ich denke, dass ihr beide wahres schreibt @arjuni und @hahawi
Ich erlebe gerade Zwillinge beim Aufwachsen. Kenne sie seit der Geburt. Also gleiche Erziehung, extrem! unterschiedliche Wesen. Es ist kaum zu glauben.
Heißt, ich denke, es ist nicht alles Erziehung, soziale Prägung.
Bei meinem Bruder und mir zeigte sich das Wesen auch schon im Babyalter.
Dennoch denke ich, dass man auch dann, wenn man alles ganz anders macht, als die Eltern, oftmals in gewisser Weise das Erbe weiter trägt.
So wurden mein Bruder und ich z.B. vernachlässigt. Mein Bruder tut nun das Gegenteil mit seinem Kind. Er soll es uuuunbedingt besser haben. Verständlich, aber er treibt es so wild, dass der Kleine auch schon Probleme hat.
z.B. schaut mein Bruder Nachts alle 20 Minuten nach dem Kleinen, lässt ihn nie aus dem Auge. Er ist mittlerweile 5 Jahre jung.
Und noch andere Dinge. Ich verurteile es nicht. Darum geht es auch gar nicht. Ich möchte nur zeigen, dass wir sehr oft Familienproblematiken auch dann weiter tragen,wenn wir genau das Gegenteil beabsichtigen. Das erlebe ich auch oft im Freundes- und Bekanntenkreis. Eine gute Freundin von mir wurde bsw. katholisch erzogen. Moralisch eingezwängt ohne Ende. Ihrer Tochter nun ließ sie alle Freiheiten, aber auch das entglitt nach meinem Empfinden, denn es gab da gar keine Richtung mehr und auf der Flagge meiner Freundin steht grob gesagt: hauptsache man hat alle Freiheiten.
Man muss sich ja auch fragen, was man wirklich für das Kind tut und was für sich selbst. Oft ist es ja gar nicht bewusst, dass man dem Kind etwas gibt, dass es gar nicht braucht.
Bei mir bestünde z.B. die Gefahr, dass ich mein Kind von der Medien-und Konsumwelt abschotte und ihm Kultur aufzwinge, aber glaube, ihm etwas gutes zu tun. Genau weil ich es mir selbst für mich gewünscht hätte.
Wahrscheinlich würde mein Kind also genau das Gegenstück zu mir werden.
Bei einer Freundin lief es genau so. Die Mutter damals so idealistisch, politisch, naturverbunden usw.
Ihre Tochter damals auf Konsum, schicki micki, schon mit 16 holten ihre prolligen Macker sie mit fetten Autos ab usw.
Aber ich fühlte mich bei ihrer Mum total wohl und wir erwägten unter drei Freundinnen einen Muttertausch
Heute danke ich dem Herrn im Himmel für meine Mum
