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Trennungsschmerz hört nicht auf

Claudi69

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Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich hier auf Menschen treffe, die mich verstehen oder ähnliches erlebt haben. Ob es hilfreiche Tipps gibt, weiß ich nicht. Vielleicht ja. Aber in erster Linie hilft es vielleicht auch, einfach einmal alles von der Seele zu schreiben.
Ich bin nun seit fast 21 Monaten von meinem Expartner getrennt. Wir waren 14 Monate ein sehr glückliches Paar. Das habe zumindest ich so erlebt und auch er bestätigt mir, dass es für ihn die schönste Partnerschaft war. Leider ist es so gewesen, dass er in unserer letzten Phase berufsbedingt und krankheitsbedingt in ein tiefes Loch gefallen ist. Ich denke heute, dass er generell unter (leichten) Depressionen leidet. Vielleicht aber auch beziehungsunfähig. Er hatte in seinem Leben viele Beziehungen, die zumeist kurzweilig waren. Auch eine längere, die aber on/off war. Also denke ich wohl, dass er nicht nur bei mir Schwierigkeiten hatte. Wir hatten eine sehr glückliche Zeit. ER war immer derjenige, der mich am liebsten 24 Stunden/7 Tage gesehen hätte, mich jeden Tag von der Arbeit abgeholt hat und wenn wir uns deswegen nur 10 Minuten gesehen haben. Irgendwann war es anders. Ich habe nach seiner Aussage moralische Fragen aufgeworfen, d.h. er hat meine Ansichten nicht vertreten. Er meinte, er fühle sich ausgegrenzt, schmutzig, einsam. Muss sagen, er ist generell nicht der Mainstream Typ. Ich wäre sehr lange Zeit anders gewesen als alle anderen Frauen. aber irgendwann nicht mehr. Lange Rede kurzer Sinn, die Beziehung ging auseinander, weil ich seine Unentschlossenheit und den Rückzug nicht mehr ertragen konnte. Das ist nun 21 Monate her. Und ich leide immer noch wie am Anfang. Ich kann ihn nicht vergessen, ich denke jeden Tag an ihn. Ich denke, ich werde nie wieder einen so tollen Mann finden. Ihr werdet sagen, er war nicht toll, wenn er so gehandelt hat. DOCH, er ist es. Er ist der feinste Mensch, den ich kenne. Attraktiv, intelligent, charmant, aufmerksam, verständnisvoll, lustig und und und. Wir haben seit der Trennung immer wieder Kontakt und uns auch ab und zu getroffen (freundschaftlich). Er würde auch gerne die Freundschaft beibehalten. Ich habe ihm nun gesagt, dass ich das nicht mehr kann. Er versteht mich und meinte, er wünsche mir, dass das vorbei geht mit meinem Kummer. Er fühle sich dadurch auch sehr schlecht und es bringt ihn um, dass ich so leide.
Ich kann aber nicht anders. Ich gehe kaputt daran. Ich WILL ihn ja vergessen. Habe anderer Männer kennengelernt. Aber ich vergleiche alle nur mit ihm und JEDER schneidet schlecht aber, was ziemlich unfair ist. Ich möchte nicht mehr ständig weinen, traurig sein. Ich will da raus aus dem Kummer.

27.04.2021 14:14 • x 2 #1


Iunderstand


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Du trauerst seit zwei Jahren einer Beziehung hinterher die nur halb so lange gedauert hat? Das ist nicht gesun, ich glaub die hast ein grundlegenderes Problem.
Als erste würde ich mal den Kontakt einstellen, kein Wunder, dass du immer wieder in den Kreislauf gerätst

27.04.2021 14:28 • #2



Trennungsschmerz hört nicht auf

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Claudi69


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Ja ich weiß, dass es nicht gesund ist und habe den Kontakt nun eingestellt.
Ich weiß nicht, was für ein grundlegenderes Problem es sein soll? Bis dato hatte ich Trennungen eigentlich immer sehr gut gemeistert. Selbst eine zuvor, wo ich 17 Jahre in der Partnerschaft war.Ich bin generell eine sehr starke Frau und habe schon einige Schicksalsschläge gemeistert. Es ist einfach so, dass er mein absoluter Traummann ist

27.04.2021 14:34 • #3


Iunderstand


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Bekommst du vielleicht Angst, dass du alleine bleibst? Und stellst ihn deswegen so auf den Sockel?

27.04.2021 14:41 • #4


Bubu38


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Es scheint so, als hat dein Exfreund ein großes Problem mit sich selbst. Mein Rat, lass ihn das bearbeiten, wenn du kannst, steh ihm persönlich als Freundin zur Seite.

27.04.2021 14:51 • #5


Claudi69


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Vielleicht ist es so. Ich kann gut allein sein, aber ichhabe schon Angst für immer allein zu bleiben bzw. keinen Partner mehr zu finden, der mich so fasziniert

27.04.2021 14:53 • #6


Claudi69


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Er lässt sich nicht helfen. Für ihn ist die Liebe gestorben. Warum soll er da irgendwas ändern? Er kommt gut allein klar

27.04.2021 14:53 • x 1 #7


Iunderstand


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Zitat von Claudi69:
Vielleicht ist es so. Ich kann gut allein sein, aber ichhabe schon Angst für immer allein zu bleiben bzw. keinen Partner mehr zu finden, der mich so ...


Vllt solltest du da mal ansetzen. Ich bin sicher da draußen wartet jemand auf dich, der viel besser zu dir passt. Aber solange du dem Ex so den Hintern puderst, wird das nix werden. Wenn er ein solcher Traummann wäre, dann wärt ihr noch zusammen. Ich finde ihn sogar alles andere als traumhaft, er weiß wie du leidest und labert nur dumm daher, von wegen will nicht, dass du leidest. Und dennoch lässt er dich nicht gehen, wenn er so traumhaft wäre, würde er vielleicht selbst mal auf die Idee kommen, dich in Ruhe zu lassen.
Aber du hast schon recht, warum sollte er etwas ändern?! Er hat ja alles was er hat, du streichelst mit deiner Aufmerksamkeit sein Ego und er weiß er muss nur mit dem Finger schnippen und du machst alles was er will

27.04.2021 14:59 • #8


Claudi69


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In gewisser Weise hast Du recht. Er hat sich zwar schon öfter mal distanziert und irgendwann dann kamen dann wieder mal Fotos oder eine Nachricht. Ich weiß aber, dass er mir nicht absichtlich weh tun will. Klingt sehr naiv, ich weiß. Ich schätze es so ein, dass er ein schlechtes Gewissen hat oder er sich schuldigfühlt. Vielleicht schmeichelt es auch irgendwie seinem Ego. Aber ich hatte schon der Vergangenheit mal den Kontakt abgebrochen und er hat sich dann auch daran gehalten. Ach ich weiß es auch nicht. Komme mir so blöd vor, klingt so kindisch. Aber es ist so.
Er wusste auch länger nicht, dass ich noch so leide, weil ich ihm nach dem letzten Kontaktabbruch gesagt habe, dass es mir besser geht, was auch kurzzeitig so war. Aber eben nicht von Dauer. Danach ist er wohl davon ausgegangen, dass ich mit der Trennung klar komme und wir freundschaftlich miteinander umgehen können

27.04.2021 15:06 • #9


Bubu38


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Warum soll er sich schuldig fühlen? Ich verstehe euer Problem nicht so ganz... Ist er deine Affaire gewesen?

27.04.2021 15:11 • #10


Iunderstand


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Es ist nicht kindisch, so sind eben deine Gefühle. Dafür kannst du nichts.
Aber wenn du diesen Teufelskreis (und nichts anderes ist es) endlich verlassen willst, wirst du eine Entscheidung treffen müssen, und zwar für dich.
Jag den Typen über den Jordan, lösch alle Kontaktmöglichkeiten und fang neu an. Ganz ehrlich, so eine Freundschaft braucht doch kein Mensch

27.04.2021 15:11 • #11


FrauDrachin

FrauDrachin


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Hey Claudi,

tut mir leid, dass sich das bei dir dermaßen zieht...

Für mich sind noch ein paar Dinge unklar, veilleicht magst du da noch war dazu schreiben, bevor ich mich vergalloppier? Du schreibst:

Zitat von Claudi69:
Leider ist es so gewesen, dass er in unserer letzten Phase berufsbedingt und krankheitsbedingt in ein tiefes Loch gefallen ist.


Klingt soweit so logisch, an so Dingen können gerade junge Beziehungen leider leicht scheitern... Und es ist sehr schmerzhaft für den Teil, der gerne geblieben wäre, und gemeinsam die Probleme überwunden hätte. Leider machen das viele Menschen dann lieber mit sich selber aus.

Aber wie passt das dazu:

Zitat von Claudi69:
Ich habe nach seiner Aussage moralische Fragen aufgeworfen, d.h. er hat meine Ansichten nicht vertreten. Er meinte, er fühle sich ausgegrenzt, schmutzig, einsam. Muss sagen, er ist generell nicht der Mainstream Typ. Ich wäre sehr lange Zeit anders gewesen als alle anderen Frauen. aber irgendwann nicht mehr.


Das klingt in meinen Ohren sehr, sehr krass und ungut... Moralische Fragen? Wegen denen er sich schmutzig, ausgegrenzt einsam fühlt? Er dachte, du wärest anders und dann war er enttäuscht, dass du es doch nicht warst? Du hättest irgendwie anders sein sollen? Magst du das genauer erklären?

27.04.2021 15:13 • x 2 #12


Claudi69


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nein keine Affäre. schuldig ist vielleicht falsch ausgedrückt. Ich meine schlechtes Gewissen, weil er mich so traurig macht

27.04.2021 15:14 • #13


Claudi69


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Wenn das so einfach wäre. Ich rede mir ein, ihn auch als menschen (freund) zu vermissen

27.04.2021 15:15 • #14


KPeter


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Grüß dich Claudi
Meine Gedanken dazu: Du scheinst den Schmerz zu brauchen, weil durch diesen Schmerz der Expartner zu etwas Besonderem wird, einzigartig, begehrenswert

Zitat:
Er ist der feinste Mensch, den ich kenne. Attraktiv, intelligent, charmant, aufmerksam, verständnisvoll, lustig und und und

Der Schmerz zeigt dir also, dass du so einen Menschen nie wieder bekommen kannst, der so viel in dir an Leere hinterlässt. Wie es ohne den Schmerz wäre, weißt du noch gar nicht, weil du es noch nicht zugelassen hast, dich von diesem Schmerz zu verabschieden.

Dass dieser Mann keineswegs nur positive Eigenschaften hat, zeigt ja die Tatsache, dass er Beziehungen scheinbar nur in der Hormonphase leben wollte und konnte. Die dauert - je nachdem - zwischen 5 Monaten und maximal einem Jahr. Und wenn die dann weniger werden, müsste im Normalfall das beginnen, was wir LIEBE nennen. Und die ist kein Selbstläufer, sondern sie braucht viel Einsatz, sie braucht den Willen, dem anderen Gutes tun zu wollen, ihn auch mit seinen Macken ins eigene Leben integrieren zu wollen, sich mit dessen Ansichten auseinander zu setzen und viele Kompromisse zu machen. Er aber hat sich dann (so stellt es sich mir dar) zurückgezogen und dich mit deinen Ansichten so dargestellt, dass du ihm nicht mehr gut tust:
Zitat:
Ich wäre sehr lange Zeit anders gewesen als alle anderen Frauen. aber irgendwann nicht mehr.

denn es war die Zeit angebrochen, in der die fleißigen Helferhormone es ihm nicht mehr so leicht gemacht haben mit dir zusammen zu sein oder zu reden.

Zitat:
Ich habe nach seiner Aussage moralische Fragen aufgeworfen, d.h. er hat meine Ansichten nicht vertreten. Er meinte, er fühle sich ausgegrenzt, schmutzig, einsam.

.und du fühltest dich daran schuldig. Ich vermute, dass es das für ihn leichter gemacht hat. Und ich vermute außerdem, dass er es auch in früheren Beziehungen so ähnlich gehandhabt hat.

Zitat:
Lange Rede kurzer Sinn, die Beziehung ging auseinander, weil ich seine Unentschlossenheit und den Rückzug nicht mehr ertragen konnte. Das ist nun 21 Monate her. Und ich leide immer noch wie am Anfang. Ich kann ihn nicht vergessen, ich denke jeden Tag an ihn. Ich denke, ich werde nie wieder einen so tollen Mann finden.

Wenn du ganz fest daran glaubst, dann wird das auch so eintreten. Denn das Bild, das du von ihm erzeugst, besteht aus Erinnerungen und Projektionen. Es besteht nicht aus dem Mann, der sich durch dich ausgegrenzt, schmutzig und einsam gefühlt hat. Das kannst du ausblenden und erzeugst damit eine Kunstfigur, die es so nie gab und an der sich kein Mensch aus Fleisch und Blut messen lassen kann.

Er hat dich also verlassen, weil du seine Erwartungen nicht mehr erfüllt hast. Und das erzeugt in dir unbewusst Schuldgefühle. Diese Schuldgefühle binden dich an ihn, und zwar außergewöhnlich stark. Schuld ist das stärkste Bindemittel neben der Liebe. Und Schuldgefühle können ein Leben lang erhalten bleiben, wenn man nicht aufhört, durch sie sein Leben bestimmen zu lassen. Das geht nicht von selber, das regelt auch nicht die Zeit. Es hört erst dann auf, wenn du dich dagegen entscheidest, sie haben zu wollen und dich dagegen entscheidest, ihn zu idealisieren. Ganz bewusst, nachhaltig und kompromisslos.

Dass er also den Kontakt mit dir pflegt, den du freundschaftlich nennst, ist insofern schädlich für dich, als dass er da erstens seine positiven Anteile zeigen kann ohne die negativen zeigen zu müssen (denn er geht ja wieder). Und zweitens kann das, was ihr an Interaktionen habt, dazu geeignet sein, deine Schuldgefühle zu erhalten. Denn wenn er ein so wunderbarer Mensch ist und sich trotzdem getrennt hat, sagt dir dein Unbewusstes, dass es ja letztlich nur AN DIR gelegen haben kann.

Und das sollte bald aufhören, damit du wieder frei wirst.

Zitat:
Ich denke heute, dass er generell unter (leichten) Depressionen leidet. Vielleicht aber auch beziehungsunfähig. Er hatte in seinem Leben viele Beziehungen, die zumeist kurzweilig waren.

Das wäre doch eigentlich Beweise genug, dass die Trennung von ihm ausging und ausgehen musste. Du konntest sie nicht verhindern. Oder siehst du das anders?
Zitat:
Er würde auch gerne die Freundschaft beibehalten. Ich habe ihm nun gesagt, dass ich das nicht mehr kann. Er versteht mich und meinte, er wünsche mir, dass das vorbei geht mit meinem Kummer. Er fühle sich dadurch auch sehr schlecht und es bringt ihn um, dass ich so leide.

Das klingt sehr theatralisch. Aber wenn es stimmt, tust du ja auch ihm einen großen Gefallen damit, wenn du dich nun auch von ihm trennst und deinen eigenen Weg gehst.

Und da steckt die Lösung. Es geht nicht darum, dass er sich von dir getrennt hat, sondern es geht darum, dass DU dich jetzt VON IHM trennst. Das ist eine bewusste Entscheidung, auf die man sich vorbereitet, die man mit dem Verstand entwirft und plant und die man dann auch trifft, um wieder FREI zu sein. Dann bist du nicht mehr Opfer seiner Trennung, sondern TÄTER, selbstbestimmt und frei. Und das wäre ein attraktives Ziel für dich.

27.04.2021 15:19 • x 8 #15



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