, aus welchem Holz Du bist, Dich diese lange Zeit durchzubeißen.

14.11.2019 16:50 • x 1 #3


MAMP


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Vielen Dank für eure Antworten !

Zitat:
Ich denke auch, dass Dein altes Ich als Partner jetzt nicht mehr gefragt ist. Aber grundsätzlich hat sie durchaus positive Gefühle für Dich.


Das denkst du nicht alleine - und auch ich möchte nicht "mein altes ich" sein. Mir ist klar geworden, dass da vieles falsch gelaufen ist. Darüber hinaus bin ich mir auch im klaren, dass die Geschichte keine Sache von "in 3 Monaten kann ich was erwarten" ist. Aber ich bin durchaus gewillt, an mir zu arbeiten - nicht weil sie das möchte, oder weil das der letztendliche Trennungsgrund war, sondern viel mehr, weil ich irgendwo auch einfach unzufrieden mit mir selber bin. Wie das mit den positiven Gefühlen zu werten ist, weiß ich nicht.. Ich weiß, dass ich ihr extrem wichtig bin - das merke ich immer wieder. Ihr schlechtes Gewissen mal außen vor gelassen, weiß ich das sie sich wirklich um mich und meine Situation (zwecks Wohnung etc) sorgt. Deshalb sitz ich dort auch aktuell mit vollem Einsatz hinter - zum einen natürlich um ihr "diese" Sorge zu nehmen, zum anderen aber auch, weil es für mich lebensnotwendig ist. Abgesehen davon, hätte ich dann erstmal gut was zu tun

Zitat:
Ich persönlich denke, dass sie jetzt Entwicklungen in Dir sehen möchte, die nicht einfach sein werden. ANgesichst von Problemen Zuversicht zeigen, Job, Wohnung und Perspektive in den Griff bekommen. Und vor allem: ohne ihre Unterstützung.


Es ist komisch.. abgesehen davon, dass ich mir auch schon dachte, dass meine besten "Chancen" darin bestehen, ihr zu zeigen, dass ich das alles auch ohne sie bewältigt bekomme, denke ich seit einiger Zeit schon: "Egal was, ich pack das". Ich kann nicht erklären warum, aber das gibt mir aktuell Kraft.

Zitat:
Ich denke, wenn Du dieser Mann werden könntest, der die Qualität hat, sich selber aus dem Treibsand zu ziehen, dann dürften Deine Chancen bei ihr gut aussehen. Aber, der Weg dürfte durchaus Monate bis Jahre dauern. Jetzt wird sich halt zeigen, aus welchem Holz Du bist, Dich diese lange Zeit durchzubeißen.


Und wenn der Weg Jahre dauert, dann dauert der Weg eben Jahre. Ich bin definitiv niemand, der schnell aufgibt, und prinzipiell eher "challenge accepted" veranlagt. Aber nungut - wie man so schön sagt: Reden kann man viel.

Zitat von T4U:
ich denke, sie lenkt sich ab, vom Herzschmerz. Was du auch tun solltest


Damit magst du wahrscheinlich richtig liegen. Dennoch gestaltet sich das für mich aktuell nicht ganz einfach - was aber reine Kopf/Herz Sache ist. Aktuell habe ich aber auch noch genug anderen organisatorischen Aufwand, der meine Zeit mehr als genug füllt. Wie meine Zeit aktuell gefüllt ist, ist mir um ehrlich zu sein egal - hauptsache ich habe keine Leerphasen, in denen ich mir den Kopf zerbrechen kann..


Abgesehen davon - was sagt ihr zu der Situation mit meinen "Sachen" ? Wie bereits erwähnt befinden die sich noch in "unserer" Wohnung. Solange meine Ex Freundin dort wohnen bleibt, haben wir zumindest laut letztem Stand, vereinbart gehabt, dass diese dort erst einmal stehen bleiben können. Sie standen immerhin schon seit Anfang an dort, zwischendurch brauche ich vielleicht auch meinen PC. Sie erwähnte jedoch Sonntag, dass es für sie auch nicht einfach sei, jeden Tag an meinem Schreibtisch lang zu gehen.. Sagt aber auch, dass egal was sie dort anderes hinstellen würde, es sich vom Gefühl wahrscheinlich nicht ändert.

Und bzgl der KS.. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man damit grundliegend erstmal nichts erreichen kann, und diese in erster Linie dafür da ist, runter fahren zu können, Abstand zu gewinnen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Abgesehen davon - denke ich irgendwo aber auch, dass diese unangebracht wäre aufgrund der Tatsache, dass ich ihr in der Vergangenheit ja auch nicht die Achtung und Aufmerksamkeit geschenkt habe, die sie eigentlich verdient hätte.

14.11.2019 19:11 • #4


T4U

T4U


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Zitat von MAMP:
dass es für sie auch nicht einfach sei, jeden Tag an meinem Schreibtisch lang zu gehen..


Da stehen Erinnerungen herum, die zu sehen, weh tun. Man wird mit Düften, an dies oder jenes erinnert, oder man findet ein Hemd in der Wäsche. Du leidest - man liest es ja, aber irgendwie glaubst du nicht, das es ihr auch so ginge. Jeder Kontakt, mit deinen Sachen, erinnert sie an, was auch immer und das tut eben weh!
Zitat von MAMP:
dass diese unangebracht wäre aufgrund der Tatsache, dass ich ihr in der Vergangenheit ja auch nicht die Achtung und Aufmerksamkeit geschenkt habe, die sie eigentlich verdient hätte.

ja Mann, warum hast du das während der Beziehung nicht so gesehen und jetzt wo Schluß ist, willst du auf Teufel komm raus - Dich in Erinnerung halten?!
Schön schräg

15.11.2019 03:22 • #5


MAMP


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Zitat von T4U:
Du leidest - man liest es ja, aber irgendwie glaubst du nicht, das es ihr auch so ginge.

Stimmt bis zu einem gewissen Punkt. Ich glaube, dass es ihr an sich auch weh tut, ja - aber an sich geht es ihr ja gut - ihre Worte waren "Mir geht es gut - und ich schäme mich dafür." Es tut natürlich irgendwo weh so etwas zu hören - dennoch freue ich mich auch für sie, wenn es ihr gut geht.
Zitat von T4U:
a Mann, warum hast du das während der Beziehung nicht so gesehen und jetzt wo Schluß ist, willst du auf Teufel komm raus - Dich in Erinnerung halten?!

Hier komme ich ehrlich gesagt nicht ganz mit. Vorab: Das ich das während der Beziehung nicht so gesehen habe tut mir selbst unglaublich weh, und das ist auch ein ziemlich großer Punkt, mit dem ich jeden Tag zu kämpfen habe. Weil ich weiß, dass ich SO eigentlich nicht bin. Ich wollte zu dem Zeitpunkt halt lieber am Smartphone zocken und war in meiner komplett eigenen Welt. Und glaub mir, es ist nicht einfach im Nachhinein mit dem Wissen umzugehen - ganz im Gegenteil. Ich will auch gar nicht restlos alles auf mein Smartphone schieben um den einfachen Weg zu gehen - aber es hat zu dem Zeitpunkt einfach einen großen Teil meines Lebens ausgemacht, einen zu großen wie ich jetzt weiß.
Was ich nicht ganz verstehe ist, dass ich mich in Erinnerung halten will. Es ist nicht so, dass ich die Sachgegenstände dort noch stehen habe in irgendeiner Hoffnung, oder über eine Kontaktsperre nachgedacht habe, mit der Hoffnung sie damit vielleicht an etwas erinnern zu können. Ich kann aber nicht 100% an mich denken, und denke nach wie vor natürlich ständig darüber nach, ob es etwas gibt, was uns beiden gut tut - oder was uns beiden hilft. Ich würde lügen wenn ich sage, dass ich nicht doch irgendwie Hoffnung daraus ziehen würde all meine Sachen aus der Wohnung zu holen, und vorerst keinen Kontakt haben zu wollen - jedoch erwarte ich davon rein gar nichts.

Es ist halt typisch - du weißt erst was du hattest, wenn du es verloren hast. Und diese Einsicht zu haben ist ziemlich schrecklich um ehrlich zu sein.

Ich bin wesentlich gefasster als vor 2 Wochen - aber dennoch ziemlich verwirrt und durch den Wind. Nach wie vor zerbreche ich mir über gewisse Dinge den Kopf. Mache ich ihr wie jedes Jahr einen selbstgefüllten Adventskalender ? Hole ich meine Sachen aus der Wohnung ? Sollten wir erstmal keinen Kontakt mehr haben ? Wartet sie vielleicht doch darauf, dass ich anfange zu kämpfen ?

Ich weiß, dass sie mich nicht vergessen wird, und darum geht es mir auch gar nicht - aber dieser Liebesentzug ist hart, und zugegeben: Wir Männer sind da Kopftechnisch vielleicht etwas "einfach" gestrickt.

Was mich einfach nach wie vor so Nachdenklich macht, im Bezug auf das, was ich nun mache oder machen soll ist, dass es 2 verschiedene Aspekte in der Vergangenheit gibt, aus denen ich einfach nicht schlau werde.

In den 7 Wochen durch die wir uns "gequält" haben, habe ich natürlich immer wieder versucht zu zeigen, dass ich sie liebe und auf Dinge zu achten, auf die ich vorher nicht so sehr geachtet habe. So habe ich mich beispielsweise als wir auf der Couch lagen, an ihre Beine angelehnt, da sie ja nicht kuscheln wollte. Körperkontakt auf andere Art und Weise hergestellt - weil sie den gewohnten Körperkontakt weder zulassen "konnte" - noch "wollte". Sie in den Arm genommen, was sie ebenfalls nicht wollte. Komplimente gemacht, die sie nicht annehmen konnte. Gefragt, ob wir etwas unternehmen wollen - worauf ich keine Antwort bekam, und eine Stunde später unterrichtet wurde, dass sie sich den nächsten Tag mit einer Freundin trifft.

Am Sonntag als sie die Beziehung beendete, sagte sie mir dann, sie habe nicht wirklich gemerkt, dass ich gekämpft hätte. Ich sagte ihr, dass ich gekämpft habe, sie dies jedoch nicht zulassen konnte oder wollte, und mir dies teilweise auch sehr deutlich gesagt hat. Woraufhin sie dann wieder sagte "Ich hätte mir gewünscht, du hättest es vielleicht einfach gemacht."

Ja cool story.. Ich mache, werde abgewiesen - mache es auf andere Weise - mir wird vorgeworfen ich hätte nicht gekämpft.. Vielleicht fühle ich mich bis zu einem gewissen Punkt auch einfach ungerecht behandelt aktuell, ich weiß es nicht. Im Moment geh ich die Gefühlsleiter täglich auf und ab, und empfinde so ziemlich alles, was man empfinden kann. Aber dennoch hätte ich auch kein Problem damit, neben meinem ganzen persönlichen Kram (Stichwort eigenes Leben auf die Beine stellen nun), 10.000x gegen eine Wand zu laufen.

Wahrscheinlich sind hier mal wieder nicht ganz so viele nützliche Informationen drin, die irgendwem weiterhelfen. Vielleicht bilde ich mir einige Sachen auch einfach nur ein, was in meiner Position wahrscheinlich auch nicht selten vorkommt. Aber ich weiß, dass ich diese Frau über alles liebe - und das nicht wegen einer Finanziellen Situation, oder wegen der Wohnsituation. Finanziell stehe ich besser dar, als zuvor. Und auch eine Wohnung ist in Aussicht. Dennoch vermisse ich sie unglaublich. Und mit vermissen meine ich nicht in erster Linie das zusammenleben mit ihr - dieses "Hotel Mama" wie man so schön sagt. Damit meine ich ihre Art, die komischen Grimassen die wir gezogen haben, diese tollpatschigen Situationen in denen wir über uns gegenseitig gelacht haben, wenn wir uns erzählt haben, darüber geredet haben wie unser Tag war und was passiert ist, einfach ihre Nähe zu spüren. Natürlich vermisse ich ebenso das ganze.. nennen wir es mal "Beziehungs-drum-herum" wie kuscheln, Küssen, Zärtlichkeiten austauschen, dass muss ich an dieser Stelle aber denke ich nicht erwähnen..

15.11.2019 07:42 • #6


T4U

T4U


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Zitat von MAMP:
artet sie vielleicht doch darauf, dass ich anfange zu kämpfen ?

Wenn nur einer kämpft - was soll es dann werden? Ich kann mir ja vorstellen, was dir nun alles fehlt und wegbricht, nur das Gegenüber, so nah und doch so fern, zu erreichen ist nicht leicht.

Zumal Worte ja nur Schall und Rauch sind. Und deine Taten - will sie nicht sehen oder anerkennen, darum ist da der Kampf wohl schon ausgetragen, bevor es dir bewusst wurde.

15.11.2019 07:50 • #7


MAMP


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Zitat von T4U:
Wenn nur einer kämpft - was soll es dann werden? Ich kann mir ja vorstellen, was dir nun alles fehlt und wegbricht, nur das Gegenüber, so nah und doch so fern, zu erreichen ist nicht leicht.

Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht. Mein Kopf fährt aktuell Karussell und ich weiß nicht was richtig und was falsch ist.. Ich weiß natürlich das ich meine Ex Freundin wiederhaben möchte, ich weiß aber auch, dass das "aktuell" nicht möglich ist. Ich will auf der einen Seite alles dafür tun, um ihr zu zeigen, dass ich es ernst meine - auf der anderen Seite will ich nichts tun, was sie weiter von mir fern treibt. Das ist 'ne ziemlich komplizierte Sache irgendwie..

Am Mittwoch war ich zuletzt in unserer Wohnung, um Dokumente auszudrucken die ich benötigte, unter anderem einen Antrag für einen Schwerbehindertenschein. Ich vergaß dabei die Monitore meines Rechners wieder auszuschalten. Dies fiel ihr natürlich auf, und sie fragte mich, was ich den Tag denn dort gemacht habe. Ich antwortete nur freundlich, dass ich noch ein paar Dokumente ausgedruckt habe, sowie den Antrag - den ich schon lange stellen wollte. Später erklärte sie mir dann, dass sie es doch irgendwie seltsam findet, an solchen Dingen (Monitore) zu merken, dass ich an dem Tag dort war. Ich dachte mir das irgendwie schon, als sie fragte, was ich dort gemacht habe. Ich machte freundlich klar, dass ich soweit ja nun alles habe was ich benötige - auf gut deutsch: Keine Sorge, ich werde nicht mehr so vorbei kommen, auch wenn das in der Vergangenheit nie ein Problem war welches offen kommuniziert wurde, ganz im Gegenteil.

Ich möchte nun nur nicht, dass sie denkt es sei eine Trotzreaktion wenn ich meine Sachen aus der Wohnung hole und ihr den Schlüssel dort lasse. Das wäre es nämlich überhaupt nicht. Zum einen denke ich einfach, dass es ihr vielleicht auch damit besser gehen würde, eben nicht mehr an meinen Sachen "vorbei zu laufen", und zum anderen müssen die Sachen ohnehin früher oder später dort raus - was auch nicht einfach wird für mich - bzw uns beide. Daher denke ich mir irgendwie.. besser früher als später. Oder liege ich da irgendwo falsch ?

Was für mich Sinn macht im allgemeinen gesehen, ist, dass sie sich getrennt hat. Das kann ich verstehen, auch wenn es weh tut. Es gibt aber eben auch einfach einige Dinge, die ich nicht verstehe oder nicht verstehen will. Wie zum Beispiel das unsere Bilder noch dort stehen, dass meine selbstgebastelten Geschenke - die sie über die Jahre bekommen hat - noch immer dort hängen, das es ihr gut geht obwohl es ihr eigentlich schlecht geht.. Für mich sieht es aktuell eben danach aus, als würde sie gegen ihre Gefühle ankämpfen - weil diese eben doch noch nicht ganz weg sind. Aber vielleicht täusche ich mich da auch einfach und bin aktuell blind.

Sie sagte vor einigen Wochen selbst, sie wisse nicht was los sei. Ob es eine Selbstfindungsphase sei, ob es einfach so ist wie es ist, was sie will oder nicht will.. Ich bin einfach irgendwie der Auffassung, sie weiß noch immer nicht zu 100% was sie will oder nicht will. Klar, irgendwo schon - sonst hätte sie nicht schluss gemacht, aber sie sagte auch, dass sie mich nicht weiterhin in der Luft hängen lassen will, und mich auch nicht weiterhin verletzen will..

By the way: Ruhig auch mal das Kantholz nehmen wenn nötig. Aktuell bin ich in manchen Punkten schwer von Begriff.

15.11.2019 09:19 • #8


Urmel_

Urmel_


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Zitat von MAMP:
Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht. Mein Kopf fährt aktuell Karussell und ich weiß nicht was richtig und was falsch ist.. Ich weiß natürlich das ich meine Ex Freundin wiederhaben möchte, ich weiß aber auch, dass das "aktuell" nicht möglich ist. Ich will auf der einen Seite alles dafür tun, um ihr zu zeigen, dass ich es ernst meine - auf der anderen Seite will ich nichts tun, was sie weiter von mir fern treibt. Das ist 'ne ziemlich komplizierte Sache irgendwie..

Wenn uns der Po auf Grundeis geht, dann haben wir Angst. Dann wollen wir etwas erhalten, dann werden wir hektisch. Dann bist Du plötzlich der liebste Freund auf der Welt und putzt freiwillig die Fenster, abends steht das Essen mit einer Rose auf dem Tisch und später gibt es dann noch ein selbstgeschriebenes Lied auf der Klampfe.

Was solche Handlungen nicht berücksichtigen ist, dass zu einer langen Partnerschaft auch andere Dinge gehören. Und damit meine ich nicht die Dinge, die Dir der Volksmund so ins Ohr trällert. Da bekommst Du immer zu hören "redet auf Augenhöhe" und "zeig ihr, wie sehr Du sie liebst". Das sind für sich betrachtet keine schlechten Dinge, aber es ist je nach Kontext am Thema vorbei. Frauen wollen auch Sicherheit. Ganz profan gesprochen, Sicherheit, dass der Mann seinen Mann stehen kann, wenn die Frau mit Kind zu Hause sitzt. Natürlich gibt es auch ANziehungskraft und Zuneigung, aber die kann das Bedürfnis nach Sicherheit nur eine gewisse Zeit tünchen. Und gegenseitige Gefühle sind hier eher verschüttet, weil die Sorge über Deine aktuelle Situation schon lange präsent sind. Würdest Du also jetzt unter dem Fenster trällern, dann würde dennoch Dein auf der Stelle stehen immer noch ein Problem sein.

Und "zeigen" kannst Du vollkommen aus Deinem Kopf streichen. Die Mädels sind die CIA, die haben Spaß dran, Männer, die mal einen großen Wert (durchaus auch emotional) hatten, im Blick zu behalten. Du kannst Dir sicher sein, selbst wenn Du absolut sicher bist, dass es keine Connection gibt, dass sie, wenn Du echt hart an Dir arbeitest, auf die Beine kommst, ruhiger wirst, zuversichtlicher, alles mitbekommt. Es ist sogar ganz im gegenteil kontraproduktiv, wenn Du Verbesserungen zu Markte trägst, denn dann glauben Frauen, dass Du nur sehr schlau bist und eißt, wie Du DIch verstellen musst. DIe nehmen Dir die Änderung dann nicht ab.

Fang jetzt schon mal an, Dir Energie und Ruhe in Dir selbst zu reservieren für den Moment, wenn Konkurrenz ins Spiel kommt. Das gehört dazu, dass ist auch nur ne weitere Prüfung. Nicht auspegeln, das Beste wünschen, an Dir arbeiten. Sie wird den neuen immer mit Dir vergleichen und bei jedem Schritt nach vorn von Dir an ihrer Entscheidung zweifeln. Falls es so kommen sollte.

Ich finde Deine Einstellung super, pack den Stier bei den Hörnern. Aber hag kein Groll gegen die Frauen, denn die versuchen auch nur über Wasser zu bleiben. Und vor allem, stell Dich auf weitere Tiefschläge ein, bis es besser wird.

Du bist schon so viel weiter als die Mehrzahl aller Menschen. Den schwierigsten Part hast Du schon genommen. Du hast die innere Stärke Dir selber einzugestehen, dass Du unter Deinen Möglichkeiten geblieben bist. Und nun halt die Ärmel hochkrämpeln.

Hau rein, das packst Du.

15.11.2019 11:27 • x 1 #9


MAMP


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Vielen Dank für deine aufmunternden Worte Urmel_.

Ich gebe zu, gerade die Zeit vor der Trennung habe ich - wie wahrscheinlich die meisten - mich selbst komplett außer Acht gelassen und alles mögliche versucht und unternommen, um ihr ein "guter" Freund/Partner zu sein. Dabei habe ich aber in keiner Sekunde daran gedacht, dass dies vielleicht auch das völlige Gegenteil bewirken kann, da ich mich selbst in dem Moment komplett vernachlässige - was natürlich auch nicht sonderlich ansprechend ist.

Die Trennung an sich ist fast 3 Wochen her nun, diese 3 Wochen habe ich zum einen natürlich genutzt, die wichtigen Steine ins rollen zu bringen was meine Zukunftssicherung angeht. Zum anderen hatte ich viel Zeit zum nachdenken, zum reflektieren. Auch hier habe ich vorerst die typischen Gedanken gehabt "Es lag alles an MIR." Mit der Zeit versteht man irgendwie "Ja, ich habe Fehler gemacht, doch die Münze hat immer zwei Seiten." - nicht, dass ich irgendwelche Schuld auf meine Ex Freundin schieben möchte, denn um das Thema "Wer hat letztendlich nun Schuld?" geht es im Grunde auch gar nicht. Fakt ist, WIR haben unsere Beziehung gegen die Wand gefahren. Und nein, ich bin noch lange nicht fertig mit reflektieren und nachdenken - das wird wahrscheinlich auch noch anhalten.


Zitat von Urmel_:
Fang jetzt schon mal an, Dir Energie und Ruhe in Dir selbst zu reservieren für den Moment, wenn Konkurrenz ins Spiel kommt. Das gehört dazu, dass ist auch nur ne weitere Prüfung. Nicht auspegeln, das Beste wünschen, an Dir arbeiten. Sie wird den neuen immer mit Dir vergleichen und bei jedem Schritt nach vorn von Dir an ihrer Entscheidung zweifeln. Falls es so kommen sollte.

Da sprichst du was an.. natürlich ist mir dieser Gedanke auch schon gekommen, und in den Momenten wo ich daran gedacht habe, drehte sich mir fast der Magen um. Und um ehrlich zu sein, weiß ich aktuell auch nicht, wie ich in dieser Situation reagieren würde (für mich selbst). Aber dennoch wünsche ich mir, dass sie glücklich ist - auch, wenn das natürlich im besten Fall mit mir ist (stand jetzt). Aber trotzdem gehe ich nicht davon aus, dass dies in naher Zukunft passieren wird, da meine Ex Freundin nun nicht der Typ Frau ist - aber auch hier sollen schon einmal "Wunder" passiert sein. Sie erwähnte ja bereits, dass sie aktuell einfach Angst hat, den Absprung nicht zu schaffen, und mit 50 dort zu sitzen und sich zu fragen "Was habe ich mein Leben lang eigentlich gemacht..". Das saß natürlich erstmal, aber gut - wir sind zusammen gekommen da war sie 19, nun ist sie 23 - bis zu einem gewissen Punkt verstehe ich, dass sie irgendwo die Angst hat, etwas zu verpassen.

Wichtig ist aber, wie du bereits sagtest, erstmal ich nun. Ich weiß das ich an mir arbeiten muss - wobei "muss" hier das falsche Wort ist, ich möchte.

Dennoch sei noch einmal die Frage gestattet: Sachen asap raus holen, oder nicht ? Von dem Gedanken mit der Kontaktsperre verabschiede ich mich. Wenn sie mich kontaktieren möchte, kann sie das tun - wenn ich dann merke es stört mich, oder verletzt mich, kann ich ihr das noch immer mitteilen.

15.11.2019 12:44 • #10


Ricky

Ricky


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Zitat von Urmel_:
Und "zeigen" kannst Du vollkommen aus Deinem Kopf streichen. Die Mädels sind die CIA, die haben Spaß dran, Männer, die mal einen großen Wert (durchaus auch emotional) hatten, im Blick zu behalten. Du kannst Dir sicher sein, selbst wenn Du absolut sicher bist, dass es keine Connection gibt, dass sie, wenn Du echt hart an Dir arbeitest, auf die Beine kommst, ruhiger wirst, zuversichtlicher, alles mitbekommt. Es ist sogar ganz im gegenteil kontraproduktiv, wenn Du Verbesserungen zu Markte trägst, denn dann glauben Frauen, dass Du nur sehr schlau bist und eißt, wie Du DIch verstellen musst. DIe nehmen Dir die Änderung dann nicht ab.


Das hier ist übrigens mit das Wichtigste. Ich kann die Beobachtungen, die das Urmel (der Urmel?) da macht, nur bestätigen. Ich habe jetzt auch so 1-2 Beziehungen hinter mir, aber die Mädels mit denen ich eine Beziehung hatte oder die, die mit mir eine wollten, haben mich immer wieder mal im Blick. Selbst solche, die sich mal komplett auf Abstand begeben haben. Wenn die sehen: Joa, der hat ein Haus und ein stetes Einkommen und kann mit seinen Freunden gut (bei mir kommt dann vllt. noch Frontmann von ner Band zu sein dazu), dann bleiben die zumindest auf "Hab Acht"-Stellung. Und die flirten auch immer mal wieder hier und da... die einen besser, die anderen weniger gut.

Letztlich stimmt es eben: Wenn Du Dich änderst, wird das wahrgenommen. Aber nur sabbeln darüber, man habe sich geändert, ist aber letztlich derselbe Kerl in neuen Laken... das riechen die Mädels auf 5 Kilometer. Stetigkeit ist schon eine sehr wichtige Eigenschaft. Wenn eine Frau das an Dir mal attraktiv fand, findet sie das später auch noch und fragt sich dann, ob sie eventuell nicht falsch gehandelt hat.

Ich habe allerdings die persönliche Erfahrung gemacht, dass es dann meist "zu spät" ist, d.h. wenn diese Mädels dann wieder ankommen, ist man selbst häufig schon in einer anderen Beziehung oder anderen Lebensphase, in der man auf diese Mädels dann weniger Bock hat.^^

15.11.2019 12:46 • x 2 #11


MAMP


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Zitat von Ricky:
Ich habe allerdings die persönliche Erfahrung gemacht, dass es dann meist "zu spät" ist, d.h. wenn diese Mädels dann wieder ankommen, ist man selbst häufig schon in einer anderen Beziehung oder anderen Lebensphase, in der man auf diese Mädels dann weniger Bock hat.^^

Hi Ricky Auch dir danke für die lieben und Mut machenden Worte !
Der "Witz" an der ganzen Geschichte ist eben, dass sie sich genau den Gedanken auch die ganze Zeit im Hinterkopf behalten hat.. Sie habe Angst, dass wenn sie eines Tages doch merkt, dass da noch Gefühle sind - und sie mich zurück möchte - ich sie nicht mehr zurück möchte. Nüchtern betrachtet kann ich dazu natürlich nur sagen "Ich weiß es nicht." - Aber da kann ich mir dann erneut den Kopf drüber zerbrechen, wenn es jemals so weit kommen sollte.

15.11.2019 12:52 • #12


Urmel_

Urmel_


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Zitat von MAMP:
Dennoch sei noch einmal die Frage gestattet: Sachen asap raus holen, oder nicht ? Von dem Gedanken mit der Kontaktsperre verabschiede ich mich. Wenn sie mich kontaktieren möchte, kann sie das tun - wenn ich dann merke es stört mich, oder verletzt mich, kann ich ihr das noch immer mitteilen.

Ich würde mich da auf Dein Bauchgefühl verlassen. Wenn es intakt ist.

Du willst ja keine Brücken abreißen. Von daher vielleicht das Abholen nicht emotional als Cut oder Bestrafung inszenieren, sondern idealerweise in einer Stimmung der gegenseitigen Zuneigung. Auch der ganzen Sache nicht zu viel Gewicht geben "ach wein Doch nicht, dass sind doch nur irgendwelche Ikea-Ramschartikel, die sind mit der schönen Zeit, die wir hatten, doch gar nicht zu vergleichen".

Kontaktsperre ist die letzte Instanz, bevor man wieder Kraft hat, mit Emotionen im Griff in das Spiel einzusteigen. Du brauchst Dialog, um Annäherung zu haben. Aber Du brauchst auch Distanz, um Unsicherheit und Vermissen ins Boot zu holen. Da ist Fingerspritzengefühl gefragt.

Wenn Du glaubst, dass Dein Wert als Mann dadurch definiert wird, dass Du jetzt mal schwarz auf weiß die Quittung hast, dass Du versagt hast, dann hast Du Dich getäuscht. Dein Wert als Mann definiert sich, wie Du mit der Niederlage umgehst, lernst, damit Du es nächstes mal besser machst. Das fühlt sich sicherlich gerade ganz anders an, ist aber so.

15.11.2019 13:35 • #13


MAMP


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Zitat von Urmel_:
Kontaktsperre ist die letzte Instanz, bevor man wieder Kraft hat, mit Emotionen im Griff in das Spiel einzusteigen. Du brauchst Dialog, um Annäherung zu haben. Aber Du brauchst auch Distanz, um Unsicherheit und Vermissen ins Boot zu holen. Da ist Fingerspritzengefühl gefragt.

Zugegeben, zum jetzigen Zeitpunkt geht es mir zwar besser als vor 2 oder 2,5 Wochen - aber meine Emotionen habe ich sicherlich noch nicht im Griff - ich verstehe aber, worauf du hinaus möchtest, danke. Eventuell lasse ich mich bzgl der Kontaktsperre auch irgendwo mit dem Wissen leiten, dass sie es "komisch" und "schade" fände, mich nicht mehr fragen zu können, wie es mir geht o.ä. - Vielleicht stellt sich der Kontakt an sich aber auch einfach von alleine ein, ohne da ein "Machtwort" sprechen zu müssen.

Zitat von Urmel_:
Ich würde mich da auf Dein Bauchgefühl verlassen. Wenn es intakt ist.

Mein Bauchgefühl... Existiert im Moment im Prinzip nicht, was aber auch dadurch bedingt ist, dass ich meine Ex-Partnerin gerade von einer völlig neuen Seite kennenlerne - die mich natürlich irgendwo auch verunsichert. Also mein Bauchgefühl sagt: Ich habe keine Ahnung was ich dir sagen soll.


Zitat von Urmel_:
Du willst ja keine Brücken abreißen. Von daher vielleicht das Abholen nicht emotional als Cut oder Bestrafung inszenieren, sondern idealerweise in einer Stimmung der gegenseitigen Zuneigung.

Nein, möchte ich definitiv nicht. Und emotional würde ich die ganze Geschichte auch nicht gestalten wollen. Wobei es, wenn ich ehrlich zu mir selber bin, schon irgendwo ein emotionaler cut wäre um ehrlich zu sein. Im Sinne von "Nun ist alles von mir aus der Wohnung raus - ich kann anfangen zu verarbeiten, sie muss nicht mehr jeden Tag an meinem Schreibtisch zB vorbeigehen und sich schlecht fühlen." Gut - dann geht sie eben an einer leeren Ecke vorbei, dass wird vermutlich auf's gleiche raus kommen.

Ich bin mir da in vielen Aspekten einfach ziemlich unsicher aktuell, teilweise bedingt dadurch, dass ich meine Ex Partnerin zum derzeitigen Zeitpunkt überhaupt nicht einschätzen kann.

15.11.2019 13:55 • #14


Urmel_

Urmel_


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Zitat von MAMP:
Ich bin mir da in vielen Aspekten einfach ziemlich unsicher aktuell, teilweise bedingt dadurch, dass ich meine Ex Partnerin zum derzeitigen Zeitpunkt überhaupt nicht einschätzen kann.

Man hat da mitunter den Eindruck, einen anderen Menschen vor sich zu haben. Was auch nicht weit von der Realität entfernt ist, denn in solchen Zusammenhängen ist Anziehungskraft oder der temporäre Verlust von Anziehungskraft eben auch Realitätsgestaltend.

Emotionen=Wahrheit.

Gestern hat sie Dir noch ewige Liebe gestanden und ihr hatten den besten 6 der Welt, heute ist sie der Eisklotz, der nicht mehr ans Telefon geht und jemand anders im Arm hat.

Und dann verflucht man die Welt, die Frau und auch die SUV-Fahrer, die gesellschaftszersetzenden Linksträumer, die bösen Strukturen, die die Frauen heute immer noch knechten. Suchs Dir aus.

Aber der Gedanke, dass beide Situationen ehrlich und wahr gewesen sind, den hat man eher selten. Weil man sich als Mann nicht gut hineinfühlen kann wie es ist, wenn langfristiges Invest durch schlichte Emotionen über den Haufen geworfen werden.

Stell Dir mal folgende Frage: Wie können Frauen extrem harte Entscheidungen gegenüber einem Ex-Partner für sich selber rechtfertigen ohne, dass sie emotional zu sehr belastet sind? Wie können sie effektiv nach harten Entscheidungen ihre Position in der Gesellschaft, in der Gruppe, erhalten, wenn sie viele Schmerzen auf ihrem Weg verursacht haben? Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass die eigene Legendenbildung und der Glaube an den eigenen Wert extrem wichtig ist, um diese Position in der Gruppe zu erkämpfen, abseits der realen Umstände.

Die einfache Antwort lautet: durch Selbstbetrug.

Es ist ein Mechanismus in Frauen der auch greift, wenn sie in rationelen Argumentationen keine Verantwortung übernehmen wollen. Sie sogar angewiedert sind, wenn sie auf rationaler Ebene (im Kontext zu romatischen Episoden versteht sich) dazu gezwungen werden, rational einlenken zu müssen. Angewiedert, weil ihre Währung Emotionen sind.

Das können freilich auch Männer so halten. Aber mit Legendenbildung hast Du noch kein Hochhaus gebaut. Noch keinen Titel errungen, noch keine bessere Version von Dir erschaffen. Es ist die Bürde der Leistung, die uns Männern obliegt, auch zu liefern. Und die Frauen, die können den Weg auch über Legendenbildung beschreiten, weil ihr Wert für uns Männer nicht in einem Doktortitel oder Erfolg im Job besteht. Ds raffen nur die wenigsten Frauen und die wundern sich, dass trotz Mega-Erfolg im Job die Liebe mitunter zu kurz kommt.

15.11.2019 14:28 • #15




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