Hallo elcid,
ich bin da bei Isely, dein Thread hätte lauten müssen "Das Ende einer schrecklichen Geschichte".
Ich bin auch einigermaßen entsetzt darüber, dass du bei der Therapeutin (war es überhaupt eine, oder eher ein psychologischer Krisennotdienst?) weggeschickt wurdest, denn ich sehe da einige Baustellen an denen du dringend arbeiten solltest.
Ich weiß gar nicht so genau wo ich anfangen soll.
Vielleicht damit, dass du die ersten Jahre dieser Beziehung noch immer komplett idealisierst. Die Beschreibung liest sich vordergründig ja ganz schön, wenn ich aber deine Duldsamkeit und Leidensfähigkeit, die du später offenbarst, zugrundelege, klingt das schon eher danach als wolltest du das unbedingt als Seelenpartnerschaft etc. wahrnehmen. Allein, dass du drei Jahre auf sie gewartet hast.. keine Liebe brennt so heiß wie die, die stets unsicher und schwankend erwidert wird.
Wenn man dann noch in Betracht zieht, wie antisozial und egoistisch deine Ex sich in den letzten Monaten dir, ihren Kindern und ihrem Neuen gegenüber aufgeführt hat, und auch bei dem was sie sich von diesem Mann deiner Schilderung nach alles hat gefallen lassen, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die nicht vorher auch schon einen kräftigen Knall hatte, den du nur mit deiner idealisierenden und duldsamen Art ausgeblendet hast. Hast du schon mal in Erwägung gezogen, ob deine Ex gravierende psychische Probleme haben könnte?
Aber was dich selbst angeht, sehe ich auch riesige Baustellen. Ein paar Beispiele:
Zitat von elcid:Ich kam zum Schluss, ihr vergeben zu wollen.
Du beschließt die Vergebung, und versuchst DANN die ganze Chose aufzuarbeiten? Falsche Reihenfolge. Du hast aus lauter blanker Verlustangst vergeben und warst bereit, deinen eigenen Schmerz und die Not über ihre miese Behandlung dafür zu verdrängen.
Zitat von elcid: sagte mir, sie liebe mich. Sie wäre glücklich mit mir. Sie wolle noch ein bisschen aufbleiben. Als ich um 4 Uhr wach wurde war das Bett und das Haus außer mir leer. Die folgenden zwei Wochen blieb sie bei ihrer Affäre,
Spätestens nach dieser Nummer, bei der mir beim Lesen wirklich der Atem stockte, hätte in dir eine unbändige Wut auf dieses unsägliche M*ststück brodeln müssen (das Schimpfwort hab ich jetzt mal ganz bewusst und provokativ verwendet, ist sonst nicht meine Art). Aber so schlimm fandest du diese Behandlung durch sie anscheinend gar nicht, denn:
Zitat von elcid:bis ich sie in die Reha fahren durfte. Ich versuchte in der Zeit stark zu sein. Ich versuchte meine Stärken herauszustellen.
du hast sie dafür belohnt, indem du ihr den A*sch nachgetragen, den Rücken frei gehalten und dich balzend in Schale geworfen hast, während sie ihre Launen an dir auslebte.
Zitat von elcid:Ich konnte (und kann;)) mir nicht vorstellen, dass er sie auf Dauer glücklich macht
Anstatt zu erkennen wie unglücklich sie dich macht, und dich aus dieser toxischen Sche*ße zu lösen, gehst du noch in Konkurrenz mit einem psychisch zumindest fragwürdig aufgestellten Nebenbuhler.
Ich könnte jetzt noch mehr Beispiele bringen aber ich lass das mal an der Stelle, das wird zu viel auf einmal.
TL;DR Du hast meiner Meinung nach in dieser Geschichte ein massives Problem mit fehlender Abgrenzung, mit fehlendem Selbstwert und fehlender realistischer Einschätzung der Handlungen deiner Ex. Du magst reflektiert haben, aber aus meiner Sicht stehst du noch ziemlich am Anfang, was aber auch kein Wunder ist, denn bisher hatten dich die schmerzhaftesten Emotionen in deinem anhaltenden Kampf um eine Fortsetzung des Grauens fest im Griff. Was ich dir daher jetzt unbedingt raten möchte, wäre dich im Internet schlau zu googlen zum Themenkomplex "toxische Beziehung". So zum Einstieg. Und, im Forum zu bleiben und viel quer zu lesen zu Themen, die deinem ähneln, irgendwo gibt es hier auch einen Strang in dem sich Expartner von Borderlinerinnen austauschen, den würde ich dir auch empfehlen wollen, vielleicht weiß ja jemand noch wie der heißt.
Und vielleicht magst du ja auch nochmal eine/n Therapeuten suchen, der dich nicht in der Not wegschickt. Dass du da aufgegeben und dir keine weitere Hilfe gesucht hast, passt ja auch zu den von mir genannten Problemen bezüglich deines Selbstwerts, fehlender Selbstfürsorge etc. Es lohnt sich aber sehr für die eigene Entwicklung, diese Dinge anzugehen! Krisen sind unsere größten Chancen.