Zitat von Tritratralala:Versprechungen " wie das der Tod blablabla ..... sind Lippenbekenntnisse, mehr nicht!..... die uns von der kirchlichen Seite her, aufgezwungen wurden.
Niemand kann Dich hierzulande zwingen, vor einen Altar zu treten und
so ein Versprechen abzugeben.
Niemand kann Dich hierzulande zwingen,
überhaupt Mitglied irgendeiner Kirche zu sein.
Wer sich dennoch - also höchst
freiwillig - eine
solche Verpflichtung auferlegt - der hat zumindest moralisch meines Erachtens null Recht, den "Erstaunten", den "Mißverstandenen", den "Gekränkten" oder gar das "Opfer" zu mimen, wenn derjenige, dem er sich in
dieser Weise und
ohne jede Not verpflichtet hat, das Einhalten dieses Versprechens
logischerweise auch
erwartet und wahlweise enttäuscht, traurig oder wütend reagiert, wenn sich dann herausstellt, daß es eh nie wirklich ernst gemeint war.
Eben drum finde ich es ziemlich panne, wenn jemand dann auch noch mit Eiern beworfen wird, weil er es "wagt", etwas einzufordern, was ihm tatsächlich mal - und zwar in einem
sehr formal
gewählten Rahmen -
versprochen worden ist. Sorry, ich bin wirklich nicht dafür, Reisende aufzuhalten - aber gegen derlei
Beliebigkeit habe ich nun mal was. Immerhin spielt man hier nicht nur mit dem eigenen Leben, sondern auch mit dem eines anderen Menschen.
Deshalb mein Vorschlag, schon bei Eheschließung klar zu kommunizieren, daß Scheidung ein zu 50% wahrscheinliches Szenario sein wird und dies für eine etwaige Familiengründung zu beherzigen ist. Wie man mit der Einstellung vor einen Altar treten kann, ist mir zudem eh ein Rätsel. Ich denke, wer soviel Probleme mit den "Zwängen" (de facto: Glaubensgrundsätze) einer Amtskirche hat, aus der man jederzeit austreten kann, wenn man sich mit deren Vorstellungen nicht identifiziert, der sollte es eben bei einer standesamtlichen Hochzeit belassen und gut ist.
Zitat:Und damit das irrtümliche Recht, Anspruch auf einen Menschen zu haben.
Recht ist das erzwingbare menschliche Verhalten. Insofern stimme ich Dir zu, daß dieses Recht nicht existiert, aber das hatte ich auch selbst sinngemäß längst so geschrieben. Ein moralischer Anspruch besteht dennoch - auch und gerade weil ein Eheversprechen am Altar in dieser Form nicht erzwingbar ist, man also eigentlich gar keine
Veranlassung hat, es abzugeben, wenn man doch eh nicht wirklich
vorhat, sich daran zu halten und sich zudem mit den Statuten der Glaubensgemeinschaft nicht identifiziert, die man
dennoch - ebenfalls völlig freiwillig - als gesellschaftlichen Rahmen für die Abgabe dieses Versprechens wählt.
Zitat:Und wenn keine Liebe mehr da ist, dann kann ich für mich bestimmen, dass getrennte Wege eingeschlagen werden!
Ich habe nirgendwo geschrieben, daß Du das nicht
kannst. Also tu hier auch nicht so, als sei dem so gewesen. Was soll das?
Zitat:Pflichten sehe ich in erster Linie nur als Eltern eines Kindes und mir selbst gegenüber!
Du kannst das sehen, wie Du willst. Aber in dem Moment, wo Du Dich aus völlig freien Stücken dafür entscheidest, basierend auf den Glaubensvorstellungen und dem formalen Rahmen einer Institution, der Du ebenfalls freiwillig angehörst, darüber hinausgehende Verpflichtungen einzugehen, ist es zumindest moralisch anstößig, wenn Du Deinen Partner bewußt darüber im Unklaren läßt, daß Du die Kirche nur als schöne Kulisse nutzt, um noch einmal mit ihm auf eine Beziehung anzustoßen, die aus Deiner Sicht dennoch jederzeit in eine Scheidung münden kann, egal was er dafür tut.
Für mich grenzt sowas an arglistige Täuschung und ich wüßte nicht, was dem abzugewinnen sein sollte.
Zitat:Warum versprechen wir uns nicht. " Du bist jederzeit frei und kannst gehen, wenn du dich in unserer Beziehung/ Partnerschaft nicht mehr wohlfühlst! Dies hätte u. U. nämlich zur Folge, dass wir sehr viel behutsamer mit uns und unseren Partnern/ Beziehung umgehen würden!
Mein Reden...
Zitat:Hat jetzt aber mit dem eigentlichen Thema von Asara nichts mehr zu tun, da sie sich ihre eigene kleine Welt zusammengebaut hat.
Und das tut sie heimlich, hinter dem Rücken ihres Mannes.
Eben da ist die Parallele zu Leuten, die in eine Kirche gehen und so tun als ob - obwohl sie in Wahrheit gar nicht vorhaben, dieses Versprechen wirklich einzuhalten, also in seinem ganzen Ausmaß (welches gerade für junge Menschen in der Tat unüberschaubar ist, geschenkt): Etwas sein zu wollen, was man nicht ist und den Schein zu wahren, bis irgendwann mal der Reifen platzt.
So wie man Asara hier - zu Recht - vorwirft, sie sei ihrem Mann gegenüber nicht fair, so kann man das zu Recht auch jedem anderen Menschen vorwerfen, der ein Versprechen abgibt und es dann beliebig bricht, sobald dies fürs weitere Wohlbefinden opportun erscheint.
Aber ich stimme Dir zu: Wir driften. Insofern höre auch ich jetzt auf mit dem Seitenthema, wenn's recht ist.