@Simona45
Danke für deine Offenheit. Kurz ein paar Gedanken dazu:
Zitat von Simona45: Wir hatten in unsren früheren Ehejahren viel S. der für uns Beide sehr erfüllend war. leider ist das seid gut 2 Jahren eingeschlafen, ich habe ihn auch mehrmals darauf angesprochen, aber keine Besserung.
Du beschreibst, dass das Sexualleben in eurer Ehe seit etwa zwei Jahren eingeschlafen ist. Mich würde interessieren, wie du das Thema damals konkret bei deinem Mann angesprochen hast und ob ihr gemeinsam versucht habt, daran zu arbeiten. Gab es von deiner Seite konkrete Initiativen, das Liebesleben wieder zu beleben?
Ich sage es mal ganz salopp: Sich hinzustellen und dem Partner zu sagen „Du Schatz, irgendwie ist unser Sex langweilig und 0815“ – und sich dann zurückzulehnen in der Hoffnung, der andere wisse jetzt Bescheid und solle mal machen – das führt meist nicht wirklich zum Erfolg.
Zitat von Simona45: Irgendwann fing ich mal auf einer Dating Seite mich aus "Spaß" anzumelden. Das war im März diesen Jahres.
Das ist häufig kein rein harmloser Zeitvertreib, sondern deutet oft auf ein tieferliegendes Bedürfnis hin, etwa nach Aufmerksamkeit oder Bestätigung.
Das lässt vermuten, dass es für dich eben nicht nur ein "Spaß" war, sondern dass du konkrete Hintergedanken hattest – sei es auch nur, dir virtuell ein bisschen den Bauch kraulen zu lassen und in deinem Fall ist es mehr geworden - nämlich eine Affäre.
Zitat von Simona45: Ich ertappe mich, das ich nicht mal ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Mann habe, obwohl ich ihn sehr liebe.
Dass du trotz deiner Liebe zu deinem Mann kein schlechtes Gewissen empfindest, obwohl du ihn hintergehst, wirkt widersprüchlich und zeigt, wie komplex deine Gefühle sind. Dieses ambivalente Gefühl – einerseits von Liebe zum Partner zu sprechen, andererseits aber eine Affäre zu führen, ohne Reue zu empfinden – unterstreicht, wie schwer es oft ist, innere Konflikte und Bedürfnisse klar zu erkennen.
Gerade deshalb ist es so wichtig, ehrlich mit sich selbst und allen Beteiligten umzugehen, um Klarheit und Verantwortung zu finden.
Der junge Mann pusht dein Ego – Dieses Gefühl der Bestätigung und Begehrtheit kann sehr verlockend sein. Dennoch ist es wichtig zu erkennen, dass Untreue und das Nutzen eines anderen Menschen allein zur eigenen Selbstaufwertung langfristig nicht funktioniert. Es löst weder die inneren Bedürfnisse nachhaltig, noch führt es zu echter Zufriedenheit. Im Gegenteil: Es birgt das Risiko, dass du dich selbst und alle Beteiligten verletzt und wichtige Vertrauensgrundlagen zerstört werden. Echtes Selbstwertgefühl entsteht nicht durch das Spiegeln im Blick eines anderen, sondern durch ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Beziehungen.
Mein Rat wäre: Beende die Affäre und beichte sie deinem Ehemann – ein Schritt, der viel Mut und Verantwortung erfordert, aber notwendig ist, wenn du eure Ehe tatsächlich erhalten und verbessern möchtest.
Wenn dann alle Karten auf dem Tisch liegen und dein Mann sich ebenfalls entscheidet, gemeinsam mit dir den Weg zu einer Ehe 2.0 zu gehen, beginnt die eigentliche Arbeit: Die offene und ehrliche Benennung der Ursachen für eure Situation und das gemeinsame Finden von Lösungen.
Für den Weg, der vor dir liegt, wünsche ich dir Mut, Ehrlichkeit und Klarheit.
