Zitat von Puzzelteile:Das wäre nur konsequent. Somit wäre die Beendigung und anschließende Aufarbeitung der Affäre, indem die EF/LG informiert wird, eine genauso ego-zentrische Angelegenheit wie das Führen der Affäre selbst. Frei nach dem Motto: Hauptsache mir geht es gut?! Gruselig
Wird damit nicht noch eine weitere Grenze verschoben (die eigene)? Und eine weitere verletzt (die der EF/LG und auch die des AM)? Für mich klingt das nicht gut und gesund, das riecht für mich nur nach weiterem Schmerz, nach Vernichtung und Zerstörung (für alle Beteiligten).
Wie gesagt, ich kann eine mögliche Notwendigkeit einer Af zu einem gemeinsamen Austausch nachvollziehen. Aber was gehen mich die Gründe der AF meines Mannes an? Was geht sie es an, wie es in unserer Ehe jetzt steht und was er mir erzählt hat? Und warum sollte ich der AF mehr, weniger oder gleichermaßen glauben wie meinem Mann? Woher soll ich abschätzen können, wie ehrlich oder reflektiert sie ist? Das geht doch gar nicht. Zumal ich sie überhaupt nicht kenne. Es ist ja nicht so, dass in einem Gespräch alles geklärt werden könnte. Jeder kann nur zum Ausdruck bringen, was ihn in diesem Moment bewegt. Aber es ändert sich doch vieles mit der Zeit. Dazu bräuchte es einen intensiven regelmäßigen Austausch, wie eine Ef es halt mit ihrem Mann hat (im Idealfall).
Und wenn die AF das Gespräch für ihren Seelenfrieden bräuchte, stände sie dann der EF auch gleichermaßen zur Verfügung?
Ich finde den Ansatz etwas schräg. Vielleicht noch als Ef Richterin zw. AM und AF spielen? Gleichzeitig Therapeutin für AF? Und zu ihrer Genugtuung den Typen vom Hof jagen? Für mich eine Instrumentalisierung der EF die ja nun der Affäre nicht zugestimmt hat, weil sie nicht gefragt wurde.
Dennoch, ja, die AF ist in der Regel alleine. Bleibt nach dem Ende alleine zurück und hat nicht die Möglichkeit sich mit dem Mann auseinanderzusetzen, wie es dazu kam, etc. Dazu die Verurteilung und der Mann ist wieder bei der Ef. Das ist ätzend. Wie gesagt, wenn die AF meines Mannes einen Austausch wünschen würde, dann wäre das für mich okay.
Nur glaube ich nicht, dass sie sich danach besser fühlen würde, egal wie nett wir wären und es versuchen würden.
Und die Wahrheitsfindung? Wozu? Wenn der AM seiner Frau die Geschichte der bösen verführerischen AF erzählt und sie hätten sich nur 1-2 getroffen, dann kann das doch der AF total egal sein, ist doch deren Sache. Klar, außer es gibt einen gemeinsamen Bekanntenkreis und die AF wird entsprechend schlecht gemacht. Aber in meinem persönlichen Fall ist es komplett unerheblich, da überhaupt kein Kontakt besteht. Die Version meines Mannes klingt glaubhaft und ist auch so schon sch... genug.
Ich habe auch das Recht manches nicht zu wissen. Ich kann meinen Mann fragen was ich will und er beantwortet die Antwort und das mitunter ätzend ehrlich. Aber was ich nicht wissen will, frage ich nicht und erzählt er auch nicht. Keine Person der Welt hätte das Recht mich mit Details zu belasten die ich nicht wissen will, nur um deren eigenem Seelenfrieden. Auch ich habe ein Anrecht auf Seelenfrieden und letztlich eher mehr denn jeder andere in diesem Geflecht, denn ich habe da nicht mitgemacht. Ohne das jetzt als Auftakt zum Grabenkampf zu sehen.
Auch wenn man sich als AF als Opfer wahrnehmen mag, so ist es die EF definitiv auch. Daher kann sie auch nicht verantwortlich für den Ausgleich oder Seelenfrieden sein.