Zitat von leskine: das du das 'IHM' meist in Großbuchstaben setzt gibt mir zu denken und sollte dir auch.
Warum machst du das?
Naja, eigentlich hat es damit angefangen, dass ich ja keine direkte Bezeichnung verwenden konnte. Da wir keine Beziehung hatten, ist er nicht mein Ex, sein Name ist natürlich tabu, und immer zu schreiben "dieser Mann, der da in mein Leben trat" oder "dieser Mann, in den ich mich verliebte", würde viel zu umständlich sein. Blieb nur von XY zu sprechen oder aber eben von IHM. Dabei habe ich der Großschreibung nicht direkt eine Bedeutung gegeben. Ich bin jetzt sehr verunsichert, wie ich das weiter handhaben soll, und versuche den folgenden Text mal mit Kleinschreibung. Mal sehn, wie das gelingt.
Zitat von leskine: Du gibst ihm immer wieder und permanent so viel Macht, Zeit und Raum in deinen Gedanken.
So ist es wohl. Und wenn ich dazu jetzt etwas schreibe, ist es vielleicht gleichzeitig eine Antwort auf eine Deiner Fragen, die ich letztens noch nicht gegeben hatte.
Zitat:Kannst du dir für dich ehrlich die Frage beantworten, Warum du das möchtest?
Ja, warum möchte ich, dass er auf irgendeine Weise in meinem Leben bleibt und muss doch trotzdem von ihm loskommen?
Er ist ein außergewöhnlicher Mensch in vielerlei Hinsicht. Und ich hoffte (und tue es auch heute noch), dass er irgendwie in meinem Leben bleiben kann. Freundschaftlich eben. Ich wollte nicht alles wieder verlieren. Und merkte doch gleichzeitig, wie traurig es mich immer aufs Neue macht, ihn zu sehen oder eine Nachricht zu erhalten. Denn es gibt ja jetzt diese andere Frau in seinem Leben und ich bin mir bis heute nicht im Klaren darüber, ob sein Angebot, freundschaftlich mit mir in Kontakt zu bleiben, eher Mitleid als Ursache hat.
Wie dem auch sei, die Tatsache, dass ich damit Probleme habe, sagt ja auch etwas über mich aus. Und vielleicht versuche ich einfach verzweifelt, ein besserer Mensch zu sein, nach dem Motto "Wahre Liebe lässt frei", "Wahre Liebe möchte, dass der Andere glücklich ist". Was ich jetzt aber in mir sehe ist Egoismus und emotionale Abhängigkeit. Ich bin nicht stark genug für einen freundschaftlichen Kontakt, und das belastet mich. Vielleicht reicht es nicht einmal für eine belanglose Kommunikation.
Zitat von leskine: wahrzunehmen, anzuerkennen um im gleichen Moment diesen Gedanken in die Zukunft zu richten, oder ins jetzt. Das geht.
Was die Gedanken an ihn betrifft, sie sind ständig da. Manchmal merke ich, dass sie sich auf einer anderen Ebene befinden, mich nicht quälen oder negativ beeinflussen. Aber das ist noch zu selten der Fall. Die Verbindung von Dingen (E-Bike fahren) mit dem intensiven Denken an ihn, ist wohl eine Konditionierung. Ein Pawlowscher Reflex sozusagen.
Ja, die Neuausrichtung ist ganz sicher möglich, mag sein, ich bin darin nicht konsequent genug. Ich probiere manchmal solche Übungen, die die Konzentration auf die Gegenwart lenken sollen. Zum Beispiel jeweils 3 Dingen benennen, die ich gerade sehe, höre, rieche usw. Da spreche ich dann auch vor mich hin, oder sage laut meine Mantras. Sowas mache ich auf dem Weg zur Arbeit, oder wenn ich nachmittags noch draußen mit dem Rad unterwegs bin. Nur einen durchschlagenden Erfolg gab es bei all dem noch nicht.