G.ast
Gast
danke und meinen Respekt für Deine offenen und ehrlichen Beiträge hier.
Der Aspekt der Leidenschaft ist natürlich immer ein wesentlicher Aspekt in einer Affäre. Was ich mich beim Lesen gefragt habe: Eine Beziehung ist doch immer ein miteinander, eine Interaktion. In einer Affäre ist es natürlich leicht, Leidenschaft zu leben, weil man eben keinen Alltag hat. Keine tägliche Organisation um Jobs, Kinder, Hausaufgaben, Nachmittagsaktivitäten, keine Hypotheken, keine kleinen Marotten des anderen, die man bei der Affäre ja gar nicht erlebt. Seine Affäre hat man morgens nicht übernächtigt und urasiert, nicht spuckend über der Toilettenschüsel oder in anderen weniger appettitlichen Situationen erlebt. Bei der Affäre hat man nur sich auf einer einsamen (Zeit-)insel. Man kann sich aufeinander freuen und unbeschwert übereinander herfallen.
Ich kenne Deinen Mann natürlich nicht. Vielleicht ist er kein leidenschaftlicher Mensch. Vielleicht durch den ganzen Alltagskram (s.u.) blockiert. In langen Beziehungen ist es nicht so einfach, sich auf eine einsame Insel zu flüchten und all das andere auszublenden.
Kann ein Partner da bestehen? Verliert er/sie da nicht zwangsläufig. Und wenn eine Beziehung Interaktion ist. Ist Leidenschaft dann eine Einbahnstraße? Kann Leidenschaft bei Deinem Mann entstehen, wenn (in Deinem Fall) keine Leidenschaft für Deinen Mann (mehr) da ist. Weil ein anderer diesen Part besetzt? Hast Du versucht, Eure Beziehung wieder neu zu beleben? Ich hätte mir damals auch mehr von meiner Partnerin gewünscht aber sie konnte /wollte nicht, weil - wie ich später erfahren musste - ein anderer genau den Part besetzte. Ich hatte nachher nur das Gefühl, dass mir sehr wohl etwas weggenommen wurde - auch wenn das von vielen Affären oft anders dargestellt wird.
Vielleicht magst Du etwas dazu sagen, wie das bei Dir / Euch war?
Dan ke Dir dafür!
G.