Zitat von Dummda:@ Kätzchen "Was mir als Affärenfrau gefallen hat an der Affäre? Ich wollte ja genau nur das. Ich wollte eben keinen Alltag, keine Probleme von der Arbeit hören, keinen Beziehungsstress. Ich wollte nur Momente, schöne und glückliche Momente ohne Gedanken an morgen oder eine Zukunft. Ich wollte einfach mal abschalten, mich als Frau fühlen, mich begehrt fühlen, ja für den Moment vielleicht sogar ein bisschen geliebt, und ich wollte meine Liebe geben, nur für den Moment."
Hat Dir das gereicht? Warum reichte Dir das? War das nicht eine Illusion? Ich kann es halt nicht nachvollziehen, denn wenn ich liebe, dann richtig und dann will ich ihn auch ganz haben. Und jetzt? Willst Du nicht irgendwann einen richtigen Partner? Jemand mit dem man das Leben teilt, der einen nimmt mit allem, auch den Abgründen?
@Dummda
Ach, irgendwann möchte ich sicher auch mal wieder eine Beziehung. Vorerst aber nicht, ich habe mich erst letztes Jahr nach 16 Jahren von meinem Mann getrennt und bin froh, wenn ich meine Ruhe habe

ich habe meinen Affärenmann ja nicht mal bei mir übernachten lassen oder so (doch, einmal, aber da musste er im Gästezimmer schlafen, weil er geschnarcht hat

). Und ich hab auch nie für ihn gekocht oder so was. Bei mir gab's immer nur Kaffee und Kekse. Und manchmal Champagner
Meine Abgründe hat er gesehen, und zwar viele davon, aber dazu muss ich keinen Alltag teilen, im Gegenteil. Man kann sich doch leichter jemandem öffnen, mit dem man eben NICHT das Leben verbringen muss. Deshalb gibt es oft auch so viel emotionale Intimität in Affären - ich kann doch einfacher jemandem, von dem ich gar nicht weiß, ob ich ihn überhaupt wiedersehe meine Abgründe offenbaren als jemandem, der mir jeden Morgen am Frühstückstisch gegenübersitzt. Bei einer Affärenfrau kann ich sagen, was ich will, ohne Gefahr zu laufen, dass sie mir deshalb die Koffer vor die Tür setzt. Bei der Ehefrau haben viele Männer "gelernt", dass die falschen Worte zur falschen Zeit eine Menge Stress nach sich ziehen können. Das ist schade, denn das verhindert Intimität in der Ehe. Aber auch da kann ja eine Affäre helfen, wenn der Mann in ihr wieder lernt, offen zu seinen Gefühlen zu stehen. Wenn er es hinkriegt, diese Offenheit dann anschließend auch zurück in seine Ehe zu bringen ... super!
Ich hätte meinem Mann übrigens jede Affäre von Herzen gegönnt. Manchmal war es sogar so, dass ich ihn am liebsten in die Arme einer anderen geprügelt hätte, weil er so starke Verlustängste mir gegenüber hatte, dass er mich damit meiner Freiheit beraubt hat. Hätte er gemerkt, dass es auch noch andere Frauen gibt, die ihn wollen, hätte das uns beiden sehr sehr geholfen. Und wir wären vielleicht jetzt noch zusammen. Leider hat das nicht so funktioniert, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber bei uns zum Beispiel wäre eine Affäre definitiv sehr stabilisierend für die Beziehung gewesen! Denn ja, auch das gibt es.
Mir ist noch was eingefallen - bei meinen Recherchen habe ich bemerkt, dass viele Frauen, die selbst betrogen worden sind, sich später in Affären mit gebundenen Männern stürzen. Vielleicht, weil wir unbewusst immer auf der Suche nach "ausgleichender Gerechtigkeit" sind? So nach dem Motto - mir hat eine andere den Mann weggenommen, jetzt will ich einer anderen den Mann wegnehmen?