juliet
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was ist denn hier los?
jede, die hier so fein auf die te eindrischt, sollte sich doch mal fragen, warum das thema sie so triggert.
ich lese im gegensatz zu euch keineswegs arroganz heraus! absolut nicht.....
liegt vielleicht daran, dass ich mich ein stück weit mit der te identifizieren kann.
und auch selbst oft (leider) arrogant wirke? das haben mir viele menschen gespiegelt. aber ich weiß, dass ichs nicht bin. ich bin sehr verletzlich, aber ich wirke oft arrogant. das kann schon mal daran liegen, dass ich in einem gespräch mal ab und zu nen fremdwort benutze. einfach weil es MEINE sprache ist... und schon - zack- wirkt das auf missliebige menschen arrogant. nur mal so als mini beispiel.
und da fühle ich mich mit der te auch verbunden und - ja, empathisch!
es war für mich ein massives und mein gesamtes erwachsenenleben überschattendes problem, in einem extrem einsamen, maximal leistungsorientierten elternhaus aufzuwachsen.
gespiegelt zu bekommen, zu bist was besonderes, weil du eben dostojewskij liest (mit 14), weil du statt spielen zu gehen blühpflanzen bestimmen musst u klavier lernen und lesen, lernen, etc etc
dann (aber nur dann) bist du papas liebling. das problem kennen ja viele hier....
mag sein, dass ich da total falsch liege, aber das meine ich auch bei der te wiederzuerkennen.
eine ganz tief verwurzelte einsamkeit.
die hat mich jedenfalls jahrzehnte begleitet.
ich kenne das, neidisch auf andere frauen zu schauen u sich zu denken - was stimmt mit mir nicht, ich hab doch alles gemacht, was man (die kernfamilie) von mir erwartete... und doch sind andere frauen (vermeintlich schlichtere, die eben das, von dem ich eingetrichtert bekommen habe, es sei richtig, NICHT erfüllen) einfach nur glücklich.... sich wie auf einem fremden planeten zu fühlen, das war viele jahre meine realität!
auch ich hatte jahrelang diesen tief sitzenden neid auf andere, weniger erfolgreiche, weniger gebildete, ganz unkomplizierte frauen, die wurden nämlich geheiratet etc... also ganz deutlich: die hatten erfolg und ich nicht. das tut sehr weh, diese sichtweise.
ich weiß, wie schmerzhaft solche betrachtungen sind und wie tief das ewige mangelnde selbstvertrauen sitzt.
ich habe auch nen akademischen titel und habe vermutlich einiges erreicht im leben.
vielleicht war der wendepunkt in meinem leben, als ich 10 jahre mit einem tischler zusammen war. er hat ruhe in mein leben gebracht, mich so genommen, wie ich bin, ich war immer stolz auf seinen schönen beruf. es war mir wichtig, einen ruhepol zu haben, das bot er mir, ich durfte viele wunden in meiner seele heilen in dieser gemeinsamen zeit.
dennoch: irgendwann hat es nicht mehr gereicht, mir war gemeinsames wachstum dann wieder wichtig- wichtiger als ihm. ich konnte/wollte nicht mehr verharren in dem täglichen ruhigen leben, mit großem anteil an fernsehen und dem einfach den alltag jeden tag aufs neue gestalten- es ist schwierig zu beschreiben . wir entwickelten uns auseinander. auch heute noch bin ich ihm zutiefst dankbar für die wichtigen erkenntnisse, die ich aus der zeit mit ihm ziehen dufte, wünsche ihm von herzen das beste auf der welt.
worauf ich hinauswill: es mag theoretisch gehen, dass zwei menschen mit sehr unterschiedlichem bildungsgradient zueinander finden und auch langjährig beieinander bleiben- EMPIRISCH ist es mir bisher selten untergekommen. und das sage ich vollkommen unarrogant. einfach nur, was meine bisherigen beobachtungen und fakten angeht.
ich weiß übrigens NICHT, wieviel ich an gehalt beziehe, es ist mir sowas von wurscht, ich habe schon seit etlichen jahren (!)nicht mehr auf mein konto geguckt, es interessiert mich schlichtweg nicht. wenn ich mal nach meinen einkünften gefragt werde, kann ich definitiv nur schätzen.
also DAS ist für mich keinerlei kriterium bei der partneranbahnung...
wichtiger ist mir die ausdrucksweise, die fähigkeit zu kommunizieren, was wiederum ganz eindeutig mit der bildung zu tun hat. heute würde ich zumindest danach fragen, ob jemand viel liest.
wenn ein müllmann zuhause ne große bibliothek hat - perfekt! das wäre mir heute bedeutend wichtiger als jeder titel.
vor jahren hieß es mal, der intelligenteste mann amerikas sei ein hausmeister.
also berufe sagen wenig aus. aber GANZ zu vernachlässigen ist es wohl nicht, und ich verstehe die te sehr gut- die sich ja seit einigen seiten nur noch sehr zögerlich und behutsam äußert, aber sofort fallen hier leute wie hyänen über sie her.
wie üblich.
ich lese hier nur noch selten mit, aber diese dynamik ist echt so häufig zu beobachten und sehr traurig.
Oh Gott - Leute! Hier wird gerade der Müll abgeholt - ich muss sofort runter. . .
