Ingma
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Meine Frau und ich sind seit 26 Jahren zusammen, davon 19 Jahre verheiratet. Das Leben spielete sich ausschließlich auf der Sonnenseite ab. Beruflich lief alles toll, zwei wunderbare Kinder, ein tolles Haus, keinerlei finanzielle Probleme, keine Sorgen, für unser Umfeld das Traumpaar, das sich nie trennen würde und auch ich hätte meinen rechten Arm für unsere Ehe gegeben. Ich habe meine Frau immer geliebt, alles für sie und unsere Familie getan, ja einfach für sie gelebt. Natürlich hielt auch bei uns der Alltag Einzug, aber wo tut er das nicht. Ich war trotzdem mit unserem Leben rundherum zufrieden.
Die Wende und das langsame Zerbrechen einer heilen Welt begann vor 1,5 Jahren. Meine Frau besuchte einen ehemaligen Arbeitskollegen von vor 23 Jahren und ich fand an der Idee auch nichts verwerfliches. Nach ihrer Rückkehr berichtete sie mir über das Treffen, dass der Kollege inzwischen sehr gealtert und ein körperlich und seelisches Wrack wäre. 2x geschieden, diverse Psychotherapien wegen Selbstmordgefährdung, Kettenraucher etc.
In unserem gemeinsamen Urlaub 2 Monate später bemerkte ich
eine Veränderung bei meiner Frau. Ihre depressive Gemütslage war für mich zwar nichts außergewöhnliches, da auch sie
immer wieder Probleme mit sich herumtrug wie mangelndes Selbstbewußtsein, generelle Unzufriedenheit, weswegen sie auch schon seit längerer Zeit in Therape ist.
Auf meine Frage, warum sie so bedrückt wirke, der Urlaub mit unseren Kindern sei doch wunderschön, hörte ich folgende vernichtende Worte: "Ich möchte meine eigene Wohnung, endlich einmal auf eigenen Beinen stehen, und mein Leben selbst in die Hand nehmen. Es riß mir den Boden unter den Füßen weg. Durch lange Gespräche, Strandspaziergänge u.s.w.
entwickelte sich wieder Nähe über die wir beide glücklich waren.
Da die Geschichte langsam droht zu lang zu werden werde ich die nächsten 9 Monate im Zeitraffer erzählen.
Irgendwie nach unserer Rückkehr im Alltag mehr Distanz, weniger Nähe, oft Schweigen weil sie sich immer mehr zurückzog, ich sprach sie zwar immer wieder darauf an, bekam aber ausweichende Antworten, ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Im März diesen Jahres erzählte sie mir, das sie ein Verhältnis mit dem ehemaligen Kollegen begonnen habe und sich aus diesem Grunde eine eigene Wohnung nehmen wolle.
Genau zu diesem Zeitpunkt drohte ich aufgrund einer Insolvenz
meines Arbeitgebers Arbeitslos zu werden und meine Welt um mich herum brach zusammen. Ein ganz böser Albtraum, wenn es doch nur einer gewesen wäre. Sie blieb nachts desöfteren weg, ich lag schlaflos im Bett, baute seelisch und körperlich total ab. Sehr wenig Schlaf, kein Hunger, die volle Bandbreite,
wie schon sooft in diesem Forum beschrieben. Sie zog in den unseren Hobbyraum, das Leben unter einem Dach wurde grausam. Sie sah zwar noch so aus wie früher, aber was aus ihrem Munde kam gehörte zu einer fremden Frau. Die folgenden 3 Monate habe ich alles versucht. Nächtelang gesprochen, tagelang geschwiegen, dazwischen Konfirmation unseres jüngsten Sohnes, alle wußten inzwischen Bescheid, außer dem Konfirmanden, den wollten wir nach seinem Ehrentag einweihen, dass Mama sich von Papa trennen wird.
Soviele hier haben fast Identische erlebt, aber für mich und bestimmt auch für jeden anderen ist es, als wäre es das erste Mal auf der Welt. Der Schmerz ist sooo grausam, die Gedanken drehen sich um nichts anderes mehr.
Anfang Juni zog sie den in eine 1 Zimmer Wohnung, was zum Teil schlimm für mich war, zum Teil aber auch einfacher, da man sich nicht mehr begegnen mußte. Ich brach den Kontakt total ab, da ich sauer und verletzt war. Ich blieb mit den Kindern zurück. Sie kochte mittags für unsere Söhne und verließ das Haus bevor ich abends heimkehrte. Nach drei Wochen des Schweigens bat sie mich flehend um ein Gespräch, wozu ich hoffnungsvoll bereit war. Sie hätte den größten Fehler ihres Lebens gemacht, wäre nicht sie selbst gewesen. war ab einem gewissen Zeitpunkt auf einer Straße, von der sie nicht mehr abbiegen konnte u.s.w. Sie sah entsetzlich aus, was auch Freunde und Nachbarn bemerkten.
Ich war bereit ihr zu verzeihen, es fölgten endlose Gespräche, in denen ich ihr meine Verletztheit zum Ausdruck brachte, ihr aber auch sagte, das ich sie liebe und alles für ein gemeinsames Miteinander tuen werde.
Ein paar Tage später bekam meine Frau einen Anruf einer früheren Freundin ihres Lovers, wo diese unsere Telefonnummer herhatte weiß ich nicht, aber auf jeden Fall wurde meine Frau gewahr, das ihr neuer Freund während ihres Zusammensein schon wieder mit ihr fremdgegangen wäre,
das er ein Alk. hätte, was meine Frau auch schon bemerkt hatte, es aber nicht wahrhaben wollte, und das seine Masche bei drohendem Verlassenwerden die Äußerung, "dann bringe ich mich um" wäre. Wenn ich dieses alles nicht erlebt hätte, würde ich sagen, so ein blöder konstruierter Film.
Meine Frau sah sich nun bestätigt, zu ihrer Familie zurückgekehrt zu sein und wirkte erleichtert und glücklich.
Sie schwor beim Leben ihrer Kinder, nie wieder zu diesem Typen zu gehen, der sie im übrigen nur s.uell angezogen hätte, was in einer 19 jährigen Ehe wohl etwas auf der Strecke bleiben kann. Diese Kröte mußte ich aber erst einmal schlucken, was aber sehr schwer war. Wir wollten uns Zeit nehmen, viel reden und eine Paar-Therapie beginnen, was wir auch taten, um herauszufinden, was und wann bei uns irgendwie schiefgelaufen ist.
Dann begann der SMS und Telefonterror ihres jetzt ja EX-Liebhabers. Er könne nicht ohne sie, er will nicht immer verlieren, er möchte ein gemeinsames Leben mit ihr, ansonsten
würde er von dieser Welt gehen. Es begannen furchtbare Wochen und er hat es geschafft, sie wieder weichzukochen.
Mitte August umarmte sie mich unter Tränen, nahm ihre Koffer
und seit dem haben wir kein Wort mehr zusammen gesprochen
und natürlich auch nicht gesehen. Ich habe dann total dichgemacht, weil diese 2 Monate des wieder Zusammenseins
so schön waren und nur hoffen ließen. Sie ist dann sofort mit diesem Typen in eine neue gemeinsame Wohnung zusammengezogen, und ich blieb mit den Kindern allein.
Meien Kinder sind mir mit ihren 14 und 17 Jahren eine sehr große Hilfe, werden wie gehabt mittags von Mutter bekocht
und sind abends und am Wochenende mit mir allein. Ich bin traurig ohne Ende und denke vom Aufwachen bir zum Schlafengehen an nichts anderes und nachts träume ich von ihr.
Wenn etwas zu besprechen ist regeln wir das schriftlich durch Zettel in unserem Haus.
vor 6 Wochen begann sie wieder persönliche Nachrichten zu schreiben, das sie alles was gut in ihrem Leben gewesen wäre zerstört hat und nicht mehr weiß, warum sie diesen
"infantilen Amoklauf" erneut gestartet hat und was sie damit
für sich finden wollte. Ich lehne jeden Versuch von ihr ab, sich mit mir zu treffen und mit mir zu reden, was sie bis jetzt schon 4-5 mal schriftlich äußerte. Sie rief mich auch auf der Arbeit an um meine Stimme zu hören, legte dann aber auf ohne sich zu melden, wie sie mir schriftlich mitteilte.
So, meine Geschichte über die schwerste Zeit meines Lebens
ist jetzt doch sehr lang geworden und ich würde mich freuen, wenn doch jemand die Geduld aufbringen würde, sie zu lesen.
Obwohl ich furchtbar leide, bin ich zu keinem Treffen mit ihr bereit, hätte auch große Angst davor, sie nach 4 Monaten anzuschauen. Ich hoffe es ist richtig mir diese Zeit zu nehem
und endlich herauszubekommen, was ich wirklich will. Vielleicht ist es für uns dann zu spät aber was soll ich tun. Kann mir ein Leben ohne sie, aber auch zum 3.Mal wieder mit ihr nicht vorstellen.
Danke das ihr euch Zeit genommen habt.
Ingma