Zitat von Dummda2:. Und dann gibt es noch Phantomschmerzen, etc.
Ich versuche genau hinzuschauen (fühlen) was genau weh tut? Woher kommt der Schmerz dieses Mal

?
..... Und so hangel ich mich von Punkt zu Punkt. Da bin ich sehr gründlich.
Letztlich tu ich das für mich, denn so kommen meist noch andere Themen hoch die bearbeitet werden wollen. Das wird nie abgeschlossen sein. Ist auch gut so.
Das ist wohl ein wichtiger Punkt, den du da ansprichst. Um was geht es mir denn eigentlich? nebst der psychologischen Verwicklung, dass ich mit dem Mann quasi nachspielte, dass ich nun doch endlich die Liebe meines Vaters erringe? Dank dem "Jubiläum" erinnere ich mich grad besonders fest daran, wie ich das erste Mal auf ihn zuging. Ich wusste in dem Moment, dass dies ein Mann ist, bei dem ich dieses Thema abarbeiten kann. Ich habe es sozusagen 20 Meter gegen den Wind gerochen. Von daher: ja, ich habe es gesucht. Und es ist richtig, dass es passiert ist.
Ich muss vielleicht ergänzen, wie unser Alltag abgelaufen ist - denn einen solchen hatten wir. Wir haben uns - bis zu dem Moment, als sein Projekt ins Schleudern kam, jede Woche gesehen. Mindestens jeden Mittwoch den ganzen Tag, den wir bei mir verbracht haben. Er konnte es während den ruhigen Zeiten problemlos als Home Office verbuchen (er hat auch stundenweise gearbeitet, v.a. Telefonkonferenzen geführt. Ich hab ein Insiderwissen, dass ich ihn auch diesbezüglich völlig auflaufen lassen könnte

) Er kam jeweils morgens früh - er kennt mich also unausgeschlafen, undgeduscht im Gammelloock, ich hab parallel während seinen Telefonaten Wäsche gewaschen, Klos geputzt....). Und wenn er es sich einrichten konnte, sind wir tageweise mit dem Motorrad ausgefahren, auf Konzerte, Wellnessen. Und täglich - auch während seine Familienferien - ausgiebig schriftlichen Kontakt. Wie @Kaetzchen richtig schreibt: während er neben seiner Frau auf dem Sofa oder im Bett sitzt.

was ich ja tunlichst ausblendete.
Lustigerweise waren die Abende immer schwierig für ihn zu organisieren. Er hatte immer Bedenken, dass solche plötzlichen Ambitionen auffallen könnten. Offenbar ist er während der ganzen Ehe - also beinahe 20 Jahre lang - nur zuhause gehockt. Ich mag mir das gar nicht vorstellen

auch als alleinerziende und arbeitende Mutter hab ich mir mindestens einen Abend freigeschauftelt, um am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Ohne wär ich echt untergegangen.
Janu - und von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass er so schnell Ersatz finden würde. Ausser er legt sich endlich eine ebenfalls verheiratete Frau mit Tagesfreizeit zu - was ich ihm des öfteren empfohlen habe.
Auf jeden Fall verletzt mich unter diesen Umständen, dass wir nach meinem Dafürempfinden schon eine Nebenbeziehung geführt haben, dass er in dem Moment, als ich meine Gefühle aufs Tapet brachte, nicht ehrlich genug war zu sagen, dass es für ihn nicht so ist. Ich hätte gut damit leben können und Schluss gemacht. Da ging das Geschwafel los von wegen Verantwortung der Familie gegenüber, emotionales Dilemma, zerissen sein, seine Frau nicht verlassen wollen und gleichzeitig die intensivste s. und emotionale Nähe ever mit mir zu haben.
Aber sobald ich zuviel nachbohrte (das erste halbe Jahr haben wir ja hauptsächlich drum gestritten, das ich mit seiner EF Bedauern hatte, dass sie im Gegensatz zu mir nicht die Möglichkeit hat in Kenntnis aller Umstände für sich selber zu entscheiden, wie sie denn die Ehe weiterführen wolle) ging er jedesmal auf Distanz, solange, bis ich alles hinschmiss. Um Wochen später wieder aufzutauchen, sobald in meinen Erinnerungen der Ärger verblasst und nur noch die Sehnsucht und die blinde Hoffnung schmerzte.
Nun ja, und was habe ich daraus gelernt? Ja, es gibt Männer, die lassen dich fallen, sobald du nicht genau nach ihren Vorstellungen funktionierst. Und sie lügen dich sogar noch an, um noch möglichst lange von dir profitieren zu können (was auf der Vaterebene ja nicht passiert ist). Aber heute weiss ich, es tut zwar weh, aber ich überlebe es. Und ja, es werden andere Zeiten, ein anderer Mann kommen. Oder auch nicht, aber alleine ist auch ok. Und da ändert sich mein Lebensthema. Alle Gesprächstherapie, das theoretische Erkennen und Aufarbeiten der Familienkonstellation die Jahre zuvor hatte nichts genützt - im Endeffekt musste ich diese Erfahrung wohl machen.