Was ich schon die Tage schreiben wollte, im Grunde war ich auch mal in der Warteposition.
In seiner 1. Krise 2007 hatte mein Ex eine Kollegin kennengelernt , sagte nichts, zog sich aber immer mehr zurück. Als ich es ihm auf den Kopf zusagte, gab er es zu.
Er stellte alles in Frage. Die Kollegin war frei und ungebunden, ohne Kinder, genau wie die Neue jetzt. Ich habe gekämpft, aber es war ein Auf und Ab bei ihm. Mal wollte er lieber gehen, mal bei mir und den Kindern bleiben.
Bei der endgültigen Trennung im letzten Jahr hat er mir mehrmals gesagt, ich hätte ihn damals bequatscht und er hätte besser da schon gehen sollen.
Das Schlimmste war, dass er sagte: "Dann gäbe es wenigstens den Kleinen nicht. "
Ich wurde während der Krise ja ungeplant schwanger, was das Ganze nicht leichter machte. Ich wollte nicht, dass er wegen der Schwangerschaft, der Kinder oder aus finanziellen Gründen bleibt, sondern weil er für uns beide eine Chance sieht.
Sein Auf und Ab ging weiter und ich habe enorm gelitten. Dieses Hoffen und Bangen war sehr hart, schwanger irgendwie noch härter.
Irgendwann konnte ich nicht mehr und habe zu ihm gesagt , dass er endlich gehen soll, weil es dann wenigstens nicht mehr so weh tut.
Ich habe lange gebraucht, um dahin zu kommen. Denn so etwas sage ich nur, wenn ich mir bewusst bin, was es nach sich ziehen kann.
Witzigerweise dauerte es nicht lange und er begann wieder auf mich zuzugehen.
Ich hatte losgelassen und erst da kam er zurück.
Soll natürlich nicht heissen, dass das bei anderen auch funktioniert.
( wobei man es im Nachhinein wohl auch nicht als 'funktionieren' bezeichnen kann

)
2012 war seine nächste Krise. Als ich es an seinem Verhalten merkte, weil er ja wieder nichts davon erwähnte und ich ihn drauf ansprach, erfuhr ich, dass es sich um die gleiche Kollegin handelte.
Da fragt man sich, ist sie es wieder? Oder hat er vielleicht entgegen seiner Aussage in den Jahren doch Kontakt gehabt oder zumindest immer wieder gehadert? Hat er mir jahrelang etwas vorgenacht?
Er stellte wieder alles in Frage, wir gingen ein paar Mal zur Eheberatung und er ist dann doch wieder geblieben.
Letztes Jahr habe ich mich tatsächlich das ein oder andere Mal gefragt, ob es nicht vielleicht wirklich besser gewesen wäre, wenn er damals in der 1. oder 2. Krise gegangen wäre.
Irgendwie hätte ich es schon gepackt mit meinen 3 Jungs allein und es wäre mir vielleicht einiges erspart geblieben.
Denn gut 10 Jahre später zu hören, dass er es bereut , geblieben zu sein, ist wirklich sehr hart.
Man fragt sich, was überhaupt echt war in den letzen 10 Jahren ...