@Ema
Zitat:Irgendwer aus dieser Meine-Yacht-meine-Villa-Kaste hat mich mal vor langer Zeit gefragt, was mein Vater beruflich gemacht habe. Ich antwortete wahrheitsgemäß: Soldat.
Daraufhin hat er fast eine halbe Stunde über diese besondere Aura und außerordentliche Disziplin schwadroniert, die Offizierstöchtern zu eigen sei. Er war so begeistert, dass ich ihm nicht zumuten wollte, die Tatsache verkraften zu müssen, dass mein Vater als Oberfeldwebel gestorben ist (oder war es Hauptfeldwebel?

).

herrlich!
Zitat:Das allerdings ist bei mir aus irgendeinem rätselhaften Grund anders. Wenn ich nicht will, dass irgendjemand merkt, aus was für einem Stall ich komme, dann merkt es auch keiner. Seltsam eigentlich.
oberflächlich kann ich das auch, wenn es aber sehr elitär zugeht, merkt man es definitiv. Bzw. ich verstelle mich auch einfach ungern. D.h. nicht, dass ich den Leuten unter die Nase binden muss, wer ich bin, nein, ich mag es zurück haltend, bin kein Provokateur oder Rebell, aber wenn mir Fragen gestellt werden, antworte ich ehrlich und das löste manchmal Naserümpfen, manchmal Frechheit aus.
Ich war bsw. mal auf einer super elitären Party, auf die ich auch nicht gehen wollte, aber absagen wäre absolut unmöglich gewesen. Dort gab`s einen Mann, dem man vor jedem seiner Schritte echt den Teppich ausrollte. Natürlich ein Star in seinem Beruf. Er umtänzelte mich (ekelhaft) und als ich ihm auf seine Fragen nach meinem Leben antwortete, ignorierte er mich komplett und die anderen rollten selbstbeherrscht innerlich mit den Augen weil ich es gewagt hatte, ihm zu erzählen, dass ich einen stinknormalen Job mache. Das war in diesen Kreisen echt ein Tabubruch. Betretenes Schweigen, als hätte ich erzählt, ich sei eine Pro st (ich war damals Altenpflegehelferin).
In der gleichen Gesellschaft wurde ich dann noch von irgend einem Heinzel aufgefordert, den Saal zu verlassen (weil ich nicht standesgemäß angezogen war, was ich gar nicht wusste). Er sagte wörtlich "Sie gehören nicht dazu!" Ich hatte Glück, dass jemand, der da sehr geachtet war für mich einsprang und der Typ, der mich gerade noch vor die Tür setzen wollte, ist echt wie ein untertäniger Hund gekrochen.
Unfassbar. Bis dato glaubte ich, dass es solche Veranstaltungen nur im Theater gibt.
Übrigens unvergesslich für mich als alle sturzbetrunken waren. Ähnlich wie in Rezas "Gott des Gemetzels"
Aber unabhängig davon ist es auch eine Talentfrage. Du bin sehr geistreich und stilvoll, Ema!
Bitte nicht widersprechen!

@Helli
Zitat:Ich habe aber stets Bammel vor mir selber, daß ich die PN nicht richtig adressiere.

Und jetzt schreibt euch mal eine PN. Es geht!