Stopp, Stopp, Stopp... Hier machst du es dir gerade etwas einfach. Ich möchte da mal kurz einhaken.
Zitat von Sumisu: Wenn ich jemanden liebe, dann möchte ich, dass es ihm so gut geht wie irgendwie möglich und tue alles was in meiner Macht steht um meinen Teil dafür zu tun, dass es eben so ist.
Du siehst das so und das ist dein Verständnis von Liebe. Das ist schön disneyfiziert und vermutlich auch das, was die meisten von uns anerzogen bekommen haben, trifft für mich aber nicht den Kern.
Liebe kann auch "sein lassen", dem anderen Luft zum atmen geben, nicht hinterher zu sein und zu bedrängen, wie man den Partner SEINER MEINUNG nach am glücklichsten macht. Alles dein Empfinden, alles deine Gedanken. Was genau investierst du denn in die Partnerschaft? Machst du Vorschläge zu Unternehmungen (Paarzeit) oder organisierst mal bewusst neue Erfahrungen, die ihr gemeinsam machen könnt?
Zitat von Sumisu: Wenn das nur unter dem Zwang einer "ultimativen" Drohung des Trennens geht ist das einfach nicht, was ich mir unter Liebe vorstelle.
Wie gesagt, überdenke mal deine Vorstellungen von Paar-Liebe, aber auch "familiären Zusammenlebens". Hast du da eigentlich eigene Vorstellungen oder eiferst du einen Ideal nach? So langsam kristallisieren sich einige Dinge für mich heraus, bei denen ich auch hellhörig werde. Was genau wünschst du dir eigentlich von ihr? Betonung auf "genau".
Übrigens kann man das als Drohung sehen oder als Ankündigung. Du sagst ihr, was passieren wird, wenn SIE so weiterleben möchte und dass es nicht DEINEN Vorstellungen entspricht. Liebe heisst auch Kompromiss. Einigen Fragen bist du hier geschickt aus dem Weg gegangen oder hast sie überlesen. Nochmals: was ist dein Beitrag zu eurer Paarbeziehung?
Zitat von Sumisu: Wenn ich eben nur attraktiv bin, wenn ich mich verstelle und Ansagen machen muss um attraktiv zu bleiben, dann passen wird offenbar einfach nicht (mehr) zusammen. Möchte ich einfach nicht.
So kann man es auch sehen... Oder aber, und da stelle ich nun eine Vermutung auf, man könnte auch sagen:
Wenn ich eben nur attraktiv bin, wenn ich
investieren und
(mit-)gestalten muss um attraktiv zu bleiben, dann passen wird offenbar einfach nicht (mehr) zusammen.
Derzeit gehst du dein einfachsten weg mit der Karotte (Kollegin) vor der Nase. Klar, die ist gerade total toll, weil sie investiert um dich zu bekommen... Natürlich hat deine Frau da keine Chance. Zudem wird sie wohl auch eher im Business-Outfit (Vertrieb bedeutet wie aus dem Ei gepellt) vor dir stehen, perfektes Make-Up und eben zuhören, Leichtigkeit geben können... Also alles auf einer Ebene, die der Realität eher nicht entspricht und einer Tiefe, die im Vergleich zu deiner Frau (Ozean) eher einer Pfütze entspricht.
Zitat von Sumisu: obwohl ich mehrfach und deutlich gesagt habe was mir fehlt und was ich möchte und ich ja offenbar nicht wichtig genug war um sich darum zu bemühen.
Und genau das ist der Punkt, der hier seit Seiten ungeklärt ist. Du sagst an, aber offenbar präsentierst du keine Lösungen und Kompromissbereitschaft. Auch Konsequenzen hälst du zurück.
Es geht nicht, dass du sagst was du möchtest ohne zu investieren. Du sagst an und erwartest. Da du hier nichts anderes erzählt hast, auch nach mehrfachem Nachfragen, gehe ich davon aus, dass meine Vermutung stimmt.
Du, mein Freund, du erwartest Invest von ihrer Seite ohne selbst zu investieren bzw. du siehst das alleinige Ansprechen (d)eines Missstandes als Invest.
Und was haben wir nun bis hierher? Einen Mann, der unglücklich ist, der zwar formulieren kann, was er sich wünscht allerdings nur redet und nicht selbst seinen Teil dazu beitragen möchte, da er offenbar eine sehr hohe Erwartungshaltung an seine Frau hat. Das Ganze im Kontext einer Option, die vermutlich im Pencil-Skirt und perfektem Styling starkt investiert und ihm die Wünsche fast aus dem Hirn lesen kann.
Tja, ich sage dazu: du vergleichst beide Frauen und Leben. Das jetzige was du hast und das vermeintliche, was auf dich wartet. (und da kannst du mir erzählen was du willst, du tust es...)
Also bist du offenbar doch nur jemand, der seine Affäre rechtfertigen möchte (vor allem vor sich selbst und seinem Gewissen) und so wenig Selbstwert hat, um das alleine durchzuziehen.
Was interessant dabei ist, vermutlich ziehst du hier dasselbe ab, wie in deiner Ehe, denn Muster sind nunmal stark in uns:
Du holst dir in einem Forum Ratschläge, Zuspruch und Absolution ohne auf kritische Nachfragen zu reagieren. Du beleuchtest nur von deiner Seite, gibst deine Wahrnehmung wieder und lässt einiges im Dunkeln. Und wenn man den Anfang des Themas so liest, geht es da schon auf das hinaus, was sich nun sehr stark zeigt: du willst deine Kollegin und hast deine Ehe schon abgehakt. Es geht dir stark um dein Gewissen und Absolution.
Sorry für die glasharten Worte, aber das ist das, was ich hier nun sehe.