Zitat von Begonie:Das ist der übliche Mechanismus bei Menschen, die kurz gehalten werden. Du interpretierst Dinge als liebenswert klein und redest Dir ein, dass bei ihm ein liebevoller Mensch im Inneren da ist, was er nicht zeigen kann, weil er ja den harten Mann markieren muss. Und Du bildest Dir ein, dass Du genau diese ach so ...
Im Prinzip hast du schon recht mit allem, also als Außenstehende würde ich es denke ich genauso sehen. Was mich bremst ist immernoch dieses schlechte Gewissen, falls er wirklich einfach so ist und nichts dafür kann. Also so jemand darf ja auch geliebt werden.
Andererseits will er ja gar keine Liebe, oder nicht soviel. Oder vielleicht doch, ich weiss es nicht. Er sagt immer ihn stört es nicht, ich soll ruhig machen. Aber wenn dann nie was zurückkommt, hört man auf damit oder kommt sich blöd vor. Und wenn er, so wie er sagt, komplett seinen Willen steuert, könnte er ja auch einfach steuern dass er sich liebevoller verhält. Will er dann ja aber scheinbar nicht.
Oder in dem Punkt kann er nicht.
Wir hatten 2 Mal ne Situation, beide Male durch Missverständnisse entstanden, dass wir "live" eine kleine Auseinandersetzung hatten bzw keinen Streit sondern einfach schweigen. Wenn ich es dann angesprochen hab, hat man richtig gemerkt wie schwer es ihm fällt da aus sich rauszukommen und überhaupt was zu sagen. Also man hat ihm seinen Kampf da regelrecht angesehen.
Ich weiss, er muss mir nicht leid tun, weil er allein bestimmt deutlich besser klarkommt als ich, aber trotzdem hat er sich mir nach sehr vielen Jahren alleine überhaupt mal wieder geöffnet und sich eingelassen.
Das ist auch nicht nur so dahergesagt, das hat man gesehen an den Reaktionen aus seinen Umfeld, die Überraschung dass er überhaupt mal wieder was von Frauen wissen will.
Was wahrscheinlich auch noch mitschwingt ist die Angst, dass er bei ner anderen ganz anders ist und ihr alles gibt was ich möchte.
Er hatte in seinen 20ern eine lange Beziehung, über 9 Jahre. Die ist so wie er sagt letztendlich daran gescheitert dass sie Kinder und Familie usw wollte.
Die haben 50 m auseinandergewohnt und sich 1 Mal die Woche gesehen, was ihm allerdings schon zuviel war. Er hats mitgemacht weil mans eben so macht.
Es fällt mir schwer das zu glauben, welche Frau hält sowas 9 Jahre durch? Also da hab ich wieder die Sorge, dass es vielleicht doch einfach nur an mir liegt und er sonst anders war.
Das mit dem Selbstbewusstsein stimmt schon, das weiss er zB auch oder merkt es. Aber da versucht er wiederum mich zu unterstützen und ermutigt mich Dinge zu tun usw, da hat er wieder ne sehr nette Seite.
Ich würde sagen der Vater meiner Kinder ist vom Typ her ähnlich, da war es nur anders weil er in der gleichen Stadt gelebt hat. Nur der war kein Einzelgänger sondern eher gern mit Kollegen zusammen, aber selten gern Zuhause. Aber im Vergleich zu meinem jetzigen Freund kann man den fast schon als sehr liebevoll bezeichnen.
Ansonsten gab es da niemand vergleichbaren, aber schon meistens Männer mit Problemen
Was meine Rolle betrifft sehe ich mich in der jetzigen Beziehung als so "normal" und "vernünftig" wie noch nie. Aber vielleicht nur weil die Beziehung auch alles andere als normal ist.
Ich hatte schon 2 Fernbeziehungen, aber beide waren vor den Kindern und immer mit dem Ziel schnell und viel zusammen zu sein.