Zitat von NurBen:Als Mann hast du beim Dating eine Rolle, nämlich die des Mannes. Und sicher gibt es die ein oder andere Frau, die dir die Rolle "abnimmt". Das ist aber nicht der Regelfall.
Es steht dir frei auf eine Frau zu warten, die die Zügel in die Hand nimmt. Aber der Großteil will nun mal das DU die treibende Kraft bist.
Das ist eine Aussage, die ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen kann. Es wird, trotz Emanzipation, nach wie vor von den meisten Frauen erwartet, dass der Mann den ersten Schritt macht und sich entsprechend präsentiert und positioniert, weil im alten Stammbild der Frau ja immer noch verwurzelt ist, dass sie auswählt und prüft und er sich diesem stellen muss durch Initiative, Vorangehen und schlicht "Machen". Persönlich finde ich das auch nicht, sagen wir mal "fair", aber weder die Liebe, noch das Gefühlsleben sind fair und verhandelbar, wie hier in den Forenthemen schon oft zitiert wird, was ja auch "leider" stimmt.
Lieber TE, stell Dir das vor wie bei einem Pfau, der sich groß, bunt und stolz immer wieder vor der Pfauendame seiner Begierde präsentieren muss, um sie "beglücken" zu können. Immer und immer wieder, bis er bei ihr "landet". So, wie es im Tierreich auch bei zig anderen Arten abläuft (und auch da ist die Frau selten die treibende Kraft), so ist es im Prinzip auch bei uns Menschen. Der Mann wird alleine evolutionsbedingt wohl noch sehhhhhhhhhhhhhhhr lange immer die Kraft in einer Beziehung sein/sein müssen, die vorangeht, macht, schützt und Stärke und Souveränität ausstrahlen muss. Beim Dating genauso wie in der Beziehung, sonst läuft da meistens wenig zusammen.
Zitat von Luk:Also diejenigen Frauen, mit denen ich bis jetzt was hatte, musste ich weder überreden, noch verführen. Da lief das einfach und problemlos, ohne dass es notwendig gewesen wäre, erst ihren Willen zu brechen oder irgendwelche Tricks anwenden zu müssen.
Von Willen brechen hat er nicht gesprochen, eher von "Eis brechen". Eine Frau ist, was das Kennenlernen mit Männern betrifft, von Natur aus vorsichtig (ich lasse jetzt mal besondere Situationen wie z.B. stark durch Getränke o.ä. beeinflusst, außen vor) und wird von sich aus abwarten, Dir höchstens "Signale senden", dass sie erwartet, dass Du den ersten Schritt machst. Diese Signale musst Du zu deuten lernen, dann kommt der nächste Schritt (das Ansprechen) und je nachdem, wie Du Dich bis dato präsentiert hast, geht es weiter - oder es gibt einen Korb.
In der Schulzeit, ja da war das gaaaanz einfach, zumindest mal ein Mädel zu knutschen, da saß man nur mal auf ner Party zusammen oder war beim Lagerfeuer beisammen, da hat man schon aus Neugier knutschen "geübt", das lief in der Tat problemlos und einfach. Als junger Mensch ist man (und Frau) vielleicht auch etwas risikofreudiger. Mit dem Alter ändert sich das aber meistens und natürlich, jeder Mensch hat bereits Erfahrungen und - vor allem - Erwartungen und Ansprüche. Da ist nix mehr mit einfach so und los. Leider.
Zitat von Luk:Und schon wieder dein Schwarz-Weiß-Denken, fällt dir das eigentlich auf? Warum muss denn eine Seite die Zügel in die Hand nehmen?
Wurde oben bereits erklärt: Die wenigsten Frauen werden von sich aus die Zügel in die Hand nehmen, da kannst Du noch sehr lange warten. Diese "Hoffnung" hatte ich auch mal, aber selbst die Frauen, die mich "anbaggerten", obwohl gebunden, haben mir eindeutige "Signale" gesendet und dann ge-, nein vielmehr
erwartet, dass ich den ersten Schritt mache. Das läuft bewusst und unbewusst immer so ab.
Zitat von Luk:Bei der Frau, mit der ich am längsten zusammen war, hat es so begonnen, dass wir abwechselnd aufeinander zugegangen sind. Das lag auch daran, dass wir damals anfangs beide sehr schüchtern waren, somit hat sich da ziemlich die Waage gehalten: In einem Moment hab ich einen Schritt auf sie zu gemacht, in einem anderen Moment hat sie einen Schritt auf mich zu gemacht.
So finde ich es ehrlich gesagt auch am schönsten, denn weder habe ich Lust, den Alleinunterhalter zu spielen, noch möchte ich eine Frau, die mich quasi überrumpelt.
Zu einem Kennenlernen gehören nämlich zwei dazu und wenn ich alles alleine machen muss und die Frau nur passiv abwartet, dann verliere ich auch irgendwann die Lust.
Die Begründung für die von Dir hier genannte Situation hast Du ja selbst geliefert: Ihr wart beide schüchtern. Das ist z.B. eine der "Ausnahmesituationen": Sie wollte Dich, Du sie auch, sie hat vermutlich bemerkt, dass Du schüchtern warst und musste sich dazu bringen, auch auf Dich zuzugehen.
Aber mal ehrlich: Glaubst Du nicht auch, dass es ihr vermutlich angenehmer gewesen wäre, Du hättest das Anfangsprozedere als Mann überwiegend alleine gemacht?
Das, was Du in Folge beschreibst, mal kommt sie näher, mal Du, das ist m.E. der "normale Ablauf" dann beim Kennenlernen selbst, weil man ja auch gegenseitiges Interesse bekunden möchte, ansonsten wäre ja mindestens eine Seite nicht an mehr interessiert, nicht wahr?

Aber beim Dating, dem ersten Ansprechen - da ist immer noch der Mann gefordert.
Und: Die meisten Frauen wollen zwar nicht bespaßt, aber auf jeden Fall "unterhalten" werden. Sie testen damit u.a. Deine Kommunikationsfähigkeiten und auch, wie Du im Leben gestrickt bist. Also eine gewisse Art Entertainer-Rolle. Frauen steigen lieber in den Zug ein, als ihn zu fahren.
Später, während des Kennenlernprozesses, wird sich das relativieren, weil sie sich dann sicher fühlt und Dir vertrauen wird, peu á peu. Aber bis dahin muss meistens der Mann den "Cheffe", sprich den Vorreiter machen.
Frag mal @Kaetzchen , die kann das sehr gut und plakativ erläutern. Ihr Ton ist, zugegebenermaßen, manchmal ein wenig, sagen wir mal "rauh" (nichts für ungut, liebes Kaetzchen

), aber sie trifft da schon sehr gut den Kern der Wahrheit. Sie hat in einigen Forenthemen aus ihrer Biografie berichtet und wie sie was wie gemacht hat und - vor allem - was der Mann zu machen hat, was sie von ihm erwartet hat. Kannst Du ja mal schauen, das ist schon eine gute "Handhilfe" fürs Kennenlernen und Ansprechen wie auch für´s Dating.

Die hat mir oft den Kopf gewaschen - hart, aber fair.
